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Historians and Turkologists were on a joint tour through places with a scientifically relevant history in the context of German-Tatar cultural contacts. The joint journey took place within the scope of two projects, which are carried out as a cooperation of ICATAT with the Institute of History of the Academy of Sciences of the Republic of Tatarstan. On the one hand it is the project of the exhibition „Turks, Moors and Tartars. Islam in Brandenburg-Prussia / 600 years of German-Tartar cultural contacts“. On the other hand, it is the project „Tombs of the Fallen from Tatarstan in Europe“. The Tatars-Tombs project is still going to run for the next 3 years. The exhibition will be opened on 24th May 2017 in the Museum of Islamic Cultures in the main mosque of the Republic Tatarstan. The Qul Sharif mosque with museum is located on the Kremlin site of the tatarian capital Kazan and is a UNESCO World Heritage ensemble.

Here in our MediaReview are to find some press releases concerning both of our cooperation projects. Diverse Media like mdr television, mdr broadcoast, Altmark-Zeitung, Volksstimme, Focus, BILD, Märkische Allgemeine a.o. launched features and articles regarding the tour and the oncoming exhibition in Tatarstan in cooperation with our colleagues from Marjani-Institute for History.

VSt Print 5.5.2017

Dr. Liliya Gabdrafikova (above from left), Radik Salikhov, Dr. Stephan Theilig, Dr. Marat Gibatdinov und Dr. Mieste Hotopp-Riecke

Eine Video-Reportage von Radio Free Europe (Prag) über unsere Ausstellung in Tatarstan (eine Version mit deutschen Untertiteln folgt in Kürze).

Dieses traditionelle Neujahrsfest der Völker des Nahen Ostens ist seit einem Vierteljahrhundert nun auch in Sachsen-Anhalt fester Bestandteil des Kulturkalenders: Kurd*innen, Iraner*innen, Afghan*innen, Usbek*innen, Aserbaidschaner*innen trugen dieses Kulturgut mit in ihre neue Heimat, doch meist von der Mehrheitsgesellschaft unbemerkt. Wir möchten 2017 alteingesessene und zugezogene Menschen in Sachsen-Anhalt zusammenbringen und das NEWROZ 2017 zu einem selbstgestalteten Fest der Kultur und Bildung für ALLE machen. Wir haben das Festival geöffnet in mehreren Dimensionen: Thematisch geht es weit über Newroz hinaus, zeitlich dehnen sich die Teilhabe-Festival-Module auf eine Festwoche aus und wir öffnen uns in die Stadt hinein durch unterschiedliche Spielorte.

Hier finden sich die einzelnen Module des Teilhabe-Festivals beginnend am 22.3. bis zum Höhepunkt und Abschluß am Abend des 25.3.

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Das Projekt wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Aktionen für eine Offene Gesellschaft.

„Der Pascha von Magdeburg“ Interkultur-Stadtspaziergang

Wir begeben uns auf Spurensuche nach deutsch-islamischer Vergangenheit, hören Geschichte(n) von Mehmed Ali Pascha aus Magdeburg, von Muslim*innen in Mitteldeutschland und Magdeburg vor drei- und vierhundert Jahren, in den beiden Weltkriegen und heute, sehen im Magdeburger Dom die Sandsteintürken und Kampfelefanten.

Wann? 22.3.2017, 15:30 – 17:30 Uhr
Wo? Treffpunkt: Tatarenturm hinterm Dom (Ecke Remtergang/Fürstenwall)

Bitte anmelden bei Dr. Mieste Hotopp-Riecke (newroz@jugend-lsa.de) oder unter 015731758823. Die Führung wird bei Bedarf zweisprachig angeboten. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

GeoCaching-Safari

Mit dem Team der Zeitreise-Manufaktur Magdeburg erkunden wir den Stadtraum mittels GPS und Tablets auf interkulturellen Spuren von Architekturen, Gerüchen, Denkmalen, exotischen Speisen und bunten Erinnerungsorten zwischen Magdeburg und dem globalen Süden.

Wo? Treffpunkt Eingang Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Wann? 23.3.2017, 15:00-18:00 Uhr

Anmeldungen bitte an newroz@jugend-lsa.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ausstellung Back to Rojava.Fotoausstellung.

Im Rahmen des Newroz-Teilhabe-Festivals zeigen wir Fotografien aus Südwest-Kurdistan / Nordost-Syrien, auf kurdisch genannt Rojava. Bilder der Aufklärung und der Solidarität. Die Foto-Ausstellung zeigt die Zerstörung, aber auch den Aufbruch in Rojava. Heute erproben die syrischen Kurd_innen das Experiment einer direkten kommunalen Demokratie und damit auch die Möglichkeit von Konfliktlösungen jenseits der alten, von Überwachen und Strafen geprägten Kultur der Gewalt. Ihre politischen Institutionen legen großen Wert auf die Beteiligung der Frauen nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in den politischen Entscheidungsgremien und Bildungseinrichtungen. Ein neues Gesundheitswesen wird aufgebaut, eine eigene Polizei entsteht. In den Schulen lernen die Kinder Arabisch und Kurdisch: ein absoluter Tabubruch mit den Jahrzehnten unter dem Assad-Regime.

Ein Projekt von attenzione photographers / Civaka Azad. Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. / medico international / Rosa Luxemburg Stiftung. Koordinierungskreis Syrien/Nordirak/Rojava online 

siehe auch: https://www.medico.de/back-to-rojava-16301/

Wo? Foyer & Scheune im Kulturzentrum Moritzhof, Moritzplatz 1, 39104 Magdeburg
Wann? 25.3.2017, 18.00 Uhr

Filme + Diskussion

„Haymatloz. Exil in der Türkei“

Direkt nach der Machtergreifung durch die Nazis verloren rund ein Drittel der Professor*innen ihre Stellungen an deutschen Universitäten. Es flüchteten zahlreiche Intellektuelle, Jüdinnen und Juden sowie Antifaschist*innen in das unbekannte Exilland Türkei. Die Filmemacherin Eren Önsöz begleitet einige Nachkommen dieser Professoren an Schauplätze in der Schweiz, Deutschland und in der Türkei. An der Modernisierung der Türkei waren die renommierten Deutschen wesentlich beteiligt. Doch was ist von dem Kultur- und Wissenstransfer unter Premier Erdoğan übrig geblieben? Wo doch heute in der Türkei die Atatürkschen Reformen rückgängig gemacht und laizistische Strukturen aufgelöst werden. Gilt das auch für die Bemühungen der Exilant*innen? Inmitten der weltweiten Flüchtlingskrise wirft der Dokumentarfilm hochaktuelle Fragen auf und beleuchtet das Schicksal der akademischen Elite Deutschlands im türkischen Exil: Verfolgt, hofiert und „haymatloz“.

