Kulturaktive gestalten ihre Heimat!

In the Middle of Nüscht

 

 

„Middle of Nüscht“ über Land. Kulturaktive gestalten ihre Heimat.

Unter diesem Arbeitstitel möchten die Autor*innen, Illustrator*innen / Fotograf*innen der Bücher „In the Middle of Nüscht“ Ost und West mittels gemeinsamer Workshops, Seminare, Soiréen herausarbeiten, welche Struktur uns als Kulturakteur*innen im ländlichen Raum der Altmark befähigen kann, nachhaltig, solidarisch und öffentlichkeitswirksam aktiv zu werden für:

  • ein Erkennen von Potenzialen, die Kultur, Kunst und Kreativwirtschaft im ländlichen Raum bieten sowie diese sichtbar und nutzbar machen
  •  ein Mehr an Aufmerksamkeit für die Heimat, den Naturschutz und Integration von Zugezogenen,
  •  ein Weniger bezüglich Wegzug und Landflucht, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Zukunftsängsten
  • die Autor*innen und Illustrator*innen, die bereits am Middle-Nüscht-Buch Ost-Altmark, am Buch „Der Pascha von Magdeburg“ und am Middle-Nüscht-Buch West-Altmark gemeinsam gearbeitet hatten, möchten ihre Erfahrungen als peer-to-peer-Expertise in ein breiteres Netzwerk einbringen.

Ergebnis dieses Prozesses des gemeinsamen Organisierens und Durchführens von Literaturveranstaltungen zwischen Dahrendorf und Bittkau, zwischen Havelberg und Oebisfelde kann eine RoadMap sein, die aufzeigen soll, wie die Kultur-Akteur*innen in der Altmark sich strukturell organisieren möchten und welche Bedarfe, welche Kultur-Formate Relevanz haben, Spaß machen, Menschen zusammenbringen und nachhaltig funktionieren.  

WIR FREUEN UNS DRAUF!!

Unser Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ im Programmbereich 3: Modellprojekte zur Stärkung von Teilhabe und Engagement – Themenschwerpunkt: Ideenfonds „Engagement in ländlichen Räumen stärken“.

 

Termine:

  • 24.10.20 Kavaliershaus Krumke bei Osterburg
  • 06.11.20 Tangerhütte, Heimat-Literatur-Abend, Kulturhaus (verschoben auf Herbst 2021)
  • 07.11.20 Stendal, Kleine Markthalle (verschoben als OnlineLesung auf 14. 11. 2020)
  • 18.11.20 Gardelegen, Gründertag, Rathausaal (geschlossene Veranstaltung) (verschoben auf 28. 04. 2021; dann gestrichen; Ersatz womöglich Herbst 2021)
  • 04.12.20 Gardelegen, HeimatLiteratur-Abend, Rathaussaal (verschoben auf 2021 als: „Herbstmesse“ auf dem Kinosaal Mieste, 14. Oktober)
  • 05.12.20 Salzwedel, Hanseat Lesung & Musik (verschoben auf 2021, Termin folgt in Kürze)
  • 2021 neu in Anbahnung
  • Sommer 2021 Tangerhütte; OT Bittkau: Kinder-Sommertheater „Mobil im Nüscht“
  • Spätsommer 2021, Havelberg/Kamern: Workshop / Sommerschule
  • 02.10.21, Middle-Nüscht-Abend; Lesungen & Musik, JC Hanseat Salzwedel
  • 14.-17.10.2021 „Herbstmesse Dissidenz#Heimat“ mit Workshops, Lesungen, Konzerten
  • Heimat-Literatur-Revue, Kulturhaus Tangerhütte in Koop mit Vereinen aus Bittkau und Magdeburg sowie der Tanger-Buchhandlung Tahü, Datum offen (bald!)

