soiree-fb.jpgPoetisch-musikalische Soirée im Henni-Lehmann-Haus auf Hiddensee

Im Rahmen des jährlichen Hiddensee-Colloquiums des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (Magdeburg/Berlin) gestalten Künstler, Autoren und Wissenschaftler am Sonntag, d. 5. August ab 18:30 Uhr einen Hauptmann-Abend der besonderen Art: Lesungen und Referate wechseln mit Liedern und Melodien zum Thema Gerhart Hauptmann und der Orient.

Wenn ich könnte, würde ich Ihnen, Meister, den allerschönsten Rosengarten Allah´s zu Füßen legen.“ Diese Zeilen an Gerhart Hauptmann schrieb die ungarisch-ägyptische Prinzessin und spätere Frauenrechtlerin Djavidan Hanim 1943. Frei nach diesem Motto möchte ein kurzweiliger, abwechslungsreicher Abend nicht ohne Tiefgang und Ehrfurcht vor dem großen Dichter thematisch und geographisch Zugänge suchen, die sich aus interdisziplinären Bereichen zwischen Musikethnologie, Literaturwissenschaft und Turkologie speisen. Aus der schlesischen Sagenwelt kommend über orientalische Frauenpower bis zu türkischen Doktorarbeiten über das Hauptmann-Œuvre reicht das Kaleidoskop von Texten und Liedern, die diesen Abend füllen.

Die schlesische Bergwelt mit ihren dutzenden Tatarenmythen wie „Die Ermordung der Tartarischen Kaiserin zu Neumarkt“ oder „Der Tartarenkopf am Schlosse Ratibor“ hat gewiss die Fantasie vieler Generationen von schlesischen Kindern beflügelt, so womöglich auch die des jungen Gerhart Hauptmann. Die Texte und Lieder streifen diese Sagenwelt und schauen auf die islamisch-deutsche Interkulturgeschichte von Schlesien und Ostpreußen, um sich dann den orientalischen Genüssen in der Gastronomie, Kultur und Mode sowie den Exotismen in Werken der literarischen Bohéme zuzuwenden. Mit der Modewelle á la Turca einhergehend konvertierten erste Deutsche zum Islam. Auch Gerhart Hauptmann äußerte Gedanken, zum Islam überzutreten, ließ sich von Koran-Suren inspirieren und pflegte Briefwechsel mit arabischen Intellektuellen. Woher stammt Hauptmanns handgeschriebener Koran, für den sich 70 Jahre lang niemand interessierte? Wer waren Harut und Marut? Diese Fragen und andere Überlegungen, seine spätere Bekanntschaft mit der ungarisch-ägyptischen Prinzessin Djavidan Hanum, seine Begeisterung für den aserbaidschanischen Weltenwandler Essad Bey und alle weiteren Themen des Abends werden aufgelockert / illustriert mit thematisch relevanten Musikeinheiten aus deutscher, tatarischer und türkischer Klassik sowie Gedichten aus dem Umfeld von Hauptmann und vom großen Dichter selbst.

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Den Abend gestalten Dr. Mieste Hotopp-Riecke als Kurator (Turkologe, Leiter des ICATAT) sowie Ildar Kharissov (Musikethnologe, ICATAT),  Marion Magas (Autorin, Kulturwissenschaftlerin, Hiddensee),  Henry Mertens (Licht-Designer/Filmemacher/Bildgestalter; Hochschule Anhalt, Dessau; ICATAT-Fellow) und Carsten Bürger (Bildhauer, Fotograf; Dresden). Eine Pressemitteilung und Info-Flyer finden sich hier als PDF-Datei zum download.

Für Nachfragen steht Herr Dr. Mieste Hotopp-Riecke zur Verfügung: 01573 1758823

Termin: So., 05.08.2018, 18:30 Uhr

Montag, 02. Juli  2018

Lesung, Führungen und Vorträge anlässlich Finissage in der Otto-von-Guericke-Universitätsbibliothek

Im Rahmen der Ausstellungs-Finissage Jenseits des Tatarenturms / Beyond the Tartaros findet am 2. Juli 19:30 eine Lesung statt mit Stefan Weidner und seinem Buch „Jenseits des Westens“. Dem voran gehen Ausstellungsführungen und Vorträge. Der Tatarenturm von Magdeburg steht für die Angst vor den Fremden, vor „Ungläubigen“ aus dem Osten. Doch kurze Interkulturgeschichten und Exponate illustrieren auch die befruchtenden Facetten von Kunst, Wissenschaft und Alltag zwischen dem Orient und Mitteldeutschland.

Ein besonderer Gast der Finissage ist Stefan Weidner. Mit seinem neuen Buch „Jenseits des Westens“ plädiert Stefan Weidner für das Ende der Spaltung der Weltgemeinschaften in Ost und West, Nord und Süd und für ein neues kosmopolitisches Denken. „Wir waren es gewohnt, dass Europa und Nordamerika die Welt dominieren. In Zeiten der Globalisierung melden nun andere Großmächte politische und wirtschaftliche Ansprüche an und stellen die „westliche“ Weltdeutung in Frage. Fortschritt, Säkularisierung, Liberalismus: Warum sollten diese Prinzipien unserer Ideengeschichte für den ganzen Globus gelten?“. Stefan Weidner ist ein Anhänger der Aufklärung. Gerade deshalb plädiert er dafür, Weltentwürfe aus Arabien, Afrika oder China ernst zu nehmen. Der „Westen“ darf nicht glauben, die ganze Welt werde früher oder später seine Vorstellungen übernehmen. „Wir brauchen ein kosmopolitisches Denken, das die Vorstellung kultureller Überlegenheit überwindet.“ so Weidner.

