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Das diesjährige Hiddensee-Colloquium des ICATAT vom 10.-16. August ist thematisch in drei Blöcke gegliedert:

Block A) Panels, Prospects & Perspectives: German-Tatar heritage @ ICCEES-Congress Japan

Block B) Islam @ the Baltics: Suomi Tatars – history and culture.

Block C) lkj-Demokratie-Workshop „Zwischen Anpassung & Dissidenz: Kunst & Wissenschaft im Totalitarismus“

zu A) Die Projektgruppe Yazma Miras (Textual Heritage/Geschriebenes Erbe) arbeitet auf der Basis des Hiddensee-Portokolls von 2010. Tatarische und deutsche Wissenschaftler_innen vereinbarten damals gemeinsame Kooperationsprojekte zu realisieren. In verschiedenen Formaten wurden Ergebinsse relevanter Projekte diskutiert und Anknüpfungen / Erweiterungen / Konferenzen in dem Kontext anvisiert. Zur Auswertung der ICATAT-Arbeiten zum ICCEES-Kongress in Japan 2015 bzw. den Präsentationen von Yazma Miras in Tokyo-Makuhari finden sich hier.

zu B) Diskutiert wurden bisherige Veröffentlichungen zu den Tataren Finnlands als auch bisherige Projekte mit und über finnische Tataren sowie Möglichkeiten von Kooperationen in der Zukunft. Interessant waren für die Jugendlichen generell interethnische Beziehungen zwischen Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft Finnlands im Vergleich mit der Ukraine und Deutschland sowie das enorme Œuvre finnisch-tatarischer Künstler, Schriftsteller und Musiker. Ein herzlicher Dank gilt für die tatarischen Audio-, Video- und Printmaterialien aus Finnland gilt der tatarischen Gemeinde von Helsinki, insbesondere dem Vorstand Atik Ali, Frau Kadriye Bedretdin und Fazile Nasretdin von der Universität Helsinki.

zu C)

International Workshop for Democracy: Art and Science in totalitarian societies, University of Greifswald

Ein Workshop zu Jugendkultur, Empowerment, Undergroundkunst, Wissenschaft und Widerstand

  • Thematik / Einführung:

Das 20. Jahrhundert wird in der Historiografie bereits das Jahrhundert der Vertreibungen genannt und totalitäre Systeme waren der Nährboden für Deportation, Kriege, Genozide und andere Repressionen. Jedoch scheinen nach dem Ende der Blockkonfrontation und der Hoffnung auf prosperierende Demokratisierung die Gewaltszenarien aus Syrien- und Ukrainekrieg eine Fortsetzung des Vergangenen anzuzeigen. Der Demokratie-Workshop der Lkj thematisiert mit dem Schwerpunkt „Wissenschaft und Kunst in totalitären Systemen“ komparativ, interdisziplinär und international die Repressionen, Forschungs- und Lebensbedingungen von Künstlern und Wissenschaftlern in Diktaturen des 20./21. Jahrhunderts. Sowohl tatarische als auch deutsche Intellektuelle erfuhren im 20. Jahrhundert massive Verletzungen von Menschenrechten: Meinungs-, Versammlungs- und Publikationsverbot, Deportation, Zwangsausbürgerung, Konzentrationslager und Gulag; Denunziation und Bespitzelung, Bevormundung und scheinbare Perspektivlosigkeit prägten den Alltag von Generationen. Künstler und Akademiker werden als Zeitzeugen, als selbständig handelnde Dissidenten, unauffällige Visionäre, Alltagsrebellen und Opfer totalitärer Gesellschaftsformen auf Podiumsdiskussionen, Vorträgen und thematischen Inselwanderungen interagieren mit jungen Künstlern und Akademikern der Ukraine, Rußlands und Deutschlands. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Dissidenz, Untergrundkultur und freie Wissenschaft gelegt, die sich am Rande des SED-Staates, unter anderem auf der Ostsee-Insel Hiddensee ausdrücken konnte, – nur scheinbar unbeachtet vom Machtapparat der Staatssicherheit. Gäste von einer anderen Insel berichten von Erfahrungen des 21. Jahrhunderts: Krimtatarische Musiker und Philologen von der russisch annektierten Krim am Schwarzen Meer.

  • Regionalgeschichte, Zeitzeugen, Biographiearbeit

Inspiriert durch die Ausstellung „Stasi im Ostseeraum“ des letzten Jahres sowie die Bücher zu Aussteigern, Dissidenten und Akademikern auf Hiddensee nehmen wir Ereignisse in der Region und in der Ukraine zum Anlass, mit Zeitzeugen und Aktiven aus Wissenschaft und Kultur zu interagieren: Die Ukrainistik der Universität Greifswald ist die einzige Ukraine-Fachinstitution der Bundesrepublik, das ICATAT das einzige auf Krimtataren spezialisierte Institut Deutschlands. Diese Expertise bringen wir mit Zeitzeugen aus der DDR-Kulturgeschichte zusammen. Themen sind unter anderem: 2015 jährt sich zum 60. Mal der Vorlesungsstreik von Studenten der Universität Greifswald. Dies war der einzige Massenprotest an einer Hochschule der DDR. Studierende und Flüchtlinge berichten von Repression und Widerstand heute auf der annektierten Krim, Musiker und Filmemacher reflektieren Dissidenz und Anpassung am Beispiel von Blues- und Punk-Events auf Hiddensee zu DDR-Zeiten (z.B. Bands wie Freygang und Feeling B). Hiddensee war seit dem 19. Jahrhundert Rückzugsort für Unangepasste, im Nationalsozialismus aber auch Trainingsort der Hitlerjugend.

  • Ziel und Zweck des Workshops

Mit dem Demokratieworkshop werden zwei Ziele verfolgt: Einerseits die Reflexion und Diskussion der Inhalte durch Jugendliche, Kulturschaffende und Wissenschaftler untereinander miteinander in gemischten Gruppen (generationsübergreifend, weiblich/männlich, deutsch/nichtdeutsch) sowie andererseits die öffentliche Thematisierung der Thematik mittels öffentlich zugänglichen Modulen (Lesung, Filme, Podiumsdiskussion).

Hier ein Rückblick auf unseren Demokratie-Workshop in den „Inselnachrichten“ von Hiddensee als pdf auch zum herunterladen („Wissenschaft hatte Freygang auf Hiddensee„, Inselnachrichten, Vitte, Hiddensee, Aug./Sep. 2015, S. 27-30).

Veranstaltung zur politisch-historischen Bildung vom 17.-19. Julei 2015, alte JVA Magdeburg

Vom 17. bis 19. Julei 2015 gibt es im Rahmen der Kunstausstellung SINNLICHKEIT in der alten JVA Magdeburg ein Wochenende der Geschichte. Ein Programmflyer kann hier heruntergeldean oder gelesen werden.

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 moschee Im Rahmen der neuen Kunstaktion von Kulturanker e.V. „SINNLICHKEIT“ sollen Phänomene wie politische Gefangene/KZ-Haft/Kriegsgefangenschaft nicht nur mittels künstlerischer Mittel, sondern auch durch öffentlich zugängliche akademische und populärwissenschaftliche Veranstaltungen in historischer Perspektive beleuchtet werden. Dabei reicht das Spektrum von der Zeit Magdeburgs als Festungsstadt über den 1. und 2. Weltkrieg bis in die Zeit der DDR und soll dazu anregen sich mit Totalitarismus, Militarismus, Freiheit und Demokratie auseinanderzusetzen.
Der Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt auf der Vermittlung politisch-historischer Bildung durch Workshops, Führungen, Lesungen und Vorträge. Zum Kreis der Ausrichter von „Geschichte entfesselt…“ gehören die Vereine Kulturanker e.V., ICATAT e.V., Netzwerk Demokratie und Courage, die Gedenkstätte Moritzplatz / Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V., Student_innen der Hochschule Anhalt, der Otto-von-Guericke Universität, der Hochschule Magdeburg-Stendal und diverse ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Sachsen-Anhalt sowie Einzelpersonen wie Dr. Jürgen Martini, Magdeburg. Dankenswerterweise wird die Veranstaltung gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Im alten Lazarett-Trakt der JVA Magdeburg belegen für das Historiker-Wochenende die verschiednen Akteure unterschiedliche Zellen mit Ausstellungen. In der Zelle, die das ICATAT bestückt hat, sind Großformat-Fotos des Magdeburgers Otto Stiehl zu sehen sowie Liedtexte aus dem ersten Weltkrieg, die die islamisch-christlichen Kulturbegegnungen unter den Bedingungen des Krieges spiegeln. Untermalt wird die begleitete Ausstellung von Gesängen und Musik, die in deutschen Kriegsgefangenenlagern aufgenommen wurden – baschkirische, wolga-, krim- und nogay-tatarische, tschuwaschische und kirgisische Gebete, Gesänge und Melodien der Lautarchive der Humboldt-Universität Berlin, der Deutschen National-Bibliothek und dem Wiener Lautarchiv.