Mit der Regisseurin Eren Önsöz wird der Moderator, Kabarettist und TV-Talker Lars Johansen über ihren Film „Haymatloz“ ein Filmgespräch führen, in das auch Jochen Schrader mit einstimmt. Jochen Schrader ist der Urenkel von Friedrich Schrader aus Wolmirstedt, der bereits eine Generation früher – vor dem Ersten Weltkrieg – in das Osmanische Reich emigrierte und dort zu den führenden Intellektuellen aufstieg, zwei Dutzend Sprachen beherrschte und sich als Publizist für Völkerverständigung und Frauenrechte einsetzte. Thema ist also Migration einmal anders herum: Deutsche in der Türkei im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Welt-Kriege und Deportationen.

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Kino unterm Dach
Wann? 25.3.2017, 14:00 Uhr

Die Veranstaltung findet auf türkisch und deutsch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da die Platzzahl begrenzt ist –> newroz@jugend-lsa.de

„Wasserläufer“

Der 12-jährige Djudi ist mit seiner Familie vor dem Krieg aus Syrien nach Istanbul geflüchtet. Da sie dort keinerlei Unterstützung erhält, bestreitet die Familie ihren Lebensunterhalt mit dem Straßenverkauf von Wasser und Brezeln. Durch Momentaufnahmen aus ihrem Alltag enthüllt die Dokumentation ein bewegendes Familienschicksal und zeigt, welche Träume, Wünsche und Hoffnungen durch eine Flucht auf der Strecke bleiben.

Das Filmgespräch führen Beston Zirian Ismael  (Leipzig, Regisseur) und Lars Johansen (Magdeburg, Kolumnist/Moderator/Kabarettist).

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Kino unterm Dach
Wann? 25.3.2017, 16:45 Uhr

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnisse. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da die Platzzahl begrenzt ist.

Poetry Slam „Meine Spuren, meine Welt“

mit Bestseller-Autor Jaromir Konecny.

Der böhmisch-bayerische Schriftsteller Jaromir Konečny, mehrfacher deutscher Poetry-Slam-Meister und erfolgreicher Bestseller-Autor (Doktorspiele, DönerRöschen) begibt sich mit alteingesessenen und zugewanderten jungen Menschen und jungen Kolleg*innen von „Halternativ“ e.V. auf Spurensuche nach dem Ich und dem Woher und Wohin, nach dem Hierbleiben oder Weggehen, nach Sehnsucht und Aufruhr.

Kleine Poetry-Stücke werden am Abend auf der Bühne geslämmt…

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Galerie
Wann? 25.3.2017, 14:00-18:00 Uhr

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten, da es einebegrenzte Teilnehmer*innenzahl gibt.

Lesung Newroz erlesen.

Wir hören Geschichten vom Schmied Kawa, von Drachen, von tyrannischen Herrschern und Widerstand, vom Kind-Sein im Nahen und Mittleren Osten, von bunten Newrozfeiern, gutem Essen, Sehnsucht nach Freiheit und Frieden. Kinderbücher auf kurdisch und deutsch werden gemeinsam vorgelsesen und besprochen.

Wo? Kulturzentrum Morizhof,
Wann? 25.3.2017, 16.00-18.00 Uhr

Die Veranstaltung findet auf kurdisch (kurmancî) und deutsch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Workshops

Informationen zu einem Videoworkshop, einem Tanzworskshop, einem Trommelworkshop sowie einem interkulturellen Kochkurs der arabisch-kurdischen Küche folgen demnächst.

Bühne & Konzert

Im ersten Teil des Bühnenprogramms werden Gedichte vorgetragen, die Theatergruppe „Mein Weg“ zeigt eine Uraufführung auf arabisch, deutsch und kurdisch, der syrische Autor Ammar Awaniy liest aus seinem Manuskript „Die Fackel der Angst. Von Homs nach Magdeburg“ und eine Tanzgruppe zeigt kasachische Tänze. Ergebnisse des Poetrs-Slam-Workshops mit Jaromir Konecny werden diesen ersten Teil beschließen.

Im zweiten Teil des Abends gibt es nacheinander Konzerte verschiedener Künstler*innen und Bands: die Koma Siwa, die Gruppe Rêga, die Martin-Rühmann-Band und Ferhat Tunç & Band. Ferhat Tunç ist einer der bekanntesten kurdischen Sänger und Musiker der Türkei. Er stammt aus Dersim und ist seit Jahrzehnten in der Menschenrechtsbewegung und als Publizist aktiv.

Wo? Kulturzentrum Moritzhof, Scheune.
Wann? 25.3.2017, 18:30-22.30 Uhr

Die Veranstaltung findet auf deutsch, türkisch, kurdisch, arabisch und persisch statt und richtet sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Deutschkenntnissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Vernissage / Konferenz / Workshops / Soirée

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Im September 2016 beschäftigten sich dutzende Jugendliche aus alteingesessenen und zugewanderten Familien zusammen mit Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen mittels Modulen aus interkultureller, politischer Bildung und Geschichtslernen mit den Themen Fremdheit, Stereotypen, Nord-Süd-Beziehungen und Euro-Islam-Debatten.

Seminarwoche  6.-11.9.2016 in Magdeburg

Seit den Fluchtbewegungen der letzten Monate, verursacht durch Kriege im Nahen und Mittleren Osten, ist das Phänomen Islam und Muslime in Deutschland ein omnipräsentes Thema, das teils zu hysterischen medialen und gesellschaftlichen Debatten führt. Eine Veranstaltung in Magdeburg, bestehend aus einer Fotoausstellung, einer Soirée, diversen Workshops und einer Konferenz, wollte mittels verschiedener Formate politisch-kultureller Bildungsangebote zur Versachlichung dieser Debatten beitragen. In den Blick genommen wurden Themen wie Fremdheit, Flucht, Integration, Akzeptanz, Heimat und Nähe.

Durch die Einbeziehung zahlreicher Migrant*innenselbstorganisationen und geflüchteter Menschen, die erst in jüngster Zeit bei uns Zuflucht fanden, verwirklichen wir erneut unseren Ansatz von partizipativer, integrativer Projektumsetzung kultureller und historischer Bildung. Gemischte Gruppen bestehend aus Alteingesessenen, internationalen Student*innen, jungen Geflüchteten und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie paritätisch besetzte mehrsprachige Betreuer-Teams garantieren ein hohes Niveau von Erkenntnisgewinn und Austausch.

