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„Auf dem Landes alles dicht?“ Buch-Neuerscheinung reflektiert interkulturelles Engagement für Teilhabe und gegen Leerstand.

Torsten Sowada (lkj) und Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT)

„Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass die zurecht kritisierte Kurzatmigkeit von Jugend-Projektarbeit auch nachhaltige Ergebnisse zeitigen kann, die Bestand haben, junge Menschen zum Mitmachen animieren und Lust machen zum Bleiben oder zur Rückkehr in die Heimat“, so Projektleiter und Co-Geschäftsführer Torsten Sowada von der .lkj) Sachsen-Anhalt. Dass das geht, zeigt nun das opulente Buch „Auf dem Lande alles dicht?“, welches im Hirnkost-Verlag Berlin erschienen ist. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Mieste Hotopp-Riecke vom ICATAT Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien entwickelten sie Strategien gegen Leerstand, für mehr Lebensqualität in der Heimat, gegen Wegzug und Landflucht. Der Projektname Dehnungsfuge ist dabei bewusst aus dem Baujargon gewählt. Diese besondere Fuge gleicht das Dehnen und Schrumpfen von unterschiedlichen Materialien aus – in der Bauwelt und Architektur reale Risse zwischen Bauteilen und Materialien, in unserer Gesellschaft eher symbolische Risse zwischen Alt und Jung, zwischen Kultur, Kommerz und Verwaltung, zwischen Alteingesessenen und Migrantinnen, zwischen Stadt und Land.

Plattform für Visionen, für neue Räume und für demokratische Beteiligung

In Dörfern und Regionen wie der Altmark, im Mansfelder Land aber auch Stadteilen von Rendsburg, Brandenburg, Stendal, Werder/Havel oder Magdeburg finden sich viele Spuren des gesellschaftlichen Wandels in Gestalt von leerstehenden Häusern, verlassenen Gehöften oder Gemeindeeinrichtungen. Das allseits gewünschte Leben zieht dort jedoch nicht auf Knopfdruck ein. Das Leben darin muss sich entwickeln und gedeiht am besten mit frischen Ideen und Visionen von Jugendlichen auf der Basis von „Empowerment“, also Selbstermächtigung als zivilgesellschaftlichen Bottom-up-Prozess: “Wir gaben das Wachsen nur bedingt vor und schufen Möglichkeiten zur Entwicklung und Entfaltung. Die Jugendlichen sind vor Ort, genauso auch die Freiräume, Leerstände und Ideen. Was oft fehlt ist Know-how und Vernetzung, woraus sich konkrete Finanzierungen ergeben können“, so Hotopp-Riecke. „Wir haben zum Beispiel freie Theater mit Jugendlichen und kommunaler Wirtschaft und Verwaltung ins Gespräch gebracht, aktiviert, verbunden, beraten“, ergänzt Torsten Sowada.

Und der Erfolg gab ihnen Recht: Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ förderte fünf Jahre lang die „Dehnungsfuge“ und mit viel Ehrenamt, mit dutzenden Jugendlichen, mit Unterstützung von Künstlerinnen, Pädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und zahlreichen weiteren Fördermitteln von Land, Bund und diversen Stiftungen hatten sie Erfolge, die sich sehen lassen können: Eine Jugendpflegerstelle samt Jugendclub in Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), die Kleine Markthalle als sozialer Treffpunkt in Stendal, das TULIPA-Tanzstudio in Werder/Havel sind nur einige konkrete Orte, die bleiben werden.

In Bittkau an der Elbe wurde zusammen mit einem weiteren Projekt – „WIR. Heimat.Land.Jugendkultur“ die Umgestaltung des alten Kindergartens zu einem Bürgerhaus unterstützt und ein Dorf-Theaterprojekt initiiert, das schlussendlich über 80 Menschen auf und hinter der Bühne zusammenschweißte, Gemeinschaftsgefühl und Engagement förderte. Das Dorftheaterprojekt ist in diesem Jahr nun für den Demografie-Preis des Landes Sachsen-Anhalt nominiert und wurde ein Teil des Buches „Auf dem Lande alles dicht?“.

Wissenschaftlich analysiert wurden Bedarfe und Möglichkeiten solcher Projekte nun ebenfalls in einem weiteren entsprechenden Buch unter dem Titel „WIR.Heimat.Land.Jugendkultur“ zusammen mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und KinderStärken e.V.. Um den Konzepten, Erfolgen und Herausforderungen von Jugend, Kultur, Mobilität und demografischem Wandel in ländlichen Räumen auch medial mehr Gewicht zu verschaffen, präsentiert der Hirnkost-Verlag Berlin beide Bücher in einer Heimat-Box zusammen mit zwei weiteren Büchern. An diesen waren teils auch Magdeburger Autor*innen beteiligt. Die Buchpräsentationen in Form von Heimat-Literaturabenden mit Konzerten, Theater und Lesungen in Tangerhütte, Gardelegen und Magdeburg mussten pandemiebedingt nun verschoben werden. „Wir werden mit viel Energie, Freude und Zuversicht die Veranstaltungen nachholen“, so Torsten Sowada „und nicht zuletzt lässt uns diese Zeit neue digitale Komponenten unseres Konzeptes weiterentwickeln, sodass wir hoffen können, weiter erfolgreich Leerstände beleben zu können – nachhaltig, zum Wohle aller.

New book publication reflects intercultural engagement for participation and against vacancy.

For 5 years, the ICATAT Institute supported the Association for Cultural Education for Children and Young People Saxony-Anhalt (lkj) in the model project „Dehnungsfuge“ in four German Federal States, including the cities of Rendsburg, Magdeburg, Eisleben and Brandenburg. But we were also on the road internationally with the project groups: In Lviv, Kiev, Hamburg, Chernivtsi, Kharkiv, Kazan, Berlin, Göttingen and Winnyzja we held multilingual workshops on the subject of flight, migration, participation and intercultural empowerment. With the project “компенсациoнный шов/dilatation joint”, the lkj filled empty buildings with creative concepts and (trans) cultural education for five years. As a result of these many activities, the book „Everything closed in the country?“ has now been published by the Berlin Hirnkost Verlag. The book provides analyzes, illuminates strategies, gives tips and calls for more commitment to the common future of young people, no matter whether they are born here or abroad.
The two editors of the extensive book and those responsible for the project, Torsten Sowada from .lkj) Sachsen-Anhalt and Dr. Mieste Hotopp-Riecke from the Institute for Caucasica, Tatarica and Turkestan Studies, together with over 30 co-authors, developed strategies against vacancy, for a better quality of life at home, against emigration and rural exodus.

В течение 5 лет Институт ICATAT поддерживал Государственную ассоциацию культурного образования для детей и молодежи Саксонии-Анхальт (lkj) в модельном проекте «компенсационный шов» в четырех федеральных землях Германии, включая Рендсбург, Магдебург, Айслебен и Бранденбург. Но мы также путешествовали по всему миру с «проектными группами»: во Львове, Киеве, Гамбурге, Черновице, Харькове, Казани, Берлине, Геттингене и Виннице мы проводили многоязычные семинары на тему полетов, миграции, участия и межкультурного взаимодействия. Благодаря проекту «компенсационный шов» lkj на пять лет наполнил пустые здания творческими концепциями и (транс) культурным образованием. В результате этих многочисленных мероприятий в Berlin Hirnkost Verlag опубликована книга «Все в стране закрыто?». Книга содержит анализ, освещает стратегии, дает советы и призывает к большей приверженности будущему молодых людей.
Два редактора обширной книги и ответственные за проект Торстен Совада из .lkj) Sachsen-Anhalt и Dr. Мисте Хотопп-Рике из Института исследований Кавказа, татарики и туркестана (ICATAT) вместе с более чем 30 соавторами разработали стратегии борьбы с вакансиями, повышения качества жизни дома, борьбы с эмиграцией и массовым бегством из сельской местности.

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Nachruf // Prof. Dr. Dr. h.c. Swetlana Czerwonnaja

Nachruf

Swietlana Michailowna Czerwonnaja (1936-2020)

Wir trauern um unsere Freundin und Kollegin Swetlana Czerwonnaja. Sie verstarb am 9. November 2020 und wurde gestern in Torun beigesetzt.

Du wirst fehlen

Sie war Taufpatin unseres Institutes und bis zuletzt aktiv im Advisory board des ICATAT. Wir hatten noch viele Pläne, doch wir müssen schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass die Zeit für jede/n von uns endlich ist.

    Zur gesegneten Erinnerung an unsere Swetlana khanum „Babuschka“ Czervonnaja

Die erste und wichtigste Liebe von Swetlana khanum galt den Tataren, insbesondere denen der Krim. Der Kampf um das Recht der Krimtataren auf Heimkehr in ihre historische Heimat, war ihr „Karthago“, die Krimtataren betrachten sie deshalb zurecht als eine der ihren. Sie widmete der Erforschung und Popularisierung der Geschichte und Kultur der Tataren Europas und auf der ganzen Welt immer viel Energie und Aufmerksamkeit, nicht nur mit ihren Büchern, sondern auch mit öffentlichen Aktivitäten, Protesten, Konferenzen und Diskussionen, die junge Wissenschaftler*innen ermutigte, konsequent für Minderheitenrechte und Demokratie einzustehen. Wissenschaft war für sie nicht Elfenbeinturm, sondern gesellschaftliche Verantwortung. Dank ihrer Bemühungen wurde eine einzigartige Institution gegründet, das Zentrum für das Studium des tatarischen Buches (CENTER FOR KITAB STUDIES) an der Nicolaus Copernicus Universität in Torun (Polen). Sie promovierte an der Moskauer Lomonossow-Universität, habilitierte dort und schloß ihre postgraduierten Studien ab an der Akademie der Künste  der UdSSR. Sie hielt Ehrendoktortitel der Ivan Javakhishvili-Staats-Universität Tbilisi (Georgien) und der Karatschay-Tscherkessischen Staats-Universität. Sie war Mitglied vieler Akademikervereinigungen wie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient, wo sie den ICATAT-Arbeitskreis „Islam in Post-Communist Eurasia” betreute, sie war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und des International Council for Central and East European Studies.

Swetlana Michailowna Czervonnaja war Kunstkritikerin, Kulturwissenschaftlerin, Professorin, Verdiente Kunstfachfrau der Republik Tatarstan, eine leidenschaftliche Verfechterin der Tataren auf der ganzen Welt. Ein bedeutender Teil ihres Lebens und ihrer wissenschaftlichen Interessen ist mit Kasan, Tatarstan, den Tataren im Allgemeinen aber auch mit Deutschland, mit Berlin und Magdeburg, mit der Krim und dem Kaukasus verbunden. Ihre Bücher „Die Kunst des Sowjetischen Tatariens“ (1978) und „Zeitgenössische islamische Kunst der Völker Russlands“ (2008) waren die ersten und blieben lange Zeit einzigartige, umfassende Studien über die Kunst der Tataren und weiterer muslimischer Völker Russlands. In Berlin und Magdeburg veröffentlichte sie ebenfalls Texte und Bücher, initiierte Konferenzen und Treffen, zum Beispiel im Deutschen Bundestag, Deutschen Auswärtigen Amt und dem Sekretariat für Minderheitenfragen.

Sie interessierte sich immer für nationale Kulturen, die Prozesse ihrer Interaktion und gegenseitigen Beeinflussung, für die nationale Bewegungen der Völker der Russländischen Föderation und der Sowjetunion, sowie des Ausdrucks derer Ideale in der Kunst.

Swetlana hanum wird allen in Erinnerung bleiben, die sie als talentierte und begeisterte Wissenschaftlerin kannten, als Frau mit unnachgiebigem Willen, als kompromisslose Kämpferin, getreu ihres wissenschaftlichen und bürgerlichen Credos, als unglaublich energische und kluge, reaktionsschnelle Person.

Die Pandemie-Zeit hat in diesem Jahr ein Wiedersehen unmöglich gemacht, sowohl der Turkologie-Kongress in Warschau, als auch der DAVO-Kongress in Osnabrück sowie der Turkologen-Tag in Mainz wurden auf 2021 bzw. 2023 verschoben, gemeinsame Buchprojekte bleiben unvollendet und unsere Summer-School in Marseille, auf Hiddensee und in Rethimnon wird nun ohne sie auskommen müssen. Zusammen mit den Kolleg*innen von der Krim, aus Tatarstan, Polen, Litauen, Österreich und Deutschland trauern wir um eine streitbare, lebensfrohe, menschenzugewandte Akademikerin, die Vielen von uns Wegweiserin war, “Orchideen-Forscher” ermutigt hat, “kleinen Völkern” Zuversicht und Hochachtung gab und Despotismus, Diktatur  und Islam-Feindschaft resolut entgegentrat.

Wir sprechen Familie und Freunden unser aufrichtiges Beileid aus.

Im Namen aller Mitglieder, Freunde und Fellows des ICATAT

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Aqmescit/Simferopol  //  14. November 2020 // .

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Obituary
Svetlana Mikhailovna Czervonnaja (1936-2020)

We mourn for our friend and colleague Svetlana Czervonnaja. She died on 9 November 2020 and was buried yesterday in Toruń.


