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„Sultanin.Kreativ“ als Soziale Plastik auf documenta fifteen / Kassel 2022

Sachsen-Anhalt/Kassel. Die .lkj) Sachsen-Anhalt präsentiert eine Magdeburger Innovation auf der weltgrößten Kunstausstellung in Kassel. Der .lkj)-Interkultur-Referent Ammar Awaniy stellt in diesem Jahr als Stipendiat des Pilotkurses „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ der Universität Hildesheim auf der documenta fifteen sein Praxisprojekt „Sultanin.Kreativ“ vor, das er im Rahmen des .lkj)-Projektes „Sultanin der Altmark“ konzipierte und entwickelte.

Zusammen mit der Universität Hildesheim und dem Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT) lädt die .lkj) Sachsen-Anhalt ein zum Mitmachen, zum Rätseln und Gestalten. Im Rahmen der diesjährigen documenta fifteen in Kassel heißt es ab dem 18. Juni 2022: „Sultanin. Kreativ“. So heißt das Cross-Media-Projekt, das zugleich ein Ergebnis der Konzeption und Gestaltung des .lkj)-Projektes „Sultanin der Altmark“ und der Methode Pascha des ICATATs ist. Besucher können so offline und online auf GeoCaching-Safaris aktiv werden, Neues entdecken, Verbindungen suchen.

Der CrossMedia-Workshop „Sultanin.Kreativ“, den Awaniy als Praxisprojekt an der Universität Hildesheim konzipiert und platziert hat, wird mehrsprachig ebenso vorgestellt wie das damit verbundene neue Buchprojekt „ZWEIHEIMISCH. Die Erben des Paschas von Magdeburg“.

Dieses Buch erscheint im September im Hirnkost-Verlag Berlin und wurde bereits als Vorgeschmack bei der Langen Nacht der Wissenschaft am letzten Wochenende in Magdeburg an der Hochschule Magdeburg-Stendal vorgestellt. Als „Soziale Plastik“ (Beuys/Böll) lädt das CrossMediaProjekt aus Elementen von Literatur, GeoCaching und kultureller Bildung nun vom 18. bis 23. Juni 2022 auf der documenta in Kassel zum Mittun ein.

„Sultanin.Kreativ“ verbindet als Soziale Skulptur online und offline Menschen via Teilhabe an interkultureller Bildung mit ihrer Regionalgeschichte, um Verknüpfungen zu anderen Kulturen herzustellen, Aha-Effekte auszulösen und für ein Miteinander in Vielfalt zu werben. In diesem Fall trägt eine GeoCaching-Stadtsafari auf den Spuren des „Orients“ in Kassel dazu bei, Brücken zu den unbekannten Mosaiksteinen zu bauen, die die kulturelle Landschaft dieser Stadt prägen.

An einzelnen Stationen werden die Teilnehmer*innen aufgefordert, sich kulturell zu betätigen. An jeder Station gibt es verschiedene Möglichkeiten, gewünschte Zielgruppen einzubeziehen, sie durch künstlerische Intervention zu aktivieren.

Ammar Awaniy von der .lkj) Sachsen-Anhalt belegt seit 2021 den Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ an der Universität Hildesheim (in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel), der im Januar dieses Jahres vom Deutschen Kulturrat als „Projekt der Woche“ ausgezeichnet wurde.

Die diesjährige documenta wird von dem Künstlerkollektiv RUANGRUPA aus Indonesien kuratiert. Ruangrupa, mit Sitz in Jakarta, wurde im Jahr 2000 als gemeinnützige Künstlerorganisation gegründet, deren Aufgabe es ist, künstlerische Ideen in einem breiten Kontext von Ausstellungen, Festivals, Workshops und Forschung zu fördern und zu entwickeln.

Ort: documenta Kassel Termin: 20.06.2022 ab 10:30 Uhr

Teilnahme an „Sultanin//Kreativ“ ist kostenfrei / Eintritt zur documenta unter: www.shop-documenta-fifteen.de

Um Anmeldung wird bis 19.6. gebeten unter: ammar.awaniy@lkj-lsa.de

Zu den relevanten GeoCaching-Safaris gelangt ihr per App-download über:

GeoCaching-Short-Trip „Der Pascha von Magdeburg“ bei AdventureLab (tour made by Kiraton & ICATAT)

GeoCaching-Safari „Der Pascha von Magdeburg“ bei Navigate-Universum // Kreativ Digital (tour made by Ammar Awaniy & .lkj) + ICATAT)

Soziale Plastik „Sultanin:Kreativ“ Matrix Kassel bei Navigate-Universum // Kreativ Digital (coming soon)

Soziale Plastik nach Beuys und Böll

Einige inspirierende Ideen zu Netzwerk-Handeln / Sozialen Skulpturen

Das Titelblatt des Veranstaltungsprogramms der Free International University von Beuys zur documenta 7

„Die Freie Hochschule will die bereits vorhandenen Schul- und Bildungssysteme durch eine Erweiterung der Möglichkeiten für die Entwicklung kreativer Fähigkeiten aller bildungswilligen Menschen – unabhängig von ihrer Vorbildung, ihrem Alter, der Rasse, Religion, Partei oder staatlichen Zugehörigkeit – ergänzen. Gemeint ist nicht vordringlich künstlerische Kreativität, sondern allgemeine, politische Kreativität“ (aus der Satzung der FIU 1974 / Manuskript Böll 1973).

