Von Herbst 2014 bis Sommer 2015 entwickelte sich ein besonderes Projekt zur islamisch-deutschen Stadtgeschichte Magdeburgs: Wir erstellten zusammen mit Schülern, Studenten, SeniorInnen, MigranteInnen als auch Alteingesessenen Illustrationen zur bunten Stadtgeschichte Magdeburgs. Gefördert von der Aktion Mensch gestalteten wir Graphiken, Collagen, Zeichnungen, Bilder und Fotos für das Buch „Der Islam in Sachsen-Anhalt / Magdeburger im Orient“. Junge Deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund entdeckten gemeinsam Bruchstücke alltäglicher Interkulturkontakte im regionalen Kontext und gestalteten zusammen Bilder für eine Publikation zur deutsch-islamischen Geschichte in Sachsen-Anhalt, die in eine Publikation einfließen werden: Wer erinnert sich noch an die Magdeburger Sagen, in denen Tataren, Türken, Araber und Osmanen eine Rolle spielen, wer kennt noch die entsprechenden Häuser, die erst 1945 zerstört wurden? Wer kennt die Geschichte der Sandsteintürken und weiß woher der Tatarenturm am Dom seinen Namen hat? Wer waren die Aserbaidschaner, Tataren und Kirgisen, die im Nordpark begraben liegen? Woher stammt die Magdeburger Familie Aly? Gerade das Thema islamischer Spuren in Magdeburg und von Magdeburger Lebenswegen in den Orient kann deutlich veranschaulichen, dass Integration und Migration keine Phänomene der Jetztzeit sind. Ein Präsentieren und Konservieren solcher historischer Interkultur-Fundstücke der Vergangenheit kann so zu mehr Toleranz in unserer Einwanderungsgesellschaft der Gegenwart beitragen. Die teilnehmenden Jugendlichen lernten diese Geschichte kennen und ließen sich dadurch inspirieren für eigene Kreativität. Daneben wurden Arbeitstechniken/Medienkompetenz und Fertigkeiten wie Projekt-Blogging vermittelt.

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In einem nächsten Schritt sollen nun die diversen Sagen, Geschichte, Fachtexte, biografischen Erinnerungen und Novellen stilistisch vereinheitlicht werden zu einem lesbaren lehrreichen Buch über Kulturkontakte und Lebenswege „Der Islam in Sachsen-Anhalt / Magdeburger im Orient“.

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Literaturhaus Magdeburg und der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT GmbH) soll die Publikation zweierlei Zielgruppen erreichen: Einerseits die interessierte Öffentlichkeit und Touristen als auch andererseits die Schülerinnen und Schüler Sachsen-Anhalts, um Identifikation mit der Heimat auch für Neubürger und Flüchtlinge zu unterstützen als auch zur Vorbeugung von Xenophobie und Islamphobie zu zeigen, das Interkulturkontakte mit dem islamischen Kulturkreis in Magdeburg und Sachsen-Anhalt bereits seit über 1000 Jahren Tradition haben.

Einige Illustrationen des zukünftigen Buches – Projektergebnisse aus der Förderung durch Aktion Mensch – sind hier in grober Auflösung zu sehen. Eine erste Werkschau fand im Rahmen der Kunstaktion „Neue Sinnlichkeit“ von Kulturanker e.V. in der alten JVA Magdeburg statt, eine Vernissage aller Werke ist mit Vorleseabend und Konzert in der Magdeburger Stadtbibliothek geplant.