Von Mongolen, Döner und Hacksteak Tatar

Ein Lese- und Diskussionsabend zu Fremdheit und Nähe

Woher kommen wir, was ist uns fremd und wie überwinden wir Kulturschranken? Nicht nur in unserer Gesellschaft bestimmen oft Stereotypen aus der Vergangenheit die Bilder in unseren Köpfen heute. Anhand kleiner Episoden und großer Weltliteratur rund um das Hacksteak Tatar und des Deutschen liebsten Fastfood – den Döner – erkunden Jaromir Konecny und Dr. Mieste Hotopp-Riecke die deutsch-böhmisch-turko-tatarische Welt der Nachwendegeneration. Was hat das Hacksteak mit den Tataren zu tun und geht Dönerliebe durch den Magen? Wir begegnen Bert Brecht, Franz Fühmann und Dschingis Khan, böhmischen Exilanten, bayerischen Gutmenschen und dem Dönerröschen.

Jaromir Konecny, der wohl schrägste Tscheche aus Deutschland, Poet, Naturwissenschaftler und Autor von „Tatar mit Veilchen“ und „Dönerröschen“ trifft auf Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Tatarenspezialist aus der Altmark, Autor von über einhundert Fachtexten unter anderem zur Kulturgeschichte des Hacksteak Tatar. AnnonceDönerIKUS

Ort: IKUS an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 14.10.2014, 19.00 Uhr; Flyer zur Veranstaltung hier; Pressemitteilung hier zum download.

In Köthen finden am 15.10. noch zwei Schul-Lesungen statt.

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Im Trolleybus nach Osten.

Szenische Lesung mit Musik.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der INTERLESE statt, dem jährlichen Lesefestival des Bödecker-Literaturkreises mit internationalen Autoren.

Eine Produktion der  Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG e. V. und des Theaters der Kalligraphie Berlin mit Unterstützung des ICATAT Magdeburg.

Der tatarische Schriftsteller ILDAR ABUSJAROW (*1975) erzählt in seinem ersten ins Deutsche übersetzten Buch „Trolleybus nach Osten“ (weissbooks, 2011), wie ein ehemaliger Krieger des Dschingis-Khan sich in einer russischen Metropole niederlässt, um Literaturwissenschaft zu studieren. Dort begegnet er einem Elitefußballer, der Koranunterricht nimmt, verliebt sich in eine Frau, die leidenschaftlich Tango tanzt, und knüpft Freundschaft mit Oberleitungsbussen (Trolleybussen), die von der Wolga nach Osten fahren, um sich in mongolischen Steppen in wilde Pferde zu verwandeln. Stereotypen von Russen, Deutschen und Tataren werden in rasantem Tempo ad absurdum geführt, ein tatarischer Ritt durch Metropolen und Kulturgeschichte.

Zwischen die Textabschnitte aus Abusjarows Erzählungen werden tatarische und russische Musikstücke und Gesänge platziert, die Musiker und die Lesenden treten in Interaktion.

Mit:

Furkat NIYAZI (Stimme, orientalische Lauten), geboren in Duschanbe (Republik Tadschikistan) ist Musiker und Musikethnologe, Gründungsmitglied der Musikgruppe „Tschiltan“ (Berlin), die sich der Pflege der traditionellen Musik Zentralasiens widmet. In seiner Heimat wurde ihm der Ehrentitel „Verdienter Künstler Tadschikistans“ verliehen.

Ildar KHARISSOV (Stimme, Klavier), geboren in Tatarstan (Russländische Föderation), ist Musiker, Dichter, Turkologe und Performer. Auftritte mit eigenen Kompositionen im Konzerthaus Berlin, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und in v.a. Kultureinrichtungen in Deutschland und Russland. Diverse Literatur- und Musikpreise.

Thomas STEINBACH (Rahmentrommel Doira), geboren in Pressath (Bayern), ist Musiker und Religionswissenschaftler, Gründungsmitglied der Musikgruppe „Tschiltan“. Als Forscher und Musiker bereiste er viele Länder Zentralasiens, vor allem der ehemaligen Sowjetunion. Radio- und Fernsehauftritte.

Mieste Hotopp-Riecke (Lesung), geboren in der Altmark, ist promovierter Turkologe, Publizist, Leiter des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien Magdeburg-Berlin, (Vor-)Lesungen, Seminare auf krimtatarisch, türkisch/deutsch im In- & Ausland. Über 130 Artikel und Bücher zu Literatur, Kultur, Sprachen und Geschichte der Tataren.

Ort: Feuerwache Magdeburg, Halberstädter Strasse 140, 39112 Magdeburg Termin: 16.10.2014, 19.00 Uhr

Flyer zum download hier. Eine Veranstaltung im Rahmen der INTERLESE 2014 in der Feuerwache als Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis dem ICATAT Magdeburg und der Gesellschaft für Osteuropa-Förderung Berlin. Karten: mail@feuerwachemd.de