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Die Erben des Paschas von Magdeburg

Lange Nacht der Wissenschaft 2022: Science meets cultural education between Kazan, Magdeburg and Amman (Halbstündlich im Wechsel Film & Gespräch | Buchpremiere mit Autor*innen und Verleger)

Die .lkj) Sachsen-Anhalt (Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung) und das ICATAT präsentieren im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaft am 11. Juni in Magdeburg eine Buchpremiere und einen Film.


Ein Team aus mehr als 25 Autor*innen aus einem Dutzend Länder entwickelte das Buch „ZWEIHEIMISCH. Die Erben des Paschas von Magdeburg“, welches aufzeigen möchte, welche internationalen Dimensionen, Ressourcen und multilinguale Produktionen rund um die schillernde Figur des Ludwig C. F. Detroit alias Mehmed Ali Pascha aus Magdeburg entwickelt wurden und wie interdisziplinäre Forschung in Formate kultureller Bildung übertragen werden kann, inklusiv, mehrsprachig, interdisziplinär gekoppelt mit regionaler Transkulturgeschichte.


Mit der Diskussion und Präsentation „Halbmond über Brandenburg“ führen Dr. Stephan Theilig und Dr. Thomas Kersting durch die Thematik muslimischer Kriegsgefangener am Beispiel des Halbmondlagers Wünsdorf, geleitet vom Magdeburger Otto Stiehl bis zu Jugendprojekten, die sich dieser Geschichte annehmen.


Informationen:

  • Wann? 18:00 – 22:30 Uhr
Projects

Auf zur Kulturhauptstadt Europas!

ICATAT-Bildungsreise.  „Balticum Tataricae – Auf den Spuren von Deutschrittern und Tataren“ 16.-22. Mai 2022

Unsere ICATAT-Bildungsreise führt uns 2022 ins Baltikum, genauer nach Polen und Litauen. Das Baltikum umschließt seit Jahrhunderten eine ethnisch, religiös wie sprachlich unterschiedliche Bevölkerung. Karaimen, Juden, Tataren gehören dazu, ebenso wie Litauer, Letten, Polen, Esten, Russen, Ukrainer, Weißrussen und Deutsche. So unterschiedlich die Nationalitäten, so verschieden sind die Glaubenszugehörigkeiten der Menschen. Dennoch ist seit Jahrhunderten ein weitgehend friedliches Nebeneinander verschiedener Religionsgemeinschaften wie Orthodoxen, Muslimen, Unierten, Protestanten und Katholiken möglich. Religiöse Verfolgungen waren in Litauen bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts nahezu unbekannt. Ein großer Einschnitt stellt jedoch das 20. Jahrhundert als Epoche von Völkermord und Vertreibungen dar, dass sich nun fortsetzt (ein „langes 20. Jahrhundert“?). Themen der Exkursionen und Diskussionen auf der kombinierten Bus-, Bahn- und Flugreise sind die aktuelle soziopolitische Situation und Geschichte der Tataren und Baltendeutschen sowie historische Stätten zwischen dem Szlak Tatarski (Tataren-Pfad) und Kaunas, der Kulturhauptstadt Europas 2022. Wir speisen zusammen mit tatarischen Künstler*innen in den Tatarendörfern der Masuren, diskutieren mit (aus Rußland und der Ukraine geflüchteten) Journalist*innen, Akademiker*innen und Künstler*innen über Tolerenz und Gewalt, über Migration, Europa und Tradition in der Moschee von Kaunas und am Tataren-See von Trakai. Kurz nach einem der höchsten Feiertage im Islam, dem Zuckerfest, zum Ende des Fastenmonats Ramadan, feiern wir das Fastenbrechen mit der tatarischen Gemeinde von Vilnius und ihrem Vorsitzenden Prof. Dr. Adas Jakubauskas. Die Reise führt von Białystok, Bohoniki und Kruszyniany nach Litauen. Dort von Raižiai, Keturiasdešimt Totorių, Trakai und Vilnius in die Kulturhauptstadt Europas, Kaunas. Den Abschluss begehen wir gemeinsam mit tatarischen, deutschen, ukrainischen, litauischen und russischen Vertreter*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

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  • Reiseleiter ist Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Leiter des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien Berlin-Magdeburg. Expert*innenberatung: Dr. Stephan Theilig (ICATAT, Berlin). Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V.
  • Gruppenstärke: Minimum 10 Pers. Maximum: 15  UNKOSTENBEITRAG (als Spende für ICATAT-Verein) für Flug/Bus/Bahn/Unterkunft Halbpension (Einzelzimmer nach EZ-Aufschlagszahlung). + Reiseleitung + Reise-Reader nach dem Prinzip „Eine Reise: Drei Preise“, Normalpreis 1200,00 €; Studentenpreis 950,00 €; Solidarpreis 1350,00 €.  
  • TERMIN  16. 5. – 22. 5. 2022 (ab Berlin/München; vorbehaltlich pandemiebedingter Terminverschiebung). Anmeldung unter: office@icatat.de Reisefachbegleitung und Experten*innen unterwegs vor Ort sind: Prof. Dr. Egdunas Racius (Kaunas), Prof. Dr.Adas Jakubauskas (Vilnius), Wladimir Kostin, M.A. (Moskau) u.a.

Tag 1:

Am 16. Mai begann unsere ICATAT-Baltikumreise auf den Spuren von Tataren, Kreuzrittern und kultureller Vielfalt. Unsere Gruppe erreichte nach einer langen Fahrt – unterbrochen von zweimaligem Lok-Ausfall, einer halsbrecherischen Taxifahrt zur polnischen Grenze – im bekannten Warschau-Express Warschau und schließlich und die Stadt Białystok, welche die erste Station unserer Reise ist. Trotz dieser relativ normalen Hindernisse sind wir jetzt motiviert, interessante Menschen kennenzulernen, faszinierende Dimensionen der kulturellen Vielfalt dieses Landes zu entdecken und in uns selbst nach Anknüpfungspunkten zu suchen. Im Zug begann dies schon mit Zufallsbekanntschaften, wie mit dem Komponisten Sören Sieg und abends in der Hauptstadt Podlasiens, wo Juden, Muslime, Orthodoxe, Katholiken und Protestanten unterschiedlichster Mutterzunge die Kultur seit Jahrhunderten präg(t)en. So viele interessante Gespräche, Orte und Begegnungen erwarten uns!


Tag 2:

In Gedenken an die Opfer der polnischen Teilungen, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, von Ghetto, KZ und Kommunistenherrschaft waren wir heute unterwegs auf Pfaden der Zukunft, der Weltzugewandtheit, der Überwindung der Klimakrise, der Völkerverständigung und der Möglichkeiten des Sieges über Unvernunft, Krieg und Hass. Wir wurden empfangen vom Mufti der islamischen Gemeinden der Republik Polen, Hadschi Hazret Tomasz Miśkiewicz, disktuierten mit Anna Hanifa Mucharska vom Ensemble BUNCZUK und der islamischen Gemeinde über Identität, Zukunft, kulturelle Bildung, Jugendkultur, Wissenschaft und Publizistik. Nach einer Führung durch die Oper Bialystok gab es dann ein Gespräch über Klima und green architecture mit Dr. Adam Turecki (Universität Bialystok) sowie anschließend einen Besuch mit allen Sinnen: Das tatarische Restaurant HALVA präsentiert nicht nur das Beste tatarischer Küche sondern ist auch Kulturtreffpunkt, Bibliothek und Engagementvermittlungsstelle für das tatarische Ensemble BUNCZUK. Danke an den Mufti der Republik Polen, danke an sein Team, danke an Anna Krasnicki, Danke an Dr. Barbara Pawlic-Miskiewicz und das HALVA-Team!! WHAT A DAY!!!!


Tag 3:

On the day of grief and commemoration on the occasion of the 78th anniversary of the deportation of the Crimean people, together with Polish Tatars we were in thoughts with our friends and relatives in the Crimea, the brave people of Ukraine and the common ancestors in the Baltics and in Crimea. #liberatecrimea#freeUkraine

Am Tag der Trauer und des Gedenkens anlässlich des 78. Jahrestages der Deportation des krimtatarischen Volkes (18.05) waren wir zusammen mit polnischen Tataren in Gedanken bei den Freunden und Verwandten auf der Krim, bei den tapferen Menschen der Ukraine und den gemeinsamen Vorfahren im Baltikum und auf der Krim.

Kırım halkının sürgüne edilmesinin 78. yıldönümü vesilesiyle matem ve anma gününde, Polonya Tatarları ile birlikte, Kırım’daki arkadaşlar ve akrabalar arasında, Ukrayna’nın cesur halkı ve Baltık bölgesin ve Kırım’daki ortak atalar arasında düşüncelerdeydik. #Liberatecrima

Tag 3 unserer ICATAT-Bildungsreise: Kruszyniany, Bohoniki, Suprasl. Entrückte Wälder, tatarische Küche und benachbarter Krieg. Ein Artikelauszug des Publizisten Wolf Guenter Thiel als Vorabdruck aus dem in Kürze erscheinenden Reisetagebuch: „Es gibt Reisen, die uns einnehmen und unsere Sicht verändern. Meistens beginnen sie mit etwas Profanem. Mein Mobiltelefon meldete einen neuen Provider an, der die Zeit um eine Stunde in die Zukunft verschob. Der weißrussische Provider gab die Uhrzeit für die Region über die Landesgrenze hinaus neu an und machte uns deutlich, wie nah an Gebieten wir uns bewegten, auf die wir seit Wochen gebannt in den Nachrichten schauen. Im Auto von Bialystok durch eigentümlich ursprüngliche Landschaften und auf Waldwegen – durch die Urwälder Podlasiens nach Kruszyniany, einem historischen tatarisch geprägten Dorf mit einer alten grünen Holz-Moschee und einem tatarischen Friedhof in unmittelbarer Nähe zu Weißrussland. Genau an der Grenze, an der jetzt NATO-Verbände die Ostgrenze der EU absichern.

An der Moschee empfing uns ein freundlicher Mann mittleren Alters, der uns verschmitzt und herzlich willkommen hieß, durch die kleinen Räume führte, Mobiliar, Riten und Geschichte dieser örtlichen tatarischen Kultur erklärte. Anna unsere Reiseführerin übersetze uns die Geschichten und Zusammenhänge. Jenseits der allgegenwärtigen Islam-Phobie lernten wir neben grundlegenden muslimischen Zusammenhängen eine Kultur kennen, die bereits seit dem 17. Jahrhundert zu Polen gehört. Nach treuen Diensten tatarischer Flügel- und Lanzenreiter in der polnischen Armee unter König Jan Sobieski III. und ob leerer Staatskassen wurden die Tataren mit Land und Adelstiteln ausgestattet, unter anderen entstand so auch dieses Dorf Kruszyniany. Ablesbar an einem Friedhof, der durch tatarische Gräber bis heute diese Geschichte bezeugt. Es gibt in ganz Polen lediglich drei islamisch-tatarische Friedhöfe, in Warschau, Bohoniki und eben hier, gelegen hinter der Moschee auf einem sanften Hügel in lichtem Kiefern-Wald.“


Tag 4:

Nach drei Tagen voller Entdeckungen, Freuden aller Sinne und faszinierender Gespräche hat unsere Reisegruppe die Stadt Białystok verlassen. Begleitet von schönen Erinnerungen an unsere Begegnungen und unvergesslichen Erlebnisse saßen wir Reisenden in einem Mini-Bus, der uns zur polnisch-litauischen Grenzen gebrachte, wo uns bereits litauische Fahrer erwarteten, um uns in die Kulturhauptstadt Europas 2022, nach Kaunas am Zusammenfluß von Memel und Neris. Die nach Magdeburger Recht gegründete Stadt, die sich just während unserer Ankunft auf das größte Event dieses Jahres vorbereitet, empfing uns mit sommerlichem Wetter und Lächeln an jeder Ecke der alten Hansestadt, von den Synagogen und Kathedralen im Westteil bis zu den gotischen Türmen des hanseatischen Perkunas-Hauses. Eine erste Station für die Gruppe war die einzige Moschee der Stadt. Am Freitag erwartete die Reisenden erneut Treffen mit interessanten engagierten Menschen. Doch nun erstmal Durchatmen, ein Getränk und die litauische hervorragende Küche genießen (unter anderem im Restaurant „TARTAR“). Morgen geht’s weiter!


Tag 5:

Unser Mitreisender Wolf Guenter Thiel gibt erneut einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende ReiseFotoTageBuch mit Eindrücken vom fünften Studienreisetag: „Kaunas ist eine von drei Kulturhauptstädten Europas und wie uns heute morgen zwei der Organisatorinnen erläutert haben, geht es bei diesem Projekt bei Weitem nicht lediglich um 2022 und auch nicht nur um Kaunas und ein kurzlebiges Feuerwerk an Kunst und Kultur, sondern auch darum die einstige zeitweilige historische Hauptstadt Litauens als eine zeitgenössische kulturelle Hauptstadt der Nachhaltigkeit, Innovation und des Designs zu etablieren. Zwei der Organisatorinnen Monika Inčerytė (Koordinatorin International Relations) und Donata Jutkienė (Kuratorin Designing Happines) erläuterten uns am Morgen in einem wunderschönen Gebäude im Stil des neuen Bauens – dem ehemaligen Zentralpostamt – dass sie mit den über 1200 geplanten kulturellen Veranstaltungen im Jahr 2022 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eine neue Identifikation stiften wollen, für die Jugend, für Vielfalt, für Rückkehrer*innen aus dem Ausland. Durch den Krieg wird ein großer Teil der Veranstaltungen der Ukraine gewidmet. Überhaupt spürt man die große stringente und allgegenwärtige Solidarität in dem ehemalig zur Sowjetunion gehörenden Litauen. Überall blaugelbe Fahnen und das obligatorische „Slava Ukraina“. Das Kulturjahr besteht aus einer Reihe von Festivals zu dem auch das Festival zum Thema „Glück“ das Magenta- Festival zum Thema Landschaft und Gestaltung, ein großes Designfestival und schließlich ein Festival für Kinder und Jugendliche nur die vier größeren sind.

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Kulturhauptstadt Jahres ein Fabelwesen in die Stadtgeschichte hineingeschrieben: Das „beast“ oder Monster von Kaunas, bereits in einigen Fabeln von alters her vorhanden, wurde in einem Teilhabeprozess von der Bevölkerung mit neuen Semantiken gefüllt und soll von jetzt an Teil der Stadtidentität. Man hatte bei beiden Organisatorinnen das Gefühl, dass in den letzten Jahren sehr viele erfolgreiche Dinge erreicht worden sind, die man jetzt der kulturellen Öffentlichkeit Europas vorstellen wollte. Man hat zusätzlich ein Fluxus Festival zum mitmachen geplant das dem in Kaunas vor dem Zweiten Weltkrieg geborenen Begründer der internationale Fluxus-Bewegung George Macunas gewidmet war. Und dann gab es noch die vielen Zeugnisse des Neuen Bauens, die während der Zeit als Kaunas Hauptstadt des Landes Litauen war entstanden waren. Eine solche Anzahl von hervorragenden Beispielen des Neuen Bauens gab es erst wieder in den 30er und 40er Jahren in Tel Aviv und in den 20er und 30er Jahren in Bukarest. Das Ensemble in einer solchen Dichte und von einer solchen Qualität und das in einem historischen Stadtensemble vom hanseatischen Mittelalter bis zum Art Deco ist sicher einzigartig. Wir haben uns für das Designfestival Mitte Oktober angemeldet. Und auch zur UTOPIENALE im Oktober wird es Liveschalten und Beiträge von Kaunas nach Salzwedel geben.

Die Stadt wirkt dynamisch und jung in einer historischen Stadtkulisse, die seltsam südlich und die mit ihrem kulturellen Engagement sehr modern wirkt. Durch die Dichte der architektonisch interessanten Gebäude, die teilweise noch nicht renoviert oder tot saniert sind hat, entsteht der Eindruck einer neuen, jungen Generation, die auf den Wegen der Moderne eine menschenfreundliche, weltoffene und sehr einnehmende Stadt im Begriffe ist aus den Ruinen der Vergangenheit zu schaffen. Wir haben uns die gut erhaltene innen prachtvolle Choral-Synagoge angesehen. Natürlich gibt es noch viele Gebäude zu renovieren. Aber es lohnt sich, die historische Bausubstanz gibt es her und es zeigt die historisch gewachsene Vielfalt der Stadt. Ein großes Glück ist hierbei, das das Niveau der aktuellen Architektur und des Designs auf der Fläche ausgesprochen hoch zu sein und dass es keine postmodernen Bauexzesse gegeben zu haben scheint. Wir wären gerne noch geblieben und hätten diese sympathische kulturelle Dynamik länger erleben wollen doch es ging weiter nach Trakai, der ersten historischen Hauptstadt Litauens, jedoch sehr viel früher.

