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SABANTUY! Freundinnen und Freunde der tatarischen Kultur wissen bereits: Auf dem Fest des tatarischen Volkes gibt es immer wieder Vieles zu entdecken. Saban heißt in vielen Turksprachen der Pflug, toy oder tuy ist das Fest, oft die Hochzeit. Auf dem großen Euro-Sabantuy 2015 in Berlin treffen sich Jugendliche, Journalisten, Künstler und Akademiker aus Russland, der Ukraine, Polen und Deutschland sowie etlichen weiteren Staaten Europas um unterschiedliche Bereiche tatarischer Kunst, Geschichte und Gegenwart zu diskutieren, zu reflektieren und zu feiern.

Europäische Held_innen Musa, Mina, Ahmet

Ein Workshop zu tatarisch-deutsch-sorbischen Biographien, Heimat & Identität in Geschichte & Gegenwart

In unserer Jugendgeschichtswerkstatt „Helden Heimat Identität“ geht es um drei Biografien: Die des Wolgatataren Musa Dshalil, der sorbischen Journalistin Mina Witkoij und die des Krimtataren Amet Khan Sultan.

Musa Dshalil, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Tatarstans, freiwilliger Politoffizier der Roten Armee, Legionär der Wolga-Tataren-Legion der Deutschen Wehrmacht und Antifaschist ist nach wie vor eine Ikone in Kultur und Geschichte der Kasan- oder Wolgatataren. Über die Facetten seines Lebenslaufes, dessen Rezeption bei Linken und Rechten, bei Muslimen und Kommunisten, unter Jugendlichen und Veteranen geht es im Workshop. Der Dichter und Rotarmist wurde ermordet 1944 in Berlin-Plötzensee.

Ahmet Khan Sultan, zweifacher Held der Sowjetunion, Militärpilot der Roten Armee, ist der Hauptheld des ersten krimtatarischen Spielfilms. Die Tragödie seiner Familie und seiner Lebensgeschichte ist Thema unseres Workshops. Während er als erfolgreicher sowjetischer Jagdflieger seine Karriere als Testflieger fortsetzen darf, werden andere Familienmitglieder so wie sein ganzes Volk 1944 vom Stalin-Regime in Viehwaggons nach Zentralasien deportiert.

Mina Witkojc.“ Die sorbische Journalistin und Dichterin Wilhelmine Wittka (Mina Witkojc, 1893-1975), wurde wegen ihrer demokratischen Grundhaltung 1931 aus ihrer Redaktion entfernt, 1932 wegen angeblicher „deutschfeindlicher Politik“ vor Gericht gebracht, 1933 mit Berufsverbot belegt und 1941 von den Nazis aus der Lausitz ausgewiesen.

Alle drei Lebensläufe und ihre Rezeption bzw. Instrumentalisierung werden junge Menschen aus unseren  verschiedenen Ländern gemeinsam entdecken, diskutieren und vergleichen.

ICATAT begleitet 2015-2019 mit fachlicher Expertise Projekt gegen Rechtsextremismus / Fachkonferenz im Schweriner Schloß als gelungener Auftakt

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Dehnungsfuge. Auf dem Lande alles dicht?“ ist eines von bundesweit fünf Modellprojekten zur Demokratiestärkung im ländlichen Raum, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Programm „Demokratie leben!“ gefördert wird. Seit dem Mai 2015 ist unsere Webseite www.dehnungsfuge.com freigeschaltet. Die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (.lkj) entwickelte das Projekt „Dehnungsfuge“ und ist die nächsten fünf Jahre für die Umsetzung zuständig – in Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Partnern. Doch Dehnungsfuge? Kulturelle Bildung? Was ist das und wie passt dies zusammen, sind wohl die ersten Fragen, die beim Lesen des Projekttitels des neuen .lkj)-Projektes aufscheinen. „Der Begriff »Dehnungsfuge« ist bewusst aus dem Baujargon gewählt. Diese besondere Fuge gleicht das Quellen und Schwinden von Rissen aus – reale Risse zwischen Bauteilen und Materialien, symbolische Risse in der Gesellschaft zwischen Alt und Jung, zwischen Arm und Reich oder auch zwischen Kultur und Kommerz aus.“ heißt es im Antragsexposé der .lkj). Im Positionspapier Dehnungsfuge/shov/derz. des ICATAT heißt entsprechend: „Wir möchten jedoch sehr wohl mit aller Energie versuchen, der vom neoliberalen Verwertungskapitalismus erzwungenen sozialen Stratifikation unserer Gesellschaft etwas Ausgleichendes entgegenzusetzen. Dies möchten wir modellhaft eruieren, indem wir Benachteiligte unserer Einwanderungsgesellschaft – Teile der ländlichen Jugend, Einwanderer- und Flüchtlingskinder, hiergebliebene „Wendeverlierer“ mit (oft prekär beschäftigten) Kulturaktiven, mit Lokalpolitikern, Pädagogen und Sozialarbeitern, Verwaltung, dem erfolgreichen Mittelstand, dem Handwerk und der (regionalen) Wissenschaft vernetzen.“