Neben den Kurzreferaten und Workshops in den Ausstellungszellen des Sanitätstraktes gibt es parallel dazu ein Vortrags- und Präsentationsprogramm im Theatersaal der JVA. In den Beiträgen des ICATAT geht es um christlich-muslimische Kulturkontakte unter Vorzeichen von Krieg und Gewaltherrschaft von der Frühen Neuzeit bis zum II. Weltkrieg.

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„Frieden oder Krieg, das interessiert in Europa doch niemanden…“   –  Jugendliche Perspektiven auf Ukrainekrieg, Friedensbewegung und Flüchtlingselend in Europa

cikis „Ich habe mich 1985 in der DDR gegen den Dienst an der Waffe entschieden, weil ich nach wie vor Krieg nicht für ein Mittel von Politik halte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, das nun in Europa wieder Krieg herrscht. Das ist erschreckend und beschämend.“ Mit sehr persönlichen Anmerkungen eröffnete der Kulturminister Stephan Dorgerloh den 10. Jugendgeschichtstag und unterstrich seine Hochachtung vor Themenwahl und Aktualität der Workshops, insbesondere der Ukraine-Krieg sei ein unterschätztes, aber leider sehr aktuelles Thema, so der Minister. Die Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (lkj) organisierte mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), der Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatsicherheit der ehemaligen DDR, Frau Birgit Neumann-Becker, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Stiftung Demokratische Jugend zum zehnten Mal dieses Treffen. Schüler und Schülerinnen vor allem aus Geschichtsprojekten des Wettbewerbs „Zeitensprünge“ präsentierten ihre beeindruckenden Arbeiten als Film, als Buch oder Stand in grandioser Kulisse: Das prachtvolle Ständehaus in Merseburg bot den exzellenten Rahmen für die Jubiläumskonferenz der 80 jungen Forscherinnen und Forscher. folie 2

Im Anschluss an die Präsentationen und einer Impro-Theater-Aufführung wurde in unterschiedlichen Workshops für Schüler und Multiplikatoren das Thema „FRIEDEN“ bearbeitet. Das ICATAT bot mit seinem Angebot Raum für neue Einblicke und kontroverse Diskussionen. Wie in anderen Bereichen der ICATAT-Arbeit , wurde auch hier versucht den Jugendlichen eine Sensibilität zu vermitteln für den Missbrauch von Geschichtsbildern, für Vielfalt in Europa und die Beachtung der Interessen von Minderheiten. Denn der Zustand einer Gesellschaft läßt sich am Besten daran ablesen, wie es den Minderheiten in einem Land geht. Der voll besetzte ICATAT-Workshop „Frieden oder Krieg, das interssiert doch in Europa niemanden“ wollte andere Perspektiven aufzeigen, denn etwa die muslimischen Krimtataren waren kurz im Fokus der Massenmedien nach der Annexion der Krim 2014. Heute sind sie mitsamt der Krimthematik aus der Öffentlichkeit verschwunden. Besonders Jugendliche engagieren sich im Osten und Süden Europas für den Traum eines demokratischen friedlichesn Europas – meist ohne großes Budget, ohne Unterstützung durch Schule oder Stiftungen. Doch seit blogder Annexion der Krim und dem Ukraine-Krieg stellen sich viele demokratisch Engagierte in der Ukraine und in der Rußländischen Föderation auch Fragen: Warum ist die Haltung vieler Menschen in Mittel- und Westeuropa so schwankend oder ignorant, warum erfahren wir keine Solidarität durchjugendgeschichtstag-cover die ehemals starke deutsche Friedensbewegung? Die Anzahl der Binnenflüchtlinge in der Ukraine überstieg im März 2015 die Millionenmarke: Warum sind Flüchtlinge im Mittelmeer oder in Sachsen täglich Thema und weniger die im Osten Europas? Mittels Input-Referaten, Leseeinheiten und Diskussion wurde diesen Fragen nachgegangen. Teils beklemmende teils engagierte Auseinandersetzungen mit dem Thema Frieden, Krieg und Tod bestimmten auch die anderen Workshops des jungen Kongresses, der laut Mark Reichel (LpB), Minister Dorgerloh und Axel Schneider (lkj) auch nächtes Jahr seine Fortsetzung finden soll.