She was godmother at the cradle of our institute and until the end she was an active member in the Advisory Board of ICATAT. We still had many plans together, but we must painfully acknowledge that time is finite for each of us.

             In blessed memory of our Svetlana khanum „Babushka“ Czervonnaja.

The first and most important love of Svetlana khanum were the Tatars, especially Crimean Tatars. The fight for the right of the Crimean Tatars to return to their historical homeland was their „Carthage“, and the Crimean Tatars therefore rightly consider her as one of them.  She has always devoted much energy and attention to researching and popularizing the history and culture of the Tatars in Europe and around the world, not only with her books, but also with public activities, protests, conferences and discussions that encouraged young scholars, to consistently stand up for minority rights and democracy. For her, science was not an ivory tower, but a social responsibility. Thanks to her efforts, a unique institution was founded, the Tatar Religious Literature Research Center  (CENTER FOR KITAB STUDIES) at the Nicolaus Copernicus University in Torun (Poland). She graduated from the Moscow State University of  M. W. Lomonosov, finished postgraduate studies at the Academy of Fine Arts in the USSR. She held the titles of Doctor Honoris Causa of the Ivan Javakhishvili Tbilisi State University (Georgia) and the Karachay-Cherkess State University (Russian Federation).

Svetlana Mikhailovna Czerwonnaja was an art critic, cultural scientist, professor, Honoured Artist of the Republic of Tatarstan, a passionate advocate of Tatars all over the world. A significant part of her life and scientific interests is connected with Kazan, Tatarstan, the Tatars in general, but also with Germany, Berlin and Magdeburg, Crimea and the Caucasus. Her books „The Art of the Soviet Tatars“ (1978) and „Contemporary Muslim Art of the Peoples of Russia“ (2008) were the first and remained for a long time unique, comprehensive studies on the art of the Tatars and other Muslim nations in Russia. In Berlin and Magdeburg she also published many texts and books, she initiated conferences and meetings, for example in the German Bundestag, German Foreign Office and the Secretariat for Minority Issues.

She was always interested in national cultures, the processes of their interaction and mutual influence, the national movements of the peoples of the Russian Federation and the Soviet Union, and the expression of their ideals in art.

Svetlana khanum will be remembered by all who knew her as a talented and enthusiastic scientist, as a woman of unyielding will, as an uncompromising fighter, faithful to her scientific and civic Credo as an incredibly energetic and wise, responsive person.

The pandemic period has made a reunion impossible this year, the Turkish Studies Congress in Warsaw, the DAVO Congress in Warsaw and the Turkologists‘ Day in Mainz have been postponed to 2021 and 2023 respectively, joint book projects remain unfinished and our summer school in Marseille and Rethimnon will now have to do without her.

 Together with our colleagues from the Crimea, Tatarstan, Poland, Austria and Germany, we mourn the loss of a quarrelsome, cheerful, humane academic who was a guide for many of us, popularized rare academic disciplines, gave confidence and respect to „small nations“ and resolutely opposed  despotism, dictatorship and hostility to Islam.

We express our sincere condolences to family and friends.

On behalf of all M
embers, Friends and Fellows of ICATAT

  • Dr. Mieste Hotopp-Riecke
  • Dr. Stephan Theilig
  • Dr. Ewa Drewnowska
  • Prof. Dr. Iskander Gilyazov
  • Monika Górka
  • Dr. Marat Gibatdinov
  • Ildar Kharissov
  • Prof. Dr. Adas Jakubauskas
  • Dominik Jakub Napiwodzki
  • Prof. Dr. Dilara Usmanova
  • Dr. Temur Kurshutov
  • Prof. Dr. Ismail Kerimov
  • Dzhemile Umerova
  • Dr. Hüseyin Çiçek
  • Ammar Awaniy
  • Torsten Sowada

    Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Simferopol  //  14th November 2020 ======================================================================

Некролог
Светлана Михайловна Червонная (1936-2020)

Дустыбыз хәм хезмәттәшебез Светлана ханым Червонная 2020 елның 9 ноябрендә фани дөньядан бакыйлыкка күчте һәм кичә Торунь шәһәрендә җирләнде.


Ул ИКАТАТка нигез салган вакыттан бирле, безнен рухи анабыз буларак, соңгы сулышына кадәр институтның Гыйльми Шурасының актив әгъзасы булып торды. Тормышка ашырылмаган уртак планнарыбыз, тәмамланмаган эшләребез бик күп калды, ләкин һәрберебез дә бу дөньяда вакытлы кунаклар икәнлеген танырга мәҗбүрбез.

             Светлана ханым Червонная “әбекәй”нең  изге хатирәсенә

Светлана ханымның беренче һәм иң олы мәхәббәте – Татар, бигрәк тә Кырым татар халкы булды. Кырым татарларның үз тарихи ватаннарына кайту хокукын яклап, ул армый-талмый көрәш алып барды. Кырым татарлары да аны һичшиксез үз иттеләр, якын күрделәр. Татар тарихын һәм мәдәниятен Европада һәм дөнья күләмендә популярлаштыруга, аны фәнни өйрәнүгә ул үзенең күп вакытын, энергиясен сарыф итте. Китаплары белән генә түгел, конференцияләр, төрле җәмәгать чаралары, протестлар, дискуссияләр оештырып, ул яшь галимнәрне азчылык халыкларның хокукларын саклауга чакырды, демократия тарафдарлары булырга өндәде. Аның өчен галим булу – ул югары дәрәҗәдә социаль җаваплылыкка ия булуны аңлата иде.

Светлана ханымның тырышлыгы белән Николай Коперник исем. Университетта (Торунь, Польша) уникаль фәнни үзәк – “Татар Китапчылыгын өйрәнү үзәге” (CENTER FOR KITAB STUDIES) төзелде.

Светлана Червонная Мәскәү дәүләт университетында укып, СССР Сәнгать Академиясендә диссертация яклады, Тбилиси Дәүләт университеты һәм Карачай-Чиркәс Дәүләт университетының шәрәфле әгъзасы, “Татарстанның атказанган сәнгать эшлеклесе” дигән мактаулы исемгә ия булды. Ул киң гыйлемле мәдәният белгече, профессор, нәфис сәнгать тәнкыйтьчеләренең иң абруйлысы иде. Татар мәнфәгатьләрен бөтен дөнья киңлегендә кайнар яклаучыларның алгы сафында баручыларның берсе иде.

Галимәнең тормышы һәм фәнни эшчәнлегенең иң күп өлеше Казан, Татарстан, Кырым, гомумән алганда, Татар дөньясы, шулай ук, Германия, Берлин, Магдебург һәм Кавказ белән бәйле иде.

“Совет Татарстаны сәнгате” (1978), “Россия халыкларының заманча ислам сәнгате” (2008) һ.б. китаплары татар сәнгате һәм Россиянең башка мөселман халыклары сәнгатьләрен фәнни өйрәнүдә беренче карлыгачлар булып, күп еллар дәвамында әлеге өлкәдә өлге, үрнәк булырлык уникаль хезмәтләр рәтендә саналып киләләр.

Светлана ханым Берлин һәм Магдебургта да күпсанлы мәкаләләр, китаплар бастырды, конференцияләр оештырды. Мисал итеп Германия Бундестагы, Тышкы эшләр министрлыгы  һәм Азчылыклар эшләре секретариатындагы фәнни чараларны атап узарга мөмкин.

Ул һәрчак милли мәдәниятләр һәм аларның үзара йогынтысы, Россия һәм СССР халыкларының милли хәрәкәте, аларның сәнгатьтә чагылышы белән кызыксынды.

Светлана ханымны белгән барчабыз да, аны сәләтле һәм фидакарь галим, көчле ихтыярлы зат, армас-талмас көрәшче, үзенең фәнни һәм тормыш кыйбласына тугрылыклы калган, зур рухи көчкә ия булган шәхес, зирәк һәм ярдәмчел зат  буларак истә калдырачак.

Пандемия чоры күрешүләрне чикләде, Варшавадагы быелгы Төркият фәннәре һәм DAVO Конгресслары, Майнцта Төркиятче галимнәр көннәре 2021 һәм 2023 елларга күчерелде, кызганыч, уртак китаплар, проектлар тәмамланмый калды, шулай ук безнең Марсель һәм Ретимнодагы Җәйге мәктәпләребез галимәнең мөһим өлешеннән мәхрүм калды.

Кырым, Татарстан, Польша, Австрия, Германиядәге хезмәттәшләребез белән бергә, без бәхәсчән, шат күңелле, кешелекле галимәбезне,  күпләребезне тугры юлга өндәүче,  сирәк академик юнәлешне популярлаштыручы, „кече халыкларга“ алга таба үсеш юлында ныклы таяныч булып, зур ышаныч биргән, аларга хөрмәт күрсәткән; золымга, диктатурага һәм Исламга карата дошманлыкка каршы нык торучы олы затыбызны югалтуыбызны авыр кичерәбез.

Гаиләсе һәм якыннарының кайгысын ихлас уртаклашабыз.

ИКАТАТ
дустлapы hәм әгъзалары:

Др. Мисте Хотопп-Рике

Др. Штефан Тeйлиг

Др. Эва Дрюновска
Проф. Др
. Искәндәр Гилязов

Моника Горка

Проф. Др.  Адас Якубаускас

Dr. Марат Гибатдинов

Илдар Харисов

Доминик Якуб Напиводзки
Проф.
Др. Дилара Усманова

Проф. Др. Исмаил Керимов

Җәмилә Умерова

Др. Хөсәен Чичек
Др
. Темур Куршутов
Аммар Аваний

Торстен Совада

Казан, Магдебург, Бернау, Берлин, Брегенц, Вильнюс, Акъмесджит/Симферополь

14 ноябрь, 2020

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POŻEGNANIE

Swietłana Michaiłowna Czerwonnaja (1936-2020)

Z głębokim żalem żegnamy naszą przyjaciółkę i akademicką koleżankę Swietłanę Czerwonną, zmarłą 9 listopada 2020 roku i pochowaną wczoraj w Toruniu.


Była ona matką chrzestną naszego instytutu i do końca działała w nim jako aktywny członek Rady Programowej ICATAT. Wciąż mieliśmy wiele wspólnych planów, ale boleśnie przekonaliśmy się o tym, że czas każdego z nas jest policzony.

                Ku pamięci naszej Swietłany-Chanum „Babuszki“ Czerwonnej.

Pierwszą i najważniejszą miłością Swietłany-Chanum byli Tatarzy, zwłaszcza Tatarzy Krymscy. Walka o prawa Tatarów Krymskich do powrotu na Krym – ich historycznej ojczyzny była jej „idée fixe“ i przez jej zaangażowanie w tę sprawę Tatarzy Krymscy uważali ją za jedną z nich.

 Zawsze poświęcała wiele energii i uwagi badaniom i popularyzacji historii i kultury Tatarów w Europie i na świecie, nie tylko poprzez swoje publikacje, ale również poprzez aktywne działania: udział w protestach, konferencjach i dyskusjach, które zachęcały młodych naukowców do konsekwentnego opowiadania się za prawami mniejszości i demokracją. Nauka nie była dla niej wieżą z kości słoniowej, ale społeczną odpowiedzialnością. Dzięki jej staraniom na Uniwersytecie Mikołaja Kopernika w Toruniu powstała wyjątkowa instytucja – Centrum Badań Piśmiennictwa Religijnego Tatarów (Centrum Badań Kitabistycznych). Ukończyła Moskiewski Uniwersytet im. M. W. Łomonosowa oraz studia podyplomowe na Akademii Sztuk Pięknych ZSRR. Uzyskała tytuły doktora honoris causa Państwowego Uniwersytetu im. Iwana Dżawachiszwilego w Tbilisi (Gruzja) oraz Karaczajsko-Czerkieskiego Uniwersytetu Państwowego (Federacja Rosyjska).

Swietłana Michaiłowna Czerwonnaja była krytykiem sztuki, kulturoznawcą, profesorem a przede wszystkim pasjonatką tematyki tatarskiej.  Została wyróżniona tytułem: Zasłużony dla Republiki Tatarstanu.
Znaczna część jej życia i zainteresowań naukowych związana jest z Kazaniem, Tatarstanem, Tatarami ogólnie, ale także z Niemcami: Berlinem i Magdeburgiem, Krymem oraz Kaukazem. Jej książki „Sztuka Tatarów Sowieckich“ (1978) i „Współczesna Sztuka Muzułmańska Narodów Rosji“ (2008) były pierwszymi i przez długi czas pozostawały jedynymi, obszernymi opracowaniami na temat sztuki Tatarów i innych narodów muzułmańskich w Rosji. W Berlinie i Magdeburgu, profesor Czerwonnaja również opublikowała wiele tekstów i książek, organizowała liczne konferencje i spotkania, m. in. w niemieckim Bundestagu, niemieckim Ministerstwie Spraw Zagranicznych i Sekretariacie do Spraw Mniejszości.

Zawsze interesowała się kulturami Federacji Rosyjskiej i Związku Radzieckiego – ich interakcjami, wzajemnymi wpływami oraz ruchami narodowymi oraz wyrażaniem ich ideałów w sztuce.

Swietłana-Chanum pozostanie zapamiętana przez wszystkich, którzy ją znali, jako utalentowana i entuzjastyczna profesorka, jako kobieta o niezłomnej woli, bezkompromisowa wojowniczka i aktywistka, wierna swojemu naukowemu i obywatelskiemu credo, jako osoba niezwykle energiczna.

Okres pandemii uniemożliwił nam tegoroczne spotkanie, Kongres Studiów Tureckich i Kongres DAVO w Warszawie oraz Dzień Turkologów w Moguncji zostały przełożone odpowiednio na 2021 i 2023 r., wspólne projekty książkowe pozostaną niedokończone, a nasza letnia szkoła w Marsylii i Rethimnon będzie musiała teraz trwać bez niej.

Wraz z naszymi kolegami z Krymu, Tatarstanu, Polski, Austrii i Niemiec opłakujemy stratę walecznej, radosnej, i po ludzku ciepłej Mentorki, która była przewodniczką dla wielu z nas oraz wsparciem w promocji naszych rzadkich dyscyplin naukowych, w walce o zaufanie i szacunek dla „małych narodów” oraz w sprzeciwie wobec despotyzmu, dyktaturze a także wrogości wobec islamu.

Składamy szczere kondolencje rodzinie i przyjaciołom.

W imieniu przyjaciół, pracowników i współpracowników Instytutu ICATAT

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada



Kazań, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregencja, Wilno, Aqmescit/Symferopol     

14 Listopada 2020

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Некролог
Світлана Михайлівна Червона (1936-2020)


Сумуємо за нашою подругою та колежанкою Світланою Червоною.

Вона померла 9 листопада 2020 року та була похована вчора у м. Торунь, Польща.

Вона була „хрещеною матір’ю“ Інституту досліджень Кавказу, Татарики та Туркестану в Німеччині (ICATAT e.V.), що стояла біля його колиски та до останніх днів була активною членкiнею  Консультативної Ради нашого Інституту. У нас ще було багато спільних планів, але доводиться з болем визнати, що час кожного з нас обмежений.

             Світлої пам’яті дорогій Світлані- ханум, „бабусі“ Червоної

Першою та головною любов’ю Світлани Михайлівни були татари, перш за все – кримські. Боротьба за право повернення кримських татар на їхню історичну батьківщину була її „Карфагеном“, про який вона ніколи не забувала. Та кримські татари по праву вважають її однією з них. Вона завжди багато уваги приділяла вивченню та популяризації історії та культури татар в Європі та у цілому світі, не тільки своїми книгами, а й громадською активністю, протестами, конференціями та дискусіями, які спонукали молодих вчених послідовно відстоювати права національних меншин і демократію. Для неї наука була не щось ізольоване від сьогодення, а великою соціальною відповідальністю.

Саме завдяки її зусиллям був відкритий унікальний Центр вивчення татарської книги (CENTRE FOR KITAB STUDIES) при Університеті Миколая Коперніка у Торуні (Польща).

Панi Свiтлана закінчила МДУ ім. М.В. Ломоносова, аспірантуру Академії мистецтв СРСР, була обрана почесним доктором Тбіліського державного університету ім. І. Джавахішвілі та Карачаєво-Черкесського державного університету.

Світлана Михайлівна Червона – мистецтвознавець, культуролог, професор, заслужений діяч мистецтв республіки Татарстан, пристрасна захисниця татар у всьому світі. Значна частина її життя і наукових інтересів була пов’язана з Казанню, Татарстаном, Кримом і татарським світом взагалі, а також з німецькими містами Берліном та Магдебургом, Кавказом. Її книжки «Мистецтво радянської Татарії» (1978), «Сучасне ісламське мистецтво народів Росії» (2008) були першими у своєму роді, та ще довго залишалися унікальними, комплексними дослідженнями мистецтва татар і мусульманських народів Росії. У Берліні та Магдебурзі вона також опублікувала безліч статей та книжок, ініціювала конференції та зустрічі, наприклад, в Бундестазі Німеччини, Міністерстві закордонних справ і Секретаріаті у справах меншин. Її завжди цікавили національні культури, процеси їх взаємодії та взаємовпливу, національні рухи народів Росії та Радянського Союзу, вираз їх ідеалів у мистецтві.

Всі, хто знав Світлану-ханум, запам’ятають її, як талановиту та захоплену вчену, жінку непохитної волі, безкомпромісну борчиню, яка була вірна своєму науковому та громадянському  кредо, як неймовірно енергійну, мудру та чуйну людину.

Період пандемії унеможливив наші зустрічі в цьому році: Конгрес тюркологів та Конгрес DAVO в Варшаві, День тюркологів у Майнці були перенесені на 2021 та 2023 роки відповідно, спільні книжкові проекти залишаються незавершеними, а нашi літні школі в Марселі та Ретімно доведеться втілювати  без її участі.

Разом з нашими колежанками та колегами з Криму, Татарстану, Польщі, Австрії та Німеччини ми оплакуємо втрату сміливої, веселої та  людяної вченої, яка була для багатьох з нас провідником у поширенi рідкісних академічних дисциплін, вселяла в «малі народи» впевненість та у інших – повагу до них, рішуче виступаючи проти деспотизму, диктатури та ісламофобії.

Висловлюємо щирі співчуття рідним та близьким.

Членкіні та члени, наукові співробитниці та співробитники “Інституту досліджень Кавказу, Татарики та Туркестану” (ICATAT):

дp. Місте Хотопп-Ріке

дp. Штефан Тeйліг

дp. Ева Древновська

проф. дp. Іскандер Гілязов

Моніка Горка

дp. Марат Гібатдінов

Ільдар Харіссов

проф. дp. Адас Якубаускас

Домінік Якуб Напіводцькі

проф. дp. Ділара Усманова

дp. Темур Куршутов

проф. дp. Ісмаїл Керімов

Джеміле Умерова

дp. Хюсейін Чічек

Аммар Аваній

Торстен Совада

Казань, Магдебург, Бернау, Берлін, Брегенц, Вільнюс, Сімферополь/Акъмесджит

14 листопада 2020р.

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Başsağğı
Svetlana Mikhailovna
Çervonnaya (1936-2020)

Arkadaşımız ve meslektaşımız Svetlana
Çervonnaya’nın yasını tutuyoruz. 9 Kasım 2020’de vefat etti ve dün Toruń’a gömüldü.

Enstitümüzün beşiğinde vaftiz annesiydi ve sonuna kadar ICATAT Danışma Kurulu’nda aktif bir üye oldu. Hâlâ birlikte birçok planımız vardı, ancak her birimiz için zamanın sınırlı olduğunu acı bir şekilde kabul etmeliyiz.

               Svetlana hanım „Babuşka“ Çervonnaya’nın kutsanmış sevecen anısına.

Svetlana Hanım’ın ilk ve en önemli aşkı Tatarlar, özellikle Kırım Tatarlarıydı. Kırım Tatarlarının tarihi vatanlarına dönme hakkı mücadelesi onun „Kartaca“dı ve bu nedenle Kırım Tatarları haklı olarak onu onlardan biri olarak görürler. Tatarların tarihini ve kültürünü Avrupa’da ve dünyada araştırmaya ve popüler hale getirmeye her zaman çok fazla enerji ve dikkat vermiştir, sadece kitaplarıyla değil, aynı zamanda genç akademisyenleri sürekli olarak cesaretlendiren halka açık etkinlikler, protestolar, konferanslar ve tartışmalarla azınlık hakları ve demokrasi için ayağa kalkın. Onun için bilimsel işi bir “fil dişi kulesi” değil, sosyal bir sorumluluktu. Onun çabaları sayesinde, Torun’daki (Polonya) Nicolaus Copernicus Üniversitesi’nde Tatar Edebiyatı Araştırma Merkezi (KİTAB ÇALIŞMALARI MERKEZİ) adlı benzersiz bir kurum kuruldu. Moskova Devlet Üniversitesi M. W. Lomonosov’dan mezun oldu, SSCB Güzel Sanatlar Akademisi’nde yüksek lisans eğitimini tamamladı. Ivan Javakhishvili Tiflis Devlet Üniversitesi (Gürcistan) ve Karaçay-Çerkes Devlet Üniversitesi (Rusya Federasyonu) Doktor Honoris Causa unvanlarını aldı.

Svetlana Mikhailovna Çervonnaya, bir sanat eleştirmeni, kültür bilimci, profesör, Tataristan Cumhuriyeti’nin Onurlu Sanatçısı, tüm dünyada Tatarların tutkulu bir savunucusuydu. Hayatının ve bilimsel ilgi alanlarının önemli bir kısmı, Kazan, Tataristan, genel olarak Tatarlar ve ayrıca Almanya, Berlin ve Magdeburg, Kırım ve Kafkasya ile bağlantılıdır. „Sovyet Tatarlarının Sanatı“ (1978) ve „Rusya Halklarının Çağdaş Müslüman Sanatı“ (2008) kitapları ilkiydi ve Tatarların ve diğer Müslüman ulusların sanatı üzerine uzun bir süre benzersiz, kapsamlı çalışmalar olarak kaldı. Rusya’da, Berlin ve Magdeburg’da birçok metin ve kitap yayınladı. Alman Federal Meclisi, Alman Dışişleri Bakanlığı ve Azınlık Meseleleri Sekreterliği gibi konferanslar ve toplantılar başlattı.
Ulusal kültürler, etkileşim süreçleri ve karşılıklı etki süreçleri, Rusya Federasyonu ve Sovyetler Birliği halklarının ulusal hareketleri ve ideallerinin sanatta ifadesi ile her zaman ilgilendi.

Svetlana hanum, onu yetenekli ve hevesli bir bilim adamı, kararlı iradeli bir kadın olarak, bilimsel ve sivil Credo’suna inanılmaz derecede enerjik ve bilge, duyarlı bir insan olarak ödün vermeyen bir savaşçı olarak tanıyan herkes tarafından hatırlanacak.

Pandemi dönemi bu yıl yeniden bir araya gelmeyi imkansız hale getirdi, Varşova’daki Türkşınaslık Kongresi, Mainz’deki DAVO Kongresi ve Mainz’daki Türkologlar Günü sırasıyla 2021 ve 2023’e ertelendi, ortak kitap projeleri yarım kaldı ve Marsilya’daki yaz okulumuz ve Rethimnon artık onsuz idare etmek zorunda kalacak.

Kırım, Tataristan, Polonya, Avusturya ve Almanya’dan meslektaşlarımızla birlikte, çoğumuza rehberlik eden, nadir akademik disiplinleri popülerleştiren, „küçük uluslara güven ve saygı duyan, kavgacı, neşeli, insancıl bir akademisyenin kaybının yasını tutuyoruz. „ve despotizme, diktatörlüğe ve İslam düşmanlığına kararlılıkla karşı çıktı.

                                               Aileye ve dostlarına başsağlığı diliyoruz.

ICATAT Enstitüsü’nün arkadaşları, çalışanları ve ortakları adına

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

Kazan, Magdeburg, Bernau, Berlin, Bregenz, Vilnius, Aqmescit/Simferopol // 14 Kasım 2020

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Некролог
Светлана Михайловна Червонная (1936-2020)

Скорбим по нашему другу  и коллеге Светлане Червонной.

Она скончалась 9 ноября 2020 года и была похоронена вчера в Торуни, Польша.

Она была “крестной матерю” Института исследований Кавказа, Татарики и Туркестана в Германии (ICATAT e.V.), стоявшей у его колыбели, и до последних дней являлась активным членом Консультативного Совета нашего Института.  У нас все еще было много совместных планов, но приходится с болью признать, что время каждого из нас ограничено.

             Светлой памяти дорогой Светланы-ханум, “бабушки” Червонной

Первой и главной любовью Светланы Михайловны были татары, прежде всего  – крымские. Борьба за право возвращения крымских татар на их историческую родину была ее „Карфагеном“, о котором она никогда не забывала. И крымские татары по праву считают ее одной из них. Она всегда много внимания уделяла изучению и популяризации истории и культуры татар в Европе и во всем мире, не только своими книгами, но и общественной активностью, протестами, конференциями и дискуссиями, которые побуждали молодых ученых последовательно отстаивать права национальных меньшинств и демократию. Для нее наука была не какой-то изолированной от реальности областью, а большой социальной ответственностью.

Именно благодаря ее усилиям был открыт уникальный Центр изучения татарской книги (CENTRE FOR KITAB STUDIES) при Университете Николая Коперника в Торуни (Польша).

Окончила МГУ им. М.В. Ломоносова, аспирантуру Академии художеств СССР, была избрана почетным доктором Тбилисского госуниверситета им. И.Джавахишвили и Карачаево-Черкесского госуниверситета.

Светлана Михайловна Червонная – искусствовед, культуролог, профессор, заслуженный деятель искусств Республики Татарстан, ярая защитница татар во всем мире.