Literatur gestaltet Heimat: „Oft befällt mich eine große Sehnsucht..“


Vernetzen. Recherchieren. Reisen

Am Tag der Deutschen Einheit waren wir unterwegs `in the Middle of Nüscht`, in der Altmark zwischen Diesdorf, Püggen und Letzlingen. In Diesdorf fand das Altmärkische Erntedankfest und die Bürgerpreisverleihung statt. In Letzlingen tankten wir frische Heideluft und in Püggen waren wir unterwegs auf den Spuren von Gerne-Altmärker Hanns H.F. Schmidt.
In Diesdorf klapperten die historischen Dreschmaschinen, es tuckerten Traktoren auf dem Vierseitenhof, um das im Museum angebaute Getreide „wie vor 100 Jahren“ auszudreschen. Spinnräder drehten sich und frisches Dinkebrot, Räucherfisch und selbst gebackener Kuchen lockten duftend die Besucher. Verschiedene Ausstellungen und Verkaufsstände und das Ziegenpaar Frida und Fridolin unterhielten die Gäste.
Ein Festgottesdienst zum Tag der Einheit fand mit dem ehemaligen Pastor aus Mieste statt, heute ist Christoph Hackbeil Regionalbischof der Evangeklischen Kirche. Der Festgottesdienst wurde gegenüber der „Kirche aus Klein Chüden“ abgehalten, die im Rahmen dieser Feierlichkeiten ihrer offiziellen Bestimmung übergeben wird.  Mit der Kapelle hat nun auch die Glocke aus dem geschleiften Ort Jahrsau ihren Platz im Freilichtmuseum gefunden. Als Mahnmal der Deutschen Teilung wird ihr heller Klang stets an die friedliche Überwindung der Grenzen in Deutschland und Europa erinnern.
Auf der Bühne gegenüber der „Kirche aus Klein Chüden“ wurden am Nachmittag die Bürgerpreise „Zukunft braucht Zusammenhalt“ für ehrenamtliches Engagement verliehen, moderiert von Charlotte Knappstein. Sie ist Regisseurin und Schauspielerin und wird in drei Wochen auch wieder für das ICATAT tätig sein, in der südlichen Altmark zu einem neuen Land.Jugend.Theater-Projekt. Bereits zum dritten Mal vergaben der Altmarkkreis Salzwedel, die Volksstimme und die Sparkasse Altmark West diesen Preis in den Kategorien „Alltagshelden“, „Junges Ehrenamt“ und „Lebenswerk“ an verdiente Altmärkerinnen und Altmärker. Für die musikalische Begleitung sorgten „Hopfen, Holz und Heu“ aus Kalbe/Milde.
Das bekannte Fotomotiv des Buchumschlags von „In the Middle of Nüscht. Go West“, das Hünengrab von Stöckheim verabschiedete uns zurück Richtung Landeshauptstadt.  Ein gefüllter Recherche-Tag im neuen Projekt „Kulturaktive gestalten ihre Heimat“…  Nächste Woche sind wir dann unterwegs in Bittkau, Stendal, Tangerhütte….

WIR FREUEN UNS DRAUF!!

 

 


 

Wo nüscht auf Orient trifft

Heimatsuche…  Heimat-Finden. In Krumkes verwunschenem Schloßpark funkelt Kultur…


04.09.2020

Vorfreude mit zwei Co-Autoren in Magdeburg an der Elbe. Das Nüscht Zwei Buch ist hier noch Attrappe. Foto: Peter Sperling

Das Entschleunigungsbuch „Middle of Nüscht – Go West“ über besondere Reiseziele in der Westaltmark ist seit dieser Woche im Buchhandel.