Programmheft „Jugendgeschichtstag“ online HIER. Alle Informationen hier.

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Das Magdeburger Symposium ist eine Initiative des gleichnamigen Vereins an der Universität Magdeburg unter Schirmherrschaft  von Prof. Dr. Gesine Schwan und des Europäischen Parlaments. Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, hatte dies ermöglicht. Zum kompletten Programm des Magdeburger Symposiums gelangt man hier.

ICATAT: Inputreferate und Diskussion zum Schweigen der Friedensbewegung, Flüchtlingselend in Ost-Europa und dem Ausblenden gemeinsamer europäischer Geschichte

Im Rahmen dieses 2. Magdeburger Symposiums an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet das ICATAT einen Workshop an: „Als noch Frieden war…  Krim-Annexion, Ukraine-Krieg und die Folgen“ Zusammen mit einem Vetrteter der jungen krimtatarischen Initiative „Qırımlı“ werden folgende Themen beleuchtet: Nach dem Zusammenbruch der „realsozialistischen“ Staaten Osteuropas herrschte in Ost und West eine Aufbruchsstimmung und Hoffnung auf ein demokratisches Europa in Frieden, ohne Konfrontation und Wettrüsten. Besonders Jugendliche und NGO´s auch nationaler Minderheiten engagieren sich im Osten und Süden Europas für diesen Traum – meist ohne großes Budget, ohne Unterstützung durch Schule oder Stiftungen. Doch seit der Annexion der Krim und dem Ukraine-Krieg stellen sich viele demokratisch Engagierte in der Ukraine und in der Rußländischen Föderation auch Fragen: Warum ist die Haltung vieler Menschen in Mittel- und Westeuropa so schwankend oder ignorant, warum erfahren wir keine Solidarität durch die ehemals starke deutsche Friedensbewegung? Die Anzahl der Binnenflüchtlinge in der Ukraine überstieg im März 2015 die Millionenmarke: Warum sind Flüchtlinge im Mittelmeer Thema und weniger die im Osten Europas? Die muslimischen Krimtataren waren kurz im Fokus der Massenmedien nach der Annexion der Krim 2014. Heute sind sie mitsamt der Krimthematik aus den Medien verschwunden. Welche Stereotypen und Wahrnehmungen sind der Grund für diese Entwicklungen? Wir präsentieren und diskutieren die Perspektive der Opfer von Krieg und Vertreibung, der Engagierten in Osteuropa, aber auch russische und ukrainische Nationalismen, Propaganda und Geschichtsbilder. Und: Welche Jugendbewegungen und NGO´s arbeiten derzeit für den Frieden in der Ukraine, Rußland und bei uns?

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Internationales Forum zur Situation der Krimtataren, Berlin 19. Mai 2015.

