Lange Nacht der Wissenschaft Magdeburg   Erfolgreicher Auftakt zur Ausstellung „Interkulturkontakte in der Napoleonzeit“ und Vorträge an der Otto-von-Guericke-Universität

Die Ausstellung der Universitäts-Bibliothek „Magdeburg in der Zeit der französischen Fremdherrschaftlange nacht plakat I 1806-1814“ im Foyer der UB wird seit der Langen Nacht der Wissenschaft nun ergänzt zum Thema „Interkulturkontakte in der Napoleonzeit“ durch einige Vitrinen, die vom ICATAT geplant, gestaltet und bestückt wurden. Die Ausstellung der Universitätsbibliothek zeigt die ereignisreiche Geschichte Magdeburgs in der Zeit der französischen Fremdherrschaft. Die Periode zwischen der Kapitulation der Festung 1806 und der Rückgewinnung durch die Preußen 1814 wird auf anschaulichen Tafeln dargestellt. Drei Vitrinen gehen zusätzlich auf die Muslime, Buddhisten und Karaimen unter den Teilnehmern der Napoleonkriege ein.

Flankierende Vorträge wurden jede halbe Stunde gehalten von Dr. Stephan Theilig & Dr. Mieste Hotopp-Riecke: „Muslime in der Napoleonzeit: Tataren, Baschkiren, Mameluken als Besatzer und Befreier„. Die Vorträge beleuchteten eine wenig beachtete Facette der Napoleonzeit: Zehntausende Muslime auf allen Seiten der Kriegsparteien kämpften Seite an Seite mit ihren christlichen Kameraden, selbst buddhistische Kalmüken waren in den Reihen der Kriegsparteien zu finden. Tausende Baschkiren, Kalmüken, Tataren und Tschuwaschen waren in und um Magdeburg einquartiert, durchzogen als Befreier Börde und Altmark. Auf französischer Seite stellten Lipka-Tataren und kaukasisch-stämmige Mamluken aus Ägypten die Kaisergarde, die Elitetruppe Napoleons. Die Vorträge gehen ein auf Ethnizität, Geschichte, Selbst- und Fremdsicht dieser Truppenteile, Muslime und Buddhisten aus Europas Osten.

Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Oktober im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen. (Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg)