Veranstaltung zur politisch-historischen Bildung vom 17.-19. Julei 2015, alte JVA Magdeburg

Vom 17. bis 19. Julei 2015 gibt es im Rahmen der Kunstausstellung SINNLICHKEIT in der alten JVA Magdeburg ein Wochenende der Geschichte. Ein Programmflyer kann hier heruntergeldean oder gelesen werden.

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 moschee Im Rahmen der neuen Kunstaktion von Kulturanker e.V. „SINNLICHKEIT“ sollen Phänomene wie politische Gefangene/KZ-Haft/Kriegsgefangenschaft nicht nur mittels künstlerischer Mittel, sondern auch durch öffentlich zugängliche akademische und populärwissenschaftliche Veranstaltungen in historischer Perspektive beleuchtet werden. Dabei reicht das Spektrum von der Zeit Magdeburgs als Festungsstadt über den 1. und 2. Weltkrieg bis in die Zeit der DDR und soll dazu anregen sich mit Totalitarismus, Militarismus, Freiheit und Demokratie auseinanderzusetzen.
Der Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt auf der Vermittlung politisch-historischer Bildung durch Workshops, Führungen, Lesungen und Vorträge. Zum Kreis der Ausrichter von „Geschichte entfesselt…“ gehören die Vereine Kulturanker e.V., ICATAT e.V., Netzwerk Demokratie und Courage, die Gedenkstätte Moritzplatz / Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V., Student_innen der Hochschule Anhalt, der Otto-von-Guericke Universität, der Hochschule Magdeburg-Stendal und diverse ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Sachsen-Anhalt sowie Einzelpersonen wie Dr. Jürgen Martini, Magdeburg. Dankenswerterweise wird die Veranstaltung gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Im alten Lazarett-Trakt der JVA Magdeburg belegen für das Historiker-Wochenende die verschiednen Akteure unterschiedliche Zellen mit Ausstellungen. In der Zelle, die das ICATAT bestückt hat, sind Großformat-Fotos des Magdeburgers Otto Stiehl zu sehen sowie Liedtexte aus dem ersten Weltkrieg, die die islamisch-christlichen Kulturbegegnungen unter den Bedingungen des Krieges spiegeln. Untermalt wird die begleitete Ausstellung von Gesängen und Musik, die in deutschen Kriegsgefangenenlagern aufgenommen wurden – baschkirische, wolga-, krim- und nogay-tatarische, tschuwaschische und kirgisische Gebete, Gesänge und Melodien der Lautarchive der Humboldt-Universität Berlin, der Deutschen National-Bibliothek und dem Wiener Lautarchiv.

Neben den Kurzreferaten und Workshops in den Ausstellungszellen des Sanitätstraktes gibt es parallel dazu ein Vortrags- und Präsentationsprogramm im Theatersaal der JVA. In den Beiträgen des ICATAT geht es um christlich-muslimische Kulturkontakte unter Vorzeichen von Krieg und Gewaltherrschaft von der Frühen Neuzeit bis zum II. Weltkrieg.

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