Flyer und das Exposée zur Veranstaltung gibt es hier zum download. Eine Rückschau auf die Soirée, erstellt vom VideoWorkshopTeam des Offenen Kanals Magdeburg gibt es hier. In der krimtatarischen Zeitschrift Avdet erschien ebenfalls ein Bericht (als pdf zum download hier).

Informationen zu den einzelnen Modulen:

Vernissage „Projekt Würde“

8.9.2016, Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Magdeburg, Brandenburger Str. 9,   19:00-20:30 Uhr (http://projekt-wuerde.de/)

Künstler*innen: Thomas Peschel-Findeisen, Peter Schaller und Maria-Luise Berger (Fotograf*innen), Ender Yemeniçioğlu, (Bağlama), Dzhuliya Gerassimova (Fotografie & IT-Design)

  • Fotografie-Ausstellung von/mit geflüchteten Menschen aus zwei dutzend Ländern erweitert durch kommentierte historische Fotos des Magdeburger Architekten / Fotografen / Militärs Otto Stiehl und aktuellen Arbeiten von tatarischen und aserbaidschanischen Magdeburger*innen.

Soirée im Kaiser-Otto-Saal

Kulturhistorisches Museum, 9.9., 19:00 – 21:00 Uhr.           Mitwirkende:  Vortragende der Konferenz mit Kurzreferaten sowie Präsentations-Teams mit ersten Ergebnissen der Workshops und Einblicken in diverse  Interkulturprojekte. Sowie die Künstler*innen:

  • Martin Rühmann & Freunde, „Genau so!“ und Lieder aus dem Begleitprogramm von „Heimat im Krieg 1914/18“
  • Fremd in der neuen Heimat? Interkulturprojekte stellen sich vor I: „Tanz die Heimat / Arche 2.0“ (DJ Moe, Stendal/Damaskus, Projekt „Dehnungsfuge“) & Projekt „Resonanzboden“ der lkj LSA e.V.
  • Dschemil Kharikov, verdienter Künstler der Ukraine + Band
  • „Meine Geschichte / our Stories“, ein CrossMedia-Projekt der Hochschule Magdeburg-Stendal, Lesung
  • Temur Vakhabov, Violinist (Usbekistan/Krim/Berlin; Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz)
  • Interkulturprojekte stellen sich vor (II): „Eigene Spuren suchen. Neue Welten gestalten“ (lkj Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Ildar Kharisov, Komponist/Turkologe/Pianist, Berlin; Präsident der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V.
  • Dj Moe Z., Soundengineer/DJ, Stendal/Damaskus
  • Interkulturprojekte stellen sich vor (III): „Kiezrebellion. Denn die Stadt gehört uns allen!“, lkj) Sachsen-Anhalt e.V. (Workshops aus Kalligraphie, GeoCaching und Fotografie)
  • The Sharks (Rock´n Roll im 21. Jh.aus Magdeburg), Dennis Butewitz, Viktor Subbota, Jewgenij Reichel

Unsere Projektpartner vom Offenen Kanal Magdeburg und der Projektgruppe „Our Stories“ erstellten in einem VideoWorkshop mit jungen Teilnehmer*innen von „Fremde.Nähe.Heimat“ eine Dokumentation der Soirée hier.

Djemil Karikov

Die Workshops 6.9.-11.9.2016:

Parallel zur Konferenz sowie davor und danach finden mit den Konferenzteilnehmer*innen zusammen sowie erfahrenen Teamer*innen im Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Brandenburger Straße, in den Räumen der Otto-von-Guericke-Universität, der Hochschule Magdeburg-Stendal und der „Kritzelstube Magdeburg“ folgende Workshops statt.

Fotografie

Der Magdeburger Architekt und Militär Otto Stiehl und die Fremden. Otto Stiehl benutzte seine Fotografien von Fremden (Muslimen, Hindus, Sikhs u.a.) für das Schaffen von Feindbildern im Ersten Weltkrieg. Wir beschäftigen uns mit Feindbildern von gestern und heute  / Ergebnisse ergänzen die Foto-Ausstellung „Projekt Würde“.                       Verantwortlich: ARGAMAK, Verein der tatarischen Jugend Deutschlands & Die Wählerischen (HS MD-SDL)

Druckwerkstatt

Die ersten Druckereien der Muslime im östlichen Europa schossen vor allem im 18./19. Jh, im Wolga-Ural-Bereich wie Pilze aus dem Boden. Eine besondere Rolle spielte hier die islamische Reformbewegung des Dschadidismus. In Deutschland erschienen zwischen 1914 und 1918 erstmals Zeitungen auf Urdu, Persisch, Arabisch, Tatarisch und Hindi. Wir entwerfen, zeichnen und drucken unsere Eindrücke rund um das Thema Islam in Mitteldeutschland bzw. Fremde, Nähe und Heimat selbst.             Verantwortlich:  Monotypie Kiraton

Kalligraphie-Werkstatt „Wie schön sind unsere Namen“

Wir beschäftigen uns mit der Schönheit der Schriften, experimentieren mit verschiedenen Farben, Stiften und Pinseln, lassen der Phantasie rund um unsere Namen freien Lauf. Wie schön kann es sein, den eigenen Namen oder ein bestimmtes Thema mal anders als gewohnt in Szene zu setzen.          Verantwortlich:    Kritzelstube Magdeburg-Buckau, I 6.9., 16-19:30 Uhr; Anmeldungen unter office@icatat.de

GeoCaching

Der Pascha von Magdeburg / Eine GeoCaching-StadtSafari führt die Teilnehmer*innen zu historischen und aktuellen Orten deutsch-islamischer Interkulturbegegnungen in Magdeburg. Vom Tatarenturm am Magdeburger Dom und Geschichten von Magdeburgern im Orient und muslimischen Soldaten in Magdeburg bis zum „Goldenen Zelt zu Magdeburg“                  Verantwortlich war hier die Zeitreisemanufaktur Magdeburg in Kooperation mit ICATAT und „Kiezrebellion„.

Barbaren / Alliierte / Migranten

Virtuelle Exkursion nach Wünsdorf auf den Spuren des Magdeburger Architekten und Militärs Otto Stiehl. Er war Kommandant des Lagers für muslimische Kriegsgefangene, wo die erste Moschee Deutschlands entstand, spätere Generationen von deutschen Muslimen beziehen sich nach wie vor auf diese Ereignisse während und nach dem I. Weltkrieg.               Verantwortlich: Tatarlar Deutschland e.V. und das Brandenburg-Preußen-Museum, Wustrau.