Ganz in diesem Sinne ist auch die kompakte Ausstellung in der Universitätsbibliothek konzipiert: Sie zeigt anhand von Büchern, Garderobe, Fotos und Postkarten wie eng und wie lange schon Muslime und Mitteldeutschland bzw. „der Orient“ und deutschsprachige Gebiete in interkulturellem Austausch stehen. Der „Star“ unter den Exponaten ist ein von tatarischen Kriegsgefangenen geschnitzter Kronleuchter von 1916. Der Magdeburger Otto Stiehl war ein Kommandant dieses Kriegsgefangenenlagers für Muslime.

In Kooperation mit der .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt  e.V. und dem Brandenburg-Preußen Museum entsteht im Schuljahr 2018/19 das Interkulturlesebuch „Der Pascha von Magdeburg“ mit vielen Lese-Mosaiksteinchen – auch zu etlichen Exponaten der Ausstellung in Magdeburg. Bei diesen Arbeiten steht vor allem das gemeinsame Lernen und Arbeiten von Zugezogenen und Alteingesessenen im Fokus – regional, national und international.

Der Historiker und Hispanist Dr. Stephan Theilig und Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe, Referent für Interkulturgeschichte bei der .lkj) und Leiter des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT) stellen in Führungen durch die Ausstellung sowie zwei Vorträgen die sehr unterschiedlichen Facetten deutsch-islamischer Interkulturgeschichte vor, von den Muslimen in der preußischen Armee bis zu Lederkunst tatarischer Migrant*innen im 21. Jahrhundert. Die mit viel Engagement, ehrenamtlicher Arbeit und Liebe zum Detail entstanden ICATAT-Buchprodukte fordern auf zu Einmischung und Teilhabe und werden im Rahmen der Finissage feierlich der Universitätsbibliothek übergeben.

Für Nachfragen steht Herr Dr. Mieste Hotopp-Riecke zur Verfügung: 01573 1758875

Stefan Weidner zu seinem neuen Buch in der ARD-Sendung „titel, thesen, temperamente“  hier abrufbar.

Termin:
Mo., 02.07.2018,
17:00 – 18:00 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Beyond the Tartaros“ mit Dr. Stephan Theilig.
18:00 – 19:00 Uhr Vorträge mit Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Dr. Stephan Theilig.
„Die preußisch-muslimischen Soldaten und ihre Offiziere aus/in Magdeburg“
„Musa Dshalil – Tatarischer Widerstand im Mitteldeutschland des II. Welkrieges“
19:30 – 21:00 Uhr Lesung und Diskussion mit Stefan Weidner und seinem neuen Buch „Jenseits des Westens“.

Finissage-Ankündigung des Magazins „Interface“ des Offenen Kanals Magdeburg.

Wir danken der Otto-von-Guericke-Universitätsbibliothek, dem Brandenburg-Preußen-Museum und der Universitätsbuchhandlung „Otto von Guericke“ für die Unterstützung. Unsere Pressemitteilung und das Plakat zur Finissage finden sie hier zum download.

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Elbe Kurier

Studienreise „Rumänien – Eine Wiege des Islam in Europa“
Von den Deutschen in Transsylvanien zu den Tataren der Dobrudscha.

Islam? In Rumänien? Was für die meisten Menschen relativ exotisch klingt, werden wir als bildungshungrige Reisende vor Ort kennenlernen. Die ICATAT-Bildungsreise führt uns in die Republik Rumänien mit einem besonderen Fokus: Wir bereisen das Land auf den Spuren der Vielfalt, der nationalen und religiösen Minderheiten. Die Ungarn, die Roma, Juden und Deutschen in Siebenbürgen als auch die Lipowaner, Tataren, Gagausen und Türken in der Dobrudscha führen uns durch ihre Kultur und Geschichte.
Die wunderschönen Städte Cluj/Klausenburg, Sibiu/Hermannstadt und Braşov/Kronstadt mit ihrem architektonischen Kulturerbe bereisen wir ebenso wie die Hochburgen des Islam in der Dobrudscha: In Medgidia und Constanta/Köstence besuchen wir mit Politikern und Schriftstellern der Dobrudscha-Tataren und Türken Moscheen, Koran-Schulen und Kulturhäuser.
Reiseabschluss bilden ein Bad im Schwarzen Meer und ein deutsch-rumänisch-tatarisches Kulturfestival in der Hauptstadt der Dobrudscha, Constanta/Köstence. Die internationale Theatergruppe „Esperantos.eu“ fährt auf einem selbstgebauten Theater-Katamaran von Berlin über Havel, Elbe und Donau ans Schwarze Meer. Wir feiern mit ihnen den Abschluß unserer und ihrer Reise zusammen mit Vertretern der Gemeinden der Dobrudscha-Deutschen, der Tataren und Gagausen.
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Reiseleiter ist der Turkologe/Islamwissenschaftler Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Direktor des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien Berlin-Magdeburg.
UNKOSTENBEITRAG / ICATAT-Spende für Flug/Unterkunft/Halbpension/Binnentransfer + Reiseleitung + Reise-Reader: 1250,00 €, Mindest-Gruppenstärke: minimum 10 Pers. TERMIN 11.-17. August 2018 (Abflüge ab Berlin/München). Anmeldung unter: office@icatat.de Fachreferenten, Führer und Experten unterwegs vor Ort sind: Dr. Adina Fodor & Prof. Dr. Tahsin Cemil Inst. f. Turkologie Universität Klausenburg, Dr. Frank Ziegler, Kustos der Sammlung des Brukenthal-Museums Hermannstadt; Prof. Dr. Vasile Olteanu, (rumänisch-orthodoxer Geistlicher); Dr. Taner Murat, Publizist/Lyriker, Vorstand der multikulturellen Assoziation „Anticus“, Constanta; Beatrice Ungar, Chefredakteurin Hermannstädter Zeitung; Dr. Aledin Amet, Staatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen des rumänischen Parlamentes / Abgeordneter der „Demokratischen Assoziation der muslimischen Türk-Tataren Rumäniens“ im rumänischen Parlament (angfr.). Alle Informationen hier.

 

Historians and Turkologists were on a joint tour through places with a scientifically relevant history in the context of German-Tatar cultural contacts. The joint journey took place within the scope of two projects, which are carried out as a cooperation of ICATAT with the Institute of History of the Academy of Sciences of the Republic of Tatarstan. On the one hand it is the project of the exhibition „Turks, Moors and Tartars. Islam in Brandenburg-Prussia / 600 years of German-Tartar cultural contacts“. On the other hand, it is the project „Tombs of the Fallen from Tatarstan in Europe“. The Tatars-Tombs project is still going to run for the next 3 years. The exhibition will be opened on 24th May 2017 in the Museum of Islamic Cultures in the main mosque of the Republic Tatarstan. The Qul Sharif mosque with museum is located on the Kremlin site of the Tatarstanian capital Kazan and is a UNESCO World Heritage ensemble.

Here in our MediaReview are to find some press releases concerning both of our cooperation projects. Diverse Media like mdr television, mdr broadcoast, Altmark-Zeitung, Volksstimme, Focus, BILD, Märkische Allgemeine a.o. launched features and articles regarding the tour and the oncoming exhibition in Tatarstan in cooperation with our colleagues from Marjani-Institute for History. The exhibition catalogue is to be find here for download.

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Dr. Liliya Gabdrafikova (above from left), Radik Salikhov, Dr. Stephan Theilig, Dr. Marat Gibatdinov und Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Eine Video-Reportage von Radio Free Europe (Prag) über unsere Ausstellung in Tatarstan (eine Version mit deutschen Untertiteln folgt in Kürze).

Dieses traditionelle Neujahrsfest der Völker des Nahen Ostens ist seit einem Vierteljahrhundert nun auch in Sachsen-Anhalt fester Bestandteil des Kulturkalenders: Kurd*innen, Iraner*innen, Afghan*innen, Usbek*innen, Aserbaidschaner*innen trugen dieses Kulturgut mit in ihre neue Heimat, doch meist von der Mehrheitsgesellschaft unbemerkt. Wir möchten 2017 alteingesessene und zugezogene Menschen in Sachsen-Anhalt zusammenbringen und das NEWROZ 2017 zu einem selbstgestalteten Fest der Kultur und Bildung für ALLE machen. Wir haben das Festival geöffnet in mehreren Dimensionen: Thematisch geht es weit über Newroz hinaus, zeitlich dehnen sich die Teilhabe-Festival-Module auf eine Festwoche aus und wir öffnen uns in die Stadt hinein durch unterschiedliche Spielorte.

Hier finden sich die einzelnen Module des Teilhabe-Festivals beginnend am 22.3. bis zum Höhepunkt und Abschluß am Abend des 25.3.

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Das Projekt wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Aktionen für eine Offene Gesellschaft.

„Der Pascha von Magdeburg“ Interkultur-Stadtspaziergang

Wir begeben uns auf Spurensuche nach deutsch-islamischer Vergangenheit, hören Geschichte(n) von Mehmed Ali Pascha aus Magdeburg, von Muslim*innen in Mitteldeutschland und Magdeburg vor drei- und vierhundert Jahren, in den beiden Weltkriegen und heute, sehen im Magdeburger Dom die Sandsteintürken und Kampfelefanten.

Wann? 22.3.2017, 15:30 – 17:30 Uhr
Wo? Treffpunkt: Tatarenturm hinterm Dom (Ecke Remtergang/Fürstenwall)

Bitte anmelden bei Dr. Mieste Hotopp-Riecke (newroz@jugend-lsa.de) oder unter 015731758823. Die Führung wird bei Bedarf zweisprachig angeboten. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

GeoCaching-Safari

Mit dem Team der Zeitreise-Manufaktur Magdeburg erkunden wir den Stadtraum mittels GPS und Tablets auf interkulturellen Spuren von Architekturen, Gerüchen, Denkmalen, exotischen Speisen und bunten Erinnerungsorten zwischen Magdeburg und dem globalen Süden.

Wo? Treffpunkt Eingang Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Wann? 23.3.2017, 15:00-18:00 Uhr

Anmeldungen bitte an newroz@jugend-lsa.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ausstellung Back to Rojava.Fotoausstellung.

Im Rahmen des Newroz-Teilhabe-Festivals zeigen wir Fotografien aus Südwest-Kurdistan / Nordost-Syrien, auf kurdisch genannt Rojava. Bilder der Aufklärung und der Solidarität. Die Foto-Ausstellung zeigt die Zerstörung, aber auch den Aufbruch in Rojava. Heute erproben die syrischen Kurd_innen das Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und damit auch die Möglichkeit von Konfliktlösungen jenseits der alten, von Überwachen und Strafen geprägten Kultur der Gewalt. Ihre politischen Institutionen legen großen Wert auf die Beteiligung der Frauen nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in den politischen Entscheidungsgremien und Bildungseinrichtungen. Ein neues Gesundheitswesen wird aufgebaut, eine eigene Polizei entsteht. In den Schulen lernen die Kinder Arabisch und Kurdisch: ein absoluter Tabubruch mit den Jahrzehnten unter dem Assad-Regime.

Ein Projekt von attenzione photographers / Civaka Azad. Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. / medico international / Rosa Luxemburg Stiftung. Koordinierungskreis Syrien/Nordirak/Rojava online 

siehe auch: https://www.medico.de/back-to-rojava-16301/

Wo? Foyer & Scheune im Kulturzentrum Moritzhof, Moritzplatz 1, 39104 Magdeburg
Wann? 25.3.2017, 18.00 Uhr

Filme + Diskussion

„Haymatloz. Exil in der Türkei“

Direkt nach der Machtergreifung durch die Nazis verloren rund ein Drittel der Professor*innen ihre Stellungen an deutschen Universitäten. Es flüchteten zahlreiche Intellektuelle, Jüdinnen und Juden sowie Antifaschist*innen in das unbekannte Exilland Türkei. Die Filmemacherin Eren Önsöz begleitet einige Nachkommen dieser Professoren an Schauplätze in der Schweiz, Deutschland und in der Türkei. An der Modernisierung der Türkei waren die renommierten Deutschen wesentlich beteiligt. Doch was ist von dem Kultur- und Wissenstransfer unter Premier Erdoğan übrig geblieben? Wo doch heute in der Türkei die Atatürkschen Reformen rückgängig gemacht und laizistische Strukturen aufgelöst werden. Gilt das auch für die Bemühungen der Exilant*innen? Inmitten der weltweiten Flüchtlingskrise wirft der Dokumentarfilm hochaktuelle Fragen auf und beleuchtet das Schicksal der akademischen Elite Deutschlands im türkischen Exil: Verfolgt, hofiert und „haymatloz“.

Mit der Regisseurin Eren Önsöz wird der Moderator, Kabarettist und TV-Talker Lars Johansen über ihren Film „Haymatloz“ ein Filmgespräch führen, in das auch Jochen Schrader mit einstimmt. Jochen Schrader ist der Urenkel von Friedrich Schrader aus Wolmirstedt, der bereits eine Generation früher – vor dem Ersten Weltkrieg – in das Osmanische Reich emigrierte und dort zu den führenden Intellektuellen aufstieg, zwei Dutzend Sprachen beherrschte und sich als Publizist für Völkerverständigung und Frauenrechte einsetzte. Thema ist also Migration einmal anders herum: Deutsche in der Türkei im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Welt-Kriege und Deportationen.

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Kino unterm Dach
Wann? 25.3.2017, 14:00 Uhr

Die Veranstaltung findet auf türkisch und deutsch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da die Platzzahl begrenzt ist –> newroz@jugend-lsa.de

„Wasserläufer“

Der 12-jährige Djudi ist mit seiner Familie vor dem Krieg aus Syrien nach Istanbul geflüchtet. Da sie dort keinerlei Unterstützung erhält, bestreitet die Familie ihren Lebensunterhalt mit dem Straßenverkauf von Wasser und Brezeln. Durch Momentaufnahmen aus ihrem Alltag enthüllt die Dokumentation ein bewegendes Familienschicksal und zeigt, welche Träume, Wünsche und Hoffnungen durch eine Flucht auf der Strecke bleiben.

Das Filmgespräch führen Beston Zirian Ismael  (Leipzig, Regisseur) und Lars Johansen (Magdeburg, Kolumnist/Moderator/Kabarettist).

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Kino unterm Dach
Wann? 25.3.2017, 16:45 Uhr

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnisse. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da die Platzzahl begrenzt ist.

Poetry Slam „Meine Spuren, meine Welt“

mit Bestseller-Autor Jaromir Konecny.

Der böhmisch-bayerische Schriftsteller Jaromir Konečny, mehrfacher deutscher Poetry-Slam-Meister und erfolgreicher Bestseller-Autor (Doktorspiele, DönerRöschen) begibt sich mit alteingesessenen und zugewanderten jungen Menschen und jungen Kolleg*innen von „Halternativ“ e.V. auf Spurensuche nach dem Ich und dem Woher und Wohin, nach dem Hierbleiben oder Weggehen, nach Sehnsucht und Aufruhr.

Kleine Poetry-Stücke werden am Abend auf der Bühne geslämmt…

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Galerie
Wann? 25.3.2017, 14:00-18:00 Uhr

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da es einebegrenzte Teilnehmer*innenzahl gibt.

Lesung Newroz erlesen.

Wir hören Geschichten vom Schmied Kawa, von Drachen, von tyrannischen Herrschern und Widerstand, vom Kind-Sein im Nahen und Mittleren Osten, von bunten Newrozfeiern, gutem Essen, Sehnsucht nach Freiheit und Frieden. Kinderbücher auf kurdisch und deutsch werden gemeinsam vorgelsesen und besprochen.

Wo? Kulturzentrum Morizhof,
Wann? 25.3.2017, 16.00-18.00 Uhr

Die Veranstaltung findet auf kurdisch (kurmancî) und deutsch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Workshops

Informationen zu einem Videoworkshop, einem Tanzworskshop, einem Trommelworkshop sowie einem interkulturellen Kochkurs der arabisch-kurdischen Küche folgen demnächst.

Bühne & Konzert

Im ersten Teil des Bühnenprogramms werden Gedichte vorgetragen, die Theatergruppe „Mein Weg“ zeigt eine Uraufführung auf arabisch, deutsch und kurdisch, der syrische Autor Ammar Awaniy liest aus seinem Manuskript „Die Fackel der Angst. Von Homs nach Magdeburg“ und eine Tanzgruppe zeigt kasachische Tänze. Ergebnisse des Poetrs-Slam-Workshops mit Jaromir Konecny werden diesen ersten Teil beschließen.

Im zweiten Teil des Abends gibt es nacheinander Konzerte verschiedener Künstler*innen und Bands: die Koma Siwa, die Gruppe Rêga, die Martin-Rühmann-Band und Ferhat Tunç & Band. Ferhat Tunç ist einer der bekanntesten kurdischen Sänger und Musiker der Türkei. Er stammt aus Dersim und ist seit Jahrzehnten in der Menschenrechtsbewegung und als Publizist aktiv.

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Scheune.
Wann? 25.3.2017, 18:30-22.30 Uhr

Die Veranstaltung findet auf deutsch, türkisch, kurdisch, arabisch und persisch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Vernissage / Konferenz / Workshops / Soirée

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Im September 2016 beschäftigten sich dutzende Jugendliche aus alteingesessenen und zugewanderten Familien zusammen mit Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen mittels Modulen aus interkultureller, politischer Bildung und Geschichtslernen mit den Themen Fremdheit, Stereotypen, Nord-Süd-Beziehungen und Euro-Islam-Debatten.

Seminarwoche  6.-11.9.2016 in Magdeburg

Seit den Fluchtbewegungen der letzten Monate, verursacht durch Kriege im Nahen und Mittleren Osten, ist das Phänomen Islam und Muslime in Deutschland ein omnipräsentes Thema, das teils zu hysterischen medialen und gesellschaftlichen Debatten führt. Eine Veranstaltung in Magdeburg, bestehend aus einer Fotoausstellung, einer Soirée, diversen Workshops und einer Konferenz, wollte mittels verschiedener Formate politisch-kultureller Bildungsangebote zur Versachlichung dieser Debatten beitragen. In den Blick genommen wurden Themen wie Fremdheit, Flucht, Integration, Akzeptanz, Heimat und Nähe.

Durch die Einbeziehung zahlreicher Migrant*innenselbstorganisationen und geflüchteter Menschen, die erst in jüngster Zeit bei uns Zuflucht fanden, verwirklichen wir erneut unseren Ansatz von partizipativer, integrativer Projektumsetzung kultureller und historischer Bildung. Gemischte Gruppen bestehend aus Alteingesessenen, internationalen Student*innen, jungen Geflüchteten und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie paritätisch besetzte mehrsprachige Betreuer-Teams garantieren ein hohes Niveau von Erkenntnisgewinn und Austausch.

Flyer und das Exposée zur Veranstaltung gibt es hier zum download. Eine Rückschau auf die Soirée, erstellt vom VideoWorkshopTeam des Offenen Kanals Magdeburg gibt es hier. In der krimtatarischen Zeitschrift Avdet erschien ebenfalls ein Bericht (als pdf zum download hier).

Informationen zu den einzelnen Modulen:

Vernissage „Projekt Würde“

8.9.2016, Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Magdeburg, Brandenburger Str. 9,   19:00-20:30 Uhr (http://projekt-wuerde.de/)

Künstler*innen: Thomas Peschel-Findeisen, Peter Schaller und Maria-Luise Berger (Fotograf*innen), Ender Yemeniçioğlu, (Bağlama), Dzhuliya Gerassimova (Fotografie & IT-Design)

  • Fotografie-Ausstellung von/mit geflüchteten Menschen aus zwei dutzend Ländern erweitert durch kommentierte historische Fotos des Magdeburger Architekten / Fotografen / Militärs Otto Stiehl und aktuellen Arbeiten von tatarischen und aserbaidschanischen Magdeburger*innen.

Soirée im Kaiser-Otto-Saal

Kulturhistorisches Museum, 9.9., 19:00 – 21:00 Uhr.           Mitwirkende:  Vortragende der Konferenz mit Kurzreferaten sowie Präsentations-Teams mit ersten Ergebnissen der Workshops und Einblicken in diverse  Interkulturprojekte. Sowie die Künstler*innen:

  • Martin Rühmann & Freunde, „Genau so!“ und Lieder aus dem Begleitprogramm von „Heimat im Krieg 1914/18“
  • Fremd in der neuen Heimat? Interkulturprojekte stellen sich vor I: „Tanz die Heimat / Arche 2.0“ (DJ Moe, Stendal/Damaskus, Projekt „Dehnungsfuge“) & Projekt „Resonanzboden“ der lkj LSA e.V.
  • Dschemil Kharikov, verdienter Künstler der Ukraine + Band
  • „Meine Geschichte / our Stories“, ein CrossMedia-Projekt der Hochschule Magdeburg-Stendal, Lesung
  • Temur Vakhabov, Violinist (Usbekistan/Krim/Berlin; Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz)
  • Interkulturprojekte stellen sich vor (II): „Eigene Spuren suchen. Neue Welten gestalten“ (lkj Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Ildar Kharisov, Komponist/Turkologe/Pianist, Berlin; Präsident der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V.
  • Dj Moe Z., Soundengineer/DJ, Stendal/Damaskus
  • Interkulturprojekte stellen sich vor (III): „Kiezrebellion. Denn die Stadt gehört uns allen!“, lkj) Sachsen-Anhalt e.V. (Workshops aus Kalligraphie, GeoCaching und Fotografie)
  • The Sharks (Rock´n Roll im 21. Jh.aus Magdeburg), Dennis Butewitz, Viktor Subbota, Jewgenij Reichel

Unsere Projektpartner vom Offenen Kanal Magdeburg und der Projektgruppe „Our Stories“ erstellten in einem VideoWorkshop mit jungen Teilnehmer*innen von „Fremde.Nähe.Heimat“ eine Dokumentation der Soirée hier.

Djemil Karikov

Die Workshops 6.9.-11.9.2016:

Parallel zur Konferenz sowie davor und danach finden mit den Konferenzteilnehmer*innen zusammen sowie erfahrenen Teamer*innen im Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Brandenburger Straße, in den Räumen der Otto-von-Guericke-Universität, der Hochschule Magdeburg-Stendal und der „Kritzelstube Magdeburg“ folgende Workshops statt.

Fotografie

Der Magdeburger Architekt und Militär Otto Stiehl und die Fremden. Otto Stiehl benutzte seine Fotografien von Fremden (Muslimen, Hindus, Sikhs u.a.) für das Schaffen von Feindbildern im Ersten Weltkrieg. Wir beschäftigen uns mit Feindbildern von gestern und heute  / Ergebnisse ergänzen die Foto-Ausstellung „Projekt Würde“.                       Verantwortlich: ARGAMAK, Verein der tatarischen Jugend Deutschlands & Die Wählerischen (HS MD-SDL)

Druckwerkstatt

Die ersten Druckereien der Muslime im östlichen Europa schossen vor allem im 18./19. Jh, im Wolga-Ural-Bereich wie Pilze aus dem Boden. Eine besondere Rolle spielte hier die islamische Reformbewegung des Dschadidismus. In Deutschland erschienen zwischen 1914 und 1918 erstmals Zeitungen auf Urdu, Persisch, Arabisch, Tatarisch und Hindi. Wir entwerfen, zeichnen und drucken unsere Eindrücke rund um das Thema Islam in Mitteldeutschland bzw. Fremde, Nähe und Heimat selbst.             Verantwortlich:  Monotypie Kiraton

Kalligraphie-Werkstatt „Wie schön sind unsere Namen“

Wir beschäftigen uns mit der Schönheit der Schriften, experimentieren mit verschiedenen Farben, Stiften und Pinseln, lassen der Phantasie rund um unsere Namen freien Lauf. Wie schön kann es sein, den eigenen Namen oder ein bestimmtes Thema mal anders als gewohnt in Szene zu setzen.          Verantwortlich:    Kritzelstube Magdeburg-Buckau, I 6.9., 16-19:30 Uhr; Anmeldungen unter office@icatat.de

GeoCaching

Der Pascha von Magdeburg / Eine GeoCaching-StadtSafari führt die Teilnehmer*innen zu historischen und aktuellen Orten deutsch-islamischer Interkulturbegegnungen in Magdeburg. Vom Tatarenturm am Magdeburger Dom und Geschichten von Magdeburgern im Orient und muslimischen Soldaten in Magdeburg bis zum „Goldenen Zelt zu Magdeburg“                  Verantwortlich war hier die Zeitreisemanufaktur Magdeburg in Kooperation mit ICATAT und „Kiezrebellion„.

Barbaren / Alliierte / Migranten

Virtuelle Exkursion nach Wünsdorf auf den Spuren des Magdeburger Architekten und Militärs Otto Stiehl. Er war Kommandant des Lagers für muslimische Kriegsgefangene, wo die erste Moschee Deutschlands entstand, spätere Generationen von deutschen Muslimen beziehen sich nach wie vor auf diese Ereignisse während und nach dem I. Weltkrieg.               Verantwortlich: Tatarlar Deutschland e.V. und das Brandenburg-Preußen-Museum, Wustrau.

Tanz die Heimat

HipHop, Volkskunst, Rap;  Mit Geflüchteten Menschen, mit Einwanderer*innen und Neumagdebürger*innen aus anderen Teilen Deutschlands kommen zu uns auch neue Melodien, neue Musikstile, Instrumente und Tontechniken. Wir schauen uns um, hören in unseren Alltag hinein und entdecken vermeintlich Fremdes in der eigenen Musikkultur und kreieren zusammen kleine Musik-Samples.              Verantwortlich:  Freunde Palästinas / Team Dehnungsfuge Stendal, DJ Moe / IKUS (angefr.); Vom 8.-11.9.2016. Anmeldungen unter: office@icatat.de

„Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Akteure, Strategien und Gefahren.“

Die Ausgrenzung von Menschen durch die Mehrheitsgesellschaft ist in Deutschland alltäglich. Dies hat weitreichende Folgen sowohl für Betroffene, als auch für das Klima in der Gesellschaft. In einem Workshop wollen wir mit euch über Akteure, Strategien und Gefahren von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sprechen, aktuelle Entwicklungen betrachten und den Ursachen menschenverachtender Ideologien auf den Grund gehen. Außerdem wird es um Handlungsstrategien gegen Rechts und die Utopie einer Gesellschaft ohne Diskriminierung und Ausgrenzung gehen.“.                  Verantwortlich: Netzwerk Demokratie & Courage; 9.-10.9.2016, 13:00-19.30, Anmeldungen unter office@icatat.de

Hallo Islam!?  Film & Videowerkstatt & HörMemorie

„Meine Geschichte / our Stories“, und „Hallo Islam!?“ sind Projekte von Student*innen aus Magdeburg (CrossMedia-Plattform „Die Wählerischen“ der Hochschule Magdeburg-Stendal und Offener Kanal Magdeburg). Erste Audio-Aufnahmen von Muslimen in Mitteldeutschland wurden in den Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkrieges in Mitteldeutschland aufgenommen und vom Musikethnologen / Turkologen Ildar Kharissov bearbeitet, der den Workshop begleitet. Die verschiedenen Module von „Fremde Nähe Heimat“ werden parallel dokumentiert. Verantwortlich: Die Wählerischen (Hochschule Magdeburg-Stendal) / Offener Kanal MD. Vom 7.-11.9.2016

Ortsnamen als Grenze zwischen Fremde und Nähe (Geschichte und Namenskunde)

Mit uns wandern auch unsere Erinnerungen und unsere Namen. Welche slawischen, deutschen und türkischen Namen begegnen sich hier bei uns und im Osten Europas. Welche Bedeutung haben sie und was haben sie mit unseren Vorfahren zu tun? Diese Wechselblicke reichen weit in die Geschichte zurück, die sowohl bei uns hier in Mitteldeutschland als auch in der alten Heimat von vielen Namenswechselns gekennzeichnet sind.  Verantwortlich: Initiative Qirimli, Stendal/Berlin/Hannover;  Anmeldungen unter: office@icatat.de  Vom 8.-11.9.2016.

Die Konferenz  „Muslime in Mitteldeutschland gestern und heute“

Freitag 9. und Samstag 10. September, Otto-von-Guericke-Universitätsbibliothek Magdeburg, 14-17:30 Uhr.

Die Konferenz befasst sich wissenschaftlich mit den  Themen Muslime in Mitteldeutschland/Mitteleuropa während der Zeit des I. Weltkrieges vor 100 Jahren sowie Kriegen und Flucht in der Gegenwart. Aber auch gegenläufige Phänomene wie die Karrieren von Deutschen im Orient werden diskutiert. Tausende Muslime waren 1914-18 als Kriegsgefangene aber auch als Lehrlinge, Student*innen, Geschäftsleute und Militärs in unseren Breitengraden anwesend – heute werden dagegen vor allem Zuwander*innen und Flüchtlinge als Bedrohung wahrgenommene. Wir fragen, zeigen, diskutieren: Wie war die Situation von Fremden, unter anderem Muslimen im Mitteldeutschland des ausgehenden Kaiserreiches und der früheren Weimarer Republik? Wie stellt sich die Situation heute dar? Welche Spuren hinterließen Osmanen, Türken, Tataren und Baschkiren bei uns, wie begegneten sich Einheimische und Fremde? Welche gegenläufigen Bewegungen gab es aus Preußen, Anhalt und Sachsen Richtung Orient und welche Potenziale lassen sich daraus heute entwickeln bezüglich Tourismus, Fachkräftemangel und kultureller Vielfalt? Expert*innen aus den Bereichen Geschichte, Islamwissenschaft, Turkologie und kultureller Bildung laden dazu ein, in verschiedenen Formaten diese Themen zu bearbeiten und sichtbar zu machen.

Mit Gästen aus Tatarstan, Syrien, Türkei, Litauen, Dagestan, Republik Krim, Polen, u.a.:

  • Ismail Kerimov, Krim-University for Engineering and Pedagogics, Director of the Institute for Crimean Tatar History, Language, Culture and Literature, Aqmescit/Simferopol, Republik Krim
  • Marat Gibatdinov, Head of the Research Centre for History of National Education, Academy of Science, Republic Tatarstan
  • Adas Jakubauskas, Historiker, Lithuania,-member of the World Congress of Crimean Tatars
  • Swetlana Czerwonnaja, Institute for Human Anthropology, Copernicus-University Torun, Polen
  • Ildar Kharissov, M.A., Musikethnologe, Präsident Ges. für Osteuropa-Förderung.
  • Iskander Gilyazov, Institut der tatarischen Enzyklopädie, Föderale Staatsuniversität Kasan, Republik Tatarstan, Russländische Föderation
  • Temur Kurshutov, KIPU Aqmescit/Simferopol, Krim
  • Hüseyin Çiçek, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Centre for Islam & Law in Europe
  • Ramazan Alpaut, Politologe, Journalist, Republik Dagestan, RF
  • Stephan Theilig, Direktor Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau / Vorstand ICATAT
  • Ralf Regener, M.A., Fachreferent, Universitätsbibliothek Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Mieste Hotopp-Riecke, Direktor ICATAT Germany

Informationen / Texte / Fotos der Veranstaltung bitte anfragen unter: office@icatat.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universitäts-Bibliothek und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg, mit der Zeitreise-Manufaktur, dem Projekt „Kiezrebellion“ der lkj Sachsen-Anhalt, Meridian e.V., der Crossmediaplattform „Die Wählerischen“, Hochschule Magdeburg-Stendal, dem Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt, der Gesellschaft für Osteuropa-Förderung e.V., der Kritzelstube Magdeburg, dem Projekt „WÜRDE“ u.v.a.m.

The 7. ICATAT-Summer-Colloquium succesfull conducted @ University Greifswald / Branche Hiddensee Island from June 24. to July 2. Theme of our annual meeting this year was „Mare Balticum: Kreuzwege der Inspiration“ / „Mare Balticum: crossroads of Inspiration“ with discussions, workshops and lectures concerning botanics ( rheum barbaricum / flora tartaricea), intellectualls between Urals, Bosphorus and Baltic Sea; uprising in totalitarian systems; Muslim broadcasting in Northern Countries, literature and stereotypes; EuroIslamDiscourses in Germany and Eastern Europe as well as art and inspiration @ Hiddensee, Crimea and Princess Islands @ Marmara Sea. We would like to thank all of our supporters, partners and paricipants!  See us next year at Hiddensee Island.

Das ICATAT präsentierte viersprachig in der „Langen Nacht der Wissenschaft“ der LandeshauptstadtLogo_LNdW16_CMYK_eckig_mit_blauem_bg Magdeburg Ausschnitte aus Forschung und Lehre im Kontext von Turkologie, Philologie und Geschichtsforschung mit innovativen, regionalen Komponenten. Die diesjährige „Lange Nacht der Wissenschaft“ fand statt am 21. Mai 2016. Eröffnung war im Wissenschaftshafen Magdeburg und als diesjähriges Motto wurde „Magdeburg Weltweit“ gewählt.

