Einladung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist uns eine Ehre, Sie zu unserer Veranstaltung „Berlin, Türken, Turkologie“, organisiert vom Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin, einzuladen, die am 12. und 13. Juni im Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, 14 195 Berlin-Dahlem (Hörsaal D) stattfinden wird. Ziel der Veranstaltung ist es, der Öffentlichkeit die schon seit langer Zeit bestehenden Verbindungen zwischen Berlin (als Stadt wie auch als Hauptstadt Preußens und später Deutschlands) und den Türken (nicht nur der Türkei), ihren Kulturen und Literaturen etc. sowie der wissenschaftlichen Disziplin „Turkologie“ aufzuzeigen. Programm: Berlin – Türken – Turkologie Berlin gilt noch heute als vielleicht größte „türkische Stadt“ außerhalb der Türkei. Der Stadtteilname „Kreuzberg“ ist über Deutschland hinaus Sinnbild für türkische Siedlung und türkisches Leben in Europa geworden. Die wenigsten wissen allerdings, wie weit gespannt und intensiv die Verbindungen Berlins zur türkischen Welt tatsächlich sind: Angefangen von den preußisch-türkischen Beziehungen seit dem 18. Jh., über die sich intensivierenden Verbindungen des 19. Jh., die „Waffenbrüderschaft“ des ersten Weltkriegs, osmanische Lehrlinge in Berlin, und die sich in der Weimarer Zeit fortsetzenden und sich intensivierenden kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen (die sich auch in der Literatur widerspiegeln) aber auch die zahlreichen türkischen Studenten im Berlin der Vorkriegszeit bis hin zur türkischen Migration nach Berlin, die heute das Gesicht der Stadt entscheidend mitprägt. Dabei geht es nicht nur um Migrantenkultur, es geht auch um Exilkunst und -literatur von Türken, um Rezeption von türkischer Kultur und Literatur (und nicht nur aus der Türkei) auf breiter öffentlicher Basis (wie etwa die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin an Orhan Pamuk). Gerade in Berlin reichen die Verbindungen zu Türken weiter und tiefer als in anderen deutschen Städten. So hatte die Stadt mit Ernst Reuter einen Regierenden Bürgermeister, der (wie viele deutsche Oppositionelle) während der Nazizeit und auch danach lange Jahre in der Türkei im Exil verbrachte – und nach seiner Rückkehr nach Berlin und ins politische Leben als „der Türke“ von seinen politischen Gegnern bezeichnet wurde. Nicht umsonst hat das Auswärtige Amt seine Initiative zur näheren Verständigung mit der Türkei „Ernst Reuter-Initiative“ genannt. Berlin ist aber auch der Ort, wo an der damaligen „Friedrich Wilhelms- Universität“, in der DDR dann in „Humboldt-Universität“ umbenannt, die Komponente der deutschen Turkologie entstand, die bis heute Weltruf genießt. Diese Geburtsstunde ist bis heute eng verbunden mit der sogenannten Turfanforschung, der Erforschung alttürkischer Manuskripte an der heutigen Berlin-Brandenburgischer Akademie der Wissenschaften. Und gerade die Gründer der Turkologie waren es, die nicht nur deutsche Nachwuchswissenschaftler zum Studium nach Berlin angezogen hatten.

Einladung hier und Rückseite hier anklickbar

Auch für viele Türken, sowohl aus der Türkei als auch aus anderen Teilen der türkischen Welt, stellte dies eine attraktive Möglichkeit zur Ausbildung dar. Sie bildeten gemeinsam mit den „russlandtürkischen“ Flüchtlingen die faszinierende türkische Szene der zwanziger und dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in Berlin. Zu den Erben dieses Gründungsaktes gehören heute neben der Turkologie an der Freien Universität auch die Zentralasienkunde an der Humboldt-Universität und die bereits erwähnte Turfanforschung mit ihren regen Kontakten, die von der Türkei bis hin nach Japan reichen. Wir, die Veranstalter, würden uns freuen, Sie und Ihre Freunde und Kollegen zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. Claus Schönig   Prof. Dr. Barbara Kellner-Heinkele    Prof. h.c. Dr. Peter Zieme

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