Tanz die Heimat

HipHop, Volkskunst, Rap;  Mit Geflüchteten Menschen, mit Einwanderer*innen und Neumagdebürger*innen aus anderen Teilen Deutschlands kommen zu uns auch neue Melodien, neue Musikstile, Instrumente und Tontechniken. Wir schauen uns um, hören in unseren Alltag hinein und entdecken vermeintlich Fremdes in der eigenen Musikkultur und kreieren zusammen kleine Musik-Samples.              Verantwortlich:  Freunde Palästinas / Team Dehnungsfuge Stendal, DJ Moe / IKUS (angefr.); Vom 8.-11.9.2016. Anmeldungen unter: office@icatat.de

„Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Akteure, Strategien und Gefahren.“

Die Ausgrenzung von Menschen durch die Mehrheitsgesellschaft ist in Deutschland alltäglich. Dies hat weitreichende Folgen sowohl für Betroffene, als auch für das Klima in der Gesellschaft. In einem Workshop wollen wir mit euch über Akteure, Strategien und Gefahren von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sprechen, aktuelle Entwicklungen betrachten und den Ursachen menschenverachtender Ideologien auf den Grund gehen. Außerdem wird es um Handlungsstrategien gegen Rechts und die Utopie einer Gesellschaft ohne Diskriminierung und Ausgrenzung gehen.“.                  Verantwortlich: Netzwerk Demokratie & Courage; 9.-10.9.2016, 13:00-19.30, Anmeldungen unter office@icatat.de

Hallo Islam!?  Film & Videowerkstatt & HörMemorie

„Meine Geschichte / our Stories“, und „Hallo Islam!?“ sind Projekte von Student*innen aus Magdeburg (CrossMedia-Plattform „Die Wählerischen“ der Hochschule Magdeburg-Stendal und Offener Kanal Magdeburg). Erste Audio-Aufnahmen von Muslimen in Mitteldeutschland wurden in den Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkrieges in Mitteldeutschland aufgenommen und vom Musikethnologen / Turkologen Ildar Kharissov bearbeitet, der den Workshop begleitet. Die verschiedenen Module von „Fremde Nähe Heimat“ werden parallel dokumentiert. Verantwortlich: Die Wählerischen (Hochschule Magdeburg-Stendal) / Offener Kanal MD. Vom 7.-11.9.2016

Ortsnamen als Grenze zwischen Fremde und Nähe (Geschichte und Namenskunde)

Mit uns wandern auch unsere Erinnerungen und unsere Namen. Welche slawischen, deutschen und türkischen Namen begegnen sich hier bei uns und im Osten Europas. Welche Bedeutung haben sie und was haben sie mit unseren Vorfahren zu tun? Diese Wechselblicke reichen weit in die Geschichte zurück, die sowohl bei uns hier in Mitteldeutschland als auch in der alten Heimat von vielen Namenswechselns gekennzeichnet sind.  Verantwortlich: Initiative Qirimli, Stendal/Berlin/Hannover;  Anmeldungen unter: office@icatat.de  Vom 8.-11.9.2016.

Die Konferenz  „Muslime in Mitteldeutschland gestern und heute“

Freitag 9. und Samstag 10. September, Otto-von-Guericke-Universitätsbibliothek Magdeburg, 14-17:30 Uhr.

Die Konferenz befasst sich wissenschaftlich mit den  Themen Muslime in Mitteldeutschland/Mitteleuropa während der Zeit des I. Weltkrieges vor 100 Jahren sowie Kriegen und Flucht in der Gegenwart. Aber auch gegenläufige Phänomene wie die Karrieren von Deutschen im Orient werden diskutiert. Tausende Muslime waren 1914-18 als Kriegsgefangene aber auch als Lehrlinge, Student*innen, Geschäftsleute und Militärs in unseren Breitengraden anwesend – heute werden dagegen vor allem Zuwander*innen und Flüchtlinge als Bedrohung wahrgenommene. Wir fragen, zeigen, diskutieren: Wie war die Situation von Fremden, unter anderem Muslimen im Mitteldeutschland des ausgehenden Kaiserreiches und der früheren Weimarer Republik? Wie stellt sich die Situation heute dar? Welche Spuren hinterließen Osmanen, Türken, Tataren und Baschkiren bei uns, wie begegneten sich Einheimische und Fremde? Welche gegenläufigen Bewegungen gab es aus Preußen, Anhalt und Sachsen Richtung Orient und welche Potenziale lassen sich daraus heute entwickeln bezüglich Tourismus, Fachkräftemangel und kultureller Vielfalt? Expert*innen aus den Bereichen Geschichte, Islamwissenschaft, Turkologie und kultureller Bildung laden dazu ein, in verschiedenen Formaten diese Themen zu bearbeiten und sichtbar zu machen.

Mit Gästen aus Tatarstan, Syrien, Türkei, Litauen, Dagestan, Republik Krim, Polen, u.a.:

  • Ismail Kerimov, Krim-University for Engineering and Pedagogics, Director of the Institute for Crimean Tatar History, Language, Culture and Literature, Aqmescit/Simferopol, Republik Krim
  • Marat Gibatdinov, Head of the Research Centre for History of National Education, Academy of Science, Republic Tatarstan
  • Adas Jakubauskas, Historiker, Lithuania,-member of the World Congress of Crimean Tatars
  • Swetlana Czerwonnaja, Institute for Human Anthropology, Copernicus-University Torun, Polen
  • Ildar Kharissov, M.A., Musikethnologe, Präsident Ges. für Osteuropa-Förderung.
  • Iskander Gilyazov, Institut der tatarischen Enzyklopädie, Föderale Staatsuniversität Kasan, Republik Tatarstan, Russländische Föderation
  • Temur Kurshutov, KIPU Aqmescit/Simferopol, Krim
  • Hüseyin Çiçek, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Centre for Islam & Law in Europe
  • Ramazan Alpaut, Politologe, Journalist, Republik Dagestan, RF
  • Stephan Theilig, Direktor Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau / Vorstand ICATAT
  • Ralf Regener, M.A., Fachreferent, Universitätsbibliothek Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Mieste Hotopp-Riecke, Direktor ICATAT Germany

Informationen / Texte / Fotos der Veranstaltung bitte anfragen unter: office@icatat.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universitäts-Bibliothek und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg, mit der Zeitreise-Manufaktur, dem Projekt „Kiezrebellion“ der lkj Sachsen-Anhalt, Meridian e.V., der Crossmediaplattform „Die Wählerischen“, Hochschule Magdeburg-Stendal, dem Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt, der Gesellschaft für Osteuropa-Förderung e.V., der Kritzelstube Magdeburg, dem Projekt „WÜRDE“ u.v.a.m.