Am 18. Mai 2015 jährt sich zum 71. Mal die Deportation des krimtatarischen Volkes durch das sowjetische Stalinregime 1944. Fast die Hälfte des Volkes kam dabei ums Leben. Die Annexion der Halbinsel durch die Rußländische Föderation im Frühjahr 2014 ist Ursache für massive Veränderungen der Rahmenbedingungen für Kooperationen in der Wissenschaft, für Einschränkungen im Alltag, beim Umgang mit Kultur, Kunst und Geschichte. Ein internationales Forum in der Stiftung Wissenschaft und Politik am 19. Mai 2015 nimmt diese Veränderungen und historische Bezugspunkte zum Anlaß, nicht nur über die krimtatarische Thematik zu reflektieren, sondern mit krimtatarischen Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Jugendbildung zu diskutieren. Ein Veranstaltungsflyer findet sich hier. Die Veranstaltung ist öffentlich, um Anmeldungen wird gebeten.

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Im Vorfeld der wissenschaftlichen Tagung finden ein Gedenkkundgebung (17.5.) und eine Kulturveranstaltung mit Film, Musik und Fotoaustsellung statt (18.5.). Informationen dazu hier auf Deutsch und Ukrainisch.

Anmeldung unter: office@icatat.de / Tagungsort: Stiftung Wissenschaft und Politik, Ludwigskirchplatz 3-4, 10719 Berlin  map

SABANTUY! Freundinnen und Freunde der tatarischen Kultur wissen bereits: Auf dem Fest des tatarischen Volkes gibt es immer wieder Vieles zu entdecken. Saban heißt in vielen Turksprachen der Pflug, toy oder tuy ist das Fest, oft die Hochzeit. Auf dem großen Euro-Sabantuy 2015 in Berlin treffen sich Jugendliche, Journalisten, Künstler und Akademiker aus Russland, der Ukraine, Polen und Deutschland sowie etlichen weiteren Staaten Europas um unterschiedliche Bereiche tatarischer Kunst, Geschichte und Gegenwart zu diskutieren, zu reflektieren und zu feiern.

Europäische Held_innen Musa, Mina, Ahmet

Ein Workshop zu tatarisch-deutsch-sorbischen Biographien, Heimat & Identität in Geschichte & Gegenwart

In unserer Jugendgeschichtswerkstatt „Helden Heimat Identität“ geht es um drei Biografien: Die des Wolgatataren Musa Dshalil, der sorbischen Journalistin Mina Witkoij und die des Krimtataren Amet Khan Sultan.

Musa Dshalil, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Tatarstans, freiwilliger Politoffizier der Roten Armee, Legionär der Wolga-Tataren-Legion der Deutschen Wehrmacht und Antifaschist ist nach wie vor eine Ikone in Kultur und Geschichte der Kasan- oder Wolgatataren. Über die Facetten seines Lebenslaufes, dessen Rezeption bei Linken und Rechten, bei Muslimen und Kommunisten, unter Jugendlichen und Veteranen geht es im Workshop. Der Dichter und Rotarmist wurde ermordet 1944 in Berlin-Plötzensee.

Ahmet Khan Sultan, zweifacher Held der Sowjetunion, Militärpilot der Roten Armee, ist der Hauptheld des ersten krimtatarischen Spielfilms. Die Tragödie seiner Familie und seiner Lebensgeschichte ist Thema unseres Workshops. Während er als erfolgreicher sowjetischer Jagdflieger seine Karriere als Testflieger fortsetzen darf, werden andere Familienmitglieder so wie sein ganzes Volk 1944 vom Stalin-Regime in Viehwaggons nach Zentralasien deportiert.

Mina Witkojc.“ Die sorbische Journalistin und Dichterin Wilhelmine Wittka (Mina Witkojc, 1893-1975), wurde wegen ihrer demokratischen Grundhaltung 1931 aus ihrer Redaktion entfernt, 1932 wegen angeblicher „deutschfeindlicher Politik“ vor Gericht gebracht, 1933 mit Berufsverbot belegt und 1941 von den Nazis aus der Lausitz ausgewiesen.

Alle drei Lebensläufe und ihre Rezeption bzw. Instrumentalisierung werden junge Menschen aus unseren  verschiedenen Ländern gemeinsam entdecken, diskutieren und vergleichen.