BMFSFJ-Modellprojekte entwickeln und erproben innovative Ansätze im Bereich der Demokratieförderung und Präventionsarbeit. Sie setzen an dringenden Fragen und Problemen an, werden wirkungsorientiert geplant und umgesetzt und sind partizipativ gestaltet. Bewähren sich die in den Modellprojekten erprobten Methoden und Ansätze, sollen die in der Projektarbeit gewonnen Erkenntnisse auf die bundesweite Arbeit anderer Träger oder Förderbereiche, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, übertragen werden. Ziel ist die Weiterentwicklung pädagogischer Praxis unter Berücksichtigung spezifischer lokaler Strukturen und deren Überführung in die Regelstrukturen. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt Modellprojekte, die sich speziellen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit widmen. “Dehnungsfuge” wird als Modellprojekt gefördert, das in der Arbeit gegen Rechtsextremismus, Gewalt und gruppen­bezogener Menschenfeindlichkeit die besonderen Strukturen und Rahmenbedingungen im ländlichen, struktur­schwachen Raum und entsprechende neue Herausforderungen an unsere Einwanderungsgesellschaft in den Fokus nehmen. Hierbei geht es darum, die demokratische Kultur vor allem junger Menschen zu stärken und neue Formen der Konflikt- und Problemlösung zu erproben. Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Einbeziehung von Flüchtlingen und Einwanderern, um eine Willkommenskultur demokratischer partizipativer an der Basis gestalten zu können.

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Die lokalen und regionalen Partner des Projektes Dehnungsfuge trafen sich am 19. März in Schwerin, um Aufgaben, Strategien und erste Schritte zu beraten, sich untereinander kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Die „Dehnungsfuge“ wird in vier Bundesländern an fünf Standorten umgesetzt: Als entsprechende Regionalpartner arbeiten am Projekt mit die Lkj Mecklenburg-Vorpommern, die Lkj Schleswig-Holstein und die Plattform kulturelle Bildung Brandenburg, denen jeweils lokale Partner zugeordnet sind. Die lokalen Partner sind Akteure aus der Kunstszene: Regisseure, Schauspieler, Musiker, Bühnenbildner unter anderem vom Theater der Altmark (Stendal, Sachsen-Anhalt), von der Lehnschulzen-Hofbühne (Viesen, Brandenburg) oder dem Landestheater Schleswig-Holstein.

Das ICATAT bringt in das Projekt Fachkompetenzen ein, die seit Jahren in den Bildungsmodulen „Der Pascha von Magdeburg“ und diversen internationalen Jugendaustausch- und Wissenschaftsprojekten angewendet werden. Insbesondere die Arbeit mit Migrant_innen aus dem islamischen Kulturkreis, deren Kindern, Einwanderern aus Osteuropa (oft mit ungenutztem Expertenwissen) sowie die Einbeziehung von Gastwissenschaftlern relevanter Fachgebiete wie Pädagogik, Soziologie, Islamwissenschaft und Turkologie wird vom ICATAT geplant, vermittelt und konzeptionell vorbereitet.