Vor einer Podiumsrunde mit den Kolleginnen Dr. Ayşe Yaralı (Magdeburg/Türkei), Kerstin Stork und Prof. Dr. Sanaz Mostaghim (Magdeburg/Iran) wurde auf der Pressekonferenz zum AuftaktCountdown im Leibniz-Institut für Neurobiologie  explizit das ICATAT ob seiner exzellenten internationalen Vernetzung und als Best-Practice-Beispiel stellevertretend für die über 200 Programmpunkte von dutzenden Instituten der Stadt hervorgehoben und gewürdigt.

In der Bibliothek der Otto-von-Guericke-Universität gab es ab 18.00 Uhr am 21. Mai Crashkurse Türkisch und Einblicke in die Geschichte des Islam in Mitteldeutschland. Wie intensiv international vernetzt Magdeburg ist, zeigt eine Weltkarte der internationalen Kooperationen an. Einen virtuellen Gruß dazu schickten unsere Kolleg*innen der Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan. Von 18 bis 23 Uhr folgten über 200 Interessierte unseren halbstündlich wechselnden Angeboten, Danke an ALLE, ein toller Erfolg!

Flyer zu den ICATAT-Veranstaltungen finden sich hier zum download.

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«Tatar documents in Polish Archives».
An mutual event by Institute of History „Shihabetdin Marjany“, Academy of Sciences, Republic Tatarstan; by Academy of Sciences Poland; University Warsaw and Institute for Caucasica-, Tatarica- and Turkestan Studies Germany (ICATAT) Warsaw, 31 march – 1 april 2016
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The international research project „Yazma Miras / Textual Heritage“ conducted by the Institute for History, Academy of Sciences, Republic of Tatarstan, is inviting all interested colleagues and journalists in order to discuss prospects, progress and aims of the „Yazma Miras“-project. That are investigations, categorisation, translation, analysis and publication of unpublished documents concerning Tatars in Archives of Russian Federation, Germany, Japan and from 2016 onwards also Poland, in order to publish such sources as examples and impulsions for following generations of scholars and common research projects in our countries.
31 March 12.00-13.30 Documents exhibition (Archiwum Główne Akt Dawnych, Dluga Street no. 7)
31 March 17.00-19.00 Round table Symposium (Institute of History of the University of Warsaw (Main Campus, Krakowskie Przedmiescie 26/28)
Participants/ Guests:
  • Prof. Dr. Dariusz Kołodziejczyk (Institute of History of the University of Warsaw, Director)
  • Dr. Marat Gibatdinov (Marjani Institute for History, Centre of History and Theory of the National Education) – “«Yazma Miras/ Written Heritage» – A new research and publishing project of Marjani Institute for History: first results and prospects”
  • Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT, Director), Dr. Stephan Theilig (Brandenburg-Prussia Museum Wustrau, Director) – „New records of old heritage – Documents of regional and private archives regarding Muslim Tatars in Polish-German context: chances, potentials, expectations“
  • Dr. Andrzej Gliwa (Institute of History of the University of Warsaw), Hybrid shape of „Maniere de Faire la Guerre des Tartares“ in the Crimean and Budjak Hordes Art of War in early modern period.
  • Dr. Artur Konopacki, (University of Białystok, Faculty of educational science und Psychology, Institute of history of education) “Tatar documents in sets of the archive and the museum in Białystok”
  • Prof. Dr. Andrzej Zakrzewski, (University of Warsaw, Associate Professor, Fakulty of Law and Administraion, head of the department of history of polish state and law
  • Prof. Dr. Adas Jakubauskas, historian, author; Mykolas Romeris University Vilnius; advisory board at the Association of Tatar Communities of Lithuania
  • Rev. Ramil Bilal (Imam-khatib of theMuslim community of Finland, PhD Candidate of Helsinki University)
  • Dr. Andrzej Drozd, historian / turkologist; Assistant Professor at Asia Studies at Adam Mickiewicz University PoznanFor further informations please do not hesitate to contact Dr. Marat Gibatdinov / Марат Гибатдинов under  marmingi@mail.ru          PressInformation for download here

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Die im Spätsommer 2015 initiierte ICATAT-Kampagne „Neue Heimat / الوطن الجديد“ für eine nachhaltige Implementierung von mehr Bildung und Emphathie in einer sich neu entwickelnden Willkommenskultur ist erfolgreich angelaufen. Im Herbst und Winter 2015/16 führten wir Seminare und Workshops durch, veranstalteten Stadtrundgänge und Vortragsabende. Dutzende geflüchtete Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan, Magdeburger Student*innen aus über zehn Ländern, Senior*innen und Schüler*innen kamen zusammen, um sich mit gemeinsamer Interkultur-Geschichte, mit Phänomenen wir Integration, Migration, Empowerment und Transkulturalität zu befassen. Dank der Förderungen durch unterschiedliche Stiftungen und Institutionen konnten diese Veranstaltungen durchgeführt werden und sollen ende 2016 in einer Publikation zusammenfließen. Erste Drittmittel für das Buch „Auf den Spuren des Paschas von Magdeburg. Ein Lesebuch zur Interkulturgeschichte Sachsen-Anhalts“ konnten bereits eingeworben werden. Illustrationen wurden ebenfalls in Workshops erstellt, Verhandlungen mit Verlagen laufen in Zusammenarbeit mit dem Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau und der Landeszentrale für politische Bildung.

Ein herzlicher Dank für Unterstützung und Kooperation geht an die Islamische Gemeinde Magdeburg, an die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen LAGFA und die Freiwilligen-Agentur Magdeurg, an die Volkshochschule Magdeburg, Tatarlar Deutschland e.V., die Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung und viele weitere Partner.