Das ICATAT präsentierte viersprachig in der „Langen Nacht der Wissenschaft“ der LandeshauptstadtLogo_LNdW16_CMYK_eckig_mit_blauem_bg Magdeburg Ausschnitte aus Forschung und Lehre im Kontext von Turkologie, Philologie und Geschichtsforschung mit innovativen, regionalen Komponenten. Die diesjährige „Lange Nacht der Wissenschaft“ fand statt am 21. Mai 2016. Eröffnung war im Wissenschaftshafen Magdeburg und als diesjähriges Motto wurde „Magdeburg Weltweit“ gewählt.

Vor einer Podiumsrunde mit den Kolleginnen Dr. Ayşe Yaralı (Magdeburg/Türkei), Kerstin Stork und Prof. Dr. Sanaz Mostaghim (Magdeburg/Iran) wurde auf der Pressekonferenz zum AuftaktCountdown im Leibniz-Institut für Neurobiologie  explizit das ICATAT ob seiner exzellenten internationalen Vernetzung und als Best-Practice-Beispiel stellevertretend für die über 200 Programmpunkte von dutzenden Instituten der Stadt hervorgehoben und gewürdigt.

In der Bibliothek der Otto-von-Guericke-Universität gab es ab 18.00 Uhr am 21. Mai Crashkurse Türkisch und Einblicke in die Geschichte des Islam in Mitteldeutschland. Wie intensiv international vernetzt Magdeburg ist, zeigt eine Weltkarte der internationalen Kooperationen an. Einen virtuellen Gruß dazu schickten unsere Kolleg*innen der Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan. Von 18 bis 23 Uhr folgten über 200 Interessierte unseren halbstündlich wechselnden Angeboten, Danke an ALLE, ein toller Erfolg!

Flyer zu den ICATAT-Veranstaltungen finden sich hier zum download.

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Die im Spätsommer 2015 initiierte ICATAT-Kampagne „Neue Heimat / الوطن الجديد“ für eine nachhaltige Implementierung von mehr Bildung und Emphathie in einer sich neu entwickelnden Willkommenskultur ist erfolgreich angelaufen. Im Herbst und Winter 2015/16 führten wir Seminare und Workshops durch, veranstalteten Stadtrundgänge und Vortragsabende. Dutzende geflüchtete Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan, Magdeburger Student*innen aus über zehn Ländern, Senior*innen und Schüler*innen kamen zusammen, um sich mit gemeinsamer Interkultur-Geschichte, mit Phänomenen wir Integration, Migration, Empowerment und Transkulturalität zu befassen. Dank der Förderungen durch unterschiedliche Stiftungen und Institutionen konnten diese Veranstaltungen durchgeführt werden und sollen ende 2016 in einer Publikation zusammenfließen. Erste Drittmittel für das Buch „Auf den Spuren des Paschas von Magdeburg. Ein Lesebuch zur Interkulturgeschichte Sachsen-Anhalts“ konnten bereits eingeworben werden. Illustrationen wurden ebenfalls in Workshops erstellt, Verhandlungen mit Verlagen laufen in Zusammenarbeit mit dem Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau und der Landeszentrale für politische Bildung.

Ein herzlicher Dank für Unterstützung und Kooperation geht an die Islamische Gemeinde Magdeburg, an die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen LAGFA und die Freiwilligen-Agentur Magdeurg, an die Volkshochschule Magdeburg, Tatarlar Deutschland e.V., die Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung und viele weitere Partner.

Young Muslims, Christians and Atheists lerned and worked together in Rendsburg, Hamburg, Kharkiv and Kiev

In the framework of a international media-workshop met around 30 young people in order to discuss, write, discover, shoot films and blogg together around the themes „Minorities in Media / Media of Minorities“. The mixed groups came together in for cities of Ukraine and Germany. The particicpants – ethnic Sorbian, Frisian, Danish, Crimean Tatar, Ukrainian, Brasilian, Kurdish or German – originated also from Syria, Afghanistan, Kazakhstan and Mali.

Financed by the Ministry for Foreign Affairs Germany (Programm „Developement of cooperation with civil societies in countries of Eastern Pertnership 2015„) and bounded on the long-term-project „Dehnungsfuge“ (expansion joint) supported by the Federal Ministry of Family Affairs, Senior Citizens, Woman and Youth (Programm „Living Democracy – active against right wing extremism, violence and enmity„) the young media activists traveled and worked together for two weeks.

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Checke Deine Stadt!

Historisch-kulinarische Geo-Caching-Stadtsafari zu Stadtkultur, Integration und Vielfalt

Ein Kooperations-Projekt von lkj, Zeitreise-Manufaktur und ICATAT zu Stadtgeschichte, Integration und Vielfalt ist seit September 2015 für alle Interessierten zugänglich und buchbar für Schulklassen, Kollektive, Vereine und Einzelpersonen. Jugendliche – egal ob Neumagdebürger, Touristen oder Gäste – entdecken per GPS-Router und Tablet auf Geo-Caching-Exkursionen die Interkulturgeschichte Magdeburgs.

Die reiche interkulturelle Geschichte Magdeburgs ist oft versteckt oder erst auf den zweiten Blick sichtbar, wurde verdrängt oder vergessen. Dabei können viele Geschichten aus der Geschichte Magdeburgs lehrreich sein für unser Heute: islamisch-christliche Begegnungen hier und historische Magdeburger Lebenswege in den Orient können verdeutlichen: Migration, Integration und Kulturaustausch sind nichts Neues. Dies gab es schon immer und Vielfalt, Offenheit und Vernetzung macht die Stärke einer Gesellschaft aus. Deshalb gehen junge MagdeburgerInnen auf Geo-Caching-Touren durch unsere Stadt und entdecken, schmecken und dokumentieren gemeinsam diese Vielfalt – historisch und aktuell.

Was heißt das konkret?

 

  • Wir entdecken auf Geo-Caching-Touren historische Orte/leckere Bistros/ neue Kulturtipps.
  • Welchen Religionen, Nationen, Sprachen begegnen wir in unserer Stadtlandschaft?
  • Von welchen Magdeburger Legenden, von welchen Vorurteilen, aber auch von welchen Erfolgsgeschichten und Lebenslusterfahrungen hören und lesen wir?
  • Was ist noch zu sehen an Interkulturgeschichte in Magdeburg?
  • Zusammen lernen wir das Bedienen der Geo-Caching-Technik
  • Zusammen lernen wir ebenfalls etwas über Magdeburgs Geschichte, Architektur, über Heimat, Fremde, Essen und Trinken bei uns und anderswo – damals und heute.

 

Kontakt/Buchung für Schulprojekttage, Vereine: office@icatat.de  / 015731758823

InfoFlyer zur GeoCaching-Stadt-Safari hier   

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Dieses Angebot von ICATAT, lkj und Zeitreisemanufaktur wurde im Rahmen von „Wir bilden Deutsch=Land„, einem Projekt der kulturellen Bildung des Bundesverbandes der Schulfördervereine e.V. im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Ministeriums für Bildung und Forschung entwickelt.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Magdeburg und auf dem Demokratie-Fest „10 Jahre Netzwerk für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt“ auf dem Domplatz in Magdeburg wurden erste Stadt-Safaris als frei zugängliches Angebot erfolgreich getestet.

Danke an die Förderer und Bündnispartner der Pilotphase:

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Herzlichen Dank an die Grundschule „Am Elbdamm“ sowie die „Evangelische Jugend Magdeburg“ für Unterstützung, Vermittlung und Begeisterung!

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domplatz 23.9.2015

Angesichts eines immens gestiegenen Bildungs- und Beratungsbedarfs zu den Themen Islam, Interkulturgeschichte, Integration und Vielfalt hat das ICATAT in Sachsen-Anhalt eine Bildungs- und Empathie-Offensive initiiert. Unter dem Titel „Neue Heimat / Al watan al-dshadid“ werden über drittmittelfinanzierte Bildungs-Module unterschiedliche Bedarfe abgedeckt, die in den letzten Jahren vernachlässigt und nun aufgrund gestiegener Flüchtlingszahlen in ihrer Dringlichkeit nicht mehr zu ignorieren sind. Zielgruppen sind einerseits Lehrer_innen und andere Multiplikator_innen, etwa aus dem Ehrenamtsbereich oder der Verwaltung, sowie andererseits Schüler_innen, Einwander_innen und Flüchtlinge. In Blockseminaren, Tagesworkshops und auf GeoCachingTouren hun bi xer...wird Wissen für zweierlei Aha-Effekte vermittelt: Die alteingesessene Bevölkerung einerseits entdeckt, dass auch unsere Vorfahren schon mit Phänomenen wie Zuwanderung oder religiöser Vielfalt umgehen mussten. Gerade Magdeburg aber auch die Altmark zum Beispiel blicken auf eine multiethnische Vergangenheit zurück: Holländer, Franzosen, Flamen, Sorben gehören dazu, aber auch osmanische und tatarische Spuren sind hier bezeugt. So können nun Flüchtlinge und Einwanderer andererseits erfahren, dass sie nicht die ersten Neubürger hier sind. Ein Bildungsmehrwert auf beiden Seiten, der gemeinsam gewonnen und vielsprachig bearbeitet wird mittels Hinterfragen von Alltäglichem und Entdecken von Vergessenem. Die Empathieoffensive lädt ein zum Begegnen mit dem vermeintlich “Fremden” in unserer Region als auch in uns selbst: Deutsche im Orient, Muslime in Magdeburg und Halle, in Börde, Harz und Altmark. Osmanen in der Vergangenheit der Region Sachsen-Anhalt sowie Türken, Kurden und Tataren in der Gegenwart werden vorgestellt zusammen mit Migrantenselbsorganisationen und Schulkl

Ein äußerst erfolgreiches Projekt in diesm Kontext konnte mit Förderung durch den Engagementsfonds „Willkommenskultur“ des Landes Sachsen-Anhalt, begleitet durch die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen (LAGFA) im Herbst und Winter 2015 abgewickelt werden: Mit unseren ICATAT-Welcome-Safaris konnten wir Wissen um Sozialraum und Interkulturgeschichte unserer Stadt Flüchtlingen anbieten, die neu nach Magdeburg gekommen waren, als auch Migrant*innen, die bereits einen längeren Zeitraum in Magdeburg wohnen. Im Laufe des Projektzeitraums ergaben sich aus den unterschiedlichen Gruppen heraus und (durch uns vermittelt) zwischen den geführten Gruppen Kontakte zu den Institutionen / Organisationen, die an den einzelnen Stationen des Stadtrundganges und bei den Vorbereitungstreffen gezeigt / angesprochen / vorgestellt wurden. Neben dem geplanten Projektziel, die Neumagdebürger mit Interkulturgeschichte und sozialem sowie politischem Umfeld der Stadt vertraut zu machen, konnten wir so noch einen Schritt weiter gehen und neu Eingetroffene mit alteingesessenen Migrantenselbstorganisationen als auch deutschen Nachbarn bekannt zu machen und auf Vor- und Nachbereitungstreffen, bei gemeinsamem Kochen und Essen zu neuen gemeinsamen Projekten zu animieren. Muslim*innen, Christ*innen und Atheist*innen, die sich sonst nicht häufig begegnen sind zum Beispiel Ende Februar durch die Bekanntschaft aus unserem Willkommensprojekt gemeinsam am Projekt „Europäische Held*innen“ im Februar 2016 beteiligt. Daran nehmen sowohl syrische und afghanische Flüchtlinge, jüngst Zugezogenen aus Rußland und der Ukraine sowie Alteingesessene Aserbaidschanr*nnen, Tatar*innen und Palästinenser*innen teil. Einladungen unter den verschiedenen Gruppen wurden gerne angenommen und so zur innerstädtischen Vernetzung beigetragen. Eine gemeinsame Abschlussveranstaltung wurde gemeinsam vorbereitet (Essen gekocht, Kostüme für eine frisch entstandene syrische Tanzgruppe genäht, Übersetzungen von Liedern und Gedichten gemeinsam vorbereitet und präsentiert). Wir freuen uns, dass das Projekt so auch eine nachhaltige positive Wirkung entfalten konnte, sowohl in die Migrantengruppen als auch in die Nachbarschaftsviertel / Stadtlandschaft / Vereinsszene hinein.

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Das ICATAT ist Mitglied im Netzwerk für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt und Kooperationspartner der Bundeskoordination „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“. Fachliche Expertise sowie ein reicher Erfahrungsschatz aus ähnlich gelagerten Projekten des ICATAT bilden die Basis für Erfolg und Qualität der Bildungsangebote, wie z.B. die interdisziplinären Bildungsmodule zur interkulturellen Geschichte Sachsen-Anhalts „Der Pascha von Magdeburg“ und „Ali und Hanife in Sachsen-Anhalt“, gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung. Schulen und Initiativen/Vereine können sich bei Bedarf gerne melden unter: office@icatat.de

Kooperationspartner des Projektes sind die Union der Tataren in der Bundesrepublik „Tatarlar Deutschland e.V:“, die DITIB-Jugend, die islamischen Gemeinden Sachsen-Anhalts, das Bundesmodellprojekt „Dehnungsfuge. Auf dem Lande alles dicht?“, diverse Migranten-Selbstorganisationen, die Refugees-Welcome-Initiativen, Volkshochschulen sowie Institute und Hochschulen in- und außerhalb Sachsen-Anhalts.

Von dem Vorhaben und der Notwendigkeit intensiverer Vermittlung interreligiöser und –kultureller Bildung in Sachsen-Anhalt berichteten bereits die Altmark-Zeitung, Die Welt, Focus-online, ISLAMiq.de, Volksstimme und die Mitteldeutsche Zeitung. Die ADN-Meldung hier downloadbar als PDF.

Interkulturelle Stadtspaziergänge und Jugendbildungsprojekte zu deutsch-islamischer Geschichte in Magdeburg und Sachsen-Anhalt.

Mehmed Ali Pascha,
geboren als Ludwig K. F.
Detroit in Magdeburg
(*18.11.1827-
† 7.9.1878
in Đakovica)

Der osmanische
Publizist und
Orientwissen-
schaftler „Ishtiraki“
(اشتراكى), geboren
in Wolmirstedt,
ausgebildet in Magdeburg

Bruno Taut, Architekt in Magdeburg und Istanbul, begraben als einziger Deutscher auf dem Märtyrer-Friedhof in Istanbul-Edirnekapi

Osmanischer Pascha als „Dauer-Camper“ mitten im Magdeburg des 17. Jahrhunderts. Was ist dran an der Legende vom „Goldenen Zelt“?

Wem ist in Erinnerung, dass einer der aktivsten progressiven Publizisten des Osmanischen Reiches – „Al Ishtiraki“ – seine Karriere am Magdeburger Domgymnasium begann oder dass der osmanische Verhandlungsführer beim Berliner Kongress von 1878 – Mehmed Ali Pascha – ein Hugenotte aus Magdeburg war? Und was hat es mit dem Tatarenturm des Magdeburger Doms auf sich? Wer kennt den Osmanischen Pascha, der als “Dauer-Camper” mitten im Magdeburg des 17. Jahrhunderts im “Goldenen Zelt” residierte. Was ist dran an der Magdeburger Legende vom “Teufel und dem Tartarenkönig” oder an Heinrich Zschokkes „Pascha von Buda“? Wieviele Muslime leben heute in unserer Stadt und woher kamen sie? Wer glaubt, die Geschichte muslimisch-deutscher Beziehungen fing zuerst in Westdeutschland mit den sogenannten Gastarbeitern an – und in der DDR gar erst nach der Wende – wird auf dem Streifzug durch Gegenwart und Vergangenheit des Islams in Magdeburg und deutscher Kultur in der Türkei dazulernen. Den Abschluss des Spazierganges bildet  ein Besuch bei der Islamischen Gemeinde Magdeburg in der Al-Rahman-Moschee und ein anschließendes Abendessen in einem orientalischen Bistro Magdeburgs. Bisher waren wir immer abwechselnd im Bingöl, Urfam, Kodat-Grill, KönigsDöner und im Acar zu Gast.

Kompetenter Stadtführer ist der Turkologe und Islamwissenschaftler Dr. Mieste Hotopp-Riecke vom ICATAT Berlin-Magdeburg. 
Nächste Termine:

  • Mo., 07.09.2015, 17.00 bis 19.00 Uhr  (Anmeldung über VHS Magdeburg erforderlich)
  • Mo., 05.10.2015, 16.30 bis 18.30 Uhr  (Anmeldung über VHS Magdeburg erforderlich)

Fachbereichsleiterin Dörte Neßler an der Städtischen Volkshochschule Magdeburg nimmt Ihre Anmeldungen entgegen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0391/535477-15 sowie per E-Mail: d.nessler@vhs.magdeburg.de

Buchungen für Kleingruppen nach Vereinbarung unter office@icatat.de jederzeit möglich
Treffpunkt: Tatarenturm am Magdeburger Dom
Kosten: 15,00 €  p. Psn. (Schüler/Studenten-Ermäßigung mgl.).

Anmeldung unter: office@icatat.de / 01573-1758823

Neben dem Stadtspaziergang bietet das ICATAT Magdeburg auch Schülerworkshops und Jugendseminare unter dem Titel „Der Pascha von Magdeburg“ an. Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und Studenten erwerben dabei Wissen um die interkulturelle Geschichte der Stadt Magdeburg und der Regionen Sachsen-Anhalts (Siehe Schüler-Geschichts-Werkstatt „Auf den Spuren des Paschas von Magdeburg“ am Hegel-Gymnasium Magdeburg). Mit Biographiearbeit, Namenskunde und praktischen Übungen (Genealogie/Archivrecherche, Fotosafari, Text- und Videoproduktion) verbunden entdecken die Teilnehmenden verborgene „fremde“ Geschichten in der Eigenen. Unsere Partner dabei sind die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA), die Landesvereinigung  kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (LKJ), die Internationalen Jugend-Gemeinschaftsdienste (ijgd) und die Deutsche Jugend in Europa (DJO). Auf Kongressen und Seminaren in Finnland, Tatarstan, Polen, Deutschland sowie in in- und ausländischer Presse sind die Jugendbildungsmodule des ICATAT-Programms „Der Pascha von Magdebvurg“ vorgestellt und diskutiert worden. Eine Übersicht als Artikel in „SOZIOKULTUR“ als pdf hier.

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PRESSESTIMMEN zum „Pascha von Magdeburg“

Als erstes berichtete das Stadtmagazin DATES, S.4 vom Julei 2012 über den interkulturellen Stadtspaziergang (PDF hier).

Der Mitteldeutsche Rundfunk und die Volksstimme (Magdeburg) berichteten je drei mal über unseren interkulturellen Stadtspaziergang. Die Artikel sind hier teils dokumentiert (26.1.2013: „Spannender Spaziergang auf den Spuren des Islams in Magdeburg„). Magdeburg Kompakt brachte in Ausgabe 29 (II/7-2014) auf den Seiten 34/35 (Gesichter&Geschichten) den Artikel „Das Erbe des Paschas von Magdeburg„.