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Die Fachkonferenz „Alternativen in der Jugendarbeit“ im Plenarsaal des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern diskutierte neue Projekte, unter anderem die „Dehnungsfuge“, die „Essbare Stadt „aus Andernach sowie „otelo“ aus Österreich vor dem Hintergrund neuer Ansätze zur Einbeziehung von Jugendlichen und Migrant_innen.

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Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Bundesmodellprojekte übernimmt bis 2020 das Deutsche Jugend-Institut. Ein erstes bundesweites Treffen von circa 30 Bundesmodellprojekten fand in der Leucorea (Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg) im Juni 2015 statt.

 

Grandiose Vernissage der Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren. Islam in Brandenburg-Preußen“

Nachdem im letzten Jahr über 10.000 Besucher ins Brandenburg-Preußen-Museum nach Wustrau (BPM) gepilgert sind um die Ausstellung zu besuchen, die als erste – basierend auf neuen Forschungsergebnissen – die bislang unterbewertete oder ignorierte Geschichte islamischen Lebens im deutschsprachigen Raum vom 16.-18. Jahrhundert vorstellt, steht diese Schau nun den Berlinerinnen und Berlinern offen: Am Freitag, den 27. Februar 2015, wurde sie zusammen mit dem neu erbauten Kulturzentrum der tradtionsreichen Şehitlik-Moschee Berlin eröffnet. Emotionale Eröffnungsreden wurden gehalten, in denen die bundesweite Bedeutung der Ausstellung – einer Kooperation des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau und des ICATAT, betont wurde. Hunderte Menschen, Nachbarn, Berliner Juden, Christen, Hindus und Muslime waren gekommen, um das neue Kulturzentrum der Moschee sowie die Ausstellung zu sehen. Ehrengäste waren der Botschafter der Republik Türkei, Hüseyin Avni Karslıoğlu, der Generalkonsul der Türkei in Berlin, Ahmet Başar Şen, der Vorstandsvorsitzende des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet İşleri Başkanlığı Türk İslam Birliği), Nevzat Yaşar Aşıkoğlu,

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 der Vorsitzende der SPD-Fraktion des Berliner Senats und spätere regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie zahlreiche Abgeordnete von Bundestag, Landes- und Kommunalparlamenten, Vertreter von NGO´s und aus der Wissenschaft. In einer prunkvollen Kutsche wurde die Anreise des Osmanischen Botschafters Giritli Ali Aziz Efendi nachgestellt. Dieser verstarb 1798 in Berlin. Für sein Begräbnis und die Einrichtung eines islamischen Friedhofes schenkte der Staat Preußen dem Osmanischen Reich  damals ein Stück Land, wo heute auch Moschee und Kulturzentrum stehen. Die Ausstellung wurde gerahmt von Fachvorträgen, Führungen und Diskussionen bis zum April 2015. Ermöglicht wurde der Bau des neuen Kulturzentrums durch 750.000 € Spenden der Berliner Muslime sowie einer Förderung von 250.000 € durch das TIKA-Ministerium der Republik Türkei (Ministerium für türkische Zusammenarbeit und Koordination).

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Die Erstellung der Ausstellung und des dazugehörigen Katalogs wurde vom Yunus-Emre-Institut unterstützt. Das pädagogische Begleitprogramm zur Ausstellung „Ali und Hanife in Berlin-Brandenburg“ kann über das ICATAT weiterhin gebucht werden, das Vortrags-Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier: Termine

Die rbb-Abendschau, Tageszeitungen wie die türkische Hürriyet und diverse Online-Portale berichteten von der Veranstaltung. Im Anschluß an Berlin wird die Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren – Islam in Preußen“ mit Unterstützung der Projektpartner von BPM und ICATAT in Tatarstan, der Türkei, Litauen und Polen zu sehen sein. Im Kreml von Kazan laufen bereits die Vorbereitungen der Akademie der Wissenschaften Tatarstans dafür, mit Partnern der Marmara-Universität Istanbul bereitet man sich auf die Türkei-Schau vor.

