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„Auf dem Landes alles dicht?“ Buch-Neuerscheinung reflektiert interkulturelles Engagement für Teilhabe und gegen Leerstand.

Torsten Sowada (lkj) und Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT)

„Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass die zurecht kritisierte Kurzatmigkeit von Jugend-Projektarbeit auch nachhaltige Ergebnisse zeitigen kann, die Bestand haben, junge Menschen zum Mitmachen animieren und Lust machen zum Bleiben oder zur Rückkehr in die Heimat“, so Projektleiter und Co-Geschäftsführer Torsten Sowada von der .lkj) Sachsen-Anhalt. Dass das geht, zeigt nun das opulente Buch „Auf dem Lande alles dicht?“, welches im Hirnkost-Verlag Berlin erschienen ist. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Mieste Hotopp-Riecke vom ICATAT Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien entwickelten sie Strategien gegen Leerstand, für mehr Lebensqualität in der Heimat, gegen Wegzug und Landflucht. Der Projektname Dehnungsfuge ist dabei bewusst aus dem Baujargon gewählt. Diese besondere Fuge gleicht das Dehnen und Schrumpfen von unterschiedlichen Materialien aus – in der Bauwelt und Architektur reale Risse zwischen Bauteilen und Materialien, in unserer Gesellschaft eher symbolische Risse zwischen Alt und Jung, zwischen Kultur, Kommerz und Verwaltung, zwischen Alteingesessenen und Migrantinnen, zwischen Stadt und Land.

Plattform für Visionen, für neue Räume und für demokratische Beteiligung

In Dörfern und Regionen wie der Altmark, im Mansfelder Land aber auch Stadteilen von Rendsburg, Brandenburg, Stendal, Werder/Havel oder Magdeburg finden sich viele Spuren des gesellschaftlichen Wandels in Gestalt von leerstehenden Häusern, verlassenen Gehöften oder Gemeindeeinrichtungen. Das allseits gewünschte Leben zieht dort jedoch nicht auf Knopfdruck ein. Das Leben darin muss sich entwickeln und gedeiht am besten mit frischen Ideen und Visionen von Jugendlichen auf der Basis von „Empowerment“, also Selbstermächtigung als zivilgesellschaftlichen Bottom-up-Prozess: “Wir gaben das Wachsen nur bedingt vor und schufen Möglichkeiten zur Entwicklung und Entfaltung. Die Jugendlichen sind vor Ort, genauso auch die Freiräume, Leerstände und Ideen. Was oft fehlt ist Know-how und Vernetzung, woraus sich konkrete Finanzierungen ergeben können“, so Hotopp-Riecke. „Wir haben zum Beispiel freie Theater mit Jugendlichen und kommunaler Wirtschaft und Verwaltung ins Gespräch gebracht, aktiviert, verbunden, beraten“, ergänzt Torsten Sowada.

Und der Erfolg gab ihnen Recht: Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ förderte fünf Jahre lang die „Dehnungsfuge“ und mit viel Ehrenamt, mit dutzenden Jugendlichen, mit Unterstützung von Künstlerinnen, Pädagoginnen, Wissenschaftlerinnen und zahlreichen weiteren Fördermitteln von Land, Bund und diversen Stiftungen hatten sie Erfolge, die sich sehen lassen können: Eine Jugendpflegerstelle samt Jugendclub in Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), die Kleine Markthalle als sozialer Treffpunkt in Stendal, das TULIPA-Tanzstudio in Werder/Havel sind nur einige konkrete Orte, die bleiben werden.

In Bittkau an der Elbe wurde zusammen mit einem weiteren Projekt – „WIR. Heimat.Land.Jugendkultur“ die Umgestaltung des alten Kindergartens zu einem Bürgerhaus unterstützt und ein Dorf-Theaterprojekt initiiert, das schlussendlich über 80 Menschen auf und hinter der Bühne zusammenschweißte, Gemeinschaftsgefühl und Engagement förderte. Das Dorftheaterprojekt ist in diesem Jahr nun für den Demografie-Preis des Landes Sachsen-Anhalt nominiert und wurde ein Teil des Buches „Auf dem Lande alles dicht?“.