Workshop, 29.-30. Jänner 2015

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Auf Initiative von Krimtataren-ExpertInnen Deutschlands und Österreichs trafen sich im Jänner 2015 Akademiker unterschiedlicher Disziplinen an der Universität Wien. Die Annexion der Halbinsel Krim durch die Russländische Föderation im Frühjahr 2014 hat zumindest kurzfristig das Interesse der internationalen Öffentlichkeit auf sich gezogen, wurde dieser Schritt Moskaus doch mehrheitlich als nicht völkerrechtskonform gewertet. Vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erfuhr hingegen die sich daraus ergebene neue Lage der krimtatarischen Bevölkerung, welche auf der von ethnischen Russen dominierten Halbinsel mittlerweile einen Anteil von ca. dreizehn Prozent ausmacht. Da das russisch-krimtatarische Verhältnis in der Vergangenheit häufig zumindest als angespannt zu bezeichnen war, wundert die weitgehende Ignorierung dieses Aspekts durch westliche Medien.

Der gemeinsam von den Universitäten Wien und Nürnberg-Erlangen unter der Federführung von Kerstin S. Jobst und Hüseyin I. Cicek konzipierte Workshop wird sich vor diesem Hintergrund wissenschaftlich der krimtatarischen Geschichte und Gegenwart widmen und einige im deutschsprachigen Raum tätige WissenschaftlerInnen zusammenbringen. Neben der Vorstellung und Diskussion ihrer Forschungen handelt es sich zugleich um ein Vernetzungstreffen, auf dem u.a. darüber verhandelt werden soll, wie eine deutschsprachige Öffentlichkeit zukünftig für den Faktor „Krimtataren“ im Kontext der Geschichte und Gegenwart der Halbinsel im Schwarzen Meer sensibilisiert werden kann. Ein Ergebnis der Tagung war der Beschluß, eine europäische akademische Plattform für interdisziplinäre Krimtatarenforschung zu initiieren. Auf www.krimtataren.eu soll so ermöglicht werden, zur Thematik fachlich fundiert beizutragen, sich zu vernetzen und auf Fachtreffen hinzuweisen.

Das ICATAT Deutschland war vertreten durch Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Aishe Memetova, M.A..

Es trugen desweiteren vor:

Prof Dr. Andreas Kappeler (Wien): Muslime im Zarenreich und in der Sowjetunion
Prof. Dr. Christoph Augustynowicz (Universität Wien): Krimtatarische Gesandtschaften am Wiener Hof
Prof. Dr. Stephan Conermann (Universität Bonn): Evliya Çelebis Krimbericht im Kontext (fiel krankheitsbedingt aus). Dafür sprang ein: Clemens Pausz „Interaktionen zwischen Krimtataren und Zaporoger“
Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT Magdeburg): „Serinnisimo Muradun Gerey“ – Preußisch-krimtatarische Beziehungsgeschichte“
Prof. Dr. Kerstin S. Jobst (Universität Wien): „Krimtataren im Zarenreich und in der frühen Sowjetunion“
Dr. Hüseyn Cicek (Universität Erlangen-Nürnberg): „Feindschaft in den Schriften İsmail Bey Gaspıralıs?“
Dr. Zaur Gasimov (Orient-Institut Istanbul): „Exilanten, Mittler und Europäer: Krimtatarische Intellektuelle zwischen Polen und der Türkei“
Aishe Memetova (ICATAT, Berlin): „Zur aktuellen Lage der Menschenrechte auf der Krim“
Die Veranstaltung wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung des Forschungsschwerpunkts „Diktaturen – Gewalt – Genozide“ am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Dem Restaurant DIONYSOS NOSH sei gedankt für die fabelhafte Bewirtung.

The Science Forum includes two international scientific conferences: «The State Duma and World War I» as well as «The Muslim World and World War I»

 Discussion of problems in the history of World War I as part of the Forum, which combines two international scientific conferences, will facilitate the deeper exploration and understanding of the dramatic events of the beginning of the 20 th century, the development of scientific cooperation between scientists and scientific institutions around the world. The main research areas of the Forum relate to the history of parliamentarism and the role of the Islamic factor in the crucial moments in world history. These themes are really relevant today. Discussion of them can give new impetus to the complex researching of this problem.

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The international conference „Documents on Tatar culture and history in foreign archives“ conducted succesfully at Shigabuddin Marjani-Institute for history of the Academy of sciences, Republic Tatarstan, from 1.-3. october 2014. With one lecture and two book presentations the ICATAT-Institute Germany took part very activly. Two books were presented at the Academy of Sciences, Republic Tatararhiv_logostan, as a result of cooperations between scientific institutions of Germany and Tatarstan of the last three years: The volume „Outland. Vicinity. Homeland“, a book edited by Institute for Caucasica-, Tatarica- and Turkestan Studies (ICATAT, Germany). The articles are focusing on the German-Tatar intercultural contacts in times of Napoleonic wars. The second publication, presented in Kazan Kremlin, was the catalogue resulting from a exhibition oft he Brandenburg-Prussia-Museum, situated in Wustrau near Berlin. The exhibition „Turks, Moors and Tatars. Muslims in Brandenburg-Prussia“, designed and curated by Dr. Stephan Theilig (BPW/ICATAT) is showing first time ever in Germany the long tradition of Muslim migration towards Germany and contacts between Germans and Tatars through over 350 exponates. Which images, stories, events in science, pedagogics and culture this books are provoking  was been explaint at the presentation on 2 octobre 2014, Märdzhäni-Institute for History, Academy of Sciences of the Republic Tatarstan, Kremlin, entrance 5, http://www.tataroved.ru/actions/docarch/.

The Program  for download as pdf-file is use to find here.

„Akteure und Ressourcen deutschtürkisch-tatarischer Beziehungen im kulturellen Kontext“

Deutsch-türkisch-tatarisches Symposium, 12. und 13. September 2014 im Brandenburg-Preußen Museum Wustrau.

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Christian Friedrich Aly (1666-1716) – Preuße mit osmanischem Migrationshintergrund. Geboren bei Ofen (Budapest), getauft bei Tangermünde, späterer `Bürgermeister` (Hauptmann) von Berlin(-Lietzenburg).

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Das Brandenburg-Preußen Museum Wustrau, das Yunus-Emre Institut Berlin, das Institut für Caucasica-, Tatarica und Turkestan Studien sowie das Zentrum für Deutsch-Türkische Studien der Marmara Universität Istanbul laden herzlich zu einem Symposium am 12. und 13. September 2014 nach Wustrau (unweit von Berlin).
Das Brandenburg-Preußen Museum Wustrau präsentiert 2014 die Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren. Muslime in Brandenburg-Preußen“. Sie behandelt die vielfältige Beziehungsgeschichte Brandenburg-Preußens mit der Welt des Islam, mit den osmanischen Türken aber auch mit den Tataren Osteuropas, vom 15. Jh. bis in die Weimarer Republik. Sie zeigt, wie die Menschen des „Orients“ und ihre Kultur hier aufgenommen wurden, wie die Wandlung des „Türken- und Tatarenbildes“ vom gefürchteten Feind zum exotischen Freund bis hin zum anerkannten preußischen Staatsbürger verlief. Das Symposium wird abhebend auf die Schlaglichter der ersten Sonderausstellung zum Islam in Brandenburg-Preußen neben thematischen Vertiefungen zu einzelnen Ausstellungsthemen auch die Potentiale und Perspektiven gemeinsamer Aktivitäten in Wissenschaft und Kultur für und mit der Wirtschaft eruieren. Wissenschaftler aus Deutschland, Ungarn, Litauen, Tatarstan und der Türkei werden in thematischen Austausch über (historische) Migrationen in Europa treten sowie über Wege diskutieren, diese Erkenntnisse zu nutzen. Eine entscheidende Rolle spielt hierin die interkulturelle Bildungsarbeit, die sich nicht nur auf Schulen, Museen und Universitäten beschränkt.
Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei. Eine Anmeldung für die Veranstaltungen in Wustrau am 12./13. September ist erwünscht über: wustrau@brandenburg-preussen-museum.de

Programm-Flyer zum Symposium hier zum download.