 Pressestimmen finden Sie hier (Hürriyet).dcdda ab

cd Die werbewirksame Figur der Ausstellung zeigt Christian Friedrich Aly (* etwa 1666 im Osmanischen Reich; † 9. Dezember 1716 in Berlin). Er wurde zum Christentum zwangskonertiert in Grieben/Buch bei Magdeburg und war nach seinem Dienst als Kammertürke der preußischen Königin Sophie Charlotte Stadthauptmann (`Bürgermeister`) von Berlin (Lietzenburg/Charlottenburg). Als sogenannter Beutetürke durchlief er eine beachtliche Karriere und kehrte nun symbolisch an den Ort seines Schaffens zurück, nach Berlin.

lkj und ICATAT mit Zeitreisemanufaktur auf kulinarisch-historischer Stadtsafari in Magdeburg

Ein neues Projekt zu Stadtgeschichte, Integration und Vielfalt startet 2015 als Kooperation von Magdeburger Schulen, der lkj, der Zeitreisemanufaktur und dem ICATAT. Jugendliche entdecken auf Geo-Caching-Exkursionen die Interkulturgeschichte Magdeburgs und dokumentieren diese in einem Webportal – für sich, für Neumagdebürger, Touristen und Gäste.

Die reiche interkulturelle Geschichte Magdeburgs ist oft versteckt oder erst auf den zweiten Blick sichtbar, wurde verdrängt oder vergessen. Dabei können viele Geschichten aus Magdeburgs Geschichte lehrreich sein für unser Heute: islamisch-christliche Begegnungen hier und historische Magdeburger Lebenswege in den Orient können verdeutlichen: Migration, Integration und Kulturaustausch sind keine Phänomene der Moderne. Dies gab es schon immer und Vielfalt, Offenheit und Vernetzung macht die Stärke einer Gesellschaft aus. Deshalb gehen Jugendliche MagdeburgerInnen mit jugendlichen Gästen auf Geo-Caching-Exkursionen durch unsere Stadt und entdecken, beschreiben, schmecken und dokumentieren gemeinsam diese Vielfalt – historische wie aktuelle.  Erste Ergebnisse des Pilotprojektes sind hier einsehbar.

Von Herbst 2014 bis Sommer 2015 entwickelte sich ein besonderes Projekt zur islamisch-deutschen Stadtgeschichte Magdeburgs: Wir erstellten zusammen mit Schülern, Studenten, SeniorInnen, MigranteInnen als auch Alteingesessenen Illustrationen zur bunten Stadtgeschichte Magdeburgs. Gefördert von der Aktion Mensch gestalteten wir Graphiken, Collagen, Zeichnungen, Bilder und Fotos für das Buch „Der Islam in Sachsen-Anhalt / Magdeburger im Orient“. Junge Deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund entdeckten gemeinsam Bruchstücke alltäglicher Interkulturkontakte im regionalen Kontext und gestalteten zusammen Bilder für eine Publikation zur deutsch-islamischen Geschichte in Sachsen-Anhalt, die in eine Publikation einfließen werden: Wer erinnert sich noch an die Magdeburger Sagen, in denen Tataren, Türken, Araber und Osmanen eine Rolle spielen, wer kennt noch die entsprechenden Häuser, die erst 1945 zerstört wurden? Wer kennt die Geschichte der Sandsteintürken und weiß woher der Tatarenturm am Dom seinen Namen hat? Wer waren die Aserbaidschaner, Tataren und Kirgisen, die im Nordpark begraben liegen? Woher stammt die Magdeburger Familie Aly? Gerade das Thema islamischer Spuren in Magdeburg und von Magdeburger Lebenswegen in den Orient kann deutlich veranschaulichen, dass Integration und Migration keine Phänomene der Jetztzeit sind. Ein Präsentieren und Konservieren solcher historischer Interkultur-Fundstücke der Vergangenheit kann so zu mehr Toleranz in unserer Einwanderungsgesellschaft der Gegenwart beitragen. Die teilnehmenden Jugendlichen lernten diese Geschichte kennen und ließen sich dadurch inspirieren für eigene Kreativität. Daneben wurden Arbeitstechniken/Medienkompetenz und Fertigkeiten wie Projekt-Blogging vermittelt.

