Das Literaturhaus Magdeburg und das ICATAT heißen die tatarische Bestseller-Autorin Gusel Jachina herzlich willkommen! Räxim itegez!Jachina_Plakat_MD-Okt_2019lkj.jpg

 

DIE tatarische Bestseller-Autorin Gusel Jachina stellt ihr neues Buch im Magdeburger KreativZentrum vor.

„Ihr Buch mit dem deutschen Titel „Wolgakinder“ (Original „Deti moi“ = „Meine Kinder“) ist das zweite Buch der Erfolgsautorin. In ihm begibt sie sich auf die Spuren der Wolgadeutschen. „Ich stamme selbst aus Kasan, der Stadt an der Wolga“, erzählt sie. An der Kasaner Universität studierte sie Germanistik, absolvierte ein Auslandssemester in Bonn. „Ich interessiere mich für die deutsche Kultur und Sprache, habe viel mit deutschen Kollegen zusammengearbeitet. Daher wollte ich etwas über die Deutschen machen“, so Jachina.

In ihrem Debütroman „Suleika öffnet die Augen“, der 2015 erschien, zeichnet sie das Leben ihrer tatarischen Großmutter nach, die 1930 im Rahmen der Entkulakisierung nach Sibirien deportiert wurde. Suleika ist von ihrem Ehemann schwanger, der jedoch noch vor Beginn der Deportation von einem Soldaten im Wald getötet worden war. In einem Arbeitslager an der Angara bringt sie das Kind zur Welt. Nach einer langen Zeit der Enthaltsamkeit beginnt sie in dem Lager schließlich eine Liebesbeziehung mit dem Mörder ihres Mannes.

Zwei Väter

Auch „Wolgakinder“ ist ein historischer Roman, der die Situation in der Wolgarepublik im Zeitraum 1916 bis 1938 beschreibt. Der Lehrer Bach, zu Beginn des Romans etwa 30 Jahre alt, hat eine tragische Liebschaft mit einer jungen Frau. Ein neugeborenes Mädchen, von dem er nicht genau weiß, ob es seine eigene Tochter ist, zieht er alleine auf. Eines Tages taucht auf seinem Bauernhof ein kasachischer Waisenjunge auf.  Bach wird auch für ihn zu einem Ziehvater.

Die Geschichte erzählt von zwei Vätern: der Hauptheld mit seinen beiden Pflegekindern und Stalin, der ‚Vater der Völker‘ genannt wurde“, sagt Jachina. Es geht um die Beziehung Stalins zu den verschiedenen Volksgruppen, aber auch der Völker untereinander. „Die Wolgarepublik befand sich an der Grenze zum heutigen Kasachstan. Nomaden überfielen die deutschen Kolonisten häufig. Die Kasachen hielten das Gebiet der Wolgarepublik für ihr Land.“ (Deutsche Allgemeine Zeitung, Almaty, Kasachstan)

Gelesen werden Passagen aus „Wolgakinder“ auf deutsch von Annabelle Leip. Rahmung, Moderation und Diskussion mit Gusel Jachina / Guzel Yakhina übernehmen Sarah Thäger (Literaturhaus Magdeburg) und Dr. Mieste Hotopp-Riecke (ICATAT) sowie Enver Ibrahimogli (Saxophon).

Eine Koproduktion mit Unterstützung der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V., des Fördervereins der Schriftsteller, von Meridian e.V., der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland sowie Tatarlar Deutschland e.V. und der Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e.V. u.a.

Einen Beitrag von Deutschlandfunk Kultur hören Sie hier und einen Beitrag des ZDF von der Buchmesse Frankfurt „Auf dem Blauen Sofa“.