„Frieden oder Krieg, das interessiert in Europa doch niemanden…“   –  Jugendliche Perspektiven auf Ukrainekrieg, Friedensbewegung und Flüchtlingselend in Europa

cikis „Ich habe mich 1985 in der DDR gegen den Dienst an der Waffe entschieden, weil ich nach wie vor Krieg nicht für ein Mittel von Politik halte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, das nun in Europa wieder Krieg herrscht. Das ist erschreckend und beschämend.“ Mit sehr persönlichen Anmerkungen eröffnete der Kulturminister Stephan Dorgerloh den 10. Jugendgeschichtstag und unterstrich seine Hochachtung vor Themenwahl und Aktualität der Workshops, insbesondere der Ukraine-Krieg sei ein unterschätztes, aber leider sehr aktuelles Thema, so der Minister. Die Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (lkj) organisierte mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), der Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatsicherheit der ehemaligen DDR, Frau Birgit Neumann-Becker, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Stiftung Demokratische Jugend zum zehnten Mal dieses Treffen. Schüler und Schülerinnen vor allem aus Geschichtsprojekten des Wettbewerbs „Zeitensprünge“ präsentierten ihre beeindruckenden Arbeiten als Film, als Buch oder Stand in grandioser Kulisse: Das prachtvolle Ständehaus in Merseburg bot den exzellenten Rahmen für die Jubiläumskonferenz der 80 jungen Forscherinnen und Forscher. folie 2

Im Anschluss an die Präsentationen und einer Impro-Theater-Aufführung wurde in unterschiedlichen Workshops für Schüler und Multiplikatoren das Thema „FRIEDEN“ bearbeitet. Das ICATAT bot mit seinem Angebot Raum für neue Einblicke und kontroverse Diskussionen. Wie in anderen Bereichen der ICATAT-Arbeit , wurde auch hier versucht den Jugendlichen eine Sensibilität zu vermitteln für den Missbrauch von Geschichtsbildern, für Vielfalt in Europa und die Beachtung der Interessen von Minderheiten. Denn der Zustand einer Gesellschaft läßt sich am Besten daran ablesen, wie es den Minderheiten in einem Land geht. Der voll besetzte ICATAT-Workshop „Frieden oder Krieg, das interssiert doch in Europa niemanden“ wollte andere Perspektiven aufzeigen, denn etwa die muslimischen Krimtataren waren kurz im Fokus der Massenmedien nach der Annexion der Krim 2014. Heute sind sie mitsamt der Krimthematik aus der Öffentlichkeit verschwunden. Besonders Jugendliche engagieren sich im Osten und Süden Europas für den Traum eines demokratischen friedlichesn Europas – meist ohne großes Budget, ohne Unterstützung durch Schule oder Stiftungen. Doch seit blogder Annexion der Krim und dem Ukraine-Krieg stellen sich viele demokratisch Engagierte in der Ukraine und in der Rußländischen Föderation auch Fragen: Warum ist die Haltung vieler Menschen in Mittel- und Westeuropa so schwankend oder ignorant, warum erfahren wir keine Solidarität durchjugendgeschichtstag-cover die ehemals starke deutsche Friedensbewegung? Die Anzahl der Binnenflüchtlinge in der Ukraine überstieg im März 2015 die Millionenmarke: Warum sind Flüchtlinge im Mittelmeer oder in Sachsen täglich Thema und weniger die im Osten Europas? Mittels Input-Referaten, Leseeinheiten und Diskussion wurde diesen Fragen nachgegangen. Teils beklemmende teils engagierte Auseinandersetzungen mit dem Thema Frieden, Krieg und Tod bestimmten auch die anderen Workshops des jungen Kongresses, der laut Mark Reichel (LpB), Minister Dorgerloh und Axel Schneider (lkj) auch nächtes Jahr seine Fortsetzung finden soll.

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