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In einem nächsten Schritt sollen nun die diversen Sagen, Geschichte, Fachtexte, biografischen Erinnerungen und Novellen stilistisch vereinheitlicht werden zu einem lesbaren lehrreichen Buch über Kulturkontakte und Lebenswege „Der Islam in Sachsen-Anhalt / Magdeburger im Orient“.

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Literaturhaus Magdeburg und der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT GmbH) soll die Publikation zweierlei Zielgruppen erreichen: Einerseits die interessierte Öffentlichkeit und Touristen als auch andererseits die Schülerinnen und Schüler Sachsen-Anhalts, um Identifikation mit der Heimat auch für Neubürger und Flüchtlinge zu unterstützen als auch zur Vorbeugung von Xenophobie und Islamphobie zu zeigen, das Interkulturkontakte mit dem islamischen Kulturkreis in Magdeburg und Sachsen-Anhalt bereits seit über 1000 Jahren Tradition haben.

Einige Illustrationen des zukünftigen Buches – Projektergebnisse aus der Förderung durch Aktion Mensch – sind hier in grober Auflösung zu sehen. Eine erste Werkschau fand im Rahmen der Kunstaktion „Neue Sinnlichkeit“ von Kulturanker e.V. in der alten JVA Magdeburg statt, eine Vernissage aller Werke ist mit Vorleseabend und Konzert in der Magdeburger Stadtbibliothek geplant.

Wanderausstellung und pädagogisches Begleitprogramm gestartet  logo

Vorträge – Workshops – Schulprojekttage                      (Laufzeit 2014-2018)

Der Museumsverband Sachsen-Anhalt hat zusammen mit einem Netzwek aus Institutionen und Verbänden die Wanderausstellung „Heimat im Krieg 1914-18. Spurensuche in Sachsen-Anhalt“ mit pädagogische Begleitprogramm initiiert, die bis 2018 durch unser Bundesland touren wird. Eine Flut von Veröffentlichungen und Forschungen begleiten den 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges. Auffällig ist jedoch, dass kaum regionale Aspekte für die damalige preußische Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt untersucht und betrachtet werden. So haben sich Studierende des Instituts für Geschichte der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg auf eine Spurensuche in Sachsen-Anhalt begeben. Die Ausstellung ist daher keine umfassende regionalgeschichtliche Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges, sondern der Betrachter hat Teil an den Ergebnissen der Spurensuche der Studierenden. Noch weniger als die regionalen Aspekte des I. Weltkrieges werden die Komponenten „Muslime im Ersten Weltkrieg“ und „Interkulturkontakte“ wissenschaftlich und pädagogisch bearbeitet. Hier setzt unser Institut an und bietet im pädagogischen Begleitprogramm zur Wanderausstellung Vorträge, Workshops und Schulprojekttage an. Den Vortrag „Barbaren, Alliierte, Migranten – Zur Rolle von Muslimen in Propaganda und Kriegsalltag 1914-18″ und den Workshop „Fremde. Nähe. Heimat im Krieg. Muslime in Deutschland und Deutsche im Orient 1914-18“ (InfoDownload hier) kann jede Bildungseinrichtung bei uns kostenfrei ordern und beliebig kombinieren: als Abend-, Tages- oder Wochenendveranstaltung gehen wir explizit auf die jeweilige Zielgruppe ein und konzipieren ein regional- und altersspezifisches Programm.

Wer weiß noch, dass tausende Baschkiren, Tataren, Inder, Algerier, Marokkaner und andere Kolonialsoldaten in Sachsen-Anhalt interniert waren, dass der Schöpfer des Tatarengedenksteins und Vizekommandeur des Kriegsgefangenenlagers für Muslime aus Magdeburg stammte oder dass deutsche Soldaten (z.B. aus Zielitz) in der osmanischen Armee dienten? Diese und ähnliche Themen werden zusammen mit den Jugendlichen anhand von Zeitzeugnissen, mittels Kochen, Fühlen, Schmecken, Diskutieren und Gestalten bearbeitet.