Значительная часть ее жизни и научных интересов была связана с Казанью, Крымом, а также с Берлином и Магдебургом в Германии, Кавказом и всем татарским миром в целом. Ее книги «Искусство советской Татарии» (1978), «Современное исламское искусство народов России» (2008) являлись первыми в своем роде, и еще долго оставались уникальными, комплексными исследованиями искусства татар и мусульманских народов России. В Берлине и Магдебурге она также опубликовала множество статей и книг, инициировала конференции и встречи, например, в Бундестаге Германии, Министерстве иностранных дел и Секретариате по делам меньшинств. Ее всегда интересовали национальные культуры, процессы их взаимодействия и взаимовлияния, национальные движения народов России и Советского Союза, выражение их идеалов в искусстве.

Все, кто ее знал, запомнят Светлану ханум, как талантливого и увлеченного ученого, женщину непреклонной воли, бескомпромиссного борца, верного своему научному и гражданскому кредо, как невероятно энергичного, мудрого, отзывчивого человека.

Период пандемии сделал невозможным наши встречи в этом году: Конгресс тюркологов и Конгресс DAVO в Варшаве и День тюркологов в Майнце были перенесены на 2021 и 2023 годы, соответственно, совместные проекты по написанию книг остаются незавершенными, а наши летнии школы в Марселе и Ретимно, теперь придется проводить без ее участия.

Вместе с нашими коллегами из Крыма, Татарстана, Польши, Австрии и Германии мы оплакиваем потерю смелого, веселого и человечного ученого, который был для многих из нас проводником, распростронявшим редкие академические дисциплины, вселявшим уверенность в «малые народы», а другим – уважение к ним, решительно выступая против деспотизма, диктатуры и исламофобии.

Выражаем искренние соболезнования родным и близким.

Члены, друзья и научные сотрудники ИКАТАТ:

д-р Мисте Хотопп-Рике

д-р Штефан Тeйлиг

проф. д-р Адас Якубаускас

Моника Горка

д-р Марат Гибатдинов

Ильдар Харисов

проф. д-р Искандер Гилязов

д-р Темур Куршутов
проф. д-р
Исмаил Керимов

д-р Eвa Дpeвновскa

Доминик Якуб Напиводски

проф. д-р Диляра Усманова

Джeмилe Умерова

Aммap Aвaний

д-р Хусeин Чичек

Торстен Совада

Казань, Магдебург, Бернау, Берлин, Брегенц, Вильнюс, Симферополь // 14 ноября 2020 г.

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 نعوة  وفاة

سفيتلانا ميكالوفنا شيرفونايا  (1936-2020)

ببالغ الحزن والآسى وصلنا خبر وفاة الصديقة والزميلة العزيزة سفيتلانا شيرفونايا يوم التاسع من شهر تشرين الأول من عام 2020 حيث وريت الثراء في مدينة تورون.

كانت عرابة معهدنا و ناشطة في مجلسه الاستشاري حتى النهاية. لا يزال لدينا العديد من الخطط التي وضعنا أسسها معها ، ولكن علينا أن نعترف بألم وحرقة أن الوقت محدود لكل واحد منا.

كذكرى خالدة في نفوسنا تحية لسفيتلانا خانوم ‘بابوشكا’

 كان حب سفيتلانا خانوم الأول والأكثر أهمية هو للتتار ، وخاصةً أولئك القاطنين شبه جزيرة القرم. كان الكفاح من أجل حق تتار القرم في العودة إلى وطنهم التاريخي „قرطاجها“ وقضيتها المحورية ، ولذلك فإن تتار القرم يعتبرونها بحق فرداً من عائلتهم. كرست دائمًا الكثير من الطاقة والاهتمام للبحث والترويج لتاريخ وثقافة التتار في أوروبا وحول العالم ، ليس فقط من خلال كتبها، ولكن أيضًا من خلال العديد من الأنشطة العامة والاحتجاجات والمؤتمرات والمناقشات التي شجعت العلماء الشباب على الاستمرار في دفاعهم عن الديمقراطية وحقوق الأقليات. بالنسبة لها ، لم يكن العلم برجًا عاجيًا ، بل مسؤولية اجتماعية.

بفضل جهودها المعطاءة ، تم إنشاء مؤسسة فريدة من نوعها  ألا وهي مركز دراسات كتاب في جامعة نيكولاس كوبرنيكوس في تورون (بولندا) المتخصص بالشؤون التتارية.

 حصلت على الدكتوراه من جامعة لومونوسوف في موسكو ، وأكملت تأهيلها هناك وأكملت دراساتها العليا في أكاديمية الفنون في اتحاد الجمهوريات الاشتراكية السوفياتية.

حصلت على الدكتوراه الفخرية من جامعة إيفان جافاخيشفيلي الحكومية في تبليسي (جورجيا) وجامعة ولاية كاراشاي – تشيركيس. كانت عضوًا في العديد من الجمعيات الأكاديمية مثل الرابطة الألمانية للشرق الأوسط ، حيث كانت مسؤولة عن مجموعة عمل  ICATAT  المسماة „الإسلام في أوراسيا ما بعد الشيوعية“ ، كانت عضوًا في الجمعية الألمانية لدراسات أوروبا الشرقية، وعضوًا في الجمعية الألمانية للفولكلور والمجلس الدولي لدراسات  أوروبا الوسطى والشرقية.

كانت سفيتلانا ميخائيلوفنا تشيرفونايا ناقدةً فنية وعَالمة ثقافية وأستاذةً وخبيرةً فنيةً مشرفةً في جمهورية تتارستان ، وداعية شغوفة للتتار في جميع أنحاء العالم. يرتبط جزء كبير من حياتها واهتماماتها العلمية بكازان ، وتتارستان ، والتتار بشكل عام ، ولكن أيضًا بألمانيا ، وبرلين وماغدبورغ ، وشبه جزيرة القرم والقوقاز. ظلت مؤلفاتها „فن جمهورية التتار السوفيتية“ 1978  و „الفن الإسلامي المعاصر لشعوب روسيا“ (2008) لفترة طويلة أوائل الدراسات الشاملة والفريدة من نوعها لفن التتار والشعوب المسلمة الأخرى في روسيا. في برلين وماغديبورغ نشرت أيضًا نصوصًا وكتبًا ، ونظمت مؤتمرات واجتماعات ، على سبيل المثال في البرلمان الألماني ووزارة الخارجية الألمانية والأمانة العامة لقضايا الأقليات.

كانت مهتمة دائمًا بالثقافات الوطنية ، وعمليات تفاعلها وتأثيرها المتبادل ، كما اهتمت بالحراك الوطني لشعبي الاتحاد الروسي والاتحاد السوفيتي ، فضلاً عن رغبتها الدائمة في التعبير عن مُثُلهم وقيمهم الفنية.  سوف يتذكر كل من عرف سفيتلانا خانوم أنها عالمة موهوبة ومتحمسة ، امرأة ذات إرادة صلبة ،مقاتلة لا هوادة لديها ، وفيّة لعقيدتها العلمية والمدنية ، نشيطة بشكل لا يصدق وذكية وسريعة التجاوب.

جعل زمن الوباء لقاءاتنا ولمّ  شملنا  أمرًا مستحيلًا هذا العام ، تم تأجيل كل من مؤتمر التركولوجيا في وارسو ومؤتمر دافو واليوم التركي في ماينز إلى 2021 و 2023 ، ولا تزال مشاريع الكتب المشتركة غير مكتملة ومدارسنا  الصيفية في كل من  مرسيليا وريثيمنون ستنعقد دون وجود سفيتلانا خانوم.

جنبًا إلى جنب مع زملائنا من شبه جزيرة القرم ، وتتارستان ، وبولندا ، والنمسا ، وألمانيا ، نحزن على فقدان أكاديمي مثير للجدل مثلها وأمراة مبهجة ومحبة للناس. كانت مرشدًا للكثير منا ، وشجعت „باحثي الأوركيد“ و „الشعوب الصغيرة“ بثقة و واحترام لا مثيل لهما وعارضت بحزم الاستبداد والديكتاتورية والعداء للإسلام أينما حلّوا.

نقدم تعازينا الحارة للعائلة والأصدقاء

Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Dr. Stephan Theilig

Dr. Ewa Drewnowska

Prof. Dr. Iskander Gilyazov

Monika Górka

Dr. Marat Gibatdinov

Ildar Kharissov

Prof. Dr. Adas Jakubauskas

Dominik Jakub Napiwodzki

Prof. Dr. Dilara Usmanova

Dr. Temur Kurshutov

Prof. Dr. Ismail Kerimov

Dzhemile Umerova

Dr. Hüseyin Çiçek

Ammar Awaniy

Torsten Sowada

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FÄLLT AUS: „Europa-Woche 2020 / Neue Nachbarn in Europa“

Workshops, Lesungen und Diskussionen im Museum Wolmirstedt und in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt

Die jährliche Europawoche bietet vielen engagierten Vereinen in Sachsen-Anhalt einen Rahmen, um europabezogene Veranstaltungen und Projekte zu präsentieren und mit Interessierten über Europa ins Gespräch zu kommen. Wie viele andere Veranstaltungsformate musste auch die sonst im Mai stattfindende Europa-Woche pandemie-bedingt verschoben werden. „Dies hat uns dazu veranlasst, die Europawoche 2020 in Sachsen-Anhalt für Veranstaltungen über den Mai hinaus zu öffnen.“ so Kulturminister Rainer Robra. In Wolmirstedt werden in diesem Rahmen daher zwei Veranstaltungen stattfinden im November. Ein besonderer Anlaß ist der 155. Geburtstag von Friedrich Schrader, ein in Wolmirstedt geborener Orientalist und Publizist, der 22 Sprachen fließend sprach und stets das Verbindende zwischen Orient und Okzident betonte. Auf den Spuren Friedrich Schraders werden europapolitische Implikationen von Migration und Integration diskutiert, die sich schon lange in Europas Gesellschaften gegenseitig befruchten und bereichern.

Neue Nachbarn. Europa hören und schmecken. heißt es deshalb am 12.11. in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe. Die Student*innen lernen im Vortrag „Die ICATAT-Methode Pascha“ interdisziplinäre multilinguale Tools im Kontext europäischer Jugend-Integrationsarbeit und kultureller Europa-Bildung. Zusammen mit Zeitzeug*innen bearbeiten die Teilnehmenden in zwei Workshops Erfahrungen, Wertewandel und Zukunftsperspektiven europäischer Integration.

Europa-Geschichte(n) zwischen Elbe, Ohre und Mittelmeer“

Im Museum Wolmirstedtfindet Freitag Nachmittag ein Kunst-Workshop statt. Mit Kalligraphie, Tapen und Kleben werden kleine Kunstwerke zum „Mit-nach-Hause-Nehmen“ erstellt. Unter Anleitung von Iman Shaaban und Masoumeh Ahmadi geht es in verschiedenen Schriften und Sprachen um Namen und Wege in Europa. Woher kommen wir, was sagen uns unsere Namen, wie schreibt und kalligrafiert man wo in Europa?

Abends folgt dann ein Literaturabend mit Diskussion mit Lesungen aus dem Roman des syrischen Autoren Ammar Awaniy („Fackel der Angst. Von Homs nach Magdeburg“) und dem „Der Pascha von Magdeburg“ mit Dr. Mieste Hotopp-Riecke.Die „Fackel der Angst“ von Awaniy entstand als Tagebuch seiner Flucht aus Syrien hinzu mehr Menschlichkeit in Europa. In„Der Pascha von Magdeburg“ ist das Publikum eingeladen zwischen Kunst und Wissenschaft funkelnde verborgene Mosaiksteine zwischen Altmark, Magdeburg und dem Orient zu entdecken und Einblicke in weitere neue Heimatbücher zu bekommen.

Termine:

  • Freitag, 13.11.2020, Museum Wolmirstedt 16-18:00 Uhr, Kalligrafie-Workshop
  • Freitag, 13.11.2020, Museum Wolmirstedt 19:00 Uhr, Lesung & Diskussion

Um Anmeldung wird gebeten: 039201/ 21363

Unkostenbeitrag Literaturabend: 3,00 €

Mitwirkende: Ammar Awaniy, Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Masoumeh Ahmadi, Hafez Chabaan und Iman Shaaban, Musiker der Band SÊKOŞ

Alle Informationen zu den Europa-Wochen in Sachsen-Anhalt finden sich unter: https://goeurope-lsa.de/europawoche-20

Für Nachfragen steht Herr Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT) zur Verfügung: office@icatat.de

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Neue regionale Interkulturprojekte „In the Middle of Nüscht“

Wir flankieren / unterstützen zusammen mit dem Team von Resonanzboden / House of Ressources in der Altmark das Projekt „In the Middle of Nüscht 2020. Literatur gestaltet Heimat“ des Autor*innen- und Künstler*innen-Netzwerkes rund um Siyblle Sperling (Herausgeberin/Autorin) und Jana Henning (Bloggerin/Autorin). Träger des Projektes ist EndeGelände e.V. aus Kuhlhausen, eingebunden sind viele Künstler*innen und Kultur-Aktive Altmärker*innen.

 

 

Das Middle-Nüscht-Netzwerk von Autor*innen, Künstler*innen und Umweltschützer*innen veranstaltet Lesungen und CrossMedia-Workshops für eine nachhaltige Struktur, die Akteur*innen aus Umweltschutz, Kreativwirtschaft, Kunst und Kommune verbindet für eine gesunde faire Zukunft in der Altmark. Mittels flexibler interdisziplinärer Module bündeln wir die Kompetenzen unserer Menschen. Basis für diese Idee und literarischer Fokus liegt dabei auf den beiden Büchern „In the Middle of Nüscht“ (Die östliche [I] bzw. die westliche [II] Altmark endecken). Mit Poetry Slam und Kochworkshops, mit GeoCaching und mehrsprachigen Lesungen, mit Waldpädagogik und Blogging verbinden wir hier Menschen und ihre Geschichte(n) in der Altmark, die eine lange Tradition von Mehrsprachigkeit und Multiethnizität bis in unser Heute aufweist: Als slawischsprachiges und plattdeutsches Siedlungsgebiet bis ins 18. Jahrhundert teils dreisprachig, mit flämischen, hugenottischen und wallonischen Neusiedler*innen damals und Neubürger*innen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus den Weiten Eurasiens und Afrika heute ist Herkunft ein zentrales Moment der Identitätsdiskurse in unserer Heimat. Wir möchten mit diesem Projekt den positiven Spirit unserer unverhofften und beliebten Bestseller „In the Middle of Nüscht“ nutzen und mittels Lesungen in Kombination z.B. mit Medien-Text- und Foto-Werkstätten beitragen zu Empowerment und Vernetzung von Akteur*innen der Zivilgesellschaft, Kreativwirtschaft und Kunst. Mit den Menschen der Altmark für die Altmark, in the Middle of Nüscht.

Gefördert  werden die Literatur-Aktivitäten im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ – einem Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

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„Vakanzen // Chancen“

Auf der Insel Hiddensee fand das X. ICATAT-Sommer-Colloquium statt. 24 Akademiker*innen und Künstler*innen waren aktiv…

Oliver Meyer, ICATAT, Hiddensee-Colloquium 2020

Pandemie-bedingt wurden dem ICATAT kurzfristig alle bereits zugesagten Räumlichkeiten für unser jährliches Hiddensee-Colloquium an der Universität Greifswald entzogen: Bis zum 30.9.2020 finden keinerlei Publikumsveranstaltungen statt. Nach zähem Ringen um Ersatzunterkünfte und Arbeitsräume und dutzenden Telefonaten hatten wir Glück im Unglück. Kismet und Müjde! Fügung und Frohe Botschaft! Wir konnten zwar nicht mit 32 Menschen anreisen wie geplant, aber die Evangelische Gemeinde Hiddensee gab über zwanzig der Unsrigen Asyl. Im Rüstzeitheim am Pastorenweg, dem „Arnold-Gustavs-Haus“, konnten die ICATAT-Arbeitsgruppen tätig werden. Namensgeber Arnold Gustavs gründete 1923 auf Hiddensee mit Bruno Meissner, Friedrich Schachermeyer und Ernst Weidner die „Altorientalische Gesellschaft“ Deutschlands, die »sich die Erforschung der  Sprachen und Kulturen des Alten Orients zur Aufgabe« gesetzt hatte: »Ihre Forschungsarbeit erstreckte sich auf alle Länder des Vorderen Orients, die unter dem Einfluß der mesopotamischen Kultur gestanden haben, also vor allem Babylonien und Assyrien, Kleinasien, Armenien, Elam, Iran, Syrien, Palästina und Arabien.«

Gründung Altorientalische Gesellschaft

Sitzend v.l.n.r.: Fritz Schachermeyr, Anneliese Weidner, Bruno Meissner, Hade Unger, Arnold Gustavs; stehend v.l. n.r.: Eckhard Unger, Helene Gustavs, Ernst Weidner (Foto: Gustavs, Aus: Arnold Gustavs: Hiddensee. Aufzeichnungen eines Inselpastors. Hrsg. von Arne Gustavs, Berlin, 1982, Foto Nr. 4 im Anhang, s. S. 659)

So blieb also unsere akademische Stamm-Unterkunft vakant, doch bot uns das Arnold Gustavs-Haus die Chance, neue Perspektiven zu finden und Bewährtes fortzusetzen. Gesagt getan: Unser diesjähriges, das X. ICATAT-Sommer-Colloquium benannten wir – auch abhebend auf die Corona-Pandemie-Zeit – „Vakanzen // Chancen“.

1 Arnold-Gustavs-Haus ICATAT-Colloquium 2020 Foto © Kirsten Mengewein kiraton

Vakanzen: Zu den dutzenden pandemie-bedingten Absagen all unserer Aktivitäten gehörte unsere Studienreise „Islam at the Baltics“ (verschoben auf Mai 2021) und die ICATAT-Stadtführungen „Auf den Spuren des Paschas von Magdeburg“, alle öffentlichen Vorträge, Lesungen, Soiréen und Workshops in Berlin, Kasan, Leipzig, Vilnius… Auch der DAVO-Kongress 2020 und der Deutsche Turkologentag wurden abgesagt, ebenfalls der XI. Internationale Turkologie-Kongress in Warschau. Umso glücklicher waren wir, dass wenigstens unser Sommer-Colloquium stattfinden konnte.

Chancen: Wir nutzten die pandemie-bedingt kontaktarme Zeit für die Erprobung neuer Formate und innovativer Wege. Trotz und während der strikten Kontakt- und Reisebeschränkungen gingen in diesem Jahr bereits drei neue Projekte an den Start und wir arbeiteten mit an sieben (!) neuen Büchern (eine Auflistung findet sich am Ende dieses Collequium-Reviews). Eine neue Kooperation des ICATAT wurde initiiert  mit der größten Universität Frankreichs, der Aix-Marseille Université (AMU), insbesondere dem dortigen   – IREMAM | Institut de recherches et d’études sur le monde arabe et musulman (Institut für Forschung und Studien zur arabischen und islamischen Welt) und der Maison Méditerranéenne des Sciences de l’Homme. Wir freuen uns!

Neue Projekte: In Trägerschaft des Postillion e.V. aus dem Rhein-Neckar-Kreis arbeiten wir seit Anfang 2020 gemeinsam im Projekt „Land.Jugend.Mobil“ in Kooperation mit der .lkj) Sachen-Anhalt.  Wir initiierten und begleiten das Projekt „In the Middle of Nüscht 2020. Literatur gestaltet Heimat“ des Autor*innen-Netzwerkes „In the Middle of Nüscht“ um Herausgeberin/Autorin Sibylle Sperling und des EndeGelände e.V. Kuhlhausen, gefördert vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB), gefördert im Rahmen des BKM-Förderprogramms »Kultur in ländlichen Räumen«. Rund 40.000 € konnten wir einwerben für unser Projekt „ZWEIHEIMISCH. Mit dem Pascha von Magdeburg unterwegs zwischen Altmark und Aga-Tal“ in Kooperation mit dem Förderverein der Schriftsteller, der .lkj) Sachsen-Anhalt und dem Jugendclub Bittkau, gefördert durch die Türkische Gemeinde Deutschland im Programm „Mein Land / Zeit für Zukunft“. Daneben flankieren wir als Kooperationspartner zwei Mikro-Projekte des „House of Ressources“ („Migranten für Migranten“ & „Tataria.online„) und arbeiten weiter an Projekten mit der Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan.

Während des Sommer-Colloquiums auf Hiddensee wurde gearbeitet & geplant an:

  • Buchmanuskript weiterentwickelt für das nächste Werk „Hiddensee and the Orient“ (Kapitel zu Arnold Gustavs, zu Flora Tataricae, Orient-Caches, Felsenstein, Hanns H.F. Schmidt, Konrad Schmidt, Hugo Thürke, Musa Dschalil, Bernstein- u. Seidenstraßen, Saerkland- oder Sarazenen-Land-Runen (Wikinger-Runen die arabische Welt betreffend), Galinder (noch nicht germanisierter Stamm der Preussen/Prussen, einige Familien wanderten aus ins Kalifat von von Cordoba. Einige bekannte Muslime des alten Andalusiens hatten so galindisch-baltische Ahnen).
  • Kommunikation mit Verlagen und Autor*innen bzgl. nächster Buchvorhaben
  • GeoCache zum Thema „Hiddensee und der Orient“ und „Lyrische Pause“ installiert, großen Dank dafür an ICATAT-Fellow Kirsten Mengewein
  • Das Funkaktiv „Vielfalt“ um Oliver Meyer war dieses Jahr wieder auf den Spuren von Sendern und Funker*innen aus Asien und Nordafrika unterwegs zwischen Ionosphäre, Transmitter und 49-Meter-Band (z.B. Radio Mosaïque FM, Tunesien und die kurdische Welle von Radio Sverige). DANKE Olli!
  • Medien-Werkstatt „Foto / Doku / Blog“ (Kirsten Mengewein und Oliver Meyer führten ein Fotobearbeitung, GeoCaching und PolarSteps-Blogging). Herzlichen Dank! Erste Produkte sind hier im Beitrag zu sehen.
  • Planung des XI. Sommer-Colloquiums des ICATAT auf Hiddensee August 2021 mit Literatur-Abend im Henni-Lehmann-Haus

WIR KOMMEN IMMER GERNE WIEDER! Wir danken der Evangelischen Gemeinde Hiddensee für die gastliche Aufnahme!

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Für den Erhalt der akademischen Freiheit des Schihabetdin-Mardschani-Instituts für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan!

В поддержку Академической Свободы и сохранения Института истории им​.​ Шиһабетдин​ ​Марджани АН РТ

Das Schihabudtin-Mardschani-Institut für Geschichte (Kasan, Republik Tatarstan / Russländische Föderation) steht nach 25 Jahren als unabhängige Forschungseinrichtung vor der Gefahr geschlossen zu werden. Die Mitarbeiter*innen des Instituts, die aufgrund der COVIS-19-Pandemie zu Hause isoliert waren, sind schockiert über die Nachrichten in den Medien über das Schicksal ihres Instituts. Es wurden keine vernünftigen Gründe aufgezeigt, um die Notwendigkeit zu erklären, das Institut zu schließen oder seine Struktur oder seinen rechtlichen Status zu ändern. Die Wissenschaftler*innen wurden nicht über solche Pläne der Regierung informiert, ihr Institut durch die Verschmelzung mit den anderen Strukturen und den Verlust der rechtlichen Unabhängigkeit zu zerstören. Das Institut hat jedoch sehr gute Bewertungsergebnisse gemäß dem offiziellen Ranking-System für Veröffentlichungsaktivitäten. Die Akademiker*innen sind strikt gegen Änderungen des offiziellen unabhängigen Status der juristischen Person ihres Instituts und fordern die Regierung zum Dialog über die zukünftige Existenz ihrer Institution und ihrer Forschungsprojekte auf. Das zukünftige Schicksal des Instituts sollte das Ergebnis einer offenen wissenschaftlichen Diskussion sein und nicht ohne die Meinung der Mitarbeiter selbst gewaltsam entschieden werden.
Wir bitten Sie, unseren Kampf für die zukünftige Existenz unseres Instituts und für unsere akademische Freiheit zu unterstützen. Helfen Sie uns, das Mardschani-Institut für Geschichte zu retten, das als eines der wenigen Beispiele für akademische Freiheit in Kasan und Russland bekannt ist!

Институт истории им. Ш. Марджани АН РТ hat diese Petition an Президенту Республики Татарстан Рустаму Минниханову gestartet.  (scroll down for English version)
(татарчасын астарак кара)

На протяжении многих лет работая над совместными академическими проектами, мы знаем Институт истории им. Шиһабетдин Марджани АН РТ (Казань, Российская Федерация), как авторитетный научный центр, ведущий важную работу по изучению истории и культуры татарского народа, наследия народов Татарстана. Ученые Института истории им. Ш. Марджани АН РТ внесли значительный вклад в мировые академические исследования в области тюркологии и исламоведения.

Институт истории им. Шиһабетдин Марджани является лидирующим  академическим центром по ряду исследовательских направлений, таких, как изучение истории Золотой Орды и татарских ханств, этнографические и социологические исследования татар, изучение «татарского ислама», татарской педагогики и образования и других, уникальных в своем роде исследовательских направлений. Научные достижения сотрудников Института истории им. Ш.Марджани хорошо известны в академическом мире, их уровень и качество исследований не вызывает сомнений.

Считаем важным, в целях сохранения академической свободы и развития гуманитарных исследований, сохранить Институт истории им. Ш.Марджани как самостоятельное научное учреждение. Сведение Института до уровня одного из структурных подразделений Академии наук Республики Татарстан представляется не обоснованным и контрпродуктивным.

Выражаем поддержку сотрудникам Института в их борьбе за сохранение этого важного и авторитетного научного центра.

Считаем, что любые обсуждения возможного изменения официального статуса, структуры и направлений академических исследований Института должны проводиться только в рамках открытой академической дискуссии с непременным и широким привлечением к ней самих сотрудников данного Института.

