.                                     Eine Gruppe von tatarischen und russischen Studenten und Schülern hielt sich im Rahmen des Seminars „Islam und Islamophobie in Deutschland und Russland“ (23.-29.20.2011) zwei Tage in Berlin auf. Die ansonsten in Weimar stattfindende Seminarwoche wurde organisiert vom Civic Engagement Institute (IGA) in Perm, Russländische Föderation, und der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJB). In Berlin trafen sich die Jugendlichen mit Rais Khalilov (Vorstand des Tatarisch-Baschkirischen Kulturvereins e.V.) in seiner Galerie am Kurfürstendamm sowie mit Venera Vagizova-Gerassimov (Vorstand Tatarlar Deutschland e.V.) und Mieste Hotopp-Riecke (Vorstand TAMGA e.V. / ICATAT) in der Gedenkstätte Plötzensee. Dort wurden unter vielen Anderen auch die tatarische Widerstandsgruppe um den tatarischen Dichter und Schriftsteller Musa Dshalil hingerichtet. Neben Informationen zur Geschichte der tatarischen Wiederstandgruppe erhielten die Gäste aus Barda einen Überblick über die tatarisch-deutschen Diplomatie- und Militärbeziehungen der Vergangenheit und über die derzeitige Kulturarbeit tatarischer Vereine in Deutschland. In Anbetracht der besorgniserregenden Islamophobie in der Russländischen Föderation und in Deutschland wurde vereinbart in Zusammenarbeit mit dem Institut für Integrationsforschung „Zweiheimisch“  in den nächsten Jahren Seminare und Workshops zu diesem Thema in Deutschland, der Ukraine und Russland anzubieten. Die Arbeiten von Mieste Hotopp-Riecke im Kontext von Islamophobie und Negativstereotypen von Tataren im kollektiven Gedächtnis der Deutschen können dabei ein Baustein sein.

Eine Einladung zu Vorträgen und Diskussionen in Barda sowie dem Sabantuy-Fest in Perm 2012 wurde von Seiten des ICATAT gerne angenommen.