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Die Wanderausstellung ist eine Kooperation von:

Von Mongolen, Döner und Hacksteak Tatar

Ein Lese- und Diskussionsabend zu Fremdheit und Nähe

Woher kommen wir, was ist uns fremd und wie überwinden wir Kulturschranken? Nicht nur in unserer Gesellschaft bestimmen oft Stereotypen aus der Vergangenheit die Bilder in unseren Köpfen heute. Anhand kleiner Episoden und großer Weltliteratur rund um das Hacksteak Tatar und des Deutschen liebsten Fastfood – den Döner – erkunden Jaromir Konecny und Dr. Mieste Hotopp-Riecke die deutsch-böhmisch-turko-tatarische Welt der Nachwendegeneration. Was hat das Hacksteak mit den Tataren zu tun und geht Dönerliebe durch den Magen? Wir begegnen Bert Brecht, Franz Fühmann und Dschingis Khan, böhmischen Exilanten, bayerischen Gutmenschen und dem Dönerröschen.

Jaromir Konecny, der wohl schrägste Tscheche aus Deutschland, Poet, Naturwissenschaftler und Autor von „Tatar mit Veilchen“ und „Dönerröschen“ trifft auf Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Tatarenspezialist aus der Altmark, Autor von über einhundert Fachtexten unter anderem zur Kulturgeschichte des Hacksteak Tatar. AnnonceDönerIKUS

Ort: IKUS an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 14.10.2014, 19.00 Uhr; Flyer zur Veranstaltung hier; Pressemitteilung hier zum download.

In Köthen finden am 15.10. noch zwei Schul-Lesungen statt.

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Im Trolleybus nach Osten.

Szenische Lesung mit Musik.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der INTERLESE statt, dem jährlichen Lesefestival des Bödecker-Literaturkreises mit internationalen Autoren.

Eine Produktion der  Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e. V. und des Theaters der Kalligraphie Berlin mit Unterstützung des ICATAT Magdeburg.

Der tatarische Schriftsteller ILDAR ABUSJAROW (*1975) erzählt in seinem ersten ins Deutsche übersetzten Buch „Trolleybus nach Osten“ (weissbooks, 2011), wie ein ehemaliger Krieger des Dschingis-Khan sich in einer russischen Metropole niederlässt, um Literaturwissenschaft zu studieren. Dort begegnet er einem Elitefußballer, der Koranunterricht nimmt, verliebt sich in eine Frau, die leidenschaftlich Tango tanzt, und knüpft Freundschaft mit Oberleitungsbussen (Trolleybussen), die von der Wolga nach Osten fahren, um sich in mongolischen Steppen in wilde Pferde zu verwandeln. Stereotypen von Russen, Deutschen und Tataren werden in rasantem Tempo ad absurdum geführt, ein tatarischer Ritt durch Metropolen und Kulturgeschichte.

Zwischen die Textabschnitte aus Abusjarows Erzählungen werden tatarische und russische Musikstücke und Gesänge platziert, die Musiker und die Lesenden treten in Interaktion.

Mit:

Furkat NIYAZI (Stimme, orientalische Lauten), geboren in Duschanbe (Republik Tadschikistan) ist Musiker und Musikethnologe, Gründungsmitglied der Musikgruppe „Tschiltan“ (Berlin), die sich der Pflege der traditionellen Musik Zentralasiens widmet. In seiner Heimat wurde ihm der Ehrentitel „Verdienter Künstler Tadschikistans“ verliehen.

Ildar KHARISSOV (Stimme, Klavier), geboren in Tatarstan (Russländische Föderation), ist Musiker, Dichter, Turkologe und Performer. Auftritte mit eigenen Kompositionen im Konzerthaus Berlin, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und in v.a. Kultureinrichtungen in Deutschland und Russland. Diverse Literatur- und Musikpreise.

Thomas STEINBACH (Rahmentrommel Doira), geboren in Pressath (Bayern), ist Musiker und Religionswissenschaftler, Gründungsmitglied der Musikgruppe „Tschiltan“. Als Forscher und Musiker bereiste er viele Länder Zentralasiens, vor allem der ehemaligen Sowjetunion. Radio- und Fernsehauftritte.

Mieste Hotopp-Riecke (Lesung), geboren in der Altmark, ist promovierter Turkologe, Publizist, Leiter des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien Magdeburg-Berlin, (Vor-)Lesungen, Seminare auf krimtatarisch, türkisch/deutsch im In- & Ausland. Über 130 Artikel und Bücher zu Literatur, Kultur, Sprachen und Geschichte der Tataren.

Ort: Feuerwache Magdeburg, Halberstädter Strasse 140, 39112 Magdeburg Termin: 16.10.2014, 19.00 Uhr

Flyer zum download hier. Eine Veranstaltung im Rahmen der INTERLESE 2014 in der Feuerwache als Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis dem ICATAT Magdeburg und der Gesellschaft für Osteuropa-Förderung Berlin. Karten: mail@feuerwachemd.de

Der Verein der „Ehemaligen StipendiatInnen der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.“ (EStHBS) führt jährlich eine Bildungsreise durch. Die diesjährige Akademikerreise, im Auftrag des EStHBS konzipiert und geleitet von Dr. Mieste Hotopp-Riecke, führte nach Moskau und in die Republik Tatarstan.

Youth Exchange project combining history, human rights education and turkology (in framework „Europeans for Peace„) started on World day of Peace, 1. September 2014, realised till december 2014)

We did combine the fields of history research and human rights education through bringing young people’s together and set them in sustainable international networks. This was a Project by the Institute for Caucasica-, Tatarica- and Turkestan-Studies Magdeburg/Berlin (ICATAT) in cooperation with KREATIV, Vinnytsia Regional Centre for Information (Ukraine), supported by the Foundation „Remembrance, Responsibility, Future“ (EVZ) financed by the Ministry for Foreign Affairs, Federal Republic of Germany. The Youth workshop brought young peoples from Germany and Ukraine together in order to discover, compare and discuss the history of the development of human rights organisations, the advancement of struggle for citizen rights, laws and initiatives on national, European and international level. We are dealing with this issues by using the case fall of the human rights movement of the Crimean Tatars in USSR and later Ukraine on one hand as well as the campaigns concerning the Crimean Tatar problems edited by the Society for threatened People International (GfbV, Germany).

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Contents

Object of the workshop is the unique example of Crimean Tatar struggle for the right of return from deportation, for the right of homeland, citizenship, participation, right on mother tongue and freedom of speech since the deletion of the Crimean Democratic Republic in 1918 and especially since the deportation in 1944. The GfbV is developing and executing urgent actions, appeals and campaigns for supporting this Crimean Tatar citizen rights movement since 45 years. The single Crimean Tatar deputy of Verkhovna Rada in Kiev, the former president of the Crimean Tatar national assembly Milliy Meclis, Mustafa Cemilev, is the laureate of GfbV-Human rights award named Victor-Gollancz-Price. We ask in our mixed Ukrainian-German-Tatar working group for the history of the struggle for human rights in both European/national as well as international dimension.

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Teamer and specialists of the Federalist Union of European Nationalities (FUEN) as well as Human Rights activists from different countries attended at the general assembly of GfbV in autumn 2014. Our working group observed and participated there. After two days of learning together in roll plays, lectures and round tables we did practices at the general assembly of the Society for threatend People as well as observed the Kiev Dialogue as guests. We discussed human rights issues at the Georg-August-University Göttingen (Departement for Turkology), at the Humboldt-University together with collegues from Society for Threatened People, PRAVO Berlin, the EuroMaidanWache Berlin, InfoPointKrim Berlin and visited the Mosque of Göttingen and discussed there with the Imam.

In November took place the second part of our project in Kiev and Vinnitsya in Ukraine, mainly organized by our partners of KREATIV Vinnitsya and KrymSOS.

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Here is our „Project Review“ for download (work in progress to be updated daily) as a pdf-file  as well as our video-statement and photo impressions of our workshop. The whole stuff (article, essays, documents, resolutions) will be available soon as a book published by Prof. Dr. Dr. Umland.