Безусловно поддерживаем сохранение академической свободы в Татарстане и России!

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Working on joint academic projects over the years, we know Sh.Marjani Institute of History (Kazan, Russian Federation) as a respected academic center conducting important work on the history and culture of the Tatar people and the heritage of the peoples of Tatarstan. The Sh. Marjani Institute of History academic staff made a significant contribution to world academic research in the field of Turkology and Islamic studies.

The Sh. Marjani Institute of History is a leading academic center in a number of research areas, such as history of the Golden Horde and the Tatar Khanates, ethnographic and sociological studies of the Tatars, the study of „Tatar Islam“, Tatar pedagogy and education, and other unique research areas. The academical achievements of the Institute’s staff are widely known and recognized by colleagues. And we have no doubts about quality of these researches.

We also consider it important, in order to preserve academic freedom and the development of humanitarian studies in Russia and Tatarstan, to preserve Sh.Mardjani Institute of History as an independent academic institution. Reducing the Institute to the level of deprived department of Tatarstan Academy of Sciences is a very controversial and inefficient decision. We express our full support to the staff members of Sh.Mardjani Institute of History in their struggle to preserve the independent status of their Institute.

We believe that any further discussions of a possible change in the official status, structure and directions of the Institute’s academic research should be held only as part of an open academic discussion with the direct participation of the Institute’s staff.

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Академик Ирекне һәм ТР ФА Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институтын саклап калуга ярдәм итик!

Озак еллар дәвамында уртак фәнни проектлар өстендә эшләгәндә без ТР ФА Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институтын (Казан, Россия Федерациясе) татар халкы тарихын һәм мәдәниятен, Татарстан халыклары мирасын өйрәнү буенча мөһим эш алып баручы абруйлы фәнни үзәк буларак беләбез. ТР ФА Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институты галимнәре тюркология һәм ислам белеме өлкәсендә бөтендөнья фәнни тикшеренүләренә зур өлеш керттеләр.

Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институты Алтын Урда һәм татар ханлыклары тарихын өйрәнү, татарларны этнографик һәм социологик яктан тикшерү, «татар исламын», татар педагогикасын һәм мәгарифен өйрәнү һәм башка уникаль тикшеренү юнәлешләре буенча алдынгы академик үзәк булып тора. Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институты галимнәренең фәнни казанышлары академик дөньяда яхшы билгеле, аларның дәрәҗәсе һәм тикшеренү сыйфаты һичбер шик тудырмый.

Тарих институты татар теленең фән теле буларак үсешен тәэмин итүче фәнни үзәкләрнең берсе, һәм, һичшиксез, иң әһәмиятлесе булып тора. Институтның барлыкка килгән көннәреннән башлап, аның галимнәре тарафыннан татар телендә  100 гә якын монография һәм фәнни җыентык язылды, даими рәвештә ике дәүләт телендә фәнни конференцияләр һәм түгәрәк өстәлләр уздырыла. Ш.Мәрҗани институты булмаса, татар тарихы һәм мәдәнияте турында фәнни чыгышларны саф татар телендә кайда тагын ишетеп булыр иде икән?

Күренекле татар галиме, тарихчы һәм дин белгече Шиһабетдин Мәрҗанинең исемен йөрткән, Мәрҗани рухы сакланган әлеге оешманы саклап калырга иде!

Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институты фәнни-тикшеренү эшләре белән  беррәттән, гамәли әһәмияткә ия булган эшчәнлек алып бара. Институт галимнәре татар балалар бакчалары, урта мәктәпләр өчен уку әсбаплары, программалар әзерләүдә, татар тарихы буенча олимпиада, конкурс һәм конференцияләр уздыруда да актив катнашалар.

Академик Ирекне саклау һәм гуманитар тикшеренүләрне үстерү максатыннан, Ш.Мәрҗани исемендәге Тарих институтын мөстәкыйль фәнни оешма буларак саклап калуны мөһим дип саныйбыз. Институтны Татарстан Республикасы Фәннәр академиясенең структур бүлекчәләренең берсе дәрәҗәсенә китерү нигезсез һәм зыянлы дип беләбез.

Бу мөһим һәм абруйлы фәнни үзәкне саклау өчен көрәштә Институт хезмәткәрләренә ярдәмебезне белдерәбез!

Институтның рәсми статусын, структурасын һәм фәнни-тикшеренү юнәлешләрен үзгәртү бары тик ирекле һәм ачык академик фикер алышу нигезендә генә булырга мөмкин, әлеге дискуссиядә  Институтның хезмәткәрләренә үз фикерләрен җиткерергә мөмкинлек бирелергә  тиеш дип саныйбыз.

Һичшиксез, Татарстанда һәм Россиядә Академик Ирекне саклап калуны хуплыйбыз!

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Marcani Tarih Enstitüsü (Kazan, Rusya Federasyonu) 25 yıllık bağımsız araştırma kurumu olarak var olduktan sonra kapatılabilir. COVIS-19 salgını nedeniyle evlerde izole edilen enstitü personeli medyada Enstitülerinin kaderiyle ilgili haberler karşısında şok oldu. Enstitü’nün kapatılması veya yapısının veya hukuki statüsünün değiştirilmesi gereğini açıklamak için makul bir neden gösterilmemiştir. Akademisyenler, Hükümet’in diğer yapılarla birleşerek ve hukuki bağımsızlıklarını kaybederek Enstitülerini yok etme planları hakkında bilgilendirilmediler. Ancak, Enstitü resmi yayıncılık faaliyetleri sıralama sistemine göre çok iyi bir değerlendirme sonucuna sahiptir. Akademisyenler, Enstitülerindeki tüzel kişiliğin resmi bağımsız statüsündeki herhangi bir değişikliğe kesinlikle karşı çıkıyorlar ve Hükümeti kurumlarının ve araştırma projelerinin gelecekteki varlığı hakkında diyalog kurmaya çağırıyorlar. Enstitünün gelecekteki kaderi açık bilimsel tartışmaların sonucu olmalı ve personelin kendisinin görüşü olmadan zorla karar verilmemelidir.
Enstitümüzün gelecekteki varlığı ve akademik özgürlüğümüz için mücadelemizi desteklemenizi rica ediyoruz. Kazan ve Rusya’da akademik özgürlüğün nadir örneklerinden biri olarak bilinen Marjani Tarih Enstitüsü’nü kurtarmamıza yardımcı olun!

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EINSPRUCH! „Die Krim ist NICHT Russlands sonniger Süden!“

Krimtatarisch-deutscher dialog

„Russlands sonniger Süden, von der Krim bis nach Sotschi…“ heißt es im Ankündigungstext für eine besondere Dokumetation auf ARTE TV. Doch anders als dieser Film suggeriert, gehört die Krim eben NICHT zur Russländischen Föderation, sondern völkerechtlich zur Republik Ukraine.

Trotz eines Einspruchs an den Programmbeirat wurde nun erneut und unkorrigiert eine Wiederholung gesendet.

Wir verfolgten mit großer Bestürzung diese erneute Ausstrahlung der arte-Dokumentation „Das Schwarze Meer – Russland“ der Regisseurin Heike Nikolaus am 12.  und 25. März 2020  auf arte TV, die journalistische Sorgfalt vermissen ließ und völkerrechtliche und menschenrechtliche Grundsätze ignoriert, verharmlost bzw. verletzt. Obwohl die Kritikpunkte durch den schriftlichen Einspruch seit 2018 bekannt sind, wurde die Sendung erneut unverändert ausgestrahlt.

WIR wenden uns dagegen und fordern keine weitere Wiederholung dieser Verharmlosung von Annexion und Repression (auf) der Krim!

Erstunterzeichner*innen:

Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien, Magdeburg (www.icatat.de) / Vizepräsident der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V.

Dr. Susann Worschech (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt / O.)

Dr. Diana Siebert, Köln (Gründungsmitglied: Initiative Demokratische Ukraine / Beiratsmitglied  im Lew-Kopelew-Forum)

Prof. Dr. Kerstin Jobst, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien / Mitglied der Kommission Südosteuropa-Türkei-Schwarzmeerregion der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Russisch-Österreichischen Historikerkommission

Markus Meckel, Berlin (Mitglied des Kuratoriums des „Europäischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarität“ Warschau; Außenminister a.D.)

Krzysztof Piotr Stanowski, Mitbegründer der Solidarnośc und des Bürgerkomitees Solidarnośc mit der Ukraine, stellv. Außenminister der Republik Polen a.D.

Dr. Anna Veronika Wendland, Marburg, Mitglied der deutsch-ukrainischen Historikerkommission, Direktion Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Institut der Leibniz-Gemeinschaft

Rebecca Harms, Mitglied des Europäischen Parlamentes 2004 bis 2019

Dr. Vera Ammer, Initiative Demokratische Ukraine (Gründungsmitglied), Vorstandsmitglied Euromaidan NRW, Mitglied im Beirat des Lew-Kopelew-Forums

Dr. Olaf Kühl, Berlin (Ost-West-Büro Übersetung / Analyse)

Dr. Peter Gischke, Leipzig

Monika Weigand, Frankfurt a.M. (Europa Union Frankfurt)

Dr. Andreas Umland, Universität Jena.

Dr. Martin Dietze, Hamburg (1. Vorsitzender Deutsch-Ukrainischer Kulturverein e.V.)

Marieluise Beck, Direktorin Ostmitteleuropa / Osteuropa und Geschäftsführer Ralf Füchs sowie alle Mitarbeiter*innen des LibMod – Zentrum Liberale Moderne

Sören Herbst, Magdeburg

Dr. Stephan Theilig, Vizedirektor ICATAT

Steffen Dobbert, Berlin

Wolfgang Templin, Berlin

Dr. Anke Giesen, Vorstandsmitglied Memorial International und MEMORIAL Deutschland e. V.

Lenur Kerymov, Warschau (Director IP, Helsinki Foundation for Human Rights)

Peter Koller, Berlin (Mitglied der Berlin Group for Human Rights in Ukraine (Pravo))

Monika Górka & Dominik Napiwodzki,  Initiative Qırımlı Deutschland / ICATAT, Magdeburg

Roman Alieiev, Initiative Qırımlı Deutschland

Andrej Ferdinand Novak, European Cosmopolitan Consulting  https://europeancosmopolitan.eu

Irina Serdyuk, Autorin/ dAch gGmbH für offene Gesellschaft

Uwe Lehmann, Berlin (Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen und Ukraine-Stammtisch Berlin)

Emina Ragipovic, Warschau (Präsidentin der Stiftung „Fundacja Kultury bez Granic“)

Rokita Zbigniew , New Eastern Europe Journal, Kraków, Polen

Dr. Nataliya Kostyak, Ethnolinguistin

Oleh Bey, Freie Ukraine Braunschweig e.V., 2. Vorsitzender

Viola von Cramon-Taubadel, Mitglied des Europäischen Parlaments

Dr. Ellen Ueberschär, Berlin, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Lino Klevesath, Politikwissenschaftler (Institut für Demokratieforschung / Universität Göttingen)

Oleksandra Keudel, Berlin

Marcus Welsch, Filmregisseur, Berlin

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Unser Brief an die ARTE-Direktion und Programmbeirat des ZDF im Wortlaut:

Einige Kritikpunkte im Einzelnen:

„Seit 2014 ist die Krim – und damit auch Balaklava, wieder – unter der Kontrolle von Russland. Die meisten westlichen Staaten betrachten dies als Annexion. Viele Russen hier auf der Krim sehen das anders. Und Politik scheint sehr weit entfernt an dem beschaulichen Badeort.“

Die Krim ist Staatsgebiet der Ukraine. Dies ist auch die klare Haltung Deutschlands und Frankreichs, der arte-Geberländer. Der Hinweis darauf, dass die Krim wieder „unter der Kontrolle“ Russlands sei, reicht als redaktionelle Einordnung für die Ereignisse 2014 nicht aus. Es fehlt jeglicher Verweis darauf, dass dieses „unter Kontrolle“ bringen durch den völkerrechtswidrigen Einsatz von Waffengewalt geschehen und gegen den entschiedenen Widerstand großer Teile der Bevölkerung geschehen ist, auch unter völkerrechtswidrigen Handlungen, wie extralegaler Hinrichtungen, „Verschwindenlassen“ und der massiven Zerstörung bzw. Enteignung von kultureller und privatwirtschaftlicher Infrastruktur von Menschen und Institutionen, die sich mit der Annexion nicht einverstanden zeigten. Auch der Hinweis, „Viele Russen hier auf der Krim sehen das anders“ reicht nicht aus. Es wäre hier zwangsläufig nötig gewesen, auch die Perspektive der ukrainischen Bevölkerung sowie der Krimtataren einzuholen, auf deren (erneute) Vertreibungsgeschichte seit der Annexion die Autorin mit keinem Wort eingeht. Die abschließende „Politik scheint sehr weit entfernt…“ ließt sich in diesem Zusammenhang wie blanker Euphemismus und ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die von der Krim vertrieben wurden und mit Einreiseverboten belegt oder heute gegen ihren Willen dort festgehalten und unter der gewaltsamen Herrschaft einer ihnen aufgezwungenen Diktatur leben müssen. Für diese Menschen ist Politik nicht „weit weg“ sondern Teil einer täglichen, bedrückenden Realität, die die Autorin bewusst ausblendet.

„Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, erinnern fast 2000 Denkmäler an die kriegerische Vergangenheit der Heldenstadt.“

Das ist richtig. Aber zu der – jüngsten – kriegerischen Vergangenheit gehört auch die bewaffnete Annexion 2014 durch russisches Militär, bei der auch Waffengewalt eingesetzt wurde. Ohne diesen Hinweis bleibt der Passus schwärmerische Sowjet-Romantik, an der der Autorin offenbar gelegen ist. Das kann man freilich machen, wenn man es will, man muss es aber korrekt einordnen. Den ukrainischen Offizieren, die sich 2014 einer Übermacht russländischen Militärs entgegengestellt haben, wurden auf der Krim keine Denkmäler gesetzt.

„Von 1783 bis 1954 gehörte die Krim zu Russland. Bis Chruschtschow, selbst Ukrainer, die Halbinsel der Sowjetrepublik Ukraine schenkte. Viele Russen finden, Putin habe sie zurückgeholt und nun endlich ginge es wieder aufwärts mit der einst so schönen Stadt.“ 

Die Autorin bietet hier eine Plattform für eines der gängigsten Narrative des Kreml zur nachträglichen Legitimation ihres völkerrechtlich illegalen Handelns. Das Argument findet hier exklusiv ohne jede Gegenposition Erwähnung. Aus der Argumentation „Gewohnheitsrecht“ leitet sich in keiner Weise eine Berechtigung zur Annexion eines anderen Staatsgebietes ab und es ignoriert völlig die erste Annexion von 1783 mit sofort einsetzender Politik von Deportation und Repression gegen die autochthone Bevölkerung der Krimtataren, der Karaimen, Urum u.a.. Erst eine massive Ansiedlung slawisch-christlich-orthodoxer Bevölkerung vom Festland und die Vertreibung hunderttausender Krimtataren machte die Halbinsel zu einer „russischen Perle“. Erneut gibt die Autorin nur wider, was „viele Russen“ dazu zu sagen haben. Die Perspektive anderer Bevölkerungsgruppen wird ausgeblendet und dadurch als irrelevant dargestellt.

1783 wurde die Krim nicht in die Russländische Föderation eingeschlossen, sondern dem Zaristischen Reich einverleibt, welches zuvor schon einen Großteil der Festlandukraine annektiert hatte. Von 1802 bis 1917 war die Krim durch das südukrainische Taurische Gouvernement mit der Festlandukraine, jedoch nicht mit dem Territorium der heutigen RF administrativ verbunden. Die am meisten gesprochene Sprache im gesamten Taurischen Gouvernement war Ukrainisch. Bis ca. 1900 war die relativ größte Bevölkerungsgruppe auf der Krim die heute mehrheitlich proukrainischen Krimtataren. Hier geschieht ahistorisch eine territoriale Gleichsetzung von Russland = Sowjetunion (UdSSR).

Zur Darstellung dieses Sachverhalts in der Dokumentation die Historikerin Veronika Wendland: „Fakt ist: die Angliederung der Krim war kein voluntaristischer Schenkungsakt Chruscevs, sondern ein kollektiver Beschluss des Ministerrats der UdSSR vor dem Hintergrund der in dieser Zeit, Mitte der 1950er, gerade anlaufenden Planung für große Vernetzungsprojekte auf dem Gebiet der Energie- und Wasserversorgung (in derselben Zeit wurden auch die ersten grenzüberschreitenden Höchstspannungsverbindungen nach Ostmitteleuropa geplant, Pipelineprojekte und Kanalbau folgten). Im Vordergrund stand das Ziel, die durch Krieg UND DEPORTATIONEN angestammter landwirtschaftlicher (vor allem Bewässerungs-)Spezialisten ruinierte Krim-Wirtschaft wieder aufzubauen, die Krim an überregionale Stromversorgung und Wasserwirtschaft anzuschließen. Da all diese Vorhaben ans ukrainische Festland gebunden waren und ukrainische Verwaltungseinheiten und Branchenorganisationen, Bautrusts damit befasst waren, erschien Moskau nur zu plausibel, die Krim auch administrativ der Ukraine anzugliedern.

Das wurde historisch verbrämt mit dem Schenkungsmythos und dem Jubiläum der „Wiedervereinigung“ der westukrainischen Länder mit der Sowjetukraine 1954, was manche Historiker übrigens zu dem Schluss kommen ließ, die Krim sei der Ukraine ganz bewusst als (NACH den ethnischen Säuberungen gegen Krimtataren und -deutsche) als ethnisch-russisches Gegengewicht zu den neu hinzugekommenen westukrainischen Gebieten „injiziert“ worden, um den befürchteten Zuwachs an Anhängern des ukrainischen Nationalismus einzuhegen. Dieser Lesart kann man in Kenntnis der retardierenden Rolle der Krim bei ukrainischen Parlamentswahlen nach 1991 durchaus etwas abgewinnen, ist aber durch Quellenzeugnisse mW nicht gedeckt. Vielleicht war es ein Kollateralnutzen, den die sowjetische Führung mitnahm.

Das Infrastrukturmoment dürfte das dominierende Moment bei der Entscheidung gewesen sein. Diese Entwicklung wurde ganz konsistent verfolgt und resultierte in der Anbindung der Krim an ein von der Ukraine aus geführtes Kanalnetz zur Bereitstellung von Trinkwasser und in der elektrotechnischen Versorgung durch ukrainische Großkraftwerke (Dnepr-Kaskade, Kohlekraft Zentralukraine, später Kernenergie). Vor der Annexion wurde die Krim größtenteils aus den Kernkraftwerken Zaporizhzhja und Südukraine mit Strom versorgt.

Hintergrundgrafiken

Die in der Dokumentation benutzten Hintergrundgrafiken sind teils irreführend, teils widersprechen sie den internationalen Abkommen, wonach die Krim nach wie vor völkerrechtlich ukrainisches Staatsgebiet ist. Auch hier wird scheinbar nebenbei eine „russische Krim“ suggeriert.

„Auf der anderen Seite- das russische Festland.“

Der Satz suggeriert, dass es sich bei der hiesigen Seite dem Standort des TV-Teams um eine russische Insel handeln würde. Dies ist nicht der Fall. In der Einleitung heißt es: „Seit 2014 ist die Krim wieder unter der Kontrolle von Russland. Die meisten westlichen Staaten betrachten das als Annexion. Viele Russen hier auf der Krim sehen das anders. (Und die Politik scheint sehr weit entfernt …)“ Gerade diese verniedlichenden Formen der Darstellung sind es, womit Russland im westlichen Ausland gezielt den Eindruck zu erwecken sucht, dass es sich bei der Bewertung der Krim-Annexion eigentlich nur um eine „Frage des Standpunktes“ handle – und überhaupt seien die Menschen dort doch alle sehr glücklich mit den neuen Zuständen. Wir möchten dazu gern auf die offizielle Formulierung des deutschen Auswärtigen Amtes zu diesem Thema verweisen, die hier keinen Spielraum lässt:

Die Krim gehört völkerrechtlich weiterhin zur Ukraine, wird aber derzeit faktisch von Russland kontrolliert.

Kreuzfahrten, Pauschalreisen sowie weitere Tourismusdienstleistungen auf der Krim unterliegen den Sanktionen nach EU-Verordnung 692/2014, die in Deutschland nach AWG Gesetzesrang besitzt. Zuwiderhandlung / Verletzung dieser Verordnung stellt eine Straftat dar.

Über Territorien der Russländischen Föderation kein Zutritt für EU-Bürger*innen

Im weiteren Verlauf zeigt der Film sonnige Strände, glückliche Menschen, kurzum, eine Hochglanzbroschüre für Urlaub auf der Krim. Mit keinem Wort wird in dem Film erwähnt, dass ein Besuch der Krim von Russland aus illegal ist. Hierzu wieder das deutsche Auswärtige Amt: „Die Ein- und Ausreise von Ausländern und Staatenlosen auf die Krim und in die nicht unter ukrainischer Kontrolle befindlichen Gebiete der Ostukraine ist nur über einen regulären ukrainischen Grenzübergang zulässig. Eine anderweitige Einreise auf die Krim oder in diese Gebiete (z.B. über Russland) ohne vorheriges Passieren eines ukrainischen Grenzübergangs ist strafbar.“

In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass jederart Beziehungen zu einer auf den temporär besetzten Gebieten der Republik Ukraine tätigen Institution mit der von Deutschland und der EU eingehaltenen Nichtanerkennungspolitik gegenüber der Krim-Annexion im Widerspruch stehen und eine bewusste Missachtung des Völkerrechts darstellen.

Dies folgt unter anderem aus den Resolutionen der UN-Generalversammlung 68/262 „Territoriale Integrität der Ukraine“ vom 27.3.2014; 71/205 vom 19.12.2016; 72/190 vom 19.12.2017; 73/194 vom 17.12.2018 und 73/263 vom 22.12.2018 sowie 74/168 vom 18. Dezember 2019. All diese Resolutionen werden von Deutschland unterstützt. Die Annektion verstößt auch gegen die Charta von Paris (für ein neues Europa) von 1990 und natürlich das Truppenstationierungsabkommen für die Krim zwischen der Ukraine und Russland.

Bis heute missachtet der Besatzerstaat Russländische Föderation weiterhin bewusst die UN-Charta, die oben erwähnten zahlreichen Resolutionen der UN-Generalversammlung zur territorialen Integrität der Ukraine und zur Lage der Menschenrechte auf der besetzten Krim, die KSZE-Schlussakte von Helsinki 1975, das Memorandum über Sicherheitsgarantien im Zusammenhang mit dem Beitritt der Ukraine zum Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen von 1994 (Budapester Memorandum), seine Verpflichtungen gemäß dem Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen der Ukraine und der Russländischen Föderation von 1997 und weitere Regeln des Völkerrechts. All diese grundlegenden Dokumente werden ausdrücklich von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt.

Daneben verstößt eine illegale Einreise und Ausreise auf/von der Krim gegen die ukrainischen Rechtsnormen, die die Einreise in die vorübergehend besetzten Gebiete betreffen, was durch die Verordnung des Ministerkabinetts der Ukraine Nr. 367 vom 4. Juno 2015 „Über das Inkrafttreten der Regeln zur Ein- und Ausreise in und aus den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine“ bestimmt wird. Laut dieser Verordnung ist die Einreise auf die Krim ausschließlich über bestimmte Übergänge mit einer Sondergenehmigung des ukrainischen Migrationsamtes erlaubt. Auch eine Einreise auf die Krim über das Hoheitsgebiet der Russländischen Föderation stellt einen Verstoß gegen diese Gesetze dar, wogegen das Filmteam – selbst dokumentiert – verstoßen hat. Ausländische Staatsangehörige, die den Regeln zur Einreise auf die Krim zuwiderhandeln, tragen dafür eine administrative sowie strafrechtliche Verantwortung.

Die Sender-Ankündigung von arte Neuerdings ist die Krim mit dem russischen Festland durch eine Brücke verbunden. Seit der Annexion der Krim durch Russland ist die größte Halbinsel, wie schon oft in der Geschichte, Zankapfel politischer Mächte. Sewastopol war bis 1991 militärischer Sperrbezirk, heute blicken die Menschen dort zaghaft hoffnungsvoll in die Zukunft.[1] verharmlost ebenfalls die Annexion. Mit dieser Zankapfel-„Äquidistanz“ soll der Eindruck erweckt werden, dass die Dokumentation gleich weit von der annektierenden Partei Russland wie auch von der leidtragenden Partei Ukraine entfernt sei – unter Missachtung aller oben aufgeführten Verstöße seitens der Russländischen Föderation gegen Völkerrecht und Menschenrechte[2].

Wenn auch kein Nachrichtenstück, so handelt es sich doch bei dieser „Dokumentation“ auch nicht um einen Kommentar, eine Meinung. Als Dokumentation sollte er der sachgerechten und wahrheitstreuen Information der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dienen. Diese ist insofern nicht gegeben, als dass nicht sorgfältig herausgearbeitet wird, dass die Krim heute nicht Teil der Russländischen Föderation ist, obwohl an verschiedenen Stellen (siehe oben) die geeigneten Ansatzpunkte dazu gegeben wären. Die Ansatzpunkte werden jedoch nicht zu einer zutreffenden Darstellung genutzt. Der Beitrag entspricht somit nicht der journalistischen Sorgfaltspflicht, die die Autorin hätte walten lassen müssen. In dieser Form widerspricht „Das Schwarze Meer – Russland“ daher nicht nur der völkerrechtlichen Situation sondern auch den Programmgrundsätzen von ARD, ZDF und ARTE.

