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soiree-fb.jpgPoetisch-musikalische Soirée im Henni-Lehmann-Haus auf Hiddensee

Im Rahmen des jährlichen Hiddensee-Colloquiums des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (Magdeburg/Berlin) gestalten Künstler, Autoren und Wissenschaftler am Sonntag, d. 5. August ab 18:30 Uhr einen Hauptmann-Abend der besonderen Art: Lesungen und Referate wechseln mit Liedern und Melodien zum Thema Gerhart Hauptmann und der Orient.

Wenn ich könnte, würde ich Ihnen, Meister, den allerschönsten Rosengarten Allah´s zu Füßen legen.“ Diese Zeilen an Gerhart Hauptmann schrieb die ungarisch-ägyptische Prinzessin und spätere Frauenrechtlerin Djavidan Hanim 1943. Frei nach diesem Motto möchte ein kurzweiliger, abwechslungsreicher Abend nicht ohne Tiefgang und Ehrfurcht vor dem großen Dichter thematisch und geographisch Zugänge suchen, die sich aus interdisziplinären Bereichen zwischen Musikethnologie, Literaturwissenschaft und Turkologie speisen. Aus der schlesischen Sagenwelt kommend über orientalische Frauenpower bis zu türkischen Doktorarbeiten über das Hauptmann-Œuvre reicht das Kaleidoskop von Texten und Liedern, die diesen Abend füllen.

Die schlesische Bergwelt mit ihren dutzenden Tatarenmythen wie „Die Ermordung der Tartarischen Kaiserin zu Neumarkt“ oder „Der Tartarenkopf am Schlosse Ratibor“ hat gewiss die Fantasie vieler Generationen von schlesischen Kindern beflügelt, so womöglich auch die des jungen Gerhart Hauptmann. Die Texte und Lieder streifen diese Sagenwelt und schauen auf die islamisch-deutsche Interkulturgeschichte von Schlesien und Ostpreußen, um sich dann den orientalischen Genüssen in der Gastronomie, Kultur und Mode sowie den Exotismen in Werken der literarischen Bohéme zuzuwenden. Mit der Modewelle á la Turca einhergehend konvertierten erste Deutsche zum Islam. Auch Gerhart Hauptmann äußerte Gedanken, zum Islam überzutreten, ließ sich von Koran-Suren inspirieren und pflegte Briefwechsel mit arabischen Intellektuellen. Woher stammt Hauptmanns handgeschriebener Koran, für den sich 70 Jahre lang niemand interessierte? Wer waren Harut und Marut? Diese Fragen und andere Überlegungen, seine spätere Bekanntschaft mit der ungarisch-ägyptischen Prinzessin Djavidan Hanum, seine Begeisterung für den aserbaidschanischen Weltenwandler Essad Bey und alle weiteren Themen des Abends werden aufgelockert / illustriert mit thematisch relevanten Musikeinheiten aus deutscher, tatarischer und türkischer Klassik sowie Gedichten aus dem Umfeld von Hauptmann und vom großen Dichter selbst.

plakat hauptmann soirée

Den Abend gestalten Dr. Mieste Hotopp-Riecke als Kurator (Turkologe, Leiter des ICATAT) sowie Ildar Kharissov (Musikethnologe, ICATAT),  Marion Magas (Autorin, Kulturwissenschaftlerin, Hiddensee),  Henry Mertens (Licht-Designer/Filmemacher/Bildgestalter; Hochschule Anhalt, Dessau; ICATAT-Fellow) und Carsten Bürger (Bildhauer, Fotograf; Dresden). Eine Pressemitteilung und Info-Flyer finden sich hier als PDF-Datei zum download.

Für Nachfragen steht Herr Dr. Mieste Hotopp-Riecke zur Verfügung: 01573 1758823

Termin: So., 05.08.2018, 18:30 Uhr

Studienreise „Rumänien – Eine Wiege des Islam in Europa“
Von den Deutschen in Transsylvanien zu den Tataren der Dobrudscha.

Islam? In Rumänien? Was für die meisten Menschen relativ exotisch klingt, werden wir als bildungshungrige Reisende vor Ort kennenlernen. Die ICATAT-Bildungsreise führt uns in die Republik Rumänien mit einem besonderen Fokus: Wir bereisen das Land auf den Spuren der Vielfalt, der nationalen und religiösen Minderheiten. Die Ungarn, die Roma, Juden und Deutschen in Siebenbürgen als auch die Lipowaner, Tataren, Gagausen und Türken in der Dobrudscha führen uns durch ihre Kultur und Geschichte.
Die wunderschönen Städte Cluj/Klausenburg, Sibiu/Hermannstadt und Braşov/Kronstadt mit ihrem architektonischen Kulturerbe bereisen wir ebenso wie die Hochburgen des Islam in der Dobrudscha: In Medgidia und Constanta/Köstence besuchen wir mit Politikern und Schriftstellern der Dobrudscha-Tataren und Türken Moscheen, Koran-Schulen und Kulturhäuser.
Reiseabschluss bilden ein Bad im Schwarzen Meer und ein deutsch-rumänisch-tatarisches Kulturfestival in der Hauptstadt der Dobrudscha, Constanta/Köstence. Die internationale Theatergruppe „Esperantos.eu“ fährt auf einem selbstgebauten Theater-Katamaran von Berlin über Havel, Elbe und Donau ans Schwarze Meer. Wir feiern mit ihnen den Abschluß unserer und ihrer Reise zusammen mit Vertretern der Gemeinden der Dobrudscha-Deutschen, der Tataren und Gagausen.
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Reiseleiter ist der Turkologe/Islamwissenschaftler Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Direktor des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien Berlin-Magdeburg.
UNKOSTENBEITRAG / ICATAT-Spende für Flug/Unterkunft/Halbpension/Binnentransfer + Reiseleitung + Reise-Reader: 1250,00 €, Mindest-Gruppenstärke: minimum 10 Pers. TERMIN 11.-17. August 2018 (Abflüge ab Berlin/München). Anmeldung unter: office@icatat.de Fachreferenten, Führer und Experten unterwegs vor Ort sind: Dr. Adina Fodor & Prof. Dr. Tahsin Cemil Inst. f. Turkologie Universität Klausenburg, Dr. Frank Ziegler, Kustos der Sammlung des Brukenthal-Museums Hermannstadt; Prof. Dr. Vasile Olteanu, (rumänisch-orthodoxer Geistlicher); Dr. Taner Murat, Publizist/Lyriker, Vorstand der multikulturellen Assoziation „Anticus“, Constanta; Beatrice Ungar, Chefredakteurin Hermannstädter Zeitung; Dr. Aledin Amet, Staatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen des rumänischen Parlamentes / Abgeordneter der „Demokratischen Assoziation der muslimischen Türk-Tataren Rumäniens“ im rumänischen Parlament (angfr.). Alle Informationen hier.