Von Antje Mewes ›

Salzwedel l Der erste Band von „Middle of Nüscht“ war ein Riesen-Erfolg. In ihm hatte Autorin und Herausgeberin Sibylle Sperling ihre Leser mit zu den schönsten, den abgelegensten und erstaunlichsten Ecken in der östlichen Altmark genommen. Folgerichtig ging es nun in den Westen. Denn dass es dort ebenfalls viel zu entdecken gibt, stand außer Frage. „Wir haben wieder mit vielen Leuten gesprochen, die uns ihre Geheimtipps verraten haben“, sagt die Autorin. Gemeinsam mit zwölf Co-Autoren hat sie Reportagen geschrieben über Orte, die in einem gewöhnlichen Reiseführer wohl nicht auftauchen würden. In ihnen werden Menschen vorgestellt und kommen zu Wort, die die Region zu dem machen, was sie ist, ein Landstrich „im Nüscht“. Weit entfernt von hektischen Großstädten und trotzdem mit jeder Menge Leben, Kultur, Architektur und einer weitgehend naturbelassenen Landschaft. Niemand soll sagen, in der Altmark sei „nüscht los“, meint die Autorin. Dass die Region mit ihrer geringen Einwohnerdichte – die Westaltmark ist der zweitdünnbesiedeltste Kreis in Deutschland – „idyllisch leer ist“, sei ein Schatz, den es zu heben gelte.

Wer beispielsweise die rund 5500 Jahre alten Großsteingräber besuche, sei dort in der Regel allein. An den Pyramiden sehe das schon anders aus, vergleicht sie. Zusammen mit ihrer Familie ist sie mit dem Rad zu verschiedenen Zielen gefahren, die in dem Reiseführer aufgeführt sind. Dass sei sehr gut möglich. Mit dem Zug ging es von Stendal aus nach Salzwedel oder zu anderen Bahnstationen. Und es sei auch nicht nötig, unbedingt wieder dorthin zurückzustrampeln. „Wir sind mit dem Rufbus gefahren, der nimmt auch Räder mit. Das hat super geklappt“, erzählt sie.

Natur pur gab es am Grünen Band, Grenzgeschichte mit dazu, Baumkuchennaschen und historische Architektur in Salzwedel. Eine entschleunigte sechsstündige Wanderung mit Packpferden, die geführt werden, startete im Ökodorf Sieben Linden. Sie wird sonst im Drömling angeboten. „Das war auch ein tolle Sache“, berichtet die Autorin.

Abenteuer im Planwagen

Auf allen Spuren ihres Buches konnte sie noch nicht wandeln. Aber die sie ausprobiert hat, seien alle besonders und spannend. Der Reiseführer biete eine bunte Mischung. Die typischen altmärkischen Dorfkirchen fehlen ebenso wenig wie Kulinarisches, Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Geschichten und eben die Weite, die beispielsweise bei einer Planwagentour mit einer Pferdestärke erkundet werden kann und gerade für Kinder ein unvergessliches Erlebnis und Abenteuer bietet.

Auch ernste Themen sind nicht ausgespart. So findet die Gedenkstätte in Isenschnibbe ihren Platz, genau wie der Goliath bei Kalbe. Auf dem Areal stand einst der größte und leistungsstärkste Längswellensender der Welt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren dort Kriegsgefangene unter zum Teil unwürdigsten Bedingungen eingepfercht.

Hunderte Adressen

Insgesamt werden 30 Ziele vorgestellt. Viele Hundert Adressen geben dem Interessenten oder Urlauber die Möglichkeit, sich seine Traumreise in der „Middle of Nüscht“ zusammenzustellen, ob für mehrere Tage oder für ein Wochenende.

Zur Eröffnungsveranstaltung des Festivals Wagen und Winnen am Freitag, 11. September, ab 19 Uhr gibt es die erste Lesung. Die Premiere auf Gut Zichtau am 17. September ist bereits ausverkauft. Am Sonntag, 20. September, in Arneburg auf der Freiluftbühne von Max Heckel lesen ab 17 Uhr Sibylle Sperling sowie die Autorinnen Karina Hoppe und Barbara Hallmann aus dem Buch. Eine weitere Veranstaltung mit Sperling gibt es dann am 15. Oktober im Kavaliershaus Krumke.