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Lehrer aus Baschkortostan auf den Spuren des Paschas von Magdeburg

Der Tatarenturm des Domes St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg am südöstlichen Ende des  Rempterganges. Erbaut um 1241 auf Geheiß Erzbischofs Wilbrand von Käfernburg,  ist der älteste Magdeburger Wehrturm.

Es gab schon immer Beides: Austausch mit der Fremde als auch Angst vor ihr. Zeugnis der Tatarenangst vergangener Jahrhunderte ist der Tatarenturm von Magdeburg, Startpunkt der Stadtführung.

Auf der ehemaligen Schmiedehofstraße stand das legendäre Goldene Zelt des osmanischen Pascha-Sohnes im 17. Jahrhundert, heute der Platz des türkischen Bistro-Restaurants ACAR im  Magdeburger Allee-Center.

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Eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern des Gymnasiums 93 in Ufa, der Hauptstadt der Republik Baschkortostan, war auf Einladung ihrer deutschen Partnerschule eine Woche in Deutschland. Die Kolleginnen und Kollegen des Freiherr-von-Stein-Gymnasiums Weferlingen und die russischen, baschkirischen und tatarischen Gäste unternahmen in Magdeburg eine gemeinsame Reise durch die interkulturelle Geschichte Magdeburgs auf den Spuren von Osmanen, Baschkiren, Tataren und Türken in der Stadt. Spannend, amüsant und lehrreich fanden die Gäste aus der russländischen Teilrepublik diesen Stadtrundgang der besonderen Art. Erstaunt stellten sie fest, wieviel Querverbindungen es zwischen Baschkiren, Tataren und Deutschen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt es in der Vergangenheit gegeben hat. Vom Tatarenturm am Magdeburger Dom führte die Spurensuche bis zur ehemaligen Schmiedehofstraße, wo das legendäre Goldene Zelt eines osmanischen Paschasohnes gestanden haben soll. Während auch die anderen Begegnungen zwischen Baschkiren, Tataren, Osmanen und Deutschen stets im Zusammenhang mit Krieg und Gewalt gestanden hätten, seien heutige Begegnungen dem gegenseitigen Lernen und dem Kulturaustausch gewidmet, freuen sich die tatarische Lehrerin Alsu Kolzowa und ihre Kollegen aus der fernen Republik am Ural.

Auch die Volksstimme berichtete vom pädagogischen Austausch Weferlingen-Ufa („Lehrer aus Ufa zu Gast am Weferlinger GymnasiumVon Baschkortostan nach Sachsen-Anhalt).

Foto

Auf osmanisch-tatarischen Spuren in Magdeburg mit tatarischen und russischen Akademikern der Nationalen Alexei-Andrejewitsch-Tupolew-Universität für Technik Kasan (КНИТУ-КАИ) unter Vorsitz des Leiters der Abteilung für internationale Beziehungen, Prof. Dr. Alexander Snegurenko. Die Delegation weilte in Magdeburg, um die Gründung der ersten Deutsch-Russischen Universität vorzubereiten. Zusammen mit der TU Ilmanau wird die OvGU und die КНИТУ-КАИ als ersten Schritt das German-Russian Institute of Advanced Technologies“ (GRIAT) in Kasan, Republik Tatarstan, gründen. Offizielle Eröffnung des neu erbauten Campus wird im September sein.

Volksstimme 15.12.2012

Volksstimme 26.01.2013

Volksstimme 26.01.2013

SABANTUY! Freundinnen und Freunde der tatarischen Kultur wissen bereits: Auf dem Fest des tatarischen Volkes gibt es immer wieder Vieles zu entdecken. Saban heißt in vielen Turksprachen der Pflug, toy oder tuy ist das Fest, oft die Hochzeit. Auf dem großen Euro-Sabantuy 2015 in Berlin treffen sich Jugendliche, Journalisten, Künstler und Akademiker aus Russland, der Ukraine, Polen und Deutschland sowie etlichen weiteren Staaten Europas um unterschiedliche Bereiche tatarischer Kunst, Geschichte und Gegenwart zu diskutieren, zu reflektieren und zu feiern.

Europäische Held_innen Musa, Mina, Ahmet

Ein Workshop zu tatarisch-deutsch-sorbischen Biographien, Heimat & Identität in Geschichte & Gegenwart

In unserer Jugendgeschichtswerkstatt „Helden Heimat Identität“ geht es um drei Biografien: Die des Wolgatataren Musa Dshalil, der sorbischen Journalistin Mina Witkoij und die des Krimtataren Amet Khan Sultan.

Musa Dshalil, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Tatarstans, freiwilliger Politoffizier der Roten Armee, Legionär der Wolga-Tataren-Legion der Deutschen Wehrmacht und Antifaschist ist nach wie vor eine Ikone in Kultur und Geschichte der Kasan- oder Wolgatataren. Über die Facetten seines Lebenslaufes, dessen Rezeption bei Linken und Rechten, bei Muslimen und Kommunisten, unter Jugendlichen und Veteranen geht es im Workshop. Der Dichter und Rotarmist wurde ermordet 1944 in Berlin-Plötzensee.

Ahmet Khan Sultan, zweifacher Held der Sowjetunion, Militärpilot der Roten Armee, ist der Hauptheld des ersten krimtatarischen Spielfilms. Die Tragödie seiner Familie und seiner Lebensgeschichte ist Thema unseres Workshops. Während er als erfolgreicher sowjetischer Jagdflieger seine Karriere als Testflieger fortsetzen darf, werden andere Familienmitglieder so wie sein ganzes Volk 1944 vom Stalin-Regime in Viehwaggons nach Zentralasien deportiert.

Mina Witkojc.“ Die sorbische Journalistin und Dichterin Wilhelmine Wittka (Mina Witkojc, 1893-1975), wurde wegen ihrer demokratischen Grundhaltung 1931 aus ihrer Redaktion entfernt, 1932 wegen angeblicher „deutschfeindlicher Politik“ vor Gericht gebracht, 1933 mit Berufsverbot belegt und 1941 von den Nazis aus der Lausitz ausgewiesen.

Alle drei Lebensläufe und ihre Rezeption bzw. Instrumentalisierung werden junge Menschen aus unseren  verschiedenen Ländern gemeinsam entdecken, diskutieren und vergleichen.