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„FREMDE • NÄHE • HEIMAT SACHSEN – Das Fest des Pfluges in Leipzig“

Leipzig, 13.-15. Juno 2014,

Clara-Zetkin-Park + Arabischer Coffebaum + Deutsches Musikarchiv + Gartenlokal Weste

Das traditionelle Sommerfest der Tataren Deutschlands – bisher in Frankfurt und Berlin durchgeführt – fand in diesem Jahr das erste Mal in Leipzig statt. Dies markiert einen interessanten Wendepunkt in der Migrationsgeschichte der tatarischen Neubürger: Die junge Generation tatarischer Zuwanderer engagiert sich für ihre Kultur auch in Ostdeutschland. Wir begleiteten dieses Ereignis mit einer Jugend-Kunst- und Geschichts-Werkstatt, gefördert durch das Projekt Pathfinder der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. aus Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

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Hintergrund

Das SABANTUY ist das größte Ereignis im Jahreskalender der Tataren. Toy bedeutet Hochzeit oder Fest, der saban steht auf tatarisch für Pflug. Das Fest steht für den Beginn des neuen Jahres in der Natur, dem Fest des Einbringens der Saat in den Schoß von Mutter Erde. Nicht nur in Tatarstan feiern das „Fest des Pfluges“ Millionen Menschen sondern jedes Jahr wird vom Weltkongress der Tataren eine Feststaffette festgelegt: Die traditionellen Feste werden erst in Diaspora-Gemeinden von Toronto über Kairo bis Sidney gefeiert, dann in allen Regionen Osteuropas und schließlich als Abschluß in Tatarstan.

Bestandteile des Festivals sind traditionelle Sportarten, Spiele, Singen und Tanzen aber auch das Erzählen traditioneller Geschichten əkiyət und Gedichte şiğer. In den letzten Jahrzehnten begingen die deutschen Tataren dieses Fest abwechselnd in Frankfurt am Main und Berlin. In diesem Jahr findet es das erste Mal in Leipzig statt, weil immer mehr tatarische Migranten in Sachsen leben und versuchen dort eine neue Heimat zu finden. Hier knüpfen wir an: Welche Erfahrungen von Flucht, Migration, Fremde und Nähe können die jungen Migrantinnen sich gegenseitig und den Deutschen erzählen? Wir begleiten das große Sabantuy-Festival mit einem Jugendworkshop und bringen tatarische Jugendliche mit Kindern von Alteingesessenen und anderen Migranten-Communities zusammen. Die besondere Geschichte tatarischer Buchkultur in / aus Sachsen sowie die Geschehnisse um die antifaschistischen tatarischen Wehrmachtssoldaten um Mussa Dzhalil bieten hierfür

@ sabantuy Leipzig: Künstler aus Tatarstan und Aktivisten aus Deutschland (mit Rosa Habibullina, Gulnaz Valeeva)

Abdullah Alish und Musa Dshalil: tatarische Antifaschisten in der Wolga-Tataren-Legion der Deutschen Wehrmacht, ermordet in Plötzensee..

Helmut Hentschel, Ehrenvorsit- zender des Heimatvereins des Bornaer Landes e.V.

Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Leiter des ICATAT, Magdeburg-Berlin.

geeignete Anknüpfungspunkte. Letztere wurden vom Reichkriegsgerichtshof Dresden abgeurteilt, in Plötzensee hingerichtet und hinterließen in Form von Schellackplatten von 1944 ihre Spuren für die Nachwelt im Deutschen Musikarchiv Leipzig. Das tatarische Volkslied „Schmetterling“, gesungen vom Kulturensemble der wolga-tatarischen Legion der Deutschen Wehrmacht, wird als Sabantuy-Auftakt 70 Jahre nach der Studioaufnahme zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert sowie anschließend von Rosa Habibullina aus Moskau interpretiert. Einen Gesamtüberblick zu Fest und Workshop gibt es hier als pdf-dokument zum download. Das Sabantui-Fest fand im Clara-Zetkin-Park am Musikpavillon Leipzig, Anton-Bruckner-Allee 11, 04107 Leipzig statt. Die Jugend-Workshopgruppe bewegte sich auf den historischen Spuren tatarisch-deutscher Kulturkontakte im ganzen Stadtgebiet.

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Alle Info´s auch auf der Webseite der Union der Tataren Deutschlands:www.tatarlar-deutschland.de