Wissenschaftlich analysiert wurden Bedarfe und Möglichkeiten solcher Projekte nun ebenfalls in einem weiteren entsprechenden Buch unter dem Titel „WIR.Heimat.Land.Jugendkultur“ zusammen mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und KinderStärken e.V.. Um den Konzepten, Erfolgen und Herausforderungen von Jugend, Kultur, Mobilität und demografischem Wandel in ländlichen Räumen auch medial mehr Gewicht zu verschaffen, präsentiert der Hirnkost-Verlag Berlin beide Bücher in einer Heimat-Box zusammen mit zwei weiteren Büchern. An diesen waren teils auch Magdeburger Autor*innen beteiligt. Die Buchpräsentationen in Form von Heimat-Literaturabenden mit Konzerten, Theater und Lesungen in Tangerhütte, Gardelegen und Magdeburg mussten pandemiebedingt nun verschoben werden. „Wir werden mit viel Energie, Freude und Zuversicht die Veranstaltungen nachholen“, so Torsten Sowada „und nicht zuletzt lässt uns diese Zeit neue digitale Komponenten unseres Konzeptes weiterentwickeln, sodass wir hoffen können, weiter erfolgreich Leerstände beleben zu können – nachhaltig, zum Wohle aller.

New book publication reflects intercultural engagement for participation and against vacancy.

For 5 years, the ICATAT Institute supported the Association for Cultural Education for Children and Young People Saxony-Anhalt (lkj) in the model project „Dehnungsfuge“ in four German Federal States, including the cities of Rendsburg, Magdeburg, Eisleben and Brandenburg. But we were also on the road internationally with the project groups: In Lviv, Kiev, Hamburg, Chernivtsi, Kharkiv, Kazan, Berlin, Göttingen and Winnyzja we held multilingual workshops on the subject of flight, migration, participation and intercultural empowerment. With the project “компенсациoнный шов/dilatation joint”, the lkj filled empty buildings with creative concepts and (trans) cultural education for five years. As a result of these many activities, the book „Everything closed in the country?“ has now been published by the Berlin Hirnkost Verlag. The book provides analyzes, illuminates strategies, gives tips and calls for more commitment to the common future of young people, no matter whether they are born here or abroad.
The two editors of the extensive book and those responsible for the project, Torsten Sowada from .lkj) Sachsen-Anhalt and Dr. Mieste Hotopp-Riecke from the Institute for Caucasica, Tatarica and Turkestan Studies, together with over 30 co-authors, developed strategies against vacancy, for a better quality of life at home, against emigration and rural exodus.

В течение 5 лет Институт ICATAT поддерживал Государственную ассоциацию культурного образования для детей и молодежи Саксонии-Анхальт (lkj) в модельном проекте «компенсационный шов» в четырех федеральных землях Германии, включая Рендсбург, Магдебург, Айслебен и Бранденбург. Но мы также путешествовали по всему миру с «проектными группами»: во Львове, Киеве, Гамбурге, Черновице, Харькове, Казани, Берлине, Геттингене и Виннице мы проводили многоязычные семинары на тему полетов, миграции, участия и межкультурного взаимодействия. Благодаря проекту «компенсационный шов» lkj на пять лет наполнил пустые здания творческими концепциями и (транс) культурным образованием. В результате этих многочисленных мероприятий в Berlin Hirnkost Verlag опубликована книга «Все в стране закрыто?». Книга содержит анализ, освещает стратегии, дает советы и призывает к большей приверженности будущему молодых людей.
Два редактора обширной книги и ответственные за проект Торстен Совада из .lkj) Sachsen-Anhalt и Dr. Мисте Хотопп-Рике из Института исследований Кавказа, татарики и туркестана (ICATAT) вместе с более чем 30 соавторами разработали стратегии борьбы с вакансиями, повышения качества жизни дома, борьбы с эмиграцией и массовым бегством из сельской местности.

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