Grandiose Vernissage der Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren. Islam in Brandenburg-Preußen“

Nachdem im letzten Jahr über 10.000 Besucher ins Brandenburg-Preußen-Museum nach Wustrau (BPM) gepilgert sind um die Ausstellung zu besuchen, die als erste – basierend auf neuen Forschungsergebnissen – die bislang unterbewertete oder ignorierte Geschichte islamischen Lebens im deutschsprachigen Raum vom 16.-18. Jahrhundert vorstellt, steht diese Schau nun den Berlinerinnen und Berlinern offen: Am Freitag, den 27. Februar 2015, wurde sie zusammen mit dem neu erbauten Kulturzentrum der tradtionsreichen Şehitlik-Moschee Berlin eröffnet. Emotionale Eröffnungsreden wurden gehalten, in denen die bundesweite Bedeutung der Ausstellung – einer Kooperation des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau und des ICATAT, betont wurde. Hunderte Menschen, Nachbarn, Berliner Juden, Christen, Hindus und Muslime waren gekommen, um das neue Kulturzentrum der Moschee sowie die Ausstellung zu sehen. Ehrengäste waren der Botschafter der Republik Türkei, Hüseyin Avni Karslıoğlu, der Generalkonsul der Türkei in Berlin, Ahmet Başar Şen, der Vorstandsvorsitzende des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet İşleri Başkanlığı Türk İslam Birliği), Nevzat Yaşar Aşıkoğlu,

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 der Vorsitzende der SPD-Fraktion des Berliner Senats und spätere regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie zahlreiche Abgeordnete von Bundestag, Landes- und Kommunalparlamenten, Vertreter von NGO´s und aus der Wissenschaft. In einer prunkvollen Kutsche wurde die Anreise des Osmanischen Botschafters Giritli Ali Aziz Efendi nachgestellt. Dieser verstarb 1798 in Berlin. Für sein Begräbnis und die Einrichtung eines islamischen Friedhofes schenkte der Staat Preußen dem Osmanischen Reich  damals ein Stück Land, wo heute auch Moschee und Kulturzentrum stehen. Die Ausstellung wurde gerahmt von Fachvorträgen, Führungen und Diskussionen bis zum April 2015. Ermöglicht wurde der Bau des neuen Kulturzentrums durch 750.000 € Spenden der Berliner Muslime sowie einer Förderung von 250.000 € durch das TIKA-Ministerium der Republik Türkei (Ministerium für türkische Zusammenarbeit und Koordination).

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Die Erstellung der Ausstellung und des dazugehörigen Katalogs wurde vom Yunus-Emre-Institut unterstützt. Das pädagogische Begleitprogramm zur Ausstellung „Ali und Hanife in Berlin-Brandenburg“ kann über das ICATAT weiterhin gebucht werden, das Vortrags-Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier: Termine

Die rbb-Abendschau, Tageszeitungen wie die türkische Hürriyet und diverse Online-Portale berichteten von der Veranstaltung. Im Anschluß an Berlin wird die Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren – Islam in Preußen“ mit Unterstützung der Projektpartner von BPM und ICATAT in Tatarstan, der Türkei, Litauen und Polen zu sehen sein. Im Kreml von Kazan laufen bereits die Vorbereitungen der Akademie der Wissenschaften Tatarstans dafür, mit Partnern der Marmara-Universität Istanbul bereitet man sich auf die Türkei-Schau vor.

 Pressestimmen finden Sie hier (Hürriyet).dcdda ab

cd Die werbewirksame Figur der Ausstellung zeigt Christian Friedrich Aly (* etwa 1666 im Osmanischen Reich; † 9. Dezember 1716 in Berlin). Er wurde zum Christentum zwangskonertiert in Grieben/Buch bei Magdeburg und war nach seinem Dienst als Kammertürke der preußischen Königin Sophie Charlotte Stadthauptmann (`Bürgermeister`) von Berlin (Lietzenburg/Charlottenburg). Als sogenannter Beutetürke durchlief er eine beachtliche Karriere und kehrte nun symbolisch an den Ort seines Schaffens zurück, nach Berlin.