Trakai ist eine Kleinstadt inmitten einer Seenplatte. Sie ist mit ihren karaimisch geprägten farbig gestrichenen Holzhäusern mit den üblichen drei Fenstern zur Straße eine malerische Kulisse, wie man sie in den Schären in Schweden vermuten könnte. Wir sehen aus dem Fenster über diese malerische Ortskulisse, über einen See auf eine mittelalterliche Burganlage, die aus rotem Backstein weithin sichtbar über dem See thront. Hier könnten wir Urlaub machen, aber es scheint in der Hochsaison Massentourismus zu geben, der zwar ob der malerischen Kulisse verständlich ist, aber für uns und wahrscheinlich auch für die ansässigen karaimischen Einwohner*innen wenig erholsam scheint. Allein jetzt, wo es noch gänzlich leer war und wir mit wenigen andere die einzigen waren, war es sehr ruhig, noch mit wenig Verkehrs- dafür mehr Naturgeräuschen und angenehm frei. Es gab wieder die Spezialität der gebackenen Teigtaschen wie wir sie schon aus Bialystok von der großartigen tatarischen Köchin kannten, aber das Essen dieser Köchin blieb unübertroffen. Ein erster Besuch in der Burganlage führte uns zu einer Ausstellungseröffnung des karaimischen Künstlers Bari Egis der seine Hauptschaffensphase Anfang des 20. Jahrhunderts hatte. Die Ausstellung an sich und die einzelnen Artefakte und Porträts waren den Frauen aus dem Umfeld des Malers gewidmet und von ausgesprochen hoher Qualität.“


Baltikum-Perspektiven: Kämpferisch-solidarisch, kreativ-optimistisch.

Diese Studienreise war die 10. Projektreise des ICATAT. Nach Aserbaidschan, der Türkei, Rumänien (Siebenbürgen+Dobrudscha), zweimaligem Tatarstan-Besuch und allein viermaligem Ukraine-Bereisen sind vor allem die letztgenannten auf Grund des russländischen Angriffskrieges gegen die Ukraine derzeit nicht mehr planbar. Unsere Herzen und Köpfe sind bei den diversen Projektpartner*innen in der Ukraine wo wir zusammen mit der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V.– Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung und der Heinrich-Böll-Stiftung in Charkiw, Kiew, Lemberg, Odessa, Winnitsya, Tschernowitz, Jalta, Aqmescit, Cankoy, Aqyar, Melitopol und Saporischja, der Partnerstadt Magdeburgs, Jugendstudienreisen durchführten. Sehr bewegend waren diesmal die vielen Gespräche über Krieg, Flucht und Exil sowie am krimtatarischen Tages der Trauer und des ukrainischen Gedenktages für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft der Besuch der Gräber unlängst in den belarussisch-polnischen Grenzwäldern erfrorenen, gestorbenen Geflüchteten auf dem islamischen Friedhof in Bohoniki.

Während unserer Baltikumreise konnten wir viel Solidarität erfahren mit der Ukraine und für Seminare, Workshops und kommende Studienreisen in einer befreiten Ukraine und einer künftigen zivilisierten demokratischen Russländischen Föderation neue Partner*innen gewinnen. Danke an die Bialystok-Expertin Anna Kraśnica Białystok subiektywnie (https://bialystoksubiektywnie.com), an Mufti Hadżi Szejk Hazret Tomasz Miśkiewicz und Dr. Barbara Pawlic-Miśkiewicz, Dr. Adam Turecki (University Bialystok), Anna Hanifa Mucharska, Lilla Świerblewska (HALVA Restauracja Tatarska), Dżemil Gembicki, Dzenneta Bogdanowicz, Eugenia Radkiewicz, Alina Jodłowska (Tatarynka, Supraśl), Monika Inčerytė und Donata Jutkienė vom OrgaTeam Kaunas 2022 Kaunas – European Capital of Culture 2022 / CulturEUkraine sowie Dr. Karina Firkaviciute (Trakai), Prof. Dr. Adas Jakubauskas und Ruslan Gabbasov.

Nicht zuletzt ein Dankeschön an unsere Mitreisenden Anke Leonhardt & Wolf Guenter Thiel (OLD SCHOOL Havelberg), Dr. Peter Gischke und Manfred Ritter, Maren Ernst, Kamil Safin, Christian Wohlt.“

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„Baltic perspectives: militant-solidary, creative-optimistic. This study trip was ICATAT’s 10th project-journey. After Azerbaijan, Turkey, Romania (Transylvania+Dobruja), two visits to Tatarstan and four trips to Ukraine alone, the latter in particular can currently no longer be planned due to the aggressive criminal war by Russian Federation against Ukraine. Our hearts and minds are with the various project partners in Ukraine where we conducted youth study trips together with the .lkj) – State Association for Cultural Education of Children and Youth and the Heinrich Böll Foundation in Kharkiv, Kiev, Lviv, Odessa, Vinnitsya, Chernivtsi, Yalta, Aqmescit, Cankoy, Aqyar and Zaporizhzhia, Magdeburg’s partner city. The many discussions about war, flight and exile were very moving this time, as on the Crimean Tatar Day of Mourning and the Ukrainian Day of Remembrance for the Victims of War and Tyranny was the visit to the graves of refugees recently frozen to death in the Belarusian-Polish border forests at the Islamic cemetery in Bohoniki.

During our Baltic education journey, we experienced a lot of solidarity with Ukraine and gained new partners for seminars, workshops and upcoming study tours in a liberated Ukraine and a future civilised democratic Russian Federation. Thanks to Bialystok expert and blogger Anna Kraśnica (https://bialystoksubiektywnie.com), to Mufti Hadżi Szejk Hazret Tomasz Miśkiewicz and Dr. Barbara Pawlic-Miśkiewicz, Dr. Adam Turecki (University Bialystok), Anna Hanifa Mucharska, Lilla Świerblewska (HALVA Bialystok), Dżemil Gembicki, Dżenneta Bogdanowicz (Tatarska Jurta), Eugenia Radkiewicz, Alina Jodłowska (Tatarynka, Supraśl), Monika Inčerytė and Donata Jutkienė from the organisational team Kaunas – European Capital of Culture 2022 / CulturEUkraine and Dr. Karina Firkaviciute (Trakai), Prof. Dr. Adas Jakubauskas and Ruslan Gabbasov from Bashkorstostan. Last but not least, thanks to our fellow travellers Anke Leonhardt & Wolf Guenter Thiel (OLD SCHOOL Havelberg), Dr. Peter Gischke and Manfred Ritter, Maren Ernst, Kamil Safin, Christian Wohlt.“


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Buchmesse „Mitten in der Welt“

Buchmesse Altmark. Wir waren dabei!

Vom 17.03.2022 bis zum 20.03.2022 fand in der Altmark die Buchmesse „Mitten in der Welt“ – nicht als Ersatz für die kurzfristig abgesagte Leipziger Buchmesse – aber womöglich als Beginn einer neuen Tradition, einer altmärkischen Ergänzung als Literaturschaufenster der Region, wie es die Bürgermeisterin von Bismark, Annegret Schwarz, und Verleger Helmut Block bei der Eröffnung betonten. Der Block-Verlag fand diese Absage in Leipzig NICHT gut und in der Verantwortung für die Autor*innen, Leser*innen und Kooperationspartner*innen wurde beschlossen, eine alternative Buchmesse in Bismark/Kremkau in der Altmark ins Leben zu rufen. Und viele kamen: Neben Journalist*innen und Verleger*innen unter anderem Autor*innen wie Charlotte Buchholz, Ramona Metzing, Meike Schulze-Wühl, Prof. Dr. Thorsten Franz, Günter Kunert, Gabi Meyer, Petra Schmidt, Klaus-D. Kagelmann, Dr. Rosemarie C. E. Leinewebe, Elisa Bodin, Uwe Lenz, Monika und Manfred Helmecke, Ewald Laudon, Amanda Hasenfusz. Ammar Awaniy und Dr. Mieste Hotopp-Riecke präsentierten die Bücher der Transkulturprojekte der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. und des ICATAT, Kooperationen mit dem Ost-Nordost-Verlag, dem Hirnkost Verlag und dem Dr. Ziethen-Verlag Oschersleben.

Der bunte Reigen der Bücher reichte von Türkei-Reisebüchern, äthiopischen Märchen und altmärkischen Sagen bis zu Büchern über turkmenische Pferderassen und Lehrmaterialien.

Dr. Franziska Dittert las aus ihrem besonders für Kinder geeigneten Buch „Heilige Ottilie vom Elsass und deren Spuren in der Altmark“ und stellte ihre zahlreichen Unterrichtsmaterialien vor, unter anderem zur Graphic Novel „Die vollständige Maus von Art Spiegelman“.

Zu sehen gab es ebenfalls Aquarelle der Künstlerin und Autorin Ramona Metzing, es gab ein Krimi-Dinner, Musik aus Tangermünde von Thomas Stein sowie Fotografien von Meike Schulze-Wührl eine Ausstellung über die Geschichte der Blaulicht-Krimis vom Block-Verlag. 🤩📚📖

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„Von Homs nach Deutschland“ – Mit Engagement ankommen

Am Mittwoch, den 16. März, fand im Welcome-Treff Halle (Saale) eine Lesung und Diskussion im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus statt unter dem Thema: „Von Homs nach Deutschland. Mit Engagement Ankommen“. Ammar Awaniy las aus seinem Buch „Fackel der Angst. Von Homs nach Magdeburg“, diskutierte mit dem Publikum über Themen wie Weggehen, Ankommen, Heimat, Familie und Flucht und berichtete von Büchern, Workshops und Kooperationsprojekten der .lkj) Sachsen-Anhalt und des ICATAT, an denen er in den letzten Jahren beteiligt war. Die Veranstaltung wurde unter der Regie eines kompetenten Technikteams live gestreamt. Moderiert wurde die Lesung von Raimund Müller von der Buchhandlung Jacobi & Müller.

Tausend Dank dafür! Das Video kann über diesen Link angesehen werden:

Lesung: „Von Homs nach Deutschland“ – Mit Engagement ankommen
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„Projekt der Woche“ vom Deutschen Kulturrat

GRATULATION! Unser Kollege Ammar Awaniy belegt als Mitarbeiter von .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. und ICATAT e.V. für die Projekte „Sultanin der Altmark„, „Resonanzboden“ und „ZWEIHEIMISCH:GeNial“ am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim den Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“. Von den 33 Stipendiat*innen dieses Kurses setzen die Teilnehmenden Baharak Omidfard, Olga Feger und Ammar Awaniy ihre künstlerische Expertise besonders für die Förderung kultureller Integration ein. Nun ist der Gesamtkurs als „Projekt der Woche“ vom Deutschen Kulturrat ausgezeichnet worden. Mashallah!

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Soirée: „Geliebte, wenn einst gebrochen mein Herz…“ & Forschungsverbund PASCHA

Im ausverkauften Farnhaus der Gruson-Gewächshäuser fand mit vielen internationalen Gästen unsere Jahresabschlussveranstaltung der .lkj)-Projekte „ZWEIHEIMISCH:GeNial“ und „Sultanin der Altmark“ statt. Zu diesem Anlaß wurde die Soriee „Geliebte, wenn einst gebrochen mein Herz…“ dargeboten, in dessen Rahmen auch die Einweihung des „Mehmed-Ali Pascha Archivs“ im Literaturhaus Magdeburg gefeiert wurde. Mit Grußworten der Hausherrin des Literaturhauses Ute Berger, des Projektleiters Dr. Mieste Hotopp-Riecke und der Geschäftsführerin der .lkj) Sachsen-Anhalt Wybke Wiechell, wertvollen amüsanten, wertschätzenden und begeisternden Videobotschaften aus der Türkei, Jordanien, Tatarstan und Österreich, einer bewegenden Theateraufführung des .lkj) -Theaterduos „Roja Avesta“ und Inputs von Projekt-Mitwirkenden sowie der ehemaligen Magdeburger Stadtschreiberinnen Nele Heyse, Nellja Veremej und Jörg Menke-Peitzmeyer erlebten gemeinsam mit den Gästen den krönenden Abschluss eines besonderen Jahres. Musik spielte wieder eine große Rolle mit den orientalischen Weisen der Band „SÊKOŞ“ und einem Musikstück, einer eigens komponierten Uraufführung des erfahrenen Künstlers Ildar Kharissov, dass auf einem osmanischen Marsch und albanischer Folklore basierte. Auch die Initiative zum „Forschungsverbund PASCHA“ wurde im Rahmen dieses denkwürdigen Abends gestartet. Nach der Veranstaltung gab es leckeres syrisches Essen, zubereitet von Rufa-Events-Catering. Für nächstes Jahr steht ebenfalls viel wieder Kultur und Literatur auf dem Plan, denn motivierte Sultaninnen, „Die Erben des Paschas“ sind wir alle!!!

©Fotos von Kirsten Mengewein (kiraton.)

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„Geliebte, wenn einst gebrochen mein Herz…„

Soirée anlässlich der Einweihung des „Mehmed-Ali-Pascha-Archivs“

Das Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien und das Literaturhaus Magdeburg laden in Kooperatioin mit der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt (lkj) herzlich ein in das Farnhaus der Gruson-Gewächshäuser Magdeburg zu einer Soirée aus Schauspiel, Poesie, Musik, Wort und Bild. Am 18. November 1827 erblickte in Magdeburg Ludwig Carl Friedrich Detroit das Licht der Welt. Als Mehmed Ali Pascha hinterließ er nicht nur die Titelzeile dieser Soirée aus seinem Gedicht „Die Rose von Jerichow“, sondern er sowie seine Familie, sein Umfeld und seine Nachkommen verfassten Literatur und Kompositionen in diversen Sprachen. Dies spiegeln die Akteur*innen der Soirée, unter anderem die ehemaligen Stadtschreiberinnen von Magdeburg, Nele Heyse, Nellja Veremej, Jörg Menke-Peitzmeyer und Marlen Schachinger als auch der Musikturkologe Ildar Kharissov, das Trio SÊKOŞ und der Historiker Dr. Stephan Theilig. Die Soirée wird kuratiert von Dr. Mieste Hotopp-Riecke.

  • Wo? Farnhaus, Gruson Gewächshäuser

Es gilt die 2-G-Regelung, Einlass per LUCA-App gewährleistet.

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Herbstmesse zum Thema „JUGEND.HEIMAT. DISSIDENZ“ in Mieste

Diesjährige Herbstmesse zum Thema „JUGEND.HEIMAT. DISSIDENZ“ vom 13.-17. Oktober versammelte Jung und Alt im altmärkischen Mieste, am Rande des Drömling.

Sonja Renner und Kim Greyer von der .lkj) Sachsen-Anhalt führten im Spritzenhaus Mieste eine Fördermittelberatung für Vereine, Kommunen und Initiativen durch. Die Veranstaltung war eine gute Gelegenheit, mehr über die verschiedenen Fördertöpfe zu erfahren und welche Strategien man bei der Beantragung von Fördermitteln anwenden kann. Die Teilnehmer*innen stellten auch Fragen und präsentierten ihre eigenen Projekte und wurden von den beiden .lkj)-Mitarbeiterinnen zu den entsprechenden Programmen geführt. Angeregt durch diese Veranstaltung ergaben sich bereits Wünsche, solche Beratungsrunden auch 2022 auch in weiteren Dörfern zu organisieren.

Am Abend fand im Kinosaal unter dem Motto: „Hüt mol Platt satt, keyn Denglisch“ ein Plattdeutsch-Abend von Jung und Alt auf und vor der Bühne statt, umrahmt von Beiträgen des Musikzug Mieste e. V. und dem Männerchor Mieste.  Nach Wochen der Proben und Vorbereitungen kamen mehr als 170 Personen und trugen dazu bei, dass dieser Abend eine gelungene, unterhaltsame, generationsübergreifende Veranstaltung wurde.

In den Abendstunden des 14.10. fand unter dem Motto „Bücher.Machen.Heimat“ auf dem Kinosaal Mieste ein Literaturabend statt. Klaus Farin, Dr. Dorothea Lübbe, Verena Treichel, Mandy Ganske-Zapf, Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Ammar Awaniy lasen aus Büchern, diskutierten über Themen wie Teilhabe, Kultur und Mobilität in ländlichen Räumen und genossen die inspiriende Musik von Max Heckel, genau wie die Gäste, die erneut den Kinosaal füllten. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es Gelegenheit zum Gespräch und zum Signieren von Büchern.

Am Freitag, den 15.10. fand ein Zeitzeugengespräch „Rock & Dissidenz“ mit Michael Rhein (Monomann, InExtremo, ex. No. 13, Einschlag & NOAH), Kay Lutter (Monomann, InExtremo; ex. Freygang), Brian Bosse (Monomann, ex. Freygang, Nachdurscht), Thomas Koch (HyparSchall, ex. Ernährungsfehler) statt, moderiert von Sören Thümler (mdr) eingeleitet von Input von Dr. Mieste Hotopp-Riecke. Erinnerungen an die Punk- und Bluesszene der 80er Jahre vor der Wiedervereinigung, an Stasi-Machenschaften, Underground-Aktionen sowie an die Herausforderungen während und nach der Wende. Auch die Evangelische Kirche Mieste war mit Menschen und Interessierten gut gefüllt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Pfarrers Hagen Mewes in Anwesenheit der Schirmherrin der Herbstmesse, der Bürgermeisterin der Hansestadt Gardelegen, Frau Mandy Schumacher. 

Die zwei folgenden Konzertabende mit neun Bands, organisiert vom Team des Kinosaals Mieste, zogen hunderte Musikliebhaber*innen an, sorgten für volle Pensionen, gute Laune und viele Gespräche rund um Jugend, Heimat und Engagement in ländlichen Räumen heute.

Die Kooperation von etlichen Vereinen, Kirchengemeinde, Bürgermeister und vielen Ehrenamtlichen einerseits sowie der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung und ICATAT e.V. andererseits zeigten, was gemeinsam möglich ist. Zukunftspläne entstanden und sollen in den nächsten Jahren verwirklicht werden.

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„Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“ Ausstellungseröffnung an der Hochschule Magdeburg-Stendal

Vernissage live und digital | 29. September 2021 | 13.00 Uhr | Mediathek der Hochschule Magdeburg-Stendal

Die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. eröffnet zusammen mit der Hochschule Magdeburg-Stendal, dem ICATAT-Institut und dem OstNordOst-Verlag Magdeburg die Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“. Die 24 Großformat-Tafeln spiegeln Kreuzwege zwischen Heimat und Migration, zwischen Gehen und Bleiben, Hoffnung und Integration. Die Vernissage kann im Stream verfolgt oder live besucht werden und ist kostenfrei.

 Bildautorin: Eine kostenfreie Veröffentlichung unter Nennung des Vereins lkj.) Sachsen-Anhalt oder „Veranstalter“ wird zugestimmt. Von links nach rechts: Dr. Mieste Hotopp-Riecke (lkj & ICATAT), Sibylle Wegener (Hochschule Magdeburg-Stendal), Ammar Awaniy (lkj & ICATAT).

Der Architekt der Hyparschale Magdeburgs und der König-Abdullah-Moschee in Jordaniens Hauptstadt Amman hieß Ulrich Müther. Als Star-Architekt der DDR baute er nicht nur in Magdeburg, Berlin und an der Ostseeküste, sondern verdiente Devisen für die stets knappen Staatskassen auch durch seine Bauprojekte in Kuweit, Libyen, Algerien und Jordanien. Dort erbaute Müther im Auftrag von König Hussein I. bis 1986 eine neue Nationalmoschee in seiner innovativen Beton-Schalen-Bauweise. Benannt wurde sie nach Abdallah ibn Husain I., dem Emir und ersten König von Jordanien.

Dieses Thema hat es bisher nicht in das erste Buch „Der Pascha von Magdeburg“ und nicht in die bisherige namensgleiche Ausstellung geschafft. Das soll sich nun ändern. Während die Hyparschale innovativ restauriert wird, sollen Studierende in einem ebenso innovativen Joint Venture die (Bau-)Geschichte der architektonischen Moderne zwischen Orient und Magdeburg erforschen. Als Projekt der .lkj) Sachsen-Anhalt und dem ICATAT-Institut Magdeburg werden die Forschungsergebnisse zukünftig von Jugendlichen und Student*innen kreativ in neue Ausstellungstafeln, Podcasts und neue Buchkapitel umgesetzt.

All dies findet seinen Auftakt mit der Vernissage der Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal inklusive Live-Schaltung zur German-Jordanian University in Amman. Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist „Mutter-Uni“ der German-Jordanian University und beherbergt jährlich dutzende Studierende aus Jordanien. Mit der Installierung der Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“ im Rahmen der International Summer School haben nun alle Magdeburger*innen, die es im letzten Jahr nicht zur Ausstellung ins City-Carré geschafft hatten, die Gelegenheit, durch die Digital-Galerie zu wandeln, begleitet von Audio-Guides auf Deutsch und auf Arabisch.

Ausstellung „Der Pascha von Magdeburg“, 29.9.2021 (Vernissage, Mediathek Hochschule Magdeburg-Stendal, 13:00 Uhr) bis 18.11.2021 (Finissage, 17:00 Uhr, Literaturhaus Magdeburg) DigitalGalerie der Hochschule Magdeburg-Stendal unter URL: https://www.h2.de/hochschule/einrichtungen/bibliothek.html.4 Revisionen

Die Platzkapazitäten in der Mediathek und online sind begrenzt: Um Anmeldung wird gebeten.