Die Folge über „Russland“ (und faktisch die besetzte Krim) ist in der ausgestrahlten Fassung quasi eine PR-Aktion für die Annexion der Krim, in der die Tatsache der Annexion zur „Meinungssache“ erklärt und durch das Zeigen glücklicher Menschen und landschaftlicher Schönheit latent dazu ermuntert wird, die „Politik beiseite zu lassen“ und vielleicht sogar durch illegale Einreise über Russland eine Straftat zu begehen.

Fachberatung

Bei etwaigen Fragen bezüglich politisch-historischer Einordnungen stehen ihnen aus unserem Kreise gern zur Verfügung zum Thema Vertriebene / IDPs und Geflüchtete von der Krim Frau Prof. Dr. Oksana Mikheieva von der Katholischen Universität Lwiw, Frau Dr. Susann Worschech von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt sowie Her Prof. Dr. Umland von der Universität Jena und diverse weitere Ukraine-Expert*innen.

Als öffentlich-rechtlicher Sender haben Zuschauer an Sie besondere Qualitätsansprüche, denen Sie ja zum Glück in meist auch gerecht werden. Leider ist dies hier eine unrühmliche Ausnahme. Auch, wenn es aus ganz praktischen Gründen vermutlich für die heutige Wiederholung bereits zu spät dazu ist, fordern wir dringend eine Absetzung besagter Sendung am 28. März 2020 sowie die Streichung jeglicher entsprechender Wiederholungen. Wir bitten um eine Stellungnahme seitens Ihres Senders bezüglich der genannten Zweifel an der Vereinbarkeit der o.g. Sendung mit dem Sendeauftrag und den Richtlinien des ZDF unter Bezugnahme auf § 21 (3) der Satzung des ZDF.

[1] https://programm.ard.de/TV/arte/das-schwarze-meer/eid_287242711312402?list=now
[2] Siehe hierzu unter anderem Entschließung des Europäischen Parlaments vom 4. Februar 2016 zur Lage der Menschenrechte auf der Krim, insbesondere in Bezug auf die Krimtataren (2016/2556(RSP))(2018/C 035/08) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52016IP0043&from=FR

Hier unser Brief als pdf

Crimean Ukrainian Flags ICATAT

Siehe auch:  http://www.narodny-fast-food.de/2020/03/einspruch-die-krim-ist-nicht-russlands.html  sowie auf http://www.icatat.de
Und auf Facebook: https://www.facebook.com/events/149200686387608/ (wird ständig ergänzt)
Projects, Publications

„Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“

ICATAT-Schriftenreihe Nr. 7 / Neuerscheinung Okt. 2019 / Kooperationsprodukt aus interkultureller Bildungsarbeit, Wissenschaft und Verlagswesen 

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Über 6 Jahre arbeiteten drei dutzend Menschen aus Sachsen-Anhalt und der Welt an diesem Projekt. Nun ist es da!

Titelheld ist ein hugenottischer Waisenjunge aus Magdeburg, der auf abenteuerlichen Wegen in den Orient gelangt. Im Osmanischen Reich steigt er bis zum Generalfeldmarschall auf, steht beim Berliner Kongress 1878 auf höchster politischer Bühne, besucht seine Geburtsstadt Magdeburg ehe er kurz darauf von Aufständischen in Albanien getötet und noch heute verehrt wird.

Die Geschichte von Ludwig Carl Detroit alias Mehmed Ali Pascha, dem »Renegaten aus Magdeburg«, wie ihn Reichskanzler Bismarck abfällig nannte, ist nur eine von 45 Geschichten, mit denen Brücken zwischen dem sogenannten Morgenland und Mitteldeutschland geschlagen werden. Sie beginnen im Hochmittelalter bei Prinzessin Theophanu, Ibrahim ibn Yaqub, dem Gesandten des Kalifen von Cordoba, oder dem heiliggesprochenen Mauritius aus Ägypten. Sie reichen von deutsch-tatarischen Wissenschaftskooperationen, den „Türkenkriegen“, Napoleons Leibmamluken Rüstem Rasa und den Tataren-Soldaten der preußischen Armee bis ins Heute. Sie erzählen von Reisen aus Mitteldeutschland nach Tatarstan, Israel, Persien und Nordafrika als auch solchen aus Japan, der Türkei und Syrien nach Magdeburg. Sie berichten von indischen Elefantendompteuren und preußischen Kammertürken aus der Altmark, tatarischen Antifaschisten, dem falschen Albaner-König aus Magdeburg, Tataren-Gräbern in Sachsen, einem muslimischen Studenten am Bauhaus und vielen weiteren Begebenheiten zwischen Al-Andalus, Turkestan und Börde, zwischen Istanbul, Ostpreußen und Magdeburg. Eine begleitende Webseite zum Buchprojekt findet sich unter: www.pascha-magdeburg.de

ISBN: 978–3–9819118-4-8 (icatat) ISBN: 978–3–938247-21-1 (ostnordost).   Bestellbar über jede Buchhandlung oder online unter www.ostnordost.de oder per E-Mail unter: paschamagdeburg@icatat.de

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ESS-Team Pascha

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Pascha Rezension MZ S. 25; 28.11.19

ZENITH

UHU 2 2020

Meves, Helge: Rezensionsessay zu: Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.): Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland. ICATAT-Schriftenreihe Nr. 7, ost-nordost Verlag Magdeburg, 2019 und Joseph Croitoru: Die Deutschen und der Orient. Faszination, Verachtung und die Widersprüche der Aufklärung. Hanser, München, 2018. In: DER UHU. Politik – Kultur – Gesellschaft. Nr. 2/2020, S. 8, HANSER-Verlag München. Ebenfalls erschienen in Neues Deutschland vom 27.02.2020, S. 15.

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Massoudi, Laila: Das andere Deutschland. Dem „Orient in Mitteldeutschland“ ist nun ein eigener Band gewidmet. Rezension zu „Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“, Islamische Zeitung, Juni 2020, S. 16.

Islamische Zeitung 5.6.2020

IZ Online Methode Pascha

 


DATES November 2019

MDN Magdeburger-News.de

Pascha Magdeburg kompakt Nov. 2 2019; S. 13

Meetings, Projects

Wolgakinder. Lesung mit Gusel Jachina

Das Literaturhaus Magdeburg und das ICATAT heißen die tatarische Bestseller-Autorin Gusel Jachina herzlich willkommen! Räxim itegez!Jachina_Plakat_MD-Okt_2019lkj.jpg

 

DIE tatarische Bestseller-Autorin Gusel Jachina stellt ihr neues Buch im Magdeburger KreativZentrum vor.

„Ihr Buch mit dem deutschen Titel „Wolgakinder“ (Original „Deti moi“ = „Meine Kinder“) ist das zweite Buch der Erfolgsautorin. In ihm begibt sie sich auf die Spuren der Wolgadeutschen. „Ich stamme selbst aus Kasan, der Stadt an der Wolga“, erzählt sie. An der Kasaner Universität studierte sie Germanistik, absolvierte ein Auslandssemester in Bonn. „Ich interessiere mich für die deutsche Kultur und Sprache, habe viel mit deutschen Kollegen zusammengearbeitet. Daher wollte ich etwas über die Deutschen machen“, so Jachina.

In ihrem Debütroman „Suleika öffnet die Augen“, der 2015 erschien, zeichnet sie das Leben ihrer tatarischen Großmutter nach, die 1930 im Rahmen der Entkulakisierung nach Sibirien deportiert wurde. Suleika ist von ihrem Ehemann schwanger, der jedoch noch vor Beginn der Deportation von einem Soldaten im Wald getötet worden war. In einem Arbeitslager an der Angara bringt sie das Kind zur Welt. Nach einer langen Zeit der Enthaltsamkeit beginnt sie in dem Lager schließlich eine Liebesbeziehung mit dem Mörder ihres Mannes.

Zwei Väter

Auch „Wolgakinder“ ist ein historischer Roman, der die Situation in der Wolgarepublik im Zeitraum 1916 bis 1938 beschreibt. Der Lehrer Bach, zu Beginn des Romans etwa 30 Jahre alt, hat eine tragische Liebschaft mit einer jungen Frau. Ein neugeborenes Mädchen, von dem er nicht genau weiß, ob es seine eigene Tochter ist, zieht er alleine auf. Eines Tages taucht auf seinem Bauernhof ein kasachischer Waisenjunge auf.  Bach wird auch für ihn zu einem Ziehvater.

Die Geschichte erzählt von zwei Vätern: der Hauptheld mit seinen beiden Pflegekindern und Stalin, der ‚Vater der Völker‘ genannt wurde“, sagt Jachina. Es geht um die Beziehung Stalins zu den verschiedenen Volksgruppen, aber auch der Völker untereinander. „Die Wolgarepublik befand sich an der Grenze zum heutigen Kasachstan. Nomaden überfielen die deutschen Kolonisten häufig. Die Kasachen hielten das Gebiet der Wolgarepublik für ihr Land.“ (Deutsche Allgemeine Zeitung, Almaty, Kasachstan)

Gelesen werden Passagen aus „Wolgakinder“ auf deutsch von Annabelle Leip. Rahmung, Moderation und Diskussion mit Gusel Jachina / Guzel Yakhina übernehmen Sarah Thäger (Literaturhaus Magdeburg) und Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT) sowie Enver Ibrahimogli (Saxophon).

Eine Koproduktion mit Unterstützung der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V., des Fördervereins der Schriftsteller, von Meridian e.V., der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland sowie Tatarlar Deutschland e.V. und der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V. u.a.

Einen Beitrag von Deutschlandfunk Kultur hören Sie hier und einen Beitrag des ZDF von der Buchmesse Frankfurt „Auf dem Blauen Sofa“.

 

Meetings

ICATAT-Sommer-Colloquium 2019

(an der Ernst-Moritz-Arndt-Univesität Greifswald), Thema:

„The Hidden Orient. Deutsch-tatarische Lebenswelten zwischen Wolga, Dobrudscha und Baltikum“

Im Rahmen des jährlichen Hiddensee-Colloquiums des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (Magdeburg/Berlin) gestalteten, diskutierten, reflektierten Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Autor*innen Themen zwischen Interkulturgeschichte, Kunst und Literatur.

  Arbeitsschwerpunkte 2019 auf Hiddensee waren:

  • Die Denkarbeiten, Interviews und Recherchen für den ICATAT-Hiddensee-Sammelband werden weitergehen: 2020 sind wir zum 10. Mal auf Hiddensee und werden im Henni-Lehmann-Haus, der Inselbibliothek, und im Kurshaus der Biologischen Station das Manuskript unseres Buches präsentieren (Drucklegung und u. Präsentation Buchmesse Leipzig 2021). Weitere Ideenfindung für Buchpräsentation in Tatarstan und Polen anläßlich 10. Jubiläum des Protokolls von Hiddensee der internationalen Forschungsgruppe „Tatars, Germans and European Identity“ vom 2.-9. Juli 2011, Biologische Station Hiddensee, mitunterzeichnet von Kollegen aus Polen, der Russländischen Föderation / Republik Tatarstan und der Ukraine / Republik Krim).
  • Rückblick und Evaluation zur ICATAT-Bildungsreise „Rumänien – Eine Wiege des Islam in Europa“. Aus unserer diesjährigen erfolgreichen Bildungsreise resultieren zwei neue Kooperationsverträge: 1. Mit dem Institut für Turkologie u. Zentralasien-Studien der Babeş-Bolyai-Universität von Klausenburg (Cluj-Napoca), 2. mit der Assoziation “ANTICUS“ Constanta.
  • Planung und Recherchen zur ICATAT-Bildungsreise 2020 „Mare Balticum Tataricae“. Auf dieser Bildungsreise führt uns 2020 der Weg auf den Spuren der Preußen und Tataren von Danzig über Königsberg, Memel, Troki, Vilnius und Riga nach Tallin (Zu Gast bei: Tatarische Moschee-Gemeinde & Bibliothek Danzig; Redaktion „Życie tatarskie (Tatarisches Leben)“ in Bohoniki/Kruszyniany; Tatarisches Kulturzentrum „NUR“, Klajpeda; Karaimische Gemeinde Trakaj; Imam der Moschee Kaunas; Tatarisch-Baschkirische Assoziation „Idel“, Riga; Vereinigung der Deutschen Estlands; Tatarisches Kulturzentrum YULDUZ Tallin, v.a.m.).
  • Letzte Korrekturarbeiten, Planung Lesungen & Vertrieb unseres aktuellen Buches in Kooperation mit der Landesvereinigung kulturelle Kinder- u. Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. „Der Pascha von Magdeburg. Der Orient in Mitteldeutschland“.
  • Beteiligung als institutionelles Mitglied der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeikunde (GTOT) an deren Mitgliederversammlung am Afrika-Asien-Institut der Universität Hamburg, 7. September 2019.
  • Planung der ICATAT-Buchpräsentationen im Roten Rathaus Berlin in Kooperation mit der Gesellschaft für Osteuropa-Förderung, der GTOT, der Akademie der Wissenschaften Tatarstans und dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin (I./II. Quartal 2021).

Für die Fotos ein herzliches Dankeschön an ICATAT-fellow Kiraton!