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Herbstmesse zum Thema „JUGEND.HEIMAT. DISSIDENZ“ in Mieste

Diesjährige Herbstmesse zum Thema „JUGEND.HEIMAT. DISSIDENZ“ vom 13.-17. Oktober versammelte Jung und Alt im altmärkischen Mieste, am Rande des Drömling.

Sonja Renner und Kim Greyer von der .lkj) Sachsen-Anhalt führten im Spritzenhaus Mieste eine Fördermittelberatung für Vereine, Kommunen und Initiativen durch. Die Veranstaltung war eine gute Gelegenheit, mehr über die verschiedenen Fördertöpfe zu erfahren und welche Strategien man bei der Beantragung von Fördermitteln anwenden kann. Die Teilnehmer*innen stellten auch Fragen und präsentierten ihre eigenen Projekte und wurden von den beiden .lkj)-Mitarbeiterinnen zu den entsprechenden Programmen geführt. Angeregt durch diese Veranstaltung ergaben sich bereits Wünsche, solche Beratungsrunden auch 2022 auch in weiteren Dörfern zu organisieren.

Am Abend fand im Kinosaal unter dem Motto: „Hüt mol Platt satt, keyn Denglisch“ ein Plattdeutsch-Abend von Jung und Alt auf und vor der Bühne statt, umrahmt von Beiträgen des Musikzug Mieste e. V. und dem Männerchor Mieste.  Nach Wochen der Proben und Vorbereitungen kamen mehr als 170 Personen und trugen dazu bei, dass dieser Abend eine gelungene, unterhaltsame, generationsübergreifende Veranstaltung wurde.

In den Abendstunden des 14.10. fand unter dem Motto „Bücher.Machen.Heimat“ auf dem Kinosaal Mieste ein Literaturabend statt. Klaus Farin, Dr. Dorothea Lübbe, Verena Treichel, Mandy Ganske-Zapf, Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Ammar Awaniy lasen aus Büchern, diskutierten über Themen wie Teilhabe, Kultur und Mobilität in ländlichen Räumen und genossen die inspiriende Musik von Max Heckel, genau wie die Gäste, die erneut den Kinosaal füllten. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es Gelegenheit zum Gespräch und zum Signieren von Büchern.

Am Freitag, den 15.10. fand ein Zeitzeugengespräch „Rock & Dissidenz“ mit Michael Rhein (Monomann, InExtremo, ex. No. 13, Einschlag & NOAH), Kay Lutter (Monomann, InExtremo; ex. Freygang), Brian Bosse (Monomann, ex. Freygang, Nachdurscht), Thomas Koch (HyparSchall, ex. Ernährungsfehler) statt, moderiert von Sören Thümler (mdr) eingeleitet von Input von Dr. Mieste Hotopp-Riecke. Erinnerungen an die Punk- und Bluesszene der 80er Jahre vor der Wiedervereinigung, an Stasi-Machenschaften, Underground-Aktionen sowie an die Herausforderungen während und nach der Wende. Auch die Evangelische Kirche Mieste war mit Menschen und Interessierten gut gefüllt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Pfarrers Hagen Mewes in Anwesenheit der Schirmherrin der Herbstmesse, der Bürgermeisterin der Hansestadt Gardelegen, Frau Mandy Schumacher. 

Die zwei folgenden Konzertabende mit neun Bands, organisiert vom Team des Kinosaals Mieste, zogen hunderte Musikliebhaber*innen an, sorgten für volle Pensionen, gute Laune und viele Gespräche rund um Jugend, Heimat und Engagement in ländlichen Räumen heute.

Die Kooperation von etlichen Vereinen, Kirchengemeinde, Bürgermeister und vielen Ehrenamtlichen einerseits sowie der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung und ICATAT e.V. andererseits zeigten, was gemeinsam möglich ist. Zukunftspläne entstanden und sollen in den nächsten Jahren verwirklicht werden.

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„Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“ Ausstellungseröffnung an der Hochschule Magdeburg-Stendal

Vernissage live und digital | 29. September 2021 | 13.00 Uhr | Mediathek der Hochschule Magdeburg-Stendal

Die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. eröffnet zusammen mit der Hochschule Magdeburg-Stendal, dem ICATAT-Institut und dem OstNordOst-Verlag Magdeburg die Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“. Die 24 Großformat-Tafeln spiegeln Kreuzwege zwischen Heimat und Migration, zwischen Gehen und Bleiben, Hoffnung und Integration. Die Vernissage kann im Stream verfolgt oder live besucht werden und ist kostenfrei.

 Bildautorin: Eine kostenfreie Veröffentlichung unter Nennung des Vereins lkj.) Sachsen-Anhalt oder „Veranstalter“ wird zugestimmt. Von links nach rechts: Dr. Mieste Hotopp-Riecke (lkj & ICATAT), Sibylle Wegener (Hochschule Magdeburg-Stendal), Ammar Awaniy (lkj & ICATAT).

Der Architekt der Hyparschale Magdeburgs und der König-Abdullah-Moschee in Jordaniens Hauptstadt Amman hieß Ulrich Müther. Als Star-Architekt der DDR baute er nicht nur in Magdeburg, Berlin und an der Ostseeküste, sondern verdiente Devisen für die stets knappen Staatskassen auch durch seine Bauprojekte in Kuweit, Libyen, Algerien und Jordanien. Dort erbaute Müther im Auftrag von König Hussein I. bis 1986 eine neue Nationalmoschee in seiner innovativen Beton-Schalen-Bauweise. Benannt wurde sie nach Abdallah ibn Husain I., dem Emir und ersten König von Jordanien.

Dieses Thema hat es bisher nicht in das erste Buch „Der Pascha von Magdeburg“ und nicht in die bisherige namensgleiche Ausstellung geschafft. Das soll sich nun ändern. Während die Hyparschale innovativ restauriert wird, sollen Studierende in einem ebenso innovativen Joint Venture die (Bau-)Geschichte der architektonischen Moderne zwischen Orient und Magdeburg erforschen. Als Projekt der .lkj) Sachsen-Anhalt und dem ICATAT-Institut Magdeburg werden die Forschungsergebnisse zukünftig von Jugendlichen und Student*innen kreativ in neue Ausstellungstafeln, Podcasts und neue Buchkapitel umgesetzt.

All dies findet seinen Auftakt mit der Vernissage der Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal inklusive Live-Schaltung zur German-Jordanian University in Amman. Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist „Mutter-Uni“ der German-Jordanian University und beherbergt jährlich dutzende Studierende aus Jordanien. Mit der Installierung der Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“ im Rahmen der International Summer School haben nun alle Magdeburger*innen, die es im letzten Jahr nicht zur Ausstellung ins City-Carré geschafft hatten, die Gelegenheit, durch die Digital-Galerie zu wandeln, begleitet von Audio-Guides auf Deutsch und auf Arabisch.

Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“, 29.9.2021 (Vernissage, Mediathek Hochschule Magdeburg-Stendal, 13:00 Uhr) bis 18.11.2021 (Finissage, 17:00 Uhr, Literaturhaus Magdeburg) DigitalGalerie der Hochschule Magdeburg-Stendal unter URL: https://www.h2.de/hochschule/einrichtungen/bibliothek.html.4 Revisionen

Die Platzkapazitäten in der Mediathek und online sind begrenzt: Um Anmeldung wird gebeten.

 

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Herbstmesse „Jugend.Heimat.Dissidenz“

Mittwoch-Sonntag 13.-17.10.2021

Was macht Heimat aus? Wie vielfältig und engagiert ist Jugend heute in ländlichen Räumen? Und wie war das Jugendleben früher? Wie steht es um die neue sprachliche und kulturelle Vielfalt auf dem Lande? Um diese Fragen kreisen die Workshops und Kulturaktionen der „Herbstmesse Jugend.Heimat.Dissidenz“ vom 13. bis 17. Oktober 2021 im schönen Altmarkdorf Mieste am Drömling. Gemeinsam möchten wir uns kreativ-künstlerisch, musikalisch-aktiv und historisch-rückblickend mit diesen Themen beschäftigen und ganz nebenbei durch dieses „gemeinsam“ die dörfliche Vereinslandschaft aber auch die überregionale Vernetzung stärken.

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Sultanin der Altmark

Sultanin der Altmark

ZWEIHEIMISCH:CrossMedia

Unter diesem Projektnamen finden vom 01.03.2021 bis 31.08.2022 zwölf Workshops statt, gefördert durch „Mein Land. Zeit für Zukunft“ der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Im Projektbündnis „Sultanin der Altmark“ sind zusammengeschlossen die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt, das ICATAT, der Förderverein der Schriftsteller und der Jugendclub Bittkau.

Zu Sachsen-Anhalts langer Interkulturgeschichte erarbeiten Jugendliche gemeinsam via kultureller CrossMedia-Bildungswerkstätten unterschiedliche Ergebnisse (manuell-praktisch / künstlerisch-virtuell) begleitet von einem Online-Blog. Das Wort „zweiheimisch“ beschreibt dabei die Verortung vieler Menschen nicht „zwischen“ zwei Kulturen, sondern ihr Beheimatet-Sein IN zwei oder mehreren Kulturen. CrossMedia beschreibt unsere Arbeitsweise: Mittels medialer online- und offline-Techniken sind Jugendliche kreativ tätig.

Wir ermutigen die zum Teil bildungsbenachteiligten Jugendlichen dazu, sich an der kulturellen Infrastruktur ihrer Gemeinden und Stadtteile zu beteiligen und initiieren kulturelle Veranstaltungen mit Peer-to-Peer-Vermittlung von theoretischen und praktischen kulturellen Fähigkeiten.

Mit Modulen aus Theater, Koch-/Ernährungs-/Umwelt-Workshops; Kalligrafie&Graffiti-, Text-Lese- und Schreibwerkstätten in unterschiedlichen Laufzeiten als wöchentliche AG, Sommerschule oder Wochenend-Workshops organisieren wir kulturelle Bildung, Empowerment, Biografiearbeit, Transkulturelle / interkulturelle Geschichten aus der Geschichte und der Gegenwart für und mit Kindern und Jugendlichen von 12-18 Jahren in Magdeburg, dem Bördelandkreis und den Altmark-Kreisen Stendal und Salzwedel.

Der Titel „Sultanin“ verweist auf patriarchale Verhältnisse, die hinterfragt werden und die auch historisch immer wieder gebrochen wurden: Wir lernen im Projekt gemeinsam starke mutige Frauen kennen, historische wie die Sultanin vom Bosporus, aber auch heutige aus dem Hier und Jetzt. Sultana oder Sultanin bedeutet ‘islamische Herrscherin’ und wanderte als Wort im frühen 16. Jahrhundert während der sogenannten „Türkenkriege“ als Bezeichnung für Herrscherinnen des Osmanischen Reiches zu uns. Es stammt vom arabischen Wort sulṭān für ‘Herrschaft, Herrscher’. Auf Mittelhochdeutsch hieß es soldān als genereller Begriff für einen „heidnischen“ Herrscher, den Gegner der christlichen Kreuzfahrer. 

Das Wort Sultanine für `große kernlose Rosine` (im 19. Jh. Noch: Sultaninrosine) ist direkt verbunden mit der orientalischen Kulturgeschichte und bedeutet ‘edle, fürstliche Rosine’. Sie steht für eine aus Kleinasien eingeführte Sorte, der „Sultana-Weinrebe“, die so köstlich und saftig-süß ist, dass sie im 18. Jahrhundert nur der ‘Frau des Sultans’ ebenbürtig war. Heute hat diese Sultana-Rebe über 145 verschiedene Namen, in Nordeuropa oft . Um die helle Farbe der Frucht zu bewahren, werden die Beeren besonders schonend getrocknet, ca. 7-10 Tagein der Sonne. Der veralteter Name „Smyrna-Rosine“ deutet auf den Ursprung der Traube in der Region um Izmir hin.

Im ersten Workshop unter dem Titel „Sultanin der Altmark“ wurde diskutiert, gezeichnet, kalligrafiert, gemalt, geforscht, gelesen, fotografiert, collagiert und getextet rund um die osmanische Sultanin, die vor hunderten von Jahren in die Altmark gekommen sein soll. Ihre Geschichte lebt in der Sage von der „Türkin in der Wische“.

Neben historischen Sultaninnen wie der polnischstämmigen Roxolane (Hürrem Sultana) und der Tatarin Söyembikä lernten wir ebenfalls Lebensläufe andere starker zeitgenössischer Frauen mit Mut und Klugheit kennen, z.B. Fatema Mernissi, Leila Ahmed, Seyran Ateş, Shirin Ebadi, Nawal El Saadawi oder Amina Wadud.

Wir freuen uns auf viele angeregte Workshopwochen in der Altmark, der Börde und Magdeburg!

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Crimea – Zur aktuellen Menschenrechtssituation auf der Krim

Seit inzwischen sieben Jahren ist die ukrainische Halbinsel Krim von Russland völkerrechtswidrig besetzt. Immer wieder gibt es Berichte über massive Menschenrechtsverletzungen vor Ort. Aktivisten und Andersdenkende, deren Aktionen und Meinungen sich gegen die aktuellen Machthaber richten, müssen mit langjährigen Haftstrafen rechnen. Insbesondere für das krimtatarische Volk stellt sich die aktuelle Lage dramatisch dar. Verfolgung, Unterdrückung und die Verletzung von Grund- und Gruppenrechten sind weiterhin an der Tagesordnung.Wie stellt sich die Situation der Krimtataren heute dar, welchen Repressionen sind sie ausgesetzt – und was lässt die Zukunft für die besetzte Halbinsel erwarten? Diesen und anderen Fragen wollen die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, die Gesellschaft für bedrohte Völker sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung in der Ukraine gemeinsam mit dem Krimtatarischen Ressourcenzentrum in einer Online-Veranstaltung nachgehen.Online-Veranstaltung mit:

– Emine Dscheppar, stv. Außenministerin der Ukraine

– Refat Tschubarow, Vorsitzender des Nationalrates Medschlis des Krimtatarischen Volkes

– Eskender Barijew, Vorstandsvorsitzender des Krimtatarischen Ressourcenzentrums (CTRC)

– Dr. Mieste Hotopp-Rieсke, Leiter des Instituts für Caucasia-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT)

Moderation: Dr. Gabriele Freitag, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO)

Datum: 24. Februar 2021Beginn: 18 Uhr (Berlin) / 19 Uhr (Kiew) Ort: Online-Veranstaltung

Die Veranstaltung wird simultan verdolmetscht (Deutsch-Russisch). Bitte melden Sie sich zu dieser Veranstaltung bis zum 22. Februar 2021 unter folgendem Link an: https://cutt.ly/wk8xGzB Rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn erhalten Sie per E-Mail die Zugangsdaten zur Online-Veranstaltung und das Programm. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Ein Reader zur Veranstaltung findet sich hier.

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„Auf dem Landes alles dicht?“ Buch-Neuerscheinung reflektiert interkulturelles Engagement für Teilhabe und gegen Leerstand.

Torsten Sowada (lkj) und Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT)

„Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass die zurecht kritisierte Kurzatmigkeit von Jugend-Projektarbeit auch nachhaltige Ergebnisse zeitigen kann, die Bestand haben, junge Menschen zum Mitmachen animieren und Lust machen zum Bleiben oder zur Rückkehr in die Heimat“, so Projektleiter und Co-Geschäftsführer Torsten Sowada von der .lkj) Sachsen-Anhalt. Dass das geht, zeigt nun das opulente Buch „Auf dem Lande alles dicht?“, welches im Hirnkost-Verlag Berlin erschienen ist. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Mieste Hotopp-Riecke vom ICATAT Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien entwickelten sie Strategien gegen Leerstand, für mehr Lebensqualität in der Heimat, gegen Wegzug und Landflucht. Der Projektname Dehnungsfuge ist dabei bewusst aus dem Baujargon gewählt. Diese besondere Fuge gleicht das Dehnen und Schrumpfen von unterschiedlichen Materialien aus – in der Bauwelt und Architektur reale Risse zwischen Bauteilen und Materialien, in unserer Gesellschaft eher symbolische Risse zwischen Alt und Jung, zwischen Kultur, Kommerz und Verwaltung, zwischen Alteingesessenen und Migrantinnen, zwischen Stadt und Land.

Plattform für Visionen, für neue Räume und für demokratische Beteiligung

In Dörfern und Regionen wie der Altmark, im Mansfelder Land aber auch Stadteilen von Rendsburg, Brandenburg, Stendal, Werder/Havel oder Magdeburg finden sich viele Spuren des gesellschaftlichen Wandels in Gestalt von leerstehenden Häusern, verlassenen Gehöften oder Gemeindeeinrichtungen. Das allseits gewünschte Leben zieht dort jedoch nicht auf Knopfdruck ein. Das Leben darin muss sich entwickeln und gedeiht am besten mit frischen Ideen und Visionen von Jugendlichen auf der Basis von „Empowerment“, also Selbstermächtigung als zivilgesellschaftlichen Bottom-up-Prozess: “Wir gaben das Wachsen nur bedingt vor und schufen Möglichkeiten zur Entwicklung und Entfaltung. Die Jugendlichen sind vor Ort, genauso auch die Freiräume, Leerstände und Ideen. Was oft fehlt ist Know-how und Vernetzung, woraus sich konkrete Finanzierungen ergeben können“, so Hotopp-Riecke. „Wir haben zum Beispiel freie Theater mit Jugendlichen und kommunaler Wirtschaft und Verwaltung ins Gespräch gebracht, aktiviert, verbunden, beraten“, ergänzt Torsten Sowada.

Und der Erfolg gab ihnen Recht: Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ förderte fünf Jahre lang die „Dehnungsfuge“ und mit viel Ehrenamt, mit dutzenden Jugendlichen, mit Unterstützung von Künstlerinnen, Pädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und zahlreichen weiteren Fördermitteln von Land, Bund und diversen Stiftungen hatten sie Erfolge, die sich sehen lassen können: Eine Jugendpflegerstelle samt Jugendclub in Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), die Kleine Markthalle als sozialer Treffpunkt in Stendal, das TULIPA-Tanzstudio in Werder/Havel sind nur einige konkrete Orte, die bleiben werden.

In Bittkau an der Elbe wurde zusammen mit einem weiteren Projekt – „WIR. Heimat.Land.Jugendkultur“ die Umgestaltung des alten Kindergartens zu einem Bürgerhaus unterstützt und ein Dorf-Theaterprojekt initiiert, das schlussendlich über 80 Menschen auf und hinter der Bühne zusammenschweißte, Gemeinschaftsgefühl und Engagement förderte. Das Dorftheaterprojekt ist in diesem Jahr nun für den Demografie-Preis des Landes Sachsen-Anhalt nominiert und wurde ein Teil des Buches „Auf dem Lande alles dicht?“.

Wissenschaftlich analysiert wurden Bedarfe und Möglichkeiten solcher Projekte nun ebenfalls in einem weiteren entsprechenden Buch unter dem Titel „WIR.Heimat.Land.Jugendkultur“ zusammen mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und KinderStärken e.V.. Um den Konzepten, Erfolgen und Herausforderungen von Jugend, Kultur, Mobilität und demografischem Wandel in ländlichen Räumen auch medial mehr Gewicht zu verschaffen, präsentiert der Hirnkost-Verlag Berlin beide Bücher in einer Heimat-Box zusammen mit zwei weiteren Büchern. An diesen waren teils auch Magdeburger Autor*innen beteiligt. Die Buchpräsentationen in Form von Heimat-Literaturabenden mit Konzerten, Theater und Lesungen in Tangerhütte, Gardelegen und Magdeburg mussten pandemiebedingt nun verschoben werden. „Wir werden mit viel Energie, Freude und Zuversicht die Veranstaltungen nachholen“, so Torsten Sowada „und nicht zuletzt lässt uns diese Zeit neue digitale Komponenten unseres Konzeptes weiterentwickeln, sodass wir hoffen können, weiter erfolgreich Leerstände beleben zu können – nachhaltig, zum Wohle aller.

Leerstand mit Leben füllen (Deutschlandfunk Kultur) 

For 5 years, the ICATAT Institute supported the Association for Cultural Education for Children and Young People Saxony-Anhalt (lkj) in the model project „Dehnungsfuge“ in four German Federal States, including the cities of Rendsburg, Magdeburg, Eisleben and Brandenburg. But we were also on the road internationally with the project groups: In Lviv, Kiev, Hamburg, Chernivtsi, Kharkiv, Kazan, Berlin, Göttingen and Winnyzja we held multilingual workshops on the subject of flight, migration, participation and intercultural empowerment. With the project “компенсациoнный шов/dilatation joint”, the lkj filled empty buildings with creative concepts and (trans) cultural education for five years. As a result of these many activities, the book „Everything closed in the country?“ has now been published by the Berlin Hirnkost Verlag. The book provides analyzes, illuminates strategies, gives tips and calls for more commitment to the common future of young people, no matter whether they are born here or abroad.
The two editors of the extensive book and those responsible for the project, Torsten Sowada from .lkj) Sachsen-Anhalt and Dr. Mieste Hotopp-Riecke from the Institute for Caucasica, Tatarica and Turkestan Studies, together with over 30 co-authors, developed strategies against vacancy, for a better quality of life at home, against emigration and rural exodus.

 

В течение 5 лет Институт ICATAT поддерживал Государственную ассоциацию культурного образования для детей и молодежи Саксонии-Анхальт (lkj) в модельном проекте «компенсационный шов» в четырех федеральных землях Германии, включая Рендсбург, Магдебург, Айслебен и Бранденбург. Но мы также путешествовали по всему миру с «проектными группами»: во Львове, Киеве, Гамбурге, Черновице, Харькове, Казани, Берлине, Геттингене и Виннице мы проводили многоязычные семинары на тему полетов, миграции, участия и межкультурного взаимодействия. Благодаря проекту «компенсационный шов» lkj на пять лет наполнил пустые здания творческими концепциями и (транс) культурным образованием. В результате этих многочисленных мероприятий в Berlin Hirnkost Verlag опубликована книга «Все в стране закрыто?». Книга содержит анализ, освещает стратегии, дает советы и призывает к большей приверженности будущему молодых людей.
Два редактора обширной книги и ответственные за проект Торстен Совада из .lkj) Sachsen-Anhalt и Dr. Мисте Хотопп-Рике из Института исследований Кавказа, татарики и туркестана (ICATAT) вместе с более чем 30 соавторами разработали стратегии борьбы с вакансиями, повышения качества жизни дома, борьбы с эмиграцией и массовым бегством из сельской местности.

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Nachruf // Prof. Dr. Dr. h.c. Swetlana Czerwonnaja

Nachruf

Swietlana Michailowna Czerwonnaja (1936-2020)

Wir trauern um unsere Freundin und Kollegin Swetlana Czerwonnaja. Sie verstarb am 9. November 2020 und wurde gestern in Torun beigesetzt.

Du wirst fehlen

Sie war Taufpatin unseres Institutes und bis zuletzt aktiv im Advisory board des ICATAT. Wir hatten noch viele Pläne, doch wir müssen schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass die Zeit für jede/n von uns endlich ist.

    Zur gesegneten Erinnerung an unsere Swetlana khanum „Babuschka“ Czervonnaja

Die erste und wichtigste Liebe von Swetlana khanum galt den Tataren, insbesondere denen der Krim. Der Kampf um das Recht der Krimtataren auf Heimkehr in ihre historische Heimat, war ihr „Karthago“, die Krimtataren betrachten sie deshalb zurecht als eine der ihren. Sie widmete der Erforschung und Popularisierung der Geschichte und Kultur der Tataren Europas und auf der ganzen Welt immer viel Energie und Aufmerksamkeit, nicht nur mit ihren Büchern, sondern auch mit öffentlichen Aktivitäten, Protesten, Konferenzen und Diskussionen, die junge Wissenschaftler*innen ermutigte, konsequent für Minderheitenrechte und Demokratie einzustehen. Wissenschaft war für sie nicht Elfenbeinturm, sondern gesellschaftliche Verantwortung. Dank ihrer Bemühungen wurde eine einzigartige Institution gegründet, das Zentrum für das Studium des tatarischen Buches (CENTER FOR KITAB STUDIES) an der Nicolaus Copernicus Universität in Torun (Polen). Sie promovierte an der Moskauer Lomonossow-Universität, habilitierte dort und schloß ihre postgraduierten Studien ab an der Akademie der Künste  der UdSSR. Sie hielt Ehrendoktortitel der Ivan Javakhishvili-Staats-Universität Tbilisi (Georgien) und der Karatschay-Tscherkessischen Staats-Universität. Sie war Mitglied vieler Akademikervereinigungen wie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient, wo sie den ICATAT-Arbeitskreis „Islam in Post-Communist Eurasia” betreute, sie war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und des International Council for Central and East European Studies.

Swetlana Michailowna Czervonnaja war Kunstkritikerin, Kulturwissenschaftlerin, Professorin, Verdiente Kunstfachfrau der Republik Tatarstan, eine leidenschaftliche Verfechterin der Tataren auf der ganzen Welt. Ein bedeutender Teil ihres Lebens und ihrer wissenschaftlichen Interessen ist mit Kasan, Tatarstan, den Tataren im Allgemeinen aber auch mit Deutschland, mit Berlin und Magdeburg, mit der Krim und dem Kaukasus verbunden. Ihre Bücher „Die Kunst des Sowjetischen Tatariens“ (1978) und „Zeitgenössische islamische Kunst der Völker Russlands“ (2008) waren die ersten und blieben lange Zeit einzigartige, umfassende Studien über die Kunst der Tataren und weiterer muslimischer Völker Russlands. In Berlin und Magdeburg veröffentlichte sie ebenfalls Texte und Bücher, initiierte Konferenzen und Treffen, zum Beispiel im Deutschen Bundestag, Deutschen Auswärtigen Amt und dem Sekretariat für Minderheitenfragen.

Sie interessierte sich immer für nationale Kulturen, die Prozesse ihrer Interaktion und gegenseitigen Beeinflussung, für die nationale Bewegungen der Völker der Russländischen Föderation und der Sowjetunion, sowie des Ausdrucks derer Ideale in der Kunst.

Swetlana hanum wird allen in Erinnerung bleiben, die sie als talentierte und begeisterte Wissenschaftlerin kannten, als Frau mit unnachgiebigem Willen, als kompromisslose Kämpferin, getreu ihres wissenschaftlichen und bürgerlichen Credos, als unglaublich energische und kluge, reaktionsschnelle Person.

Die Pandemie-Zeit hat in diesem Jahr ein Wiedersehen unmöglich gemacht, sowohl der Turkologie-Kongress in Warschau, als auch der DAVO-Kongress in Osnabrück sowie der Turkologen-Tag in Mainz wurden auf 2021 bzw. 2023 verschoben, gemeinsame Buchprojekte bleiben unvollendet und unsere Summer-School in Marseille, auf Hiddensee und in Rethimnon wird nun ohne sie auskommen müssen. Zusammen mit den Kolleg*innen von der Krim, aus Tatarstan, Polen, Litauen, Österreich und Deutschland trauern wir um eine streitbare, lebensfrohe, menschenzugewandte Akademikerin, die Vielen von uns Wegweiserin war, “Orchideen-Forscher” ermutigt hat, “kleinen Völkern” Zuversicht und Hochachtung gab und Despotismus, Diktatur  und Islam-Feindschaft resolut entgegentrat.

Wir sprechen Familie und Freunden unser aufrichtiges Beileid aus.

Im Namen aller Mitglieder, Freunde und Fellows des ICATAT

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Aqmescit/Simferopol  //  14. November 2020 // .

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Obituary
Svetlana Mikhailovna Czervonnaja (1936-2020)

We mourn for our friend and colleague Svetlana Czervonnaja. She died on 9 November 2020 and was buried yesterday in Toruń.


She was godmother at the cradle of our institute and until the end she was an active member in the Advisory Board of ICATAT. We still had many plans together, but we must painfully acknowledge that time is finite for each of us.

             In blessed memory of our Svetlana khanum „Babushka“ Czervonnaja.

The first and most important love of Svetlana khanum were the Tatars, especially Crimean Tatars. The fight for the right of the Crimean Tatars to return to their historical homeland was their „Carthage“, and the Crimean Tatars therefore rightly consider her as one of them.  She has always devoted much energy and attention to researching and popularizing the history and culture of the Tatars in Europe and around the world, not only with her books, but also with public activities, protests, conferences and discussions that encouraged young scholars, to consistently stand up for minority rights and democracy. For her, science was not an ivory tower, but a social responsibility. Thanks to her efforts, a unique institution was founded, the Tatar Religious Literature Research Center  (CENTER FOR KITAB STUDIES) at the Nicolaus Copernicus University in Torun (Poland). She graduated from the Moscow State University of  M. W. Lomonosov, finished postgraduate studies at the Academy of Fine Arts in the USSR. She held the titles of Doctor Honoris Causa of the Ivan Javakhishvili Tbilisi State University (Georgia) and the Karachay-Cherkess State University (Russian Federation).

Svetlana Mikhailovna Czerwonnaja was an art critic, cultural scientist, professor, Honoured Artist of the Republic of Tatarstan, a passionate advocate of Tatars all over the world. A significant part of her life and scientific interests is connected with Kazan, Tatarstan, the Tatars in general, but also with Germany, Berlin and Magdeburg, Crimea and the Caucasus. Her books „The Art of the Soviet Tatars“ (1978) and „Contemporary Muslim Art of the Peoples of Russia“ (2008) were the first and remained for a long time unique, comprehensive studies on the art of the Tatars and other Muslim nations in Russia. In Berlin and Magdeburg she also published many texts and books, she initiated conferences and meetings, for example in the German Bundestag, German Foreign Office and the Secretariat for Minority Issues.

She was always interested in national cultures, the processes of their interaction and mutual influence, the national movements of the peoples of the Russian Federation and the Soviet Union, and the expression of their ideals in art.

Svetlana khanum will be remembered by all who knew her as a talented and enthusiastic scientist, as a woman of unyielding will, as an uncompromising fighter, faithful to her scientific and civic Credo as an incredibly energetic and wise, responsive person.

The pandemic period has made a reunion impossible this year, the Turkish Studies Congress in Warsaw, the DAVO Congress in Warsaw and the Turkologists‘ Day in Mainz have been postponed to 2021 and 2023 respectively, joint book projects remain unfinished and our summer school in Marseille and Rethimnon will now have to do without her.

 Together with our colleagues from the Crimea, Tatarstan, Poland, Austria and Germany, we mourn the loss of a quarrelsome, cheerful, humane academic who was a guide for many of us, popularized rare academic disciplines, gave confidence and respect to „small nations“ and resolutely opposed  despotism, dictatorship and hostility to Islam.

We express our sincere condolences to family and friends.

On behalf of all M
embers, Friends and Fellows of ICATAT

  • Dr. Mieste Hotopp-Riecke
  • Dr. Stephan Theilig
  • Dr. Ewa Drewnowska
  • Prof. Dr. Iskander Gilyazov
  • Monika Górka
  • Dr. Marat Gibatdinov
  • Ildar Kharissov
  • Prof. Dr. Adas Jakubauskas
  • Dominik Jakub Napiwodzki
  • Prof. Dr. Dilara Usmanova
  • Dr. Temur Kurshutov
  • Prof. Dr. Ismail Kerimov
  • Dzhemile Umerova
  • Dr. Hüseyin Çiçek
  • Ammar Awaniy
  • Torsten Sowada

    Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Simferopol  //  14th November 2020 ======================================================================

Некролог
Светлана Михайловна Червонная (1936-2020)

Дустыбыз хәм хезмәттәшебез Светлана ханым Червонная 2020 елның 9 ноябрендә фани дөньядан бакыйлыкка күчте һәм кичә Торунь шәһәрендә җирләнде.


Ул ИКАТАТка нигез салган вакыттан бирле, безнен рухи анабыз буларак, соңгы сулышына кадәр институтның Гыйльми Шурасының актив әгъзасы булып торды. Тормышка ашырылмаган уртак планнарыбыз, тәмамланмаган эшләребез бик күп калды, ләкин һәрберебез дә бу дөньяда вакытлы кунаклар икәнлеген танырга мәҗбүрбез.

             Светлана ханым Червонная “әбекәй”нең  изге хатирәсенә

Светлана ханымның беренче һәм иң олы мәхәббәте – Татар, бигрәк тә Кырым татар халкы булды. Кырым татарларның үз тарихи ватаннарына кайту хокукын яклап, ул армый-талмый көрәш алып барды. Кырым татарлары да аны һичшиксез үз иттеләр, якын күрделәр. Татар тарихын һәм мәдәниятен Европада һәм дөнья күләмендә популярлаштыруга, аны фәнни өйрәнүгә ул үзенең күп вакытын, энергиясен сарыф итте. Китаплары белән генә түгел, конференцияләр, төрле җәмәгать чаралары, протестлар, дискуссияләр оештырып, ул яшь галимнәрне азчылык халыкларның хокукларын саклауга чакырды, демократия тарафдарлары булырга өндәде. Аның өчен галим булу – ул югары дәрәҗәдә социаль җаваплылыкка ия булуны аңлата иде.

Светлана ханымның тырышлыгы белән Николай Коперник исем. Университетта (Торунь, Польша) уникаль фәнни үзәк – “Татар Китапчылыгын өйрәнү үзәге” (CENTER FOR KITAB STUDIES) төзелде.

Светлана Червонная Мәскәү дәүләт университетында укып, СССР Сәнгать Академиясендә диссертация яклады, Тбилиси Дәүләт университеты һәм Карачай-Чиркәс Дәүләт университетының шәрәфле әгъзасы, “Татарстанның атказанган сәнгать эшлеклесе” дигән мактаулы исемгә ия булды. Ул киң гыйлемле мәдәният белгече, профессор, нәфис сәнгать тәнкыйтьчеләренең иң абруйлысы иде. Татар мәнфәгатьләрен бөтен дөнья киңлегендә кайнар яклаучыларның алгы сафында баручыларның берсе иде.

Галимәнең тормышы һәм фәнни эшчәнлегенең иң күп өлеше Казан, Татарстан, Кырым, гомумән алганда, Татар дөньясы, шулай ук, Германия, Берлин, Магдебург һәм Кавказ белән бәйле иде.

“Совет Татарстаны сәнгате” (1978), “Россия халыкларының заманча ислам сәнгате” (2008) һ.б. китаплары татар сәнгате һәм Россиянең башка мөселман халыклары сәнгатьләрен фәнни өйрәнүдә беренче карлыгачлар булып, күп еллар дәвамында әлеге өлкәдә өлге, үрнәк булырлык уникаль хезмәтләр рәтендә саналып киләләр.

Светлана ханым Берлин һәм Магдебургта да күпсанлы мәкаләләр, китаплар бастырды, конференцияләр оештырды. Мисал итеп Германия Бундестагы, Тышкы эшләр министрлыгы  һәм Азчылыклар эшләре секретариатындагы фәнни чараларны атап узарга мөмкин.

Ул һәрчак милли мәдәниятләр һәм аларның үзара йогынтысы, Россия һәм СССР халыкларының милли хәрәкәте, аларның сәнгатьтә чагылышы белән кызыксынды.

Светлана ханымны белгән барчабыз да, аны сәләтле һәм фидакарь галим, көчле ихтыярлы зат, армас-талмас көрәшче, үзенең фәнни һәм тормыш кыйбласына тугрылыклы калган, зур рухи көчкә ия булган шәхес, зирәк һәм ярдәмчел зат  буларак истә калдырачак.

Пандемия чоры күрешүләрне чикләде, Варшавадагы быелгы Төркият фәннәре һәм DAVO Конгресслары, Майнцта Төркиятче галимнәр көннәре 2021 һәм 2023 елларга күчерелде, кызганыч, уртак китаплар, проектлар тәмамланмый калды, шулай ук безнең Марсель һәм Ретимнодагы Җәйге мәктәпләребез галимәнең мөһим өлешеннән мәхрүм калды.

Кырым, Татарстан, Польша, Австрия, Германиядәге хезмәттәшләребез белән бергә, без бәхәсчән, шат күңелле, кешелекле галимәбезне,  күпләребезне тугры юлга өндәүче,  сирәк академик юнәлешне популярлаштыручы, „кече халыкларга“ алга таба үсеш юлында ныклы таяныч булып, зур ышаныч биргән, аларга хөрмәт күрсәткән; золымга, диктатурага һәм Исламга карата дошманлыкка каршы нык торучы олы затыбызны югалтуыбызны авыр кичерәбез.

Гаиләсе һәм якыннарының кайгысын ихлас уртаклашабыз.

ИКАТАТ
дустлapы hәм әгъзалары:

Др. Мисте Хотопп-Рике

Др. Штефан Тeйлиг

Др. Эва Дрюновска
Проф. Др
. Искәндәр Гилязов

Моника Горка

Проф. Др.  Адас Якубаускас

Dr. Марат Гибатдинов

Илдар Харисов

Доминик Якуб Напиводзки
Проф.
Др. Дилара Усманова

Проф. Др. Исмаил Керимов

Җәмилә Умерова

Др. Хөсәен Чичек
Др
. Темур Куршутов
Аммар Аваний

Торстен Совада

Казан, Магдебург, Бернау, Берлин, Брегенц, Вильнюс, Акъмесджит/Симферополь

14 ноябрь, 2020

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POŻEGNANIE

Swietłana Michaiłowna Czerwonnaja (1936-2020)

Z głębokim żalem żegnamy naszą przyjaciółkę i akademicką koleżankę Swietłanę Czerwonną, zmarłą 9 listopada 2020 roku i pochowaną wczoraj w Toruniu.


Była ona matką chrzestną naszego instytutu i do końca działała w nim jako aktywny członek Rady Programowej ICATAT. Wciąż mieliśmy wiele wspólnych planów, ale boleśnie przekonaliśmy się o tym, że czas każdego z nas jest policzony.

                Ku pamięci naszej Swietłany-Chanum „Babuszki“ Czerwonnej.

Pierwszą i najważniejszą miłością Swietłany-Chanum byli Tatarzy, zwłaszcza Tatarzy Krymscy. Walka o prawa Tatarów Krymskich do powrotu na Krym – ich historycznej ojczyzny była jej „idée fixe“ i przez jej zaangażowanie w tę sprawę Tatarzy Krymscy uważali ją za jedną z nich.

 Zawsze poświęcała wiele energii i uwagi badaniom i popularyzacji historii i kultury Tatarów w Europie i na świecie, nie tylko poprzez swoje publikacje, ale również poprzez aktywne działania: udział w protestach, konferencjach i dyskusjach, które zachęcały młodych naukowców do konsekwentnego opowiadania się za prawami mniejszości i demokracją. Nauka nie była dla niej wieżą z kości słoniowej, ale społeczną odpowiedzialnością. Dzięki jej staraniom na Uniwersytecie Mikołaja Kopernika w Toruniu powstała wyjątkowa instytucja – Centrum Badań Piśmiennictwa Religijnego Tatarów (Centrum Badań Kitabistycznych). Ukończyła Moskiewski Uniwersytet im. M. W. Łomonosowa oraz studia podyplomowe na Akademii Sztuk Pięknych ZSRR. Uzyskała tytuły doktora honoris causa Państwowego Uniwersytetu im. Iwana Dżawachiszwilego w Tbilisi (Gruzja) oraz Karaczajsko-Czerkieskiego Uniwersytetu Państwowego (Federacja Rosyjska).

Swietłana Michaiłowna Czerwonnaja była krytykiem sztuki, kulturoznawcą, profesorem a przede wszystkim pasjonatką tematyki tatarskiej.  Została wyróżniona tytułem: Zasłużony dla Republiki Tatarstanu.
Znaczna część jej życia i zainteresowań naukowych związana jest z Kazaniem, Tatarstanem, Tatarami ogólnie, ale także z Niemcami: Berlinem i Magdeburgiem, Krymem oraz Kaukazem. Jej książki „Sztuka Tatarów Sowieckich“ (1978) i „Współczesna Sztuka Muzułmańska Narodów Rosji“ (2008) były pierwszymi i przez długi czas pozostawały jedynymi, obszernymi opracowaniami na temat sztuki Tatarów i innych narodów muzułmańskich w Rosji. W Berlinie i Magdeburgu, profesor Czerwonnaja również opublikowała wiele tekstów i książek, organizowała liczne konferencje i spotkania, m. in. w niemieckim Bundestagu, niemieckim Ministerstwie Spraw Zagranicznych i Sekretariacie do Spraw Mniejszości.

Zawsze interesowała się kulturami Federacji Rosyjskiej i Związku Radzieckiego – ich interakcjami, wzajemnymi wpływami oraz ruchami narodowymi oraz wyrażaniem ich ideałów w sztuce.

Swietłana-Chanum pozostanie zapamiętana przez wszystkich, którzy ją znali, jako utalentowana i entuzjastyczna profesorka, jako kobieta o niezłomnej woli, bezkompromisowa wojowniczka i aktywistka, wierna swojemu naukowemu i obywatelskiemu credo, jako osoba niezwykle energiczna.

Okres pandemii uniemożliwił nam tegoroczne spotkanie, Kongres Studiów Tureckich i Kongres DAVO w Warszawie oraz Dzień Turkologów w Moguncji zostały przełożone odpowiednio na 2021 i 2023 r., wspólne projekty książkowe pozostaną niedokończone, a nasza letnia szkoła w Marsylii i Rethimnon będzie musiała teraz trwać bez niej.

Wraz z naszymi kolegami z Krymu, Tatarstanu, Polski, Austrii i Niemiec opłakujemy stratę walecznej, radosnej, i po ludzku ciepłej Mentorki, która była przewodniczką dla wielu z nas oraz wsparciem w promocji naszych rzadkich dyscyplin naukowych, w walce o zaufanie i szacunek dla „małych narodów” oraz w sprzeciwie wobec despotyzmu, dyktaturze a także wrogości wobec islamu.

Składamy szczere kondolencje rodzinie i przyjaciołom.

W imieniu przyjaciół, pracowników i współpracowników Instytutu ICATAT

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada



Kazań, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregencja, Wilno, Aqmescit/Symferopol     

14 Listopada 2020

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Некролог
Світлана Михайлівна Червона (1936-2020)


Сумуємо за нашою подругою та колежанкою Світланою Червоною.

Вона померла 9 листопада 2020 року та була похована вчора у м. Торунь, Польща.

Вона була „хрещеною матір’ю“ Інституту досліджень Кавказу, Татарики та Туркестану в Німеччині (ICATAT e.V.), що стояла біля його колиски та до останніх днів була активною членкiнею  Консультативної Ради нашого Інституту. У нас ще було багато спільних планів, але доводиться з болем визнати, що час кожного з нас обмежений.

             Світлої пам’яті дорогій Світлані- ханум, „бабусі“ Червоної

Першою та головною любов’ю Світлани Михайлівни були татари, перш за все – кримські. Боротьба за право повернення кримських татар на їхню історичну батьківщину була її „Карфагеном“, про який вона ніколи не забувала. Та кримські татари по праву вважають її однією з них. Вона завжди багато уваги приділяла вивченню та популяризації історії та культури татар в Європі та у цілому світі, не тільки своїми книгами, а й громадською активністю, протестами, конференціями та дискусіями, які спонукали молодих вчених послідовно відстоювати права національних меншин і демократію. Для неї наука була не щось ізольоване від сьогодення, а великою соціальною відповідальністю.

Саме завдяки її зусиллям був відкритий унікальний Центр вивчення татарської книги (CENTRE FOR KITAB STUDIES) при Університеті Миколая Коперніка у Торуні (Польща).

Панi Свiтлана закінчила МДУ ім. М.В. Ломоносова, аспірантуру Академії мистецтв СРСР, була обрана почесним доктором Тбіліського державного університету ім. І. Джавахішвілі та Карачаєво-Черкесського державного університету.

Світлана Михайлівна Червона – мистецтвознавець, культуролог, професор, заслужений діяч мистецтв республіки Татарстан, пристрасна захисниця татар у всьому світі. Значна частина її життя і наукових інтересів була пов’язана з Казанню, Татарстаном, Кримом і татарським світом взагалі, а також з німецькими містами Берліном та Магдебургом, Кавказом. Її книжки «Мистецтво радянської Татарії» (1978), «Сучасне ісламське мистецтво народів Росії» (2008) були першими у своєму роді, та ще довго залишалися унікальними, комплексними дослідженнями мистецтва татар і мусульманських народів Росії. У Берліні та Магдебурзі вона також опублікувала безліч статей та книжок, ініціювала конференції та зустрічі, наприклад, в Бундестазі Німеччини, Міністерстві закордонних справ і Секретаріаті у справах меншин. Її завжди цікавили національні культури, процеси їх взаємодії та взаємовпливу, національні рухи народів Росії та Радянського Союзу, вираз їх ідеалів у мистецтві.

Всі, хто знав Світлану-ханум, запам’ятають її, як талановиту та захоплену вчену, жінку непохитної волі, безкомпромісну борчиню, яка була вірна своєму науковому та громадянському  кредо, як неймовірно енергійну, мудру та чуйну людину.

Період пандемії унеможливив наші зустрічі в цьому році: Конгрес тюркологів та Конгрес DAVO в Варшаві, День тюркологів у Майнці були перенесені на 2021 та 2023 роки відповідно, спільні книжкові проекти залишаються незавершеними, а нашi літні школі в Марселі та Ретімно доведеться втілювати  без її участі.

Разом з нашими колежанками та колегами з Криму, Татарстану, Польщі, Австрії та Німеччини ми оплакуємо втрату сміливої, веселої та  людяної вченої, яка була для багатьох з нас провідником у поширенi рідкісних академічних дисциплін, вселяла в «малі народи» впевненість та у інших – повагу до них, рішуче виступаючи проти деспотизму, диктатури та ісламофобії.

Висловлюємо щирі співчуття рідним та близьким.

Членкіні та члени, наукові співробитниці та співробитники “Інституту досліджень Кавказу, Татарики та Туркестану” (ICATAT):

дp. Місте Хотопп-Ріке

дp. Штефан Тeйліг

дp. Ева Древновська

проф. дp. Іскандер Гілязов

Моніка Горка

дp. Марат Гібатдінов

Ільдар Харіссов

проф. дp. Адас Якубаускас

Домінік Якуб Напіводцькі

проф. дp. Ділара Усманова

дp. Темур Куршутов

проф. дp. Ісмаїл Керімов

Джеміле Умерова

дp. Хюсейін Чічек

Аммар Аваній

Торстен Совада

Казань, Магдебург, Бернау, Берлін, Брегенц, Вільнюс, Сімферополь/Акъмесджит

14 листопада 2020р.

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Başsağğı
Svetlana Mikhailovna
Çervonnaya (1936-2020)

Arkadaşımız ve meslektaşımız Svetlana
Çervonnaya’nın yasını tutuyoruz. 9 Kasım 2020’de vefat etti ve dün Toruń’a gömüldü.

Enstitümüzün beşiğinde vaftiz annesiydi ve sonuna kadar ICATAT Danışma Kurulu’nda aktif bir üye oldu. Hâlâ birlikte birçok planımız vardı, ancak her birimiz için zamanın sınırlı olduğunu acı bir şekilde kabul etmeliyiz.

               Svetlana hanım „Babuşka“ Çervonnaya’nın kutsanmış sevecen anısına.

Svetlana Hanım’ın ilk ve en önemli aşkı Tatarlar, özellikle Kırım Tatarlarıydı. Kırım Tatarlarının tarihi vatanlarına dönme hakkı mücadelesi onun „Kartaca“dı ve bu nedenle Kırım Tatarları haklı olarak onu onlardan biri olarak görürler. Tatarların tarihini ve kültürünü Avrupa’da ve dünyada araştırmaya ve popüler hale getirmeye her zaman çok fazla enerji ve dikkat vermiştir, sadece kitaplarıyla değil, aynı zamanda genç akademisyenleri sürekli olarak cesaretlendiren halka açık etkinlikler, protestolar, konferanslar ve tartışmalarla azınlık hakları ve demokrasi için ayağa kalkın. Onun için bilimsel işi bir “fil dişi kulesi” değil, sosyal bir sorumluluktu. Onun çabaları sayesinde, Torun’daki (Polonya) Nicolaus Copernicus Üniversitesi’nde Tatar Edebiyatı Araştırma Merkezi (KİTAB ÇALIŞMALARI MERKEZİ) adlı benzersiz bir kurum kuruldu. Moskova Devlet Üniversitesi M. W. Lomonosov’dan mezun oldu, SSCB Güzel Sanatlar Akademisi’nde yüksek lisans eğitimini tamamladı. Ivan Javakhishvili Tiflis Devlet Üniversitesi (Gürcistan) ve Karaçay-Çerkes Devlet Üniversitesi (Rusya Federasyonu) Doktor Honoris Causa unvanlarını aldı.

Svetlana Mikhailovna Çervonnaya, bir sanat eleştirmeni, kültür bilimci, profesör, Tataristan Cumhuriyeti’nin Onurlu Sanatçısı, tüm dünyada Tatarların tutkulu bir savunucusuydu. Hayatının ve bilimsel ilgi alanlarının önemli bir kısmı, Kazan, Tataristan, genel olarak Tatarlar ve ayrıca Almanya, Berlin ve Magdeburg, Kırım ve Kafkasya ile bağlantılıdır. „Sovyet Tatarlarının Sanatı“ (1978) ve „Rusya Halklarının Çağdaş Müslüman Sanatı“ (2008) kitapları ilkiydi ve Tatarların ve diğer Müslüman ulusların sanatı üzerine uzun bir süre benzersiz, kapsamlı çalışmalar olarak kaldı. Rusya’da, Berlin ve Magdeburg’da birçok metin ve kitap yayınladı. Alman Federal Meclisi, Alman Dışişleri Bakanlığı ve Azınlık Meseleleri Sekreterliği gibi konferanslar ve toplantılar başlattı.
Ulusal kültürler, etkileşim süreçleri ve karşılıklı etki süreçleri, Rusya Federasyonu ve Sovyetler Birliği halklarının ulusal hareketleri ve ideallerinin sanatta ifadesi ile her zaman ilgilendi.

Svetlana hanum, onu yetenekli ve hevesli bir bilim adamı, kararlı iradeli bir kadın olarak, bilimsel ve sivil Credo’suna inanılmaz derecede enerjik ve bilge, duyarlı bir insan olarak ödün vermeyen bir savaşçı olarak tanıyan herkes tarafından hatırlanacak.

Pandemi dönemi bu yıl yeniden bir araya gelmeyi imkansız hale getirdi, Varşova’daki Türkşınaslık Kongresi, Mainz’deki DAVO Kongresi ve Mainz’daki Türkologlar Günü sırasıyla 2021 ve 2023’e ertelendi, ortak kitap projeleri yarım kaldı ve Marsilya’daki yaz okulumuz ve Rethimnon artık onsuz idare etmek zorunda kalacak.

Kırım, Tataristan, Polonya, Avusturya ve Almanya’dan meslektaşlarımızla birlikte, çoğumuza rehberlik eden, nadir akademik disiplinleri popülerleştiren, „küçük uluslara güven ve saygı duyan, kavgacı, neşeli, insancıl bir akademisyenin kaybının yasını tutuyoruz. „ve despotizme, diktatörlüğe ve İslam düşmanlığına kararlılıkla karşı çıktı.

                                               Aileye ve dostlarına başsağlığı diliyoruz.

ICATAT Enstitüsü’nün arkadaşları, çalışanları ve ortakları adına

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Aqmescit/Simferopol // 14 Kasım 2020

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Некролог
Светлана Михайловна Червонная (1936-2020)

Скорбим по нашему другу  и коллеге Светлане Червонной.

Она скончалась 9 ноября 2020 года и была похоронена вчера в Торуни, Польша.

Она была “крестной матерю” Института исследований Кавказа, Татарики и Туркестана в Германии (ICATAT e.V.), стоявшей у его колыбели, и до последних дней являлась активным членом Консультативного Совета нашего Института.  У нас все еще было много совместных планов, но приходится с болью признать, что время каждого из нас ограничено.

             Светлой памяти дорогой Светланы-ханум, “бабушки” Червонной

Первой и главной любовью Светланы Михайловны были татары, прежде всего  – крымские. Борьба за право возвращения крымских татар на их историческую родину была ее „Карфагеном“, о котором она никогда не забывала. И крымские татары по праву считают ее одной из них. Она всегда много внимания уделяла изучению и популяризации истории и культуры татар в Европе и во всем мире, не только своими книгами, но и общественной активностью, протестами, конференциями и дискуссиями, которые побуждали молодых ученых последовательно отстаивать права национальных меньшинств и демократию. Для нее наука была не какой-то изолированной от реальности областью, а большой социальной ответственностью.

Именно благодаря ее усилиям был открыт уникальный Центр изучения татарской книги (CENTRE FOR KITAB STUDIES) при Университете Николая Коперника в Торуни (Польша).

Окончила МГУ им. М.В. Ломоносова, аспирантуру Академии художеств СССР, была избрана почетным доктором Тбилисского госуниверситета им. И.Джавахишвили и Карачаево-Черкесского госуниверситета.

Светлана Михайловна Червонная – искусствовед, культуролог, профессор, заслуженный деятель искусств Республики Татарстан, ярая защитница татар во всем мире.

Значительная часть ее жизни и научных интересов была связана с Казанью, Крымом, а также с Берлином и Магдебургом в Германии, Кавказом и всем татарским миром в целом. Ее книги «Искусство советской Татарии» (1978), «Современное исламское искусство народов России» (2008) являлись первыми в своем роде, и еще долго оставались уникальными, комплексными исследованиями искусства татар и мусульманских народов России. В Берлине и Магдебурге она также опубликовала множество статей и книг, инициировала конференции и встречи, например, в Бундестаге Германии, Министерстве иностранных дел и Секретариате по делам меньшинств. Ее всегда интересовали национальные культуры, процессы их взаимодействия и взаимовлияния, национальные движения народов России и Советского Союза, выражение их идеалов в искусстве.

Все, кто ее знал, запомнят Светлану ханум, как талантливого и увлеченного ученого, женщину непреклонной воли, бескомпромиссного борца, верного своему научному и гражданскому кредо, как невероятно энергичного, мудрого, отзывчивого человека.

Период пандемии сделал невозможным наши встречи в этом году: Конгресс тюркологов и Конгресс DAVO в Варшаве и День тюркологов в Майнце были перенесены на 2021 и 2023 годы, соответственно, совместные проекты по написанию книг остаются незавершенными, а наши летнии школы в Марселе и Ретимно, теперь придется проводить без ее участия.

Вместе с нашими коллегами из Крыма, Татарстана, Польши, Австрии и Германии мы оплакиваем потерю смелого, веселого и человечного ученого, который был для многих из нас проводником, распростронявшим редкие академические дисциплины, вселявшим уверенность в «малые народы», а другим – уважение к ним, решительно выступая против деспотизма, диктатуры и исламофобии.

Выражаем искренние соболезнования родным и близким.

Члены, друзья и научные сотрудники ИКАТАТ:

д-р Мисте Хотопп-Рике

д-р Штефан Тeйлиг

проф. д-р Адас Якубаускас

Моника Горка

д-р Марат Гибатдинов

Ильдар Харисов

проф. д-р Искандер Гилязов

д-р Темур Куршутов
проф. д-р
Исмаил Керимов

д-р Eвa Дpeвновскa

Доминик Якуб Напиводски

проф. д-р Диляра Усманова

Джeмилe Умерова

Aммap Aвaний

д-р Хусeин Чичек

Торстен Совада

Казань, Магдебург, Бернау, Берлин, Брегенц, Вильнюс, Симферополь // 14 ноября 2020 г.

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 نعوة  وفاة

سفيتلانا ميكالوفنا شيرفونايا  (1936-2020)

ببالغ الحزن والآسى وصلنا خبر وفاة الصديقة والزميلة العزيزة سفيتلانا شيرفونايا يوم التاسع من شهر تشرين الأول من عام 2020 حيث وريت الثراء في مدينة تورون.

كانت عرابة معهدنا و ناشطة في مجلسه الاستشاري حتى النهاية. لا يزال لدينا العديد من الخطط التي وضعنا أسسها معها ، ولكن علينا أن نعترف بألم وحرقة أن الوقت محدود لكل واحد منا.

كذكرى خالدة في نفوسنا تحية لسفيتلانا خانوم ‘بابوشكا’

 كان حب سفيتلانا خانوم الأول والأكثر أهمية هو للتتار ، وخاصةً أولئك القاطنين شبه جزيرة القرم. كان الكفاح من أجل حق تتار القرم في العودة إلى وطنهم التاريخي „قرطاجها“ وقضيتها المحورية ، ولذلك فإن تتار القرم يعتبرونها بحق فرداً من عائلتهم. كرست دائمًا الكثير من الطاقة والاهتمام للبحث والترويج لتاريخ وثقافة التتار في أوروبا وحول العالم ، ليس فقط من خلال كتبها، ولكن أيضًا من خلال العديد من الأنشطة العامة والاحتجاجات والمؤتمرات والمناقشات التي شجعت العلماء الشباب على الاستمرار في دفاعهم عن الديمقراطية وحقوق الأقليات. بالنسبة لها ، لم يكن العلم برجًا عاجيًا ، بل مسؤولية اجتماعية.

بفضل جهودها المعطاءة ، تم إنشاء مؤسسة فريدة من نوعها  ألا وهي مركز دراسات كتاب في جامعة نيكولاس كوبرنيكوس في تورون (بولندا) المتخصص بالشؤون التتارية.

 حصلت على الدكتوراه من جامعة لومونوسوف في موسكو ، وأكملت تأهيلها هناك وأكملت دراساتها العليا في أكاديمية الفنون في اتحاد الجمهوريات الاشتراكية السوفياتية.

حصلت على الدكتوراه الفخرية من جامعة إيفان جافاخيشفيلي الحكومية في تبليسي (جورجيا) وجامعة ولاية كاراشاي – تشيركيس. كانت عضوًا في العديد من الجمعيات الأكاديمية مثل الرابطة الألمانية للشرق الأوسط ، حيث كانت مسؤولة عن مجموعة عمل  ICATAT  المسماة „الإسلام في أوراسيا ما بعد الشيوعية“ ، كانت عضوًا في الجمعية الألمانية لدراسات أوروبا الشرقية، وعضوًا في الجمعية الألمانية للفولكلور والمجلس الدولي لدراسات  أوروبا الوسطى والشرقية.

كانت سفيتلانا ميخائيلوفنا تشيرفونايا ناقدةً فنية وعَالمة ثقافية وأستاذةً وخبيرةً فنيةً مشرفةً في جمهورية تتارستان ، وداعية شغوفة للتتار في جميع أنحاء العالم. يرتبط جزء كبير من حياتها واهتماماتها العلمية بكازان ، وتتارستان ، والتتار بشكل عام ، ولكن أيضًا بألمانيا ، وبرلين وماغدبورغ ، وشبه جزيرة القرم والقوقاز. ظلت مؤلفاتها „فن جمهورية التتار السوفيتية“ 1978  و „الفن الإسلامي المعاصر لشعوب روسيا“ (2008) لفترة طويلة أوائل الدراسات الشاملة والفريدة من نوعها لفن التتار والشعوب المسلمة الأخرى في روسيا. في برلين وماغديبورغ نشرت أيضًا نصوصًا وكتبًا ، ونظمت مؤتمرات واجتماعات ، على سبيل المثال في البرلمان الألماني ووزارة الخارجية الألمانية والأمانة العامة لقضايا الأقليات.

كانت مهتمة دائمًا بالثقافات الوطنية ، وعمليات تفاعلها وتأثيرها المتبادل ، كما اهتمت بالحراك الوطني لشعبي الاتحاد الروسي والاتحاد السوفيتي ، فضلاً عن رغبتها الدائمة في التعبير عن مُثُلهم وقيمهم الفنية.  سوف يتذكر كل من عرف سفيتلانا خانوم أنها عالمة موهوبة ومتحمسة ، امرأة ذات إرادة صلبة ،مقاتلة لا هوادة لديها ، وفيّة لعقيدتها العلمية والمدنية ، نشيطة بشكل لا يصدق وذكية وسريعة التجاوب.

جعل زمن الوباء لقاءاتنا ولمّ  شملنا  أمرًا مستحيلًا هذا العام ، تم تأجيل كل من مؤتمر التركولوجيا في وارسو ومؤتمر دافو واليوم التركي في ماينز إلى 2021 و 2023 ، ولا تزال مشاريع الكتب المشتركة غير مكتملة ومدارسنا  الصيفية في كل من  مرسيليا وريثيمنون ستنعقد دون وجود سفيتلانا خانوم.

جنبًا إلى جنب مع زملائنا من شبه جزيرة القرم ، وتتارستان ، وبولندا ، والنمسا ، وألمانيا ، نحزن على فقدان أكاديمي مثير للجدل مثلها وأمراة مبهجة ومحبة للناس. كانت مرشدًا للكثير منا ، وشجعت „باحثي الأوركيد“ و „الشعوب الصغيرة“ بثقة و واحترام لا مثيل لهما وعارضت بحزم الاستبداد والديكتاتورية والعداء للإسلام أينما حلّوا.

نقدم تعازينا الحارة للعائلة والأصدقاء

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

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FÄLLT AUS: „Europa-Woche 2020 / Neue Nachbarn in Europa“

Workshops, Lesungen und Diskussionen im Museum Wolmirstedt und in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt

Die jährliche Europawoche bietet vielen engagierten Vereinen in Sachsen-Anhalt einen Rahmen, um europabezogene Veranstaltungen und Projekte zu präsentieren und mit Interessierten über Europa ins Gespräch zu kommen. Wie viele andere Veranstaltungsformate musste auch die sonst im Mai stattfindende Europa-Woche pandemie-bedingt verschoben werden. „Dies hat uns dazu veranlasst, die Europawoche 2020 in Sachsen-Anhalt für Veranstaltungen über den Mai hinaus zu öffnen.“ so Kulturminister Rainer Robra. In Wolmirstedt werden in diesem Rahmen daher zwei Veranstaltungen stattfinden im November. Ein besonderer Anlaß ist der 155. Geburtstag von Friedrich Schrader, ein in Wolmirstedt geborener Orientalist und Publizist, der 22 Sprachen fließend sprach und stets das Verbindende zwischen Orient und Okzident betonte. Auf den Spuren Friedrich Schraders werden europapolitische Implikationen von Migration und Integration diskutiert, die sich schon lange in Europas Gesellschaften gegenseitig befruchten und bereichern.

Neue Nachbarn. Europa hören und schmecken. heißt es deshalb am 12.11. in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe. Die Student*innen lernen im Vortrag „Die ICATAT-Methode Pascha“ interdisziplinäre multilinguale Tools im Kontext europäischer Jugend-Integrationsarbeit und kultureller Europa-Bildung. Zusammen mit Zeitzeug*innen bearbeiten die Teilnehmenden in zwei Workshops Erfahrungen, Wertewandel und Zukunftsperspektiven europäischer Integration.

Europa-Geschichte(n) zwischen Elbe, Ohre und Mittelmeer“

Im Museum Wolmirstedtfindet Freitag Nachmittag ein Kunst-Workshop statt. Mit Kalligraphie, Tapen und Kleben werden kleine Kunstwerke zum „Mit-nach-Hause-Nehmen“ erstellt. Unter Anleitung von Iman Shaaban und Masoumeh Ahmadi geht es in verschiedenen Schriften und Sprachen um Namen und Wege in Europa. Woher kommen wir, was sagen uns unsere Namen, wie schreibt und kalligrafiert man wo in Europa?

Abends folgt dann ein Literaturabend mit Diskussion mit Lesungen aus dem Roman des syrischen Autoren Ammar Awaniy („Fackel der Angst. Von Homs nach Magdeburg“) und dem „Der Pascha von Magdeburg“ mit Dr. Mieste Hotopp-Riecke.Die „Fackel der Angst“ von Awaniy entstand als Tagebuch seiner Flucht aus Syrien hinzu mehr Menschlichkeit in Europa. In„Der Pascha von Magdeburg“ ist das Publikum eingeladen zwischen Kunst und Wissenschaft funkelnde verborgene Mosaiksteine zwischen Altmark, Magdeburg und dem Orient zu entdecken und Einblicke in weitere neue Heimatbücher zu bekommen.

Termine:

  • Freitag, 13.11.2020, Museum Wolmirstedt 16-18:00 Uhr, Kalligrafie-Workshop
  • Freitag, 13.11.2020, Museum Wolmirstedt 19:00 Uhr, Lesung & Diskussion

Um Anmeldung wird gebeten: 039201/ 21363

Unkostenbeitrag Literaturabend: 3,00 €

Mitwirkende: Ammar Awaniy, Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Masoumeh Ahmadi, Hafez Chabaan und Iman Shaaban, Musiker der Band SÊKOŞ

Alle Informationen zu den Europa-Wochen in Sachsen-Anhalt finden sich unter: https://goeurope-lsa.de/europawoche-20

Für Nachfragen steht Herr Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT) zur Verfügung: office@icatat.de

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Neue regionale Interkulturprojekte „In the Middle of Nüscht“

Wir flankieren / unterstützen zusammen mit dem Team von Resonanzboden / House of Ressources in der Altmark das Projekt „In the Middle of Nüscht 2020. Literatur gestaltet Heimat“ des Autor*innen- und Künstler*innen-Netzwerkes rund um Siyblle Sperling (Herausgeberin/Autorin) und Jana Henning (Bloggerin/Autorin). Träger des Projektes ist EndeGelände e.V. aus Kuhlhausen, eingebunden sind viele Künstler*innen und Kultur-Aktive Altmärker*innen.

 

 

Das Middle-Nüscht-Netzwerk von Autor*innen, Künstler*innen und Umweltschützer*innen veranstaltet Lesungen und CrossMedia-Workshops für eine nachhaltige Struktur, die Akteur*innen aus Umweltschutz, Kreativwirtschaft, Kunst und Kommune verbindet für eine gesunde faire Zukunft in der Altmark. Mittels flexibler interdisziplinärer Module bündeln wir die Kompetenzen unserer Menschen. Basis für diese Idee und literarischer Fokus liegt dabei auf den beiden Büchern „In the Middle of Nüscht“ (Die östliche [I] bzw. die westliche [II] Altmark endecken). Mit Poetry Slam und Kochworkshops, mit GeoCaching und mehrsprachigen Lesungen, mit Waldpädagogik und Blogging verbinden wir hier Menschen und ihre Geschichte(n) in der Altmark, die eine lange Tradition von Mehrsprachigkeit und Multiethnizität bis in unser Heute aufweist: Als slawischsprachiges und plattdeutsches Siedlungsgebiet bis ins 18. Jahrhundert teils dreisprachig, mit flämischen, hugenottischen und wallonischen Neusiedler*innen damals und Neubürger*innen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus den Weiten Eurasiens und Afrika heute ist Herkunft ein zentrales Moment der Identitätsdiskurse in unserer Heimat. Wir möchten mit diesem Projekt den positiven Spirit unserer unverhofften und beliebten Bestseller „In the Middle of Nüscht“ nutzen und mittels Lesungen in Kombination z.B. mit Medien-Text- und Foto-Werkstätten beitragen zu Empowerment und Vernetzung von Akteur*innen der Zivilgesellschaft, Kreativwirtschaft und Kunst. Mit den Menschen der Altmark für die Altmark, in the Middle of Nüscht.

Gefördert  werden die Literatur-Aktivitäten im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ – einem Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

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„Vakanzen // Chancen“

Auf der Insel Hiddensee fand das X. ICATAT-Sommer-Colloquium statt. 24 Akademiker*innen und Künstler*innen waren aktiv…

Oliver Meyer, ICATAT, Hiddensee-Colloquium 2020

Pandemie-bedingt wurden dem ICATAT kurzfristig alle bereits zugesagten Räumlichkeiten für unser jährliches Hiddensee-Colloquium an der Universität Greifswald entzogen: Bis zum 30.9.2020 finden keinerlei Publikumsveranstaltungen statt. Nach zähem Ringen um Ersatzunterkünfte und Arbeitsräume und dutzenden Telefonaten hatten wir Glück im Unglück. Kismet und Müjde! Fügung und Frohe Botschaft! Wir konnten zwar nicht mit 32 Menschen anreisen wie geplant, aber die Evangelische Gemeinde Hiddensee gab über zwanzig der Unsrigen Asyl. Im Rüstzeitheim am Pastorenweg, dem „Arnold-Gustavs-Haus“, konnten die ICATAT-Arbeitsgruppen tätig werden. Namensgeber Arnold Gustavs gründete 1923 auf Hiddensee mit Bruno Meissner, Friedrich Schachermeyer und Ernst Weidner die „Altorientalische Gesellschaft“ Deutschlands, die »sich die Erforschung der  Sprachen und Kulturen des Alten Orients zur Aufgabe« gesetzt hatte: »Ihre Forschungsarbeit erstreckte sich auf alle Länder des Vorderen Orients, die unter dem Einfluß der mesopotamischen Kultur gestanden haben, also vor allem Babylonien und Assyrien, Kleinasien, Armenien, Elam, Iran, Syrien, Palästina und Arabien.«

Gründung Altorientalische Gesellschaft

Sitzend v.l.n.r.: Fritz Schachermeyr, Anneliese Weidner, Bruno Meissner, Hade Unger, Arnold Gustavs; stehend v.l. n.r.: Eckhard Unger, Helene Gustavs, Ernst Weidner (Foto: Gustavs, Aus: Arnold Gustavs: Hiddensee. Aufzeichnungen eines Inselpastors. Hrsg. von Arne Gustavs, Berlin, 1982, Foto Nr. 4 im Anhang, s. S. 659)

So blieb also unsere akademische Stamm-Unterkunft vakant, doch bot uns das Arnold Gustavs-Haus die Chance, neue Perspektiven zu finden und Bewährtes fortzusetzen. Gesagt getan: Unser diesjähriges, das X. ICATAT-Sommer-Colloquium benannten wir – auch abhebend auf die Corona-Pandemie-Zeit – „Vakanzen // Chancen“.

1 Arnold-Gustavs-Haus ICATAT-Colloquium 2020 Foto © Kirsten Mengewein kiraton

Vakanzen: Zu den dutzenden pandemie-bedingten Absagen all unserer Aktivitäten gehörte unsere Studienreise „Islam at the Baltics“ (verschoben auf Mai 2021) und die ICATAT-Stadtführungen „Auf den Spuren des Paschas von Magdeburg“, alle öffentlichen Vorträge, Lesungen, Soiréen und Workshops in Berlin, Kasan, Leipzig, Vilnius… Auch der DAVO-Kongress 2020 und der Deutsche Turkologentag wurden abgesagt, ebenfalls der XI. Internationale Turkologie-Kongress in Warschau. Umso glücklicher waren wir, dass wenigstens unser Sommer-Colloquium stattfinden konnte.

Chancen: Wir nutzten die pandemie-bedingt kontaktarme Zeit für die Erprobung neuer Formate und innovativer Wege. Trotz und während der strikten Kontakt- und Reisebeschränkungen gingen in diesem Jahr bereits drei neue Projekte an den Start und wir arbeiteten mit an sieben (!) neuen Büchern (eine Auflistung findet sich am Ende dieses Collequium-Reviews). Eine neue Kooperation des ICATAT wurde initiiert  mit der größten Universität Frankreichs, der Aix-Marseille Université (AMU), insbesondere dem dortigen   – IREMAM | Institut de recherches et d’études sur le monde arabe et musulman (Institut für Forschung und Studien zur arabischen und islamischen Welt) und der Maison Méditerranéenne des Sciences de l’Homme. Wir freuen uns!

Neue Projekte: In Trägerschaft des Postillion e.V. aus dem Rhein-Neckar-Kreis arbeiten wir seit Anfang 2020 gemeinsam im Projekt „Land.Jugend.Mobil“ in Kooperation mit der .lkj) Sachen-Anhalt.  Wir initiierten und begleiten das Projekt „In the Middle of Nüscht 2020. Literatur gestaltet Heimat“ des Autor*innen-Netzwerkes „In the Middle of Nüscht“ um Herausgeberin/Autorin Sibylle Sperling und des EndeGelände e.V. Kuhlhausen, gefördert vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB), gefördert im Rahmen des BKM-Förderprogramms »Kultur in ländlichen Räumen«. Rund 40.000 € konnten wir einwerben für unser Projekt „ZWEIHEIMISCH. Mit dem Pascha von Magdeburg unterwegs zwischen Altmark und Aga-Tal“ in Kooperation mit dem Förderverein der Schriftsteller, der .lkj) Sachsen-Anhalt und dem Jugendclub Bittkau, gefördert durch die Türkische Gemeinde Deutschland im Programm „Mein Land / Zeit für Zukunft“. Daneben flankieren wir als Kooperationspartner zwei Mikro-Projekte des „House of Ressources“ („Migranten für Migranten“ & „Tataria.online„) und arbeiten weiter an Projekten mit der Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan.

Während des Sommer-Colloquiums auf Hiddensee wurde gearbeitet & geplant an:

  • Buchmanuskript weiterentwickelt für das nächste Werk „Hiddensee and the Orient“ (Kapitel zu Arnold Gustavs, zu Flora Tataricae, Orient-Caches, Felsenstein, Hanns H.F. Schmidt, Konrad Schmidt, Hugo Thürke, Musa Dschalil, Bernstein- u. Seidenstraßen, Saerkland- oder Sarazenen-Land-Runen (Wikinger-Runen die arabische Welt betreffend), Galinder (noch nicht germanisierter Stamm der Preussen/Prussen, einige Familien wanderten aus ins Kalifat von von Cordoba. Einige bekannte Muslime des alten Andalusiens hatten so galindisch-baltische Ahnen).
  • Kommunikation mit Verlagen und Autor*innen bzgl. nächster Buchvorhaben
  • GeoCache zum Thema „Hiddensee und der Orient“ und „Lyrische Pause“ installiert, großen Dank dafür an ICATAT-Fellow Kirsten Mengewein
  • Das Funkaktiv „Vielfalt“ um Oliver Meyer war dieses Jahr wieder auf den Spuren von Sendern und Funker*innen aus Asien und Nordafrika unterwegs zwischen Ionosphäre, Transmitter und 49-Meter-Band (z.B. Radio Mosaïque FM, Tunesien und die kurdische Welle von Radio Sverige). DANKE Olli!
  • Medien-Werkstatt „Foto / Doku / Blog“ (Kirsten Mengewein und Oliver Meyer führten ein Fotobearbeitung, GeoCaching und PolarSteps-Blogging). Herzlichen Dank! Erste Produkte sind hier im Beitrag zu sehen.
  • Planung des XI. Sommer-Colloquiums des ICATAT auf Hiddensee August 2021 mit Literatur-Abend im Henni-Lehmann-Haus

WIR KOMMEN IMMER GERNE WIEDER! Wir danken der Evangelischen Gemeinde Hiddensee für die gastliche Aufnahme!