„FREMDE • NÄHE • HEIMAT SACHSEN – Das Fest des Pfluges in Leipzig“

Leipzig, 13.-15. Juno 2014,

Clara-Zetkin-Park + Arabischer Coffebaum + Deutsches Musikarchiv + Gartenlokal Weste

Das traditionelle Sommerfest der Tataren Deutschlands – bisher in Frankfurt und Berlin durchgeführt – fand in diesem Jahr das erste Mal in Leipzig statt. Dies markiert einen interessanten Wendepunkt in der Migrationsgeschichte der tatarischen Neubürger: Die junge Generation tatarischer Zuwanderer engagiert sich für ihre Kultur auch in Ostdeutschland. Wir begleiteten dieses Ereignis mit einer Jugend-Kunst- und Geschichts-Werkstatt, gefördert durch das Projekt Pathfinder der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. aus Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

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Hintergrund

Das SABANTUY ist das größte Ereignis im Jahreskalender der Tataren. Toy bedeutet Hochzeit oder Fest, der saban steht auf tatarisch für Pflug. Das Fest steht für den Beginn des neuen Jahres in der Natur, dem Fest des Einbringens der Saat in den Schoß von Mutter Erde. Nicht nur in Tatarstan feiern das „Fest des Pfluges“ Millionen Menschen sondern jedes Jahr wird vom Weltkongress der Tataren eine Feststaffette festgelegt: Die traditionellen Feste werden erst in Diaspora-Gemeinden von Toronto über Kairo bis Sidney gefeiert, dann in allen Regionen Osteuropas und schließlich als Abschluß in Tatarstan.

Bestandteile des Festivals sind traditionelle Sportarten, Spiele, Singen und Tanzen aber auch das Erzählen traditioneller Geschichten əkiyət und Gedichte şiğer. In den letzten Jahrzehnten begingen die deutschen Tataren dieses Fest abwechselnd in Frankfurt am Main und Berlin. In diesem Jahr findet es das erste Mal in Leipzig statt, weil immer mehr tatarische Migranten in Sachsen leben und versuchen dort eine neue Heimat zu finden. Hier knüpfen wir an: Welche Erfahrungen von Flucht, Migration, Fremde und Nähe können die jungen Migrantinnen sich gegenseitig und den Deutschen erzählen? Wir begleiten das große Sabantuy-Festival mit einem Jugendworkshop und bringen tatarische Jugendliche mit Kindern von Alteingesessenen und anderen Migranten-Communities zusammen. Die besondere Geschichte tatarischer Buchkultur in / aus Sachsen sowie die Geschehnisse um die antifaschistischen tatarischen Wehrmachtssoldaten um Mussa Dzhalil bieten hierfür

@ sabantuy Leipzig: Künstler aus Tatarstan und Aktivisten aus Deutschland (mit Rosa Habibullina, Gulnaz Valeeva)

Abdullah Alish und Musa Dshalil: tatarische Antifaschisten in der Wolga-Tataren-Legion der Deutschen Wehrmacht, ermordet in Plötzensee..

Helmut Hentschel, Ehrenvorsit- zender des Heimatvereins des Bornaer Landes e.V.

Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Leiter des ICATAT, Magdeburg-Berlin.

geeignete Anknüpfungspunkte. Letztere wurden vom Reichkriegsgerichtshof Dresden abgeurteilt, in Plötzensee hingerichtet und hinterließen in Form von Schellackplatten von 1944 ihre Spuren für die Nachwelt im Deutschen Musikarchiv Leipzig. Das tatarische Volkslied „Schmetterling“, gesungen vom Kulturensemble der wolga-tatarischen Legion der Deutschen Wehrmacht, wird als Sabantuy-Auftakt 70 Jahre nach der Studioaufnahme zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert sowie anschließend von Rosa Habibullina aus Moskau interpretiert. Einen Gesamtüberblick zu Fest und Workshop gibt es hier als pdf-dokument zum download. Das Sabantui-Fest fand im Clara-Zetkin-Park am Musikpavillon Leipzig, Anton-Bruckner-Allee 11, 04107 Leipzig statt. Die Jugend-Workshopgruppe bewegte sich auf den historischen Spuren tatarisch-deutscher Kulturkontakte im ganzen Stadtgebiet.

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Alle Info´s auch auf der Webseite der Union der Tataren Deutschlands:www